BMW 5er Touring (2026) im Test: i5 gegen 520d – Der stille König muss sich entscheiden

BMW 5er Touring (2026) im Test: i5 gegen 520d – Der stille König muss sich entscheiden
Foto: BMW Group

Der BMW 5er Touring ist seit Jahrzehnten das Maß der Dinge unter den europäischen Oberklasse-Kombis für Vielfahrer und Führungskräfte. In der aktuellen Generation G61 stellt BMW Flottenkunden vor die Richtungsentscheidung: Bewährter Dieselantrieb im 520d oder der rein elektrische i5 eDrive40 Touring mit 81,2-kWh-Batterie.

Mit über 5,06 Metern Außenlänge und 570 bis 1.700 Litern Ladevolumen bieten beide Varianten identische Platzverhältnisse und erstklassigen Federungskomfort. Während der 520d mit 145 kW (197 PS) über 1.100 Kilometer Reichweite ermöglicht, lockt der i5 mit 250 kW (340 PS) und 0,25-Prozent-Versteuerung. Unser Vergleich ab 61.700 Euro zeigt, wer das Duell gewinnt.

Technische Daten & Spezifikationen

Kategorie
BMW i5 eDrive40 Touring (2026)
BMW 520d xDrive Touring (2026)
Motor & Antrieb
E-Motor hinten, Heckantrieb
2.0L 4-Zyl. Diesel + 48V, Allrad
Leistung / Drehmoment
340 PS (250 kW) / 400 Nm
197 PS (145 kW) / 400 Nm
0-100 km/h / Vmax
6,1 s / 193 km/h (abgeregelt)
7,3 s / 228 km/h
Reichweite / Akku
WLTP: ca. 580 km (81,2 kWh Netto)
Reichweite: ca. 1.000 km (60L Tank)
Ladeleistung (DC)
max. 205 kW (10-80% in 30 Min.)
— (Tanken in 5 Minuten)
Anhängelast (gebremst)
1.500 kg
2.000 kg
Fahrzeugbreite
2.156 mm (inkl. Spiegel – Achtung Baustelle!)
2.156 mm
Basispreis (Schätzung)
ab ca. 72.000 €
ab ca. 64.000 €
BMW 5er Touring - Bild 1
Foto: BMW Group

Unterhalt, Steuern und die 0,25%-Rettung (TCO)

Hier entscheidet sich für Dienstwagenfahrer das Spiel. Ein BMW i5 eDrive40 Touring startet bei rund 72.000 Euro. Ein 520d xDrive Touring bei knapp 64.000 Euro.

Als Firmenwagen-Fahrer gilt: Die deutsche Gesetzgebung hat die Grenze für die 0,25%-Dienstwagenversteuerung für reine Elektroautos (BEV) glücklicherweise auf einen Bruttolistenpreis von 95.000 Euro angehoben! Sie können den i5 eDrive40 nun also extrem großzügig ausstatten und zahlen monatlich faktisch nur Taschengeld an das Finanzamt. Den 520d müssen Sie hingegen zwingend mit der vollen 1,0%-Regelung versteuern. Das macht im Netto-Gehalt oft 300 bis 450 Euro massiven Unterschied pro Monat zugunsten des elektrischen i5. Dafür nehmen Zehntausende das Ladekabel gerne in Kauf.

Tipp für Privatkäufer: Nehmen Sie den Diesel! Der Wertverlust des i5 wird in den ersten drei Jahren erfahrungsgemäß deutlich schmerzhafter ausfallen, und der 520d ist in der nackten Bar-Anschaffung ohnehin fast 10.000 Euro billiger.

Design, Abmessungen & das Baustellen-Desaster

Der 5er Touring der Generation G61 ist optisch kein lauter Rebell, sondern ein gestreckter, würdevoller Business-Gleiter. Er wirkt mit seinen über 5,06 Metern Länge extrem präsent, verzichtet aber (im Gegensatz zum 7er) auf überdimensionierte XXL-Nieren.

Das Baustellen-Urteil: Diese majestätische Länge geht mit einer massiven Breite einher. Mit ausgeklappten Außenspiegeln misst der neue 5er Touring brutale 2.156 Millimeter. Das Urteil für die tägliche Pendelei ist unerbittlich: Die auf 2,1 Meter limitierten linken Spuren in deutschen Autobahnbaustellen sind für Sie rechtlich und physisch absolut tabu! Wer das rote Schild ignoriert und sich durchquetscht, verliert im Schadensfall sofort seinen Kaskoschutz.

