Volvo EX40 & XC40 (2026) im Test: Der Schwede im Wandel der Zeit

Volvo EX40 & XC40 (2026) im Test: Der Schwede im Wandel der Zeit
Foto: Volvo

Mit der Umbenennung des vollelektrischen XC40 Recharge in EX40 schärft Volvo die Nomenklatur seiner Modellpalette für die reine Elektromobilität. Der 4,44 Meter lange Kompakt-SUV zählt seit Jahren zu den Bestsellern im skandinavischen Modellprogramm und verbindet zeitloses nordisches Design mit höchstem Sicherheitsanspruch.

Als Single Motor Extended Range leistet der Hecktriebler 185 kW (252 PS) und zieht seine Energie aus einer 82-kWh-Batterie für bis zu 575 Kilometer WLTP-Reichweite. An der Schnellladesäule erstarkt die Ladeleistung auf bis zu 205 kW DC (10-80 % in 28 Minuten). Bei Einstiegspreisen ab 49.990 Euro testen wir den gereiften Schweden.

Technische Daten & Spezifikationen

Kategorie
Volvo EX40 Single Motor Extended Range (2026)
Motor & Antrieb
E-Motor an der Hinterachse, Heckantrieb
Leistung
252 PS (185 kW)
Batteriekapazität (netto)
79 kWh (Lithium-Ionen)
0-100 km/h / Vmax
ca. 7,3 s / 180 km/h (abgeregelt)
Testverbrauch (Mix)
18,0 bis 19,0 kWh/100 km
Reichweite (WLTP / Real)
570 km / ca. 400 – 450 km
Max. Ladeleistung (DC)
bis zu 200 kW (10-80 % in ca. 28 Min.)
Fahrzeuglänge / -breite
4.440 mm / 1.863 mm (ohne Spiegel)
Basispreis (Schätzung DE)
ab ca. 53.000 € (EX40)
Volvo EX40 & XC40 - Bild 1
Foto: Volvo

Design und Karosserie: Ein Schuhkarton mit Stil

Ich muss Volvo attestieren, dass sie die Kunst des „Alterns in Würde“ meisterhaft beherrschen; denn selbst neun Jahre nach den ersten Entwürfen wirkt der XC40, und somit auch der neue EX40, in keiner Weise veraltet. Er präsentiert sich als wohltuender Kontrast zu den oft stromlinienförmigen, fast schon „rundgelutschten“ Silhouetten, die ich bei vielen aktuellen Elektrofahrzeugen beobachte. Dieser Volvo steht stattdessen für eine klare, kantige Formensprache, die aufrecht und selbstbewusst wirkt.

Diese bewusst gewählte Kastenform offenbart im täglichen Gebrauch einen entscheidenden, physikalisch bedingten Vorteil: eine herausragende Raumökonomie. Obwohl der Wagen mit seinen 4,44 Metern Länge erstaunlich kompakt für die oft beengten städtischen Parkverhältnisse ist, offeriert er im Innenraum Platzverhältnisse, von denen so mancher 4,70 Meter lange Crossover nur träumen kann. Ich persönlich schätze es sehr, wie man hier königlich hoch thront, eine Übersicht genießt, die an die eines Leuchtturmwärters erinnert, und sich beim Einsteigen niemals den Kopf an einer modisch abfallenden Coupé-Dachlinie stößt.

Der Kofferraum präsentiert sich mir nicht als ein lieblos gestaltetes, dunkles Abteil, sondern als ein bis ins Detail durchdachtes System. Besonders hervorzuheben ist der doppelte Ladeboden, der sich mittels einer cleveren „Origami-Technik“ aufstellen und falten lässt, wodurch Einkaufstüten sicher an Haken befestigt werden können und nicht unkontrolliert durch den Laderaum rutschen. Der EX40 überzeugt mich zusätzlich mit einem 31 Liter fassenden „Frunk“ unter der vorderen Haube, der, obwohl er auf den ersten Blick klein erscheinen mag, den idealen Platz für das oft nasse Ladekabel bietet – ein Feature, das ich bei Konkurrenten wie dem BMW iX1 oder dem Mercedes EQA schmerzlich vermisse, wo das Kabel umständlich unter dem Reisegepäck im Heck verstaut werden muss.

