Mit dem Sondermodell STREET erweitert Fiat das Antriebsangebot des 600 im Modelljahr 2026 um eine erstaunlich puristische Einstiegsvariante. Neben dem rein elektrischen 600e und der Mild-Hybrid-Version ergänzt nun ein konventioneller 1,2-Liter-Turbobenziner mit manuellem Sechsganggetriebe das Portfolio des 4,17 Meter langen Crossovers auf der konzerneigenen CMP-Plattform.
Der Dreizylinder leistet 74 kW (100 PS) und stellt 205 Nm Drehmoment bereit – gänzlich ohne Hochvolt-Batterie oder komplexes Doppelkupplungsgetriebe. Mit einem Einstiegspreis von rund 21.990 Euro attackiert der Italiener Konzernbrüder wie den Jeep Avenger und den Opel Mokka. Unser Praxistest zeigt, wie sparsam der Handschalter im Stadtverkehr agiert und wo die Grenzen des Raumkonzepts liegen.
Technische Daten & Spezifikationen
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Kategorie
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Fiat 600 STREET 1.2 Turbo (Modelljahr 2026)
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Motor & Antrieb
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1.2L 3-Zylinder Turbobenziner, Frontantrieb
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Leistung / Drehmoment
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100 PS (74 kW) / 205 Nm
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Getriebe
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6-Gang-Schaltgetriebe (manuell)
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0-100 km/h / Vmax
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ca. 10,5 s / 184 km/h
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Testverbrauch (Mix)
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ca. 5,7 bis 6,2 l/100 km (Super)
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Anhängelast (gebremst)
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1.200 kg
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Kofferraumvolumen
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385 bis 1.256 Liter (Größer als im Elektro-Modell!)
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Fahrzeuglänge / Breite
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4.171 mm / 1.981 mm (inkl. Spiegel – Baustellen-Sieg!)
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Basispreis (POP)
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ab extrem fairen 24.490 €
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Preis Sondermodell (STREET)
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ca. 28.490 € (Testwagen)
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Unterhalt, Steuern und der 24.000-Euro-Befreiungsschlag (TCO)
In der Total Cost of Ownership (TCO) entfaltet der reine Verbrenner eine völlig andere wirtschaftliche Dynamik als seine elektrifizierten Brüder. Für Flottenmanager und Dienstwagenfahrer ist der Griff zum Handschalter steuerlich ein harter Schlag, da ohne Ladekabel die unerbittliche 1,0%-Dienstwagenversteuerung greift. Die lukrativen E-Auto-Privilegien sind hier absolut passé.
Für den privaten Endverbraucher ist dieses Auto jedoch ein gigantischer finanzieller Befreiungsschlag. Das größte Problem des Fiat 600 war bisher seine absurde Preispolitik. Ein kleines Elektro-SUV für fast 40.000 Euro ist im hart umkämpften B-Segment für junge Familien schlichtweg unbezahlbar. Mit dem neuen Verbrenner drückt Fiat den Einstiegspreis in der Basisversion „POP“ auf magische 24.490 Euro. Die finanzielle Realität lautet: Sie sparen beim Kauf des reinen Benziners im Vergleich zum Elektro-Modell so unfassbar viel Geld, dass Sie den 1.2-Liter-Motor jahrelang tanken können, bevor sich die Stromer-Variante auch nur im Ansatz amortisiert.
Design, Abmessungen & die Baustellen-Freigabe
Optisch beherrschen die Italiener die Klaviatur der Emotionen weiterhin in Perfektion. Um den Basis-Motor gebührend zu feiern, wirft Fiat das limitierte Sondermodell STREET für knapp 28.500 Euro auf den Markt. Die Karosserie in der strahlenden Farbe „Gelato Weiß“ wird mit einem tiefschwarzen Kontrastdach, schwarzen Türgriffen und abgedunkelten Logos kombiniert. Der Wagen rollt auf wuchtigen, schwarzen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen ab, die den Radkasten satt ausfüllen. Er sieht extrem modisch und präsent aus und kaschiert gekonnt die bürgerliche Basis-Motorisierung unter der Haube.
Der absolute Segen im Pendler-Alltag offenbart sich jedoch in der Breite der Karosserie. Mit voll ausgeklappten Außenspiegeln bleibt der Fiat 600 bei schlanken 1.981 Millimetern. Das Urteil für die Fahrt zur Arbeit ist ein täglicher Triumph: Sie dürfen in deutschen Autobahnbaustellen völlig legal, stressfrei und unter vollem Kaskoschutz die schmale, oft auf exakt 2,0 oder 2,1 Meter limitierte linke Überholspur nutzen! Sie wuseln im Berufsverkehr einfach links an den schwitzenden SUV-Fahrern vorbei.
