In der von harten Zahlen getriebenen Autowelt grenzt es an ein Wunder, wenn ein extrem teures Concept Car unverändert den Weg auf den Asphalt findet. Normalerweise zeigen Hersteller beim elitären Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See atemberaubende Studien, um sie kurz darauf im Werksmuseum wegzusperren.
Beim BMW Skytop lief die Geschichte anders. Die weltweite Begeisterung im Jahr 2024 zwang den Münchner Vorstand förmlich zum Handeln. Das Ergebnis: Eine streng limitierte Kleinserie von exakt 50 Exemplaren. Alle Fahrzeuge wechselten bereits vor der offiziellen Presseankündigung blind den Besitzer – vermittelt an handverlesene Sammler weltweit.
Jetzt rollen die handlackierten und in Dingolfing veredelten Sammlerstücke auf die Straße. Unter der maßgeschneiderten Außenhaut, die optisch an den legendären BMW Z8 und den klassischen 503 erinnert, steckt die hochgezüchtete Großserientechnik des M8 Competition. Wir wollten wissen: Ist der Skytop nur ein M8 im teuren Designer-Smoking oder ein echtes Kunstwerk für die Ewigkeit?
Karosserie und Proportionen: Wenn Design wieder Emotionen wecken darf
Vergessen Sie die stark diskutierten Riesen-Nieren eines i7 oder die zerklüfteten Linien des XM. Der Skytop verkörpert klassische, fließende Eleganz. Die markante „Sharknose“-Front neigt sich selbstbewusst nach vorn. Extrem schmale, speziell für dieses Modell angefertigte LED-Scheinwerfer flankieren die filigranen, dezent beleuchteten Nieren.
Klassische Türgriffe sucht das Auge vergeblich. Winzige, aerodynamische Finnen auf der Schulterlinie entriegeln die Türen per Berührung. Der fließende Zweifarb-Verlauf der Lackierung („Floating Sundown Silver“) wechselt stufenlos von mattem Silber in ein tiefes Rotbraun. Die Lackierspezialisten im Werk Dingolfing tragen diese Schichten in tagelanger Präzisionsarbeit von Hand auf.
Auf engen Landstraßen fordert dieses Meisterwerk jedoch Konzentration. Die breite M8-Plattform verzeiht keine Unachtsamkeit. Mit ausgeklappten Spiegeln misst der Targa ca. 2.130 Millimeter in der Breite. Auf engen Baustellen oder in schmalen Altstadtgassen ist Zentimeterarbeit gefragt. Wer hier den sündhaft teuren Speziallack an einer Leitplanke beschädigt, blickt in finanzielle Abgründe.
Ergonomie und Cockpit-Analogie: Ein Segen namens iDrive 7
Wir öffnen die schwere Tür und gleiten in das maßgeschneiderte Cockpit. Hier zeigt sich ein fantastischer Anachronismus. Kritiker bemängeln zwar, dass das Layout der Armaturen und Displays weitgehend dem bekannten 8er-Serienmodell entspricht. Für die Bedienung erweist sich dieser Umstand jedoch als absoluter Glücksfall.
Der Skytop verzichtet auf das radikale, rein touchbasierte Curved Display neuerer Baureihen. Stattdessen verbaut BMW physische, haptisch perfekt rastende Tasten für die Klimatisierung und die Sitzfunktionen. Während Fahrer eines aktuellen M5 mühsam in Untermenüs wischen, lässt sich dieser Halbe-Million-Euro-Targa blind und absolut sicher bedienen.
Die Materialien übertreffen gewohnte Standards deutlich. Die Sitze tragen feinstes Leder im aufwendigen Brogue-Stil, der an handgenähte Budapester Schuhe erinnert. Der rotbraune Farbton zieht sich über die gesamte Armaturentafel bis hin zu den Dachschalen. Kristallglas-Applikationen am Gangwahlschalter reflektieren das Sonnenlicht. Ein besonderer Genuss: Das vertikale Heckfenster lässt sich elektrisch im Targa-Bügel versenken. So dringt der ungefilterte Klang der Auspuffanlage direkt ans Ohr der Insassen.