Innenraum: Google als rettender Co-Pilot

Wenn ich im Jahr 2026 in einen Volvo einsteige, stelle ich erfreut fest, dass ich weder von aufdringlicher Disko-Beleuchtung noch von einem Labyrinth hyper-komplexer Untermenüs überwältigt werde. Stattdessen empfängt mich das Cockpit mit einer tiefen, skandinavischen Ruhe, die auf mich fast schon eine therapeutische Wirkung ausübt.

Das zentrale Element bildet für mich nach wie vor der vertikal ausgerichtete 9-Zoll-Touchscreen, der im direkten Vergleich zu den oft überdimensionierten Bildschirmen der Wettbewerber beinahe bescheiden anmutet. Seine wahre Stärke offenbart sich jedoch in der Software: dem direkt integrierten Google Built-in . Hier nutze ich kein träges, herstellereigenes Navigationssystem, sondern direkt Google Maps, dessen Integration so tiefgreifend ist, dass das Fahrzeug bei der Planung einer Route mit Ladestopps die Batterie automatisch vorkonditioniert, um am Schnelllader sofort die maximale Ladeleistung zu ermöglichen. Die Sprachsteuerung, die auf den Befehl „Hey Google“ reagiert, ist den Systemen von VW oder BMW in puncto natürlicher Spracherkennung meiner Erfahrung nach um Längen voraus. Es ist genau diese unaufgeregte Funktionalität, die den Volvo für mich auch im Jahr 2026 noch so überzeugend macht: Er lenkt nicht ab, sondern erfüllt seine Aufgaben einfach und zuverlässig.

Volvo EX40 & XC40 - Bild 3
Foto: Volvo

Antrieb EX40 (Elektro): Mehr Dampf und echte Reichweite

Für das bevorstehende Modelljahr hat Volvo nicht allein die Nomenklatur angepasst, sondern auch spürbar an der Leistungsschraube gedreht. Die „Twin Motor“ Variante mit Allradantrieb profitiert von einem Performance-Update, das die Systemleistung auf beeindruckende 442 PS (325 kW) anhebt und den Sprint von 0 auf 100 km/h in lediglich 4,6 Sekunden ermöglicht. Ob eine solche Leistungsexplosion in einem Familien-SUV tatsächlich notwendig ist, bezweifle ich persönlich.

Für den alltäglichen Gebrauch erachte ich die Effizienz der „Single Motor Extended Range“ Variante als wesentlich bedeutsamer. Hier sorgt ein 252 PS starker Motor für den Vortrieb an der Hinterachse, versorgt von einer großzügig dimensionierten 79-kWh-Batterie. Ich habe festgestellt, dass Volvo die Effizienz der ursprünglich älteren CMA-Plattform erheblich optimiert hat: Während ich früher Verbräuche von 22 bis 24 kWh auf 100 Kilometer registrierte, pendelten sich meine Messungen nun bei erfreulichen 18 bis 19 kWh/100 km ein. Dies ermöglicht eine realistische Autobahn-Reichweite von über 400 Kilometern, was ich als absolut alltagstauglich empfinde. An der DC-Ladesäule überzeugt der EX40 zudem mit einer beeindruckenden Ladeleistung von bis zu 200 kW , wodurch die notwendige Ladepause von 10 auf 80 Prozent auf reisetaugliche 28 Minuten verkürzt wird.

Antrieb XC40 (Verbrenner): Der durstige Dinosaurier

Obwohl Volvo den Dieselmotor bereits vor geraumer Zeit aus dem Programm genommen hat, stelle ich fest, dass der klassische Benziner im XC40 weiterhin seine Berechtigung findet. Die angebotenen Modelle B3 mit 163 PS und B4 mit 197 PS sind als Mild-Hybride konzipiert, wobei ein kleiner 48-Volt-Startergenerator den Verbrennungsmotor beim Anfahren nahezu unmerklich unterstützt.

Ich empfinde das Fahrgefühl des XC40 als Benziner als ebenso solide und sicher wie das seines elektrischen Pendants; er vermittelt dieses unverwechselbare, schwedische „Burg-Gefühl“ von Geborgenheit und Robustheit. Allerdings muss man für diese spürbare Solidität an der Zapfsäule einen nicht unerheblichen Preis entrichten, denn die kantige, fast schon schrankwandartige Karosserie bietet dem Fahrtwind eine beträchtliche Angriffsfläche. Meine Erfahrungen zeigen, dass, wer den XC40 zügig über die Autobahn bewegt, selten eine „7“ vor dem Komma auf der Verbrauchsanzeige erblicken wird; realistisch sind eher Werte zwischen 8,5 und 9,5 Litern Super auf 100 Kilometer . Dies halte ich für einen Kompakt-SUV im Jahr 2026 schlichtweg für zu hoch. Der XC40 Benziner stellt für mich somit einen reinen Komfort-Kauf für Wenigfahrer dar, keinesfalls jedoch eine rationale Entscheidung.