BMW 5er Touring - Bild 3
Foto: BMW Group

Innenraum & OS 9: Gaming im Stau und Touch-Frust

Egal ob i5 oder 520d – das Cockpit des Modelljahres 2026 ist ein rollendes Büro aus der Zukunft. Die Verarbeitung ist makellos, die Materialien fassen sich fabelhaft an. Die „Interaction Bar“ (die kristalline, von hinten beleuchtete Leiste quer über das Armaturenbrett) sieht bei Nachtsicht spektakulär aus und ist mittlerweile in allen Modellen Serie.

Alle 5er kommen nun zudem serienmäßig mit dem „BMW Operating System 9“ (oder 8.5 mit QuickSelect). Das System ist brillant schnell. Die Integration von Microsoft Teams und Zoom ist für Geschäftsleute perfekt umgesetzt. Das Gaming-Feature: Das System unterstützt die „AirConsole“. Sie stehen im Stau oder an der Ladesäule, scannen einen QR-Code auf dem großen Curved Display und nutzen Ihr eigenes Smartphone als Controller, um „Mario Kart“-Klone direkt auf dem Autobildschirm zu zocken. Spielerei? Definitiv. Aber es verkürzt Lade-Pausen ungemein.

Der ergonomische Haken: Die Sitze sind sensationell bequem. Aber um die Massage-Funktion oder die Sitzwangen zu verstellen, müssen Sie zwingend über den Touchscreen in ein Untermenü eintauchen. Das nervt während der Fahrt massiv. Gebt uns hierfür bitte echte Knöpfe an den Sitzflanken zurück, BMW!

Antriebs-Duell: Das SiC-Update gegen 1.000 km Freiheit

  • Der i5 eDrive40 (Das SiC-Update): Zum Modelljahr 2026 hat BMW die Leistungselektronik völlig still überarbeitet. Durch den Einsatz extrem effizienter Siliziumkarbid-Inverter (SiC) steigt die Effizienz massiv. Der „alte“ i5 von 2024 verbrauchte bei 150 km/h gerne 22-24 kWh. Der „neue“ 2026er i5 begnügt sich nun oft mit 19-20 kWh. Das bringt auf der Autobahn echte 50 Kilometer mehr sichere Reichweite. Sie fahren die Strecke Hamburg-Frankfurt ohne nasse Hände. Der Fahrkomfort? Überragend. Die Ruhe im Innenraum isoliert Sie völlig vom Stress der Außenwelt (S-Klasse-Niveau). Der Lade-Haken: Er besitzt weiterhin „nur“ 400-Volt-Technik. Von 10 auf 80 % lädt er in ca. 30 Minuten (ein 800V-Audi macht das in 21 Minuten).
  • Der 520d xDrive (Der Befreier): Wir steigen um in den Diesel. Startknopf. Ein fernes Knurren. Der 2.0-Liter-Vierzylinder (mit 48-Volt-Mildhybrid) fühlt sich im direkten Vergleich zum i5 sehr „mechanisch“ an. Aber dann fahren Sie auf die Autobahn, und der Bordcomputer zeigt lapidar: „Reichweite: 1.120 km“. Das ist der Moment, in dem der Diesel triumphiert. Wenn Sie Außendienstler sind, Termindruck haben und Ladekarten hassen: Der 520d ist Ihr treuester Freund. Er verlangt nichts von Ihnen, außer alle 1.000 Kilometer fünf Minuten Zeit an der Zapfsäule. Er wiegt knapp 300 kg weniger als der i5 und lenkt agiler ein. Aber: Die ständigen feinen Mikrovibrationen des Motors ermüden auf Langstrecke etwas mehr als die pure Stille des Stromers.
  • M5 Touring (Der Elefant im Raum): Erwähnen wir den G99 (727 PS V8-PHEV) kurz, weil jeder Autofan von ihm träumt. Er ist ein physikalisches Wunderwerk, kaschiert sein Gewicht von 2,5 Tonnen mit Allradlenkung. Aber für den Alltag? Er ist extrem teuer und schwer. Der i5 M60 (das elektrische Topmodell mit 601 PS) ist für deutlich weniger Geld im Zwischenspurt fast genauso brutal und fühlt sich im täglichen Pendelverkehr stimmiger an.
BMW 5er Touring - Bild 5
Foto: BMW Group

Platzangebot, Kofferraum und die Frunk-Lüge

Egal welchen Antrieb Sie wählen, das Kofferraumvolumen bleibt identisch: 570 Liter. Klappt man die Sitze um, entsteht ein völlig ebener Ladeboden mit 1.700 Litern Volumen. Das reicht für jeden Baumarkt-Besuch.

Ein massives Ärgernis betrifft jedoch den i5: BMW nutzt eine Mischplattform für Verbrenner und EVs. Unter der riesigen vorderen Motorhaube gähnt eine gähnende Leere, die jedoch durch Plastikabdeckungen blockiert wird. Es gibt keinen „Frunk“ (vorderen Kofferraum) für die schmutzigen Ladekabel! Sie müssen diese bei Regen umständlich zu den Koffern in den Heck-Kofferraum werfen. Beim Thema Anhängelast siegt der klassische Diesel (2.000 kg) zudem souverän gegen den Stromer (1.500 kg).