Fahrwerk und Triebwerk: Der S63-V8 im Sammleranzug
Nach dem Druck auf den Startknopf erwacht der 4,4-Liter-V8-Biturbo (Motorencode S63B44T4). BMW stimmte die Motorsteuerung für den Skytop spürbar harmonischer ab als beim rennstreckenfokussierten M8 Competition.
Der Achtzylinder verzichtet beim Kaltstart auf künstliches, lautes Auspuffknallen. Er grollt tief, sonor und würdevoll. Obwohl brutale 625 PS und 750 Nm Drehmoment bereitstehen, fährt sich der Targa stressfrei. Das adaptive M Fahrwerk filtert Querfugen und welligen Asphalt souverän. Bittet man den V8 zum Tanz, krallt sich der Allradantrieb m xDrive in den Asphalt und katapultiert den Wagen in 3,3 Sekunden auf Landstraßentempo.
Auf dem Autobahnabschnitt jenseits der 130 km/h zeigt das Targa-Konzept seine konstruktionsbedingten Grenzen. Da ein festes Hardtop fehlt, treten an den Dichtungen der manuellen Dachschalen ab etwa 140 km/h hörbare Windgeräusche auf. Auch die Verwirbelungen im Innenraum nehmen bei geöffnetem Dach schnell zu. Dieser Wagen ist kein Werkzeug für die Jagd nach Rundenrekorden, sondern ein extravaganter Reisebegleiter.
Technische Daten und Preispunkte
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Spezifikation
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BMW Skytop (Limitierte Kleinserie 2026)
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Motor
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4,4-Liter-V8-Biturbo (S63)
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Leistung / Drehmoment
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625 PS (460 kW) / 750 Nm
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Getriebe
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8-Gang-Wandlerautomatik (ZF 8HP76)
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Antrieb
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Allradantrieb (M xDrive)
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Länge / Breite / Höhe
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4.871 mm / 1.907 mm (ca. 2.130 mm mit Spiegeln) / 1.341 mm
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Radstand
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2.822 mm
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Leergewicht
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ca. 1.990 kg
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Kofferraumvolumen
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280 Liter (nahezu 0 Liter bei verstautem Dach)
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Tankinhalt
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68 Liter
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Verbrauch (WLTP)
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11,5 l/100 km (Testverbrauch: 13,8 l Super Plus)
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Kaufpreis (Deutschland)
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ca. 500.000 € (Ab Werk ausverkauft)
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Leasingrate (Richtwert)
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ab ca. 5.800 € / Monat (Spezial-Sammlertarife)
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Der Alltags-Check: Das logistische Targa-Dilemma
Der Skytop is ein kompromissloser, zweisitziger Luxus-Cruiser. Eine Anhängerkupplung gibt es selbstverständlich nicht (0 kg Anhängelast). Fahrten auf winterlichen, salznassen Straßen verbieten sich angesichts des extrem empfindlichen Lacks von selbst.
Größter Schwachpunkt im Alltag bleibt die Dachkonstruktion. BMW verzichtet beim Skytop bewusst auf ein schweres, vollautomatisches Verdeck. Die beiden lederbezogenen Targa-Dachhälften müssen Sie manuell entriegeln, anheben und im Kofferraum verstauen. BMW liefert hierfür passgenaue Halterungen mit. Das Problem: Sobald die beiden massiven Platten im Heck liegen, schrumpft der verbleibende Stauraum auf ein Minimum zusammen. Für das Wochenendgepäck zu zweit bleibt dann schlicht kein Platz mehr. Ein Begleitfahrzeug wird bei längeren Reisen zur Pflicht.
Technische Problemzonen und Unterhaltskosten
Wer ein solches Fahrzeug im Alltag bewegt, sollte die technische Basis kennen. Der S63-V8 ist ein hochkomplexes Triebwerk. Bei extrem geringen Laufleistungen und häufigen Kurzstrecken – ein typisches Schicksal für Sammlerfahrzeuge – neigt der Motor zu Verkokungen an den Einlassventilen. Zudem erfordert der thermisch stark belastete Bereich zwischen den Zylinderbänken („Heißes Innen-V“), in dem die Turbolader sitzen, regelmäßige Kontrollen der Kühlmittelschläuche, da der Kunststoff mit den Jahren spröde wird. Ein Auge sollten Besitzer auch auf den Ölverbrauch werfen.