Volvo EX40 & XC40 - Bild 5
Foto: Volvo

Konkurrenz-Check (Elektro)

Feature
Volvo EX40 (Single Ext. Range)
BMW iX1 eDrive20
Smart #1 Premium
Fahrzeuglänge
4,44 m
4,50 m
4,27 m
Batterie (netto)
79 kWh
64,7 kWh
62 kWh
Reichweite (WLTP)
570 km
475 km
440 km
Frunk (Kofferraum vorne)
Ja (31 L)
Nein
Ja (15 L)
Max. Ladeleistung (DC)
200 kW
130 kW
150 kW
Basispreis (Schätzung)
ca. 53.000 €
ca. 49.000 €
ca. 42.000 €

Meine Analyse zeigt, dass der Volvo in der Anschaffung zwar spürbar über den Preisen der direkten Konkurrenz liegt, er jedoch einen entscheidenden Vorteil in die Waagschale wirft: seine beeindruckende 79-kWh-Batterie. Weder der BMW noch der Smart erreichen annähernd diese Kapazität und die daraus resultierende, von mir geschätzte, souveräne Langstreckentauglichkeit.

Pro & Contra

  • Antrieb EX40 (Elektro): Mehr Dampf und echte Reichweite
  • ✅ Pro: Das integrierte Google Built-in empfinde ich als das derzeit beste und stabilste Navigations- und Sprachsystem auf dem Markt.
  • ✅ Pro: Die Raumökonomie ist hervorragend, ergänzt durch einen clever gestalteten Kofferraum und den praktischen Frunk beim EX40.
  • ✅ Pro: Das zeitlose Design und die extrem hohe, beruhigende Verarbeitungsqualität im Innenraum sind für mich klare Pluspunkte.
  • ❌ Contra: Ich kritisiere den sehr hohen Verbrauch der klassischen XC40 Benzin-Modelle.
  • ❌ Contra: Die CMA-Plattform offenbart beim Fahrwerk, insbesondere auf Querfugen, ein leicht hölzernes Ansprechverhalten, das ihr Alter verrät.
  • ❌ Contra: Der hohe Basispreis, der für den EX40 jenseits der 50.000-Euro-Marke liegt, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Volvo EX40 & XC40 - Bild 7
Foto: Volvo

Fazit von Alex Wind: Skandinavischer Premium-Komfort im Kompaktformat

Alex Wind meint: Der Volvo EX40 profitiert enorm vom Wechsel auf den effizienten Heckantrieb und die 82-kWh-Batterie. Seine Langstreckenqualitäten, das intuitive Google-Betriebssystem und die vorbildliche Sicherheitsausstattung machen ihn zu einer Top-Empfehlung.

Ich sehe die Umbenennung in EX40 als einen längst überfälligen und marketingtechnisch konsequenten Schritt, der erfreulicherweise jedoch nichts am fundamentalen Charakter dieses Fahrzeugs ändert. Der Volvo XC40/EX40 präsentiert sich für mich auch im Modelljahr 2026 als eines der angenehmsten und entspanntesten Automobile in seinem Segment. Er strebt nicht danach, krampfhaft sportlich zu wirken, sondern konzentriert sich darauf, mich schlichtweg sicher, leise und komfortabel an mein Ziel zu bringen.

Meine klare Empfehlung lautet daher: Ignorieren Sie den Benziner! Wenn Ihr Budget es zulässt und Sie über eine eigene Lademöglichkeit verfügen, rate ich Ihnen dringend zum EX40 Single Motor Extended Range . Dieses Modell bietet meiner Einschätzung nach das mit Abstand überzeugendste Gesamtpaket aus Reichweite, Leistung und dem von mir sehr geschätzten, genialen „One-Pedal-Drive“. Der klassische XC40 Benziner stellt für mich lediglich noch eine denkbare Option für jene Traditionalisten dar, die den kantigen Stil bedingungslos lieben, als Laternenparker ohne Lade-Abo agieren und bereit sind, die happige Tankrechnung für den hohen Verbrauch klaglos zu akzeptieren.

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