Konkurrenz-Check

Die deutsche Business-Klasse unter sich:

Feature
BMW i5 Touring (eDrive40)
Audi A6 Avant e-tron
Mercedes E-Klasse T (220d)
Antrieb
Elektro (Heckantrieb)
Elektro (Heckantrieb)
Diesel-Mildhybrid (Heck)
Leistung
340 PS
367 PS (Performance)
197 PS
Ladezeit (DC)
ca. 30 Min. (400 Volt)
ca. 21 Min. (800 Volt)
— (Tanken in 5 Min.)
Reichweite
ca. 480 km (Real)
ca. 550 km (Real)
ca. 1.000 km+ (Real)
Bedienung
iDrive 8.5/9 (Top)
MMI Touch (Gut)
MBUX Touch (Verschachtelt)
Preis (Start)
ca. 72.000 €
ab ca. 72.000 €
ab ca. 65.000 €

Analyse: Der neue Audi A6 e-tron Avant greift den i5 hart an. Dank seiner reinen Elektro-Plattform (PPE) und 800-Volt-Architektur lädt er auf der Langstrecke massiv schneller und kommt dank besserer Aerodynamik auch weiter. Der BMW kontert jedoch mit dem deutlich besseren, haptischen iDrive-Bediensystem. Mercedes bietet den elektrischen EQE in Europa gar nicht erst als Kombi an – wer den Stern mit Rucksack will, muss zwingend zum klassischen Verbrenner wie dem grandiosen Dauerläufer E 220d T-Modell greifen.

BMW 5er Touring - Bild 7
Foto: BMW Group

Pro & Contra

  • ✅ Pro: Sensationelle Geräuschdämmung und S-Klasse-Federungskomfort im elektrischen i5.
  • ✅ Pro: Der 520d xDrive bleibt mit realen 1.000 km Reichweite der König der zeitkritischen Außendienstler.
  • ✅ Pro: Das iDrive OS9 ist mit seiner Smartphone-Integration (und AirConsole-Gaming) absolute Benchmark.
  • ✅ Pro: Massive Steuerersparnis (0,25%) für den i5 als Dienstwagen dank der angehobenen 95k-Preisgrenze.
  • ❌ Contra: Mit 2,15 Metern Breite (inkl. Spiegel) ist die Nutzung der linken Baustellenspur gesetzlich verboten.
  • ❌ Contra: Weder i5 noch 520d bieten einen Frunk (vorderen Kofferraum) für die nassen Ladekabel.
  • ❌ Contra: Der i5 lädt mit seiner alten 400-Volt-Architektur (max. 205 kW) deutlich langsamer als ein Audi A6 e-tron.
  • ❌ Contra: Verstellung der Sitzfunktionen extrem nervig tief in das Touch-Menü des Displays verbannt.

Fazit von Alex Wind: Der souveräne Langstrecken-König unter Strom

Alex Wind meint: Der BMW 5er Touring meistert die Antriebs-Transformation herausragend. Der 520d bleibt ungeschlagen für non-stop 1.000-km-Fahrten, doch der i5 Touring ist der leiseren, komfortablere und steuerlich attraktivste Dienstwagen der Gegenwart.

Lassen Sie mich ehrlich sein: Der BMW 5er Touring (2026) ist in beiden völlig unterschiedlichen Antriebs-Welten ein absoluter Champion.

Der 520d xDrive Touring ist das perfekte, ungebrochene Aufbäumen der alten, mechanischen Welt. Er ist das absolut perfekte Werkzeug für alle, die gnadenlos Strecke machen müssen, zeitlich extrem unter Druck stehen und schlichtweg keine Lust auf geplante Lade-Pausen haben. Er ist unbestritten das pragmatisch bessere Auto für den Job.

Der i5 Touring hingegen ist das emotional bessere Auto für den Menschen hinter dem Steuer. Er entspannt Ihren Puls. Er ist leiser, rollt sanfter ab und isoliert Sie von der Hektik des deutschen Berufsverkehrs. Mit dem brandneuen 2026er SiC-Technik-Update ist er auf der Autobahn endlich so effizient, wie ein Auto dieser Preisklasse sein sollte. Und als steuerlich extrem stark subventionierter Dienstwagen (0,25 %) ist er ein massives Geschenk des Staates an Ihr Netto-Gehalt.

Meine persönliche Wahl? Wenn der Chef das Leasing zahlt: Zwingend der i5. Die absolute Ruhe im Innenraum nach einem anstrengenden Zehn-Stunden-Tag ist mir die 30 Minuten Lade-Pause an der A7 allemal wert.

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