In Deutschland schlägt der Skytop auch steuerlich zu Buche. Durch den CO2-Ausstoß von über 260 g/km liegt die jährliche Kfz-Steuer bei rund 480 Euro. Bei der Versicherung gibt es keine Standardtarife. Da der Wagen mit nur 50 Einheiten extrem selten ist, nehmen die Versicherer eine individuelle Risikoeinstufung (Einzelübereinstimmung) vor. Als grober Richtwert dienen die Typklassen des herkömmlichen M8 Cabriolets (Haftpflicht Typklasse 19, Vollkasko Typklasse 32). Das bedeutet extrem hohe Prämien im vierstelligen Bereich pro Jahr.
Sicherheitstechnisch bietet der Skytop das solide Niveau der 8er-Reihe. Der Notbremsassistent (AEB) und der Spurhalteassistent arbeiten zuverlässig, greifen im Vergleich zu neueren BMW-Modellen aber deutlich dezenter und weniger bevormundend in die Lenkung ein.
Marktanalyse: Der Skytop im exklusiven Vergleich
Auf dem Markt der luxuriösen Open-Air-Gleiter trifft der bayerische Solitär auf etablierte Konkurrenz. Während der Ferrari Roma Spider mit seinem klassischen Front-Mittelmotor-Konzept, messerscharfem Handling und einem vollautomatischen Stoffverdeck die sportliche Speerspitze bildet, zielt der Aston Martin DB12 Volante auf den klassischen, britischen Luxus-Stil ab. Auch das Bentley Continental GT Convertible bietet unerreichten Langstreckenkomfort und eine extrem noble Kabine.
Doch der BMW Skytop entzieht sich dem direkten Vergleich. Er ist kein Serienmodell, sondern ein rollendes Spekulationsobjekt. Zum doppelten Preis eines Aston Martin oder Ferrari erhalten Käufer ein exklusives Sammlerstück, das im Gegensatz zur Konkurrenz keinen nennenswerten Wertverlust erleiden wird.
Stimmen aus den Sammlerkreisen
Erste Rückmeldungen aus exklusiven Sammlerkreisen und Foren wie Motor-Talk zeichnen ein klares Bild. Enthusiasten loben die mechanische Verwandtschaft zum M8 Competition. Diese Großserientechnik garantiert, dass jede zertifizierte BMW-Werkstatt den Service problemlos durchführen kann – ein riesiger Vorteil gegenüber exotischen Kleinserien-Herstellern. Die fehlerfreie Ergonomie des älteren iDrive-Systems wird ebenfalls durchgehend positiv hervorgehoben.
Kritik erntet dagegen die Anfälligkeit des manuellen Targa-Dachs. Bei ungenauem Einsetzen der Dachschalen kann es an den Dichtungen zu minimalen Knistergeräuschen bei Fahrbahnunebenheiten kommen. Auch die Tatsache, dass die Armaturenkonsole trotz der edlen Lederbespitzung optisch zu nah am normalen 8er liegt, stört einige Perfektionisten angesichts des enormen Kaufpreises.
Fazit von Alex Wind: Eine bayerische V8-Skulptur für die Ewigkeit
Alex Wind meint: Mit 460 kW (625 PS), 4,4-Liter-Biturbo-V8 und 305 km/h Spitze ist der auf exakt 50 Exemplare limitierte BMW Skytop für rund 500.000 Euro ein automobiles Kunstwerk. 100 % Sammlerstatus und 750 Nm Drehmoment machen ihn unsterblich.
Der BMW Skytop ist kein Auto für den rationalen Vergleich. Er ist ein hochemotionales Abschiedsgeschenk an die Ära des reinen V8-Verbrenners, bevor die Elektrifizierung das Design und den Antrieb unumkehrbar verändert.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Wagen unvernünftig. Ein technisch identischer M8 bietet die exakt gleiche Fahrdynamik für einen Bruchteil des Preises. Doch den Skytop kauft niemand aus rationalen Gründen. Er ist ein in Blech geformtes Kunstwerk. Sollten Sie zu den glücklichen 50 Personen gehören, die ein Exemplar ergattern konnten: Pflegen Sie dieses Fahrzeug, meiden Sie Streusalz und bewahren Sie dieses Meisterstück bayerischer Designkunst für kommende Generationen.

























