Hyundai hat einen weltweiten Sicherheitsrückruf für die Baureihen Ioniq 6 und Santa Fe eingeleitet. In Deutschland sind laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 11.619 Fahrzeuge von einem Defekt an der vorderen Gurtverankerung betroffen.
Weil sich die Verankerung bei einem Unfall lösen und die Schutzfunktion mindern kann, rüstet Hyundai einen Sicherungsclip nach. Das KBA überwacht die kostenlose Reparatur unter dem Referenzcode 17013R.
Sicherheitsrückruf für Hyundai Ioniq 6 und Santa Fe: Das Wichtigste in Kürze
Für eine schnelle Orientierung sind hier die zentralen Fakten des Rückrufs zusammengefasst. Betroffene Halter sollten die Details in den folgenden Abschnitten beachten und die individuelle Betroffenheit ihres Fahrzeugs prüfen lassen.
| Kriterium | Detail |
|---|---|
| Betroffene Modelle | Hyundai Ioniq 6, Hyundai Santa Fe |
| Betroffene Fahrzeuge (Deutschland) | 11.619 |
| Betroffene Fahrzeuge (Weltweit) | 103.181 (Angabe laut KBA) |
| Produktionszeitraum | 5. Oktober 2022 – 12. März 2026 (kombiniert für beide Modelle) |
| Technische Ursache | Ein Sicherungselement an der vorderen Gurtverankerung kann seine Spannung verlieren. |
| Gefahr | Die Gurtverankerung kann sich lösen, was die Schutzfunktion des Gurtes bei einem Unfall einschränkt und das Verletzungsrisiko erhöht. |
| Abhilfemaßnahme | Nachrüstung eines Sicherungsclips an den vorderen Sicherheitsgurten. |
| Hersteller-Code | 61D167 |
| KBA-Referenznummer | 17013R |
Betroffene Fahrzeuge: Wer muss zur Werkstatt?
Der Rückruf richtet sich an Halter der Baureihen Hyundai Ioniq 6 und Hyundai Santa Fe. Laut den Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sind Fahrzeuge betroffen, die in einem zusammengefassten Produktionszeitraum vom 5. Oktober 2022 bis zum 12. März 2026 hergestellt wurden.
Wichtige Einschränkung beim Produktionszeitraum
Es ist entscheidend zu verstehen, dass das KBA diesen Zeitraum für beide Modellreihen gemeinsam angibt. Eine modellspezifische Aufschlüsselung, welche exakten Bauzeiträume für den Ioniq 6 und welche für den Santa Fe gelten, liegt in den öffentlichen Dokumenten nicht vor. Da die Modelle zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf den Markt kamen und produziert werden, ist eine pauschale Eingrenzung allein über das Datum nicht zuverlässig. Ebenso unklar ist, welche spezifischen Antriebsvarianten des Santa Fe (z.B. Hybrid, Plug-in-Hybrid) in Deutschland betroffen sind. Aus diesem Grund ist eine individuelle Prüfung unerlässlich.
Ursache und Risiko: Wie gefährlich ist der Defekt?
Die technische Ursache des Problems liegt bei einem Sicherungselement an der Verankerung der vorderen Sicherheitsgurte. Wie aus einer Meldung einer australischen Behörde zur selben Herstellerkampagne hervorgeht, kann dieses Element mit der Zeit seine Spannung verlieren.
Das daraus resultierende Risiko ist erheblich: Sollte das Sicherungselement versagen, kann sich die gesamte Gurtverankerung vom Fahrzeug lösen. Bei einem Unfall würde der Sicherheitsgurt somit seine Rückhaltefunktion nicht mehr oder nur unzureichend erfüllen. Das KBA stuft das Risiko als „ernst“ ein, da die Gefahr schwerer oder tödlicher Verletzungen für die Insassen signifikant ansteigt.
Lösung und Ablauf: Was passiert in der Werkstatt?
Als Abhilfemaßnahme hat Hyundai eine unkomplizierte und schnelle Lösung vorgesehen. In der Vertragswerkstatt wird an den äußeren Verankerungspunkten beider vorderer Sicherheitsgurte ein zusätzlicher Sicherungsclip nachgerüstet. Dieses Bauteil soll den Spannungsverlust des ursprünglichen Elements verhindern und die Verankerung dauerhaft sichern.