Innenraum: „Street-Credibility“, Klaviertasten und das Platz-Paradoxon
Wir öffnen die leichten Türen und entern ein Cockpit, das im Sondermodell „STREET“ erstaunlich erwachsen wirkt. Durch den dunklen Dachhimmel und die schwarzen Einlagen verschwindet der etwas billige „Plastik-Look“ der Basisversionen fast vollständig. Vor dem Fahrer spannt sich ein digitales Kombiinstrument, während in der Mitte der exzellente 10,25-Zoll-Touchscreen mit kabellosem Apple CarPlay arbeitet. Fiat stattet das Sondermodell serienmäßig mit Sitzheizung, Keyless Go, Ambientebeleuchtung und einer Klimaautomatik aus – man muss auf absolut nichts verzichten.
Der wahre Sieg für die Verkehrssicherheit lauert jedoch direkt unter dem Bildschirm. Fiat widersteht dem fatalen Touch-Zwang der Konkurrenz und verbaut eine herrliche Reihe von echten, mechanisch drückbaren Klaviertasten für die Klimasteuerung! Sie bedienen die Temperatur und das Gebläse bei 130 km/h völlig blind, während Fahrer eines VW T-Cross auf rutschigen Slidern verzweifeln.
Die bittere Pille dieses B-SUVs schlucken jedoch die Passagiere in der zweiten Reihe. Das Platzangebot im Fond ist für Erwachsene extrem knapp bemessen; die Knie stoßen sofort an die Vordersitze. Der Kofferraum profitiert hingegen vom fehlenden E-Motor an der Hinterachse und wächst im Verbrenner auf alltagstaugliche 385 Liter. Für urbane Paare ist das perfekt, für die vierköpfige Familie auf dem Weg nach Italien wird es jedoch zum logistischen Tetris-Albtraum.
Antrieb und Fahrdynamik: Dreizylinder-Charme und die Lust am Schalten
Unter der charmanten Hülle arbeitet reine, ehrliche Pragmatik. Der 1,2-Liter-PureTech-Dreizylinder aus dem Stellantis-Konzern (in der grundlegend überarbeiteten, standfesten Version mit Steuerkette) leistet 100 PS und treibt ausschließlich die Vorderräder an. Es gibt hier keinen E-Motor, der beim Anfahren das Turboloch kaschiert, und keine schwere Batterie im Unterboden.
Dafür müssen Sie die sechs Gänge über das manuelle Getriebe wieder selbst sortieren. Und genau das macht auf der Landstraße unerwartet viel Freude! Da der Verbrenner-600er extrem leicht ist, lässt er sich wunderbar agil und leichtfüßig von Kurve zu Kurve werfen. Das Getriebe schaltet sich ausreichend exakt, und der Dreizylinder knurrt unter Last sympathisch auf. Die einfache Verbundlenkerachse an der Hinterachse (Torsionsachse) poltert bei tiefen Kanaldeckeln zwar vernehmlich, bietet für die Stadt aber einen soliden Restkomfort.
Sobald Sie jedoch die unlimitierte Autobahn entern, fordert die Aerodynamik ihren Tribut. Bei 130 km/h dringen merkliche Windgeräusche (NVH) an den A-Säulen in den Innenraum, und bei starken Steigungen müssen Sie am Berg gnadenlos in den vierten Gang zurückschalten, um das Tempo zu halten. Der WLTP-Verbrauch von 5,7 Litern ist in der Realität eher bei knapp über 6 Litern anzusiedeln. Es ist definitiv kein Langstrecken-Gleiter, sondern ein stylischer König der Vorstadt.
Anhängelast und Wintertauglichkeit
Ein handgeschalteter Kleinwagen-SUV wird selten als Zugmaschine eingesetzt, doch der Fiat 600 meistert auch diese Disziplin solide. Der 1.2-Liter-Motor darf gebremste 1.200 Kilogramm an den Haken nehmen. Für den obligatorischen Baumarkt-Anhänger oder den Transport eines leichten Motorrads auf einem Trailer reicht das völlig aus.
Im Winter offenbart sich das pure Frontantriebs-Layout. Einen Allradantrieb gibt es für die 600er-Baureihe nicht. Die Traktionskontrolle regelt auf Schnee souverän, doch die fehlende Automatik erfordert beim Anfahren am steilen, verschneiten Hang einen feinfühligen Umgang mit der Kupplung, um die durchdrehenden Vorderräder im Zaum zu halten.
