Der Dacia Duster III ECO-G 100 LPG, Modelljahr 2024 bis 2026, bietet eine kombinierte Reichweite von 1.200 bis 1.400 Kilometern. Sein Flüssiggastank fasst netto 50 Liter bei einer geometrischen Gesamtkapazität von 62,4 Litern. Diese 80-Prozent-Begrenzung ist aus Sicherheitsgründen zur Wärmeausdehnung zwingend vorgeschrieben. Der Tank sitzt unsichtbar in der Reserveradmulde. Der Benzintank fasst ebenfalls 50 Liter. Diese Kombination macht den Duster zum absoluten Reichweiten-Riesen im Budget-Segment.
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Wir haben uns die Wartungskosten, die Intervalle der Gasfilter und die Tücken im harten deutschen Winterbetrieb genauer angesehen.
| Technische Parameter & Kosten | Spezifikation / Details |
| Motorisierung | ECO-G 100 (Dreizylinder-Turbobenziner, bivalent) |
| LPG-Tankvolumen (netto) | 50 Liter nutzbar (80% von 62,4 l Bruttovolumen) |
| Benzintank-Volumen | 50 Liter |
| Kombinierte Reichweite | 1.200 – 1.400 km (Praxiswert) |
| Allgemeines Wartungsintervall | 20.000 km / 12 Monate (je nachdem, was zuerst eintritt) |
| Gasphasen-Filter (Wechsel) | Alle 30.000 km / 2 Jahre (Teilekosten ca. 20 – 50 €) |
| Flüssigphasen-Filter (Wechsel) | Alle 60.000 km / 4 Jahre |
| Großer LPG-Service (DE) | ca. 400 – 500 € (inkl. Ölwechsel und Dichtheitsprüfung) |
| TÜV-GAP Zusatzgebühr | ca. 25 – 40 € (typisch 29,20 € bei TÜV SÜD/NORD) |
| Winter-Kraftstoffmischung | 60% Propan / 40% Butan (Sommer: 40/60) |
| Mehrverbrauch im Winter | 5% – 8% (volumenbasiert durch geringere Energiedichte) |
| Kaltstart-Umschaltung | Automatisch ab ca. 40°C Kühlmitteltemperatur (ca. 500m – 1,5km) |
Wichtiges Update für das Modelljahr 2026: Der neue 1.2 ECO-G 120
Hinweis für Neuwagen-Käufer: Dacia überarbeitet die bivalente Antriebspalette des Duster III grundlegend. Der hier getestete und beschriebene 1.0 ECO-G 100 (Dreizylinder, 100 PS) war der Einführungs- und Volumenmotor für die Modelljahre 2024 und 2025. Er wird für das Modelljahr 2026 durch den völlig neu entwickelten ECO-G 120 ersetzt.
Der neue ECO-G 120 basiert auf dem moderneren 1.2-Liter-Dreizylinder-Turbomotor (bekannt aus dem TCe 130). Er bietet deutliche technische Verbesserungen gegenüber dem alten 1.0-Liter-Triebwerk:
- Mehr Hubraum & Leistung: 1,2 Liter Hubraum statt 1,0 Liter, was die Leistung auf 120 PS (90 kW) und das Drehmoment auf satte 200 Nm (zuvor 170 Nm) anhebt.
- Bessere Fahrleistungen: Durch das gesteigerte Drehmoment ist der Duster III 1.2 ECO-G 120 spürbar souveräner beim Überholen und vollbeladen auf der Autobahn.
- Zukunftssichere Abgasnorm: Durch die moderne Hubraumerweiterung und optimierte Verbrennungsführung erfüllt der Motor spielend härteste Euro-7-Vorgaben.
Sollten Sie einen Duster III als Gebrauchtwagen oder Tageszulassung (Modelljahr 2024/2025) erwerben, ist der robuste 1.0 ECO-G 100 nach wie vor eine hervorragende Wahl. Wer einen Neuwagen bestellt, erhält das stärkere 1.2-Liter-Aggregat mit den verbesserten Fahrleistungen.
Antriebskonzept und Tankarchitektur im Detail
Der ECO-G 100 basiert auf dem bewährten 1.0-Liter-Dreizylinder-Turbo (TCe 100), der ab Werk für den LPG-Betrieb modifiziert wurde. Gehärtete Ventilsitze und ein angepasstes Motorsteuergerät sorgen dafür, dass der Motor die höheren Verbrennungstemperaturen von Flüssiggas dauerhaft schadlos übersteht.
Die Integration des LPG-Tanks in der Reserveradmulde ist hervorragend gelöst. (Gott sei Dank hat Dacia echte Tasten für die Kraftstoffumschaltung links neben dem Lenkrad behalten, statt alles im Infotainment zu vergraben.) Das Kofferraumvolumen bleibt mit 472 Litern identisch zu den reinen Benzin-Versionen. Der Wechsel zwischen den Kraftstoffen erfolgt während der Fahrt völlig unmerklich per Knopfdruck oder automatisch, sobald das Gas zur Neige geht.
Wartungsintervalle: Was die Gasanlage im Unterhalt kostet
Die reguläre Inspektion steht beim Duster III alle 20.000 Kilometer oder einmal im Jahr an. Für den LPG-Strang gelten spezifische Zusatzarbeiten, die den Geldbeutel jedoch nicht übermäßig belasten.