Kosten und Dauer
Sicherheitsrelevante Rückrufe werden für den Fahrzeughalter grundsätzlich kostenlos durchgeführt. Obwohl die vorliegenden Quellen dies für die Aktion „61D167“ nicht explizit bestätigen, ist dies die übliche und gesetzlich verankerte Praxis. Über die genaue Dauer des Werkstattaufenthalts liegen derzeit keine offiziellen Angaben vor. Die Maßnahme selbst dürfte jedoch relativ schnell durchzuführen sein.
Nächste Schritte: So müssen Halter jetzt reagieren
Da es sich um einen vom KBA überwachten Rückruf mit ernstem Risiko handelt, ist das Vorgehen klar geregelt. Die betroffenen Fahrzeughalter werden über das Zentrale Fahrzeugregister (ZFZR) ermittelt und schriftlich informiert.
- Auf Post vom Hersteller/KBA warten: Betroffene Halter erhalten in der Regel eine schriftliche Benachrichtigung.
- Individuelle Prüfung: Unabhängig von der Benachrichtigung wird empfohlen, proaktiv die Betroffenheit des eigenen Fahrzeugs zu prüfen. Kontaktieren Sie hierzu einen Hyundai-Vertragspartner und halten Sie die Fahrgestellnummer (FIN) bereit. Nennen Sie den Hyundai-Aktionscode 61D167 oder die KBA-Referenz 17013R, um den Vorgang zu beschleunigen.
- Werkstatttermin vereinbaren: Ist Ihr Fahrzeug betroffen, vereinbaren Sie einen Termin zur Durchführung der kostenlosen Nachbesserung.
- Kontakt bei Fragen: Das KBA nennt als Kontakt die Hyundai-Kundenbetreuung unter der Telefonnummer 069 / 380767-212.
Wichtig: Die Teilnahme an einem offiziellen Sicherheitsrückruf ist für Fahrzeughalter in Deutschland gesetzlich verbindlich. Wie das KBA klarstellt, kann eine wiederholte Nichtbeachtung der Aufforderung zur Nachbesserung zur zwangsweisen Stilllegung des Fahrzeugs durch die Zulassungsbehörde führen.
Einordnung: Abgrenzung zu internationalen Meldungen
In den Medien wurde im April 2026 über einen sehr ähnlichen Rückruf von Hyundai in den USA berichtet. Dabei handelt es sich jedoch um eine separate Aktion der dortigen Behörde NHTSA, die sich in wesentlichen Punkten vom deutschen Rückruf unterscheidet. Eine Verwechslung der Daten kann zu Missverständnissen führen.
| Merkmal | Rückruf Deutschland (KBA) | Rückruf USA (NHTSA) |
|---|---|---|
| Behörde / Referenz | KBA / 17013R | NHTSA / 26V218 |
| Hersteller-Code | 61D167 | 298 / 032G |
| Betroffene Fahrzeuge | 103.181 (weltweit) | ca. 294.000 (USA) |
| Gemeldet am | September 2026 | April 2026 |
Obwohl die technische Ursache (Lösen der Gurtverankerung) identisch zu sein scheint, gelten für Halter in Deutschland ausschließlich die Zahlen, Daten und Codes des KBA-Rückrufs.
Häufige Fragen (FAQ) zum Hyundai-Rückruf
- Sind auch Neuwagen betroffen, die jetzt ausgeliefert werden?
- Nein. Der vom KBA genannte Produktionszeitraum der betroffenen Fahrzeuge endet am 12. März 2026. Fahrzeuge, die nach diesem Datum produziert wurden und aktuell als Neuwagen ausgeliefert werden, sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht von diesem Rückruf betroffen. Es ist davon auszugehen, dass der Mangel in der laufenden Produktion bereits behoben wurde.
- Ist die Reparatur für mich wirklich kostenlos?
- Ja, die Reparatur ist für den Halter kostenlos. Bei offiziellen, vom KBA überwachten Sicherheitsrückrufen trägt der Hersteller die Kosten. Dies ist gängige Praxis und gesetzlich verankert, auch wenn es in den uns vorliegenden Dokumenten zu diesem spezifischen Fall nicht ausdrücklich erwähnt wird.
- Kann ich weiterfahren, bis ich einen Termin habe?
- Angesichts des ernsten Risikos, dass der Sicherheitsgurt seine Funktion verlieren kann, sollten betroffene Halter umgehend einen Werkstatttermin vereinbaren und die Reparatur schnellstmöglich durchführen lassen. Von nicht notwendigen Fahrten ist im Zweifel abzuraten.