Konkurrenz-Check
Die stärksten B-Segment-SUVs im pragmatischen Duell:
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Feature
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Fiat 600 STREET 1.2T
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Jeep Avenger 1.2 Turbo
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VW T-Cross 1.0 TSI
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Plattform
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Stellantis e-CMP
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Stellantis e-CMP
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VW MQB A0
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Motor
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1.2L 3-Zyl. (100 PS)
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1.2L 3-Zyl. (100 PS)
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1.0L 3-Zyl. (95 PS)
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Getriebe
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6-Gang-Manuell
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6-Gang-Manuell
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5-Gang-Manuell
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Ergonomie
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Echte Klimatasten!
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Echte Klimatasten!
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Touch-Slider (Nervig)
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Kofferraum
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385 Liter
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380 Liter
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385 – 455 L (Verschiebbar)
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Preis (Real)
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ab 24.490 € (POP)
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ab ca. 25.000 €
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ab ca. 24.000 €
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Analyse: Der härteste Gegner schläft im eigenen Konzernbett: Der Jeep Avenger nutzt die exakt gleiche Plattform, den identischen Motor und das gleiche Getriebe. Die Entscheidung zwischen dem rustikalen, kantigen Jeep und dem weichen, italienischen „La Dolce Vita“-Fiat ist eine reine Geschmacksfrage. Der VW T-Cross hingegen ist der rationale deutsche Platzhirsch. Er bietet dank seiner verschiebbaren Rückbank massiv mehr Variabilität im Fond und fühlt sich auf der Autobahn satter an. Er straft den Fahrer jedoch mit billigem Hartplastik-Design und einer katastrophalen Touch-Ergonomie ab. Der Fiat 600 STREET ist unbestritten die emotionalere, modischere Wahl.
Pro & Contra
- ✅ Pro: Ein echter Preis-Befreiungsschlag: Ab 24.490 Euro wird der stylische Fiat endlich für die Masse bezahlbar.
- ✅ Pro: Das Sondermodell STREET bietet eine fantastische Optik (18-Zoll-Felgen, schwarzes Dach) und Top-Ausstattung.
- ✅ Pro: Ein Sieg für die Haptik: Echte, blinde bedienbare Klaviertasten für die Klimasteuerung unter dem Display.
- ✅ Pro: Mit schlanken 1,98 Metern Außenbreite (inkl. Spiegel) ist die schmale Autobahn-Baustellenspur legal nutzbar.
- ❌ Contra: Sehr mäßiges Platzangebot: Die Beinfreiheit in der zweiten Reihe ist für Erwachsene extrem kompromissbehaftet.
- ❌ Contra: Die NVH-Dämmung ist schwach; ab 130 km/h wird der Dreizylinder auf der Autobahn laut und dröhnend.
- ❌ Contra: Das reine 6-Gang-Schaltgetriebe kann im dichten städtischen Stop-and-Go-Verkehr schnell nerven.
- ❌ Contra: Keine steuerlichen Vorteile (1,0%-Regelung), da der reine Verbrenner jegliche Elektro-Privilegien verliert.
Fazit von Alex Wind: Der Fiat 600 STREET 1.2 Turbo im Härtetest
Klartext: Dass Fiat beim 600er massiv die elektrische Notbremse zieht, ist die beste Entscheidung der letzten Jahre. Nicht jede junge Familie kann oder will fast 40.000 Euro für ein kleines Elektroauto ausgeben, das dann an der Ladesäule im Regen steht. Mit dem klassischen 100-PS-Benziner und ehrlicher Handschaltung machen die Italiener dieses wunderschöne Auto endlich wieder tauglich für die breite Masse.
Das Sondermodell STREET ist ein strategisch genialer Schachzug: Es bringt genau die stylischen, markanten Extras mit, die dieses Auto im Straßenbild begehrenswert machen, bleibt aber preislich absolut auf dem Boden der harten Realität. Das Fehlen einer komplexen Hybrid-Automatik erspart Ihnen langfristig teure Reparaturrechnungen, und das Schaltgetriebe weckt auf der Landstraße sogar etwas italienische Lebensfreude.
Die redaktionelle Empfehlung: Der Fiat 600 STREET eignet sich hervorragend für urbane Pendler, Singles und stilbewusste Fahrer, die ein kompaktes, wendiges City-SUV mit klassischer Bedienung und bezahlbaren Wartungskosten suchen. Weniger empfehlenswert ist das Modell für Vielfahrer mit hohem Autobahnanteil, denen es bei Richtgeschwindigkeit an Durchzugskraft fehlt, sowie für Familien mit jugendlichen Passagieren auf der engen Rückbank. Im dichten Stadtverkehr überzeugt der 100-PS-Handschalter jedoch als bodenständige und kalkulierbare Mobilitätslösung.
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