Der Gasphasen-Filter (schützt die Einblasdüsen vor feinen Verschmutzungen) ist alle 30.000 Kilometer oder nach zwei Jahren fällig. Wer handwerklich geschickt ist, findet das Originalteil online für 20 bis 50 Euro – der Austausch in der Fachwerkstatt ist in wenigen Minuten erledigt. Der Flüssigphasen-Filter (sitzt direkt am Verdampfer) must alle 60.000 Kilometer oder nach vier Jahren getauscht werden.
Ein kompletter Service inklusive Ölwechsel, allen Filtern (Zündkerzen nach Bedarf) und der gesetzlich vorgeschriebenen Dichtheitsprüfung der Gasanlage kostet in deutschen Dacia-Betrieben zwischen 400 und 500 Euro.
Zusätzlich müssen LPG-Fahrer alle zwei Jahre bei der Hauptuntersuchung (HU) an die Gasanlagenprüfung (GAP) denken. TÜV NORD, TÜV SÜD und DEKRA verlangen hierfür eine Zusatzgebühr von derzeit etwa 25 bis 40 Euro (oft exakt 29,20 Euro). Ohne eine erfolgreiche GAP gibt es keine neue TÜV-Plakette.
Winterbetrieb: Höherer Verbrauch und Umschaltverzögerung
Im Winterbetrieb zeigt die physikalische Realität von Flüssiggas ihre Krallen. Deutsche Tankstellen stellen ab November auf „Wintergas“ um. Dieses besteht zu 60 Prozent aus Propan und zu 40 Prozent aus Butan (im Sommer ist das Verhältnis umgekehrt). Propan baut auch bei extremen Minusgraden genügend Druck im Tank auf, besitzt aber eine geringere Energiedichte als Butan.
Das Resultat an der Zapfsäule: Ein unvermeidbarer, volumenbasierter Mehrverbrauch von 5 bis 8 Prozent im Winter. In der Praxis bedeutet dies einen LPG-Verbrauch von 8,5 bis 10 Litern pro 100 Kilometer bei winterlichen Autobahnfahrten.
Ein weiteres Wintersymptom ist das Kaltstartverhalten. Da Flüssiggas im kalten Zustand im Verdampfer gefrieren würde, startet der Duster III immer im Benzinmodus. Erst wenn das Kühlwasser eine Temperatur von ca. 40 Grad Celsius erreicht hat, schaltet das Steuergerät auf Gas um. Bei knackigen Minusgraden um -5°C dauert diese Aufwärmphase zwischen 500 Meter und 1,5 Kilometer. Auf extremen Kurzstrecken fährt man den Duster also ungewollt im teuren Benzinbetrieb.
Bekannte Schwachstellen und Foren-Feedback
Ein Blick in die einschlägigen Foren wie Motor-Talk und dacia-forum.de zeigt ein klares Bild. Mechanisch gilt das ECO-G-System als absolut ausgereift und extrem robust. Es gibt keine Berichte über kapitale Motorschäden oder defekte Verdampfer bei sachgemäßer Wartung.
Die Kritikpunkte liegen im Detail und betreffen hauptsächlich die Software. Viele Besitzer klagen über eine ungenaue LPG-Tankanzeige im digitalen Kombiinstrument. Der Gasstand springt manchmal abrupt von „halbvoll“ auf „Reserve“, oder die Reichweitenberechnung zeigt nach dem Volltanken unrealistische Werte an. Gelegentlich berichten Fahrer auch von einem minimal unruhigen Leerlauf in den ersten Sekunden nach der automatischen Umschaltung auf Gas. Dies legt sich jedoch, sobald der Motor unter Last steht.
Alex Wind meint: Der Duster ECO-G 100 – Eine ehrliche Rechnung
Ich sehe den Dacia Duster III ECO-G 100 LPG als eine der rationalsten und wirtschaftlich vernünftigsten Kaufentscheidungen auf dem deutschen Markt. Wer ein echtes Sparbrötchen sucht, ohne auf den Platz eines modernen Kompakt-SUVs verzichten zu wollen, kommt an diesem bivalenten Konzept einfach nicht vorbei. Die kombinierten 100 Liter Tankvolumen degradieren selbst moderne Diesel zu Kurzstrecken-Fahrzeugen.
Die zusätzlichen Wartungskosten für Gasfilter und die TÜV-GAP-Gebühr von knapp 30 Euro sind angesichts der Kraftstoffersparnis absolut zu vernachlässigen. Selbst wenn der Winterverbrauch auf knapp 10 Liter LPG klettert, fährt man rechnerisch immer noch auf dem Kostenniveau eines sparsamen Diesel-Kleinstwagens.
Nachtrag zum Modelljahr 2026: Dass Dacia den alten 1.0 ECO-G 100 durch den neuen 1.2 ECO-G 120 ersetzt, ist eine absolut logische Konsequenz. Der kleine 1.0-Liter-Motor war im vollbeladenen Duster III an steilen Autobahnsteigungen schlichtweg am Limit. Der neue 1.2-Liter-Dreizylinder mit 120 PS und vor allem 200 Nm Drehmoment bringt genau die Souveränität, die diesem Wagen gefehlt hat. Für Neuwagenkäufer ist der ECO-G 120 definitiv das bessere Paket – wer gebraucht kauft, macht mit dem robusten, ausgereiften ECO-G 100 aber weiterhin ein fettes Schnäppchen.
Mein Rat: Die ungenaue Tankanzeige ist zwar nervig, aber man lernt schnell, nach dem Tageskilometerzähler zu fahren. Wer mit dem rauen Charme des Dreizylinders und der leichten Verzögerung beim winterlichen Kaltstart leben kann, bekommt hier ein extrem robustes Arbeitstier mit unschlagbaren Unterhaltskosten. Kaufen und sparen!
