Lexus LBX (2026) im Test: Der Luxus-Zwerg – Alternativlos nach dem Tod des Audi Q2?

Wir schreiben das Jahr 2026. Der Audi Q2 ist Geschichte (eingestellt). Der Mercedes A-Klasse/GLA wird eingedampft oder ist unbezahlbar geworden. Wer ein kleines, aber wirklich luxuriöses Auto sucht, steht oft vor dem Nichts. Außer er geht zu Lexus. Der Lexus LBX (Lexus Breakthrough Crossover) ist seit gut zwei Jahren auf dem Markt. Er basiert auf dem Toyota Yaris Cross, aber Lexus schwört: „Wir haben jede Schraube angefasst.“ Und für die Verrückten gibt es 2026 sogar den LBX Morizo RR mit 300 PS (den GR Yaris Motor!). Aber wir bleiben heute vernünftig. Wir testen den Bestseller: Den 1.5 Vollhybrid. Ist der kleinste Lexus nur ein teurer Toyota oder der letzte wahre Premium-Kleinwagen?

Design: Der „böse“ Turnschuh

Der LBX sieht auch im dritten Modelljahr frisch aus. Er bricht mit dem alten riesigen „Diabolo“-Grill. Stattdessen trägt er den „Unified Spindle“-Look. Eine schmale Leiste verbindet die Scheinwerfer, darunter öffnet sich der Grill wie ein Trapez. Er steht breit und satt da. Kurze Überhänge, große 18-Zoll-Räder. In der Zweifarblackierung „Sonic Copper“ mit schwarzem Dach wirkt er hochwertig. Er ist nur 4,19 Meter lang. Das ist Polo-Klasse. Aber er hat die Präsenz eines Großen. Man wird an der Ampel nicht als „Kleinwagen“ ignoriert.

Innenraum: „Mini-LS“ oder Mogelpackung?

Ich steige ein. Und ich muss sagen: Wow. Vergessen Sie den Toyota Yaris Cross. Das hier ist eine andere Welt.

  • Materialien: Weiches Semi-Anilin-Leder, Alcantara (in der „Cool“-Version), unterschäumte Flächen bis in den Fußraum. Die Verarbeitung ist auf dem Niveau eines Lexus RX oder LS.
  • Sitze: Die Sitzposition ist tiefer als im Yaris Cross. Man sitzt im Auto, nicht auf dem Bock.
  • Stille: Lexus hat massiv Dämmmaterial verbaut. Die Türen fallen satt ins Schloss („Thunk!“). In der Stadt ist es himmlisch ruhig. Das Cockpit: Das 12,3-Zoll-Digitaltacho und der 9,8-Zoll-Touchscreen sind gut integriert. Es gibt echte Tasten für die Temperatur und die Lautstärke. Danke, Lexus! Der Haken: Der Platz hinten. Hinter mir (1,85 m) kann niemand sitzen. Allenfalls Kinder ohne Beine. Der LBX ist eigentlich ein 2+2 Sitzer. Der Kofferraum (332 Liter beim Frontantrieb, knapp 280 Liter beim AWD) reicht für den Wocheneinkauf, aber nicht für den Urlaub mit Kinderwagen.

Fahrbericht: Der Stadt-König (mit Autobahn-Schwäche)

Ich drücke den Startknopf. Der 1.5 Liter Dreizylinder (bekannt aus dem Yaris) erwacht kurz, geht dann aus. Der LBX fährt elektrisch an. Das Hybridsystem leistet 100 kW (136 PS). Dank einer bipolaren Nickel-Metallhydrid-Batterie (High-Tech!) reagiert der E-Motor extrem zackig. In der Stadt: Ein Traum. Er wieselt durch den Verkehr, der Wendekreis ist winzig (10,4 m). Er federt komfortabel, aber straff genug, um Spaß zu machen. Lexus nennt es „Lexus Driving Signature“. Er nickt und wankt nicht wie ein billiges SUV. Auf der Autobahn: Hier kommt die Physik. Bis 130 km/h ist er erstaunlich leise (Active Noise Control). Aber beim Überholen muss der kleine Dreizylinder schreien. Das CVT-Getriebe hält die Drehzahl hoch. Vmax ist bei 170 km/h abgeregelt. Der LBX ist kein Langstrecken-Bomber. Er ist ein Luxus-Shuttle für den Speckgürtel.

Die Sensation 2026: Der Morizo RR Nur kurz erwähnt: Es gibt jetzt den LBX Morizo RR. Der hat den 1.6 Turbo aus dem GR Yaris mit 305 PS, Allrad und 8-Gang-Automatik (oder Handschalter!). Das ist ein völlig anderes Auto – ein kleiner Godzilla. Kostet aber über 60.000 €.

Verbrauch (Hybrid): Das ist der Kaufgrund.

  • Stadt: 3,8 – 4,2 Liter/100km.
  • Autobahn (130 km/h): 5,5 – 6,0 Liter/100km.
  • Test-Schnitt: 4,8 Liter/100km. Ohne Stecker. Ohne Ladesäulen-Stress. Einfach fahren und sparen.

Technische Daten & Realitäts-Check

Datenpunkt
Lexus LBX „Cool“ E-Four (2026)
Alex Wind Kommentar
Systemleistung
100 kW (136 PS) / 185 Nm
Spritzig bis 80 km/h, zäh ab 120 km/h.
0-100 km/h
9,6 Sekunden
Fühlt sich schneller an (E-Punch).
Antrieb
E-Four (AWD)
Kleiner E-Motor hinten für Traktion.
Verbrauch
4,8 l/100km
Toyota-Hybrid-Magie.
Länge
4.190 mm
Parkplatz-Garantie.
Kofferraum
ca. 284 Liter (AWD)
Ziemlich mickrig.
Verarbeitung
Note 1
In dieser Klasse konkurrenzlos.
Preis (Basis)
ca. 34.500 €
Teurer als Yaris Cross.
Preis (Testwagen)
ca. 46.000 €
Volle Hütte.

Pro & Contra

  • Qualität: Materialien und Haptik sind Oberklasse-Niveau.
  • Effizienz: Unter 5 Liter Verbrauch sind spielend möglich.
  • Komfort: Extrem leise und geschmeidig in der Stadt.
  • Mark Levinson Audio: In einem Kleinwagen so einen Sound (13 Speaker) zu haben, ist Luxus pur.
  • Platz hinten: Eigentlich unbenutzbar für Erwachsene.
  • Kofferraum: Beim AWD sehr klein. Nehmen Sie lieber den FWD (Frontantrieb).
  • Motor-Sound: Unter Volllast kerniger Dreizylinder-Klang (nicht jedermanns Sache).
  • Preis: Fast 50.000 Euro für einen Kleinwagen sind eine Ansage.

Konkurrenz-Check (Die Sterbenden)

  • Audi Q2: Gibt es 2026 nur noch als Restposten/Gebrauchten. War innen billiger verarbeitet.
  • Mini Aceman: Der neue Gegner. Rein elektrisch. Cooler, aber weniger „seriös-luxuriös“.
  • Volvo EX30: Viel schneller (elektrisch), aber Bedienung ist eine Katastrophe (alles im Touchscreen). Der Lexus hat Knöpfe!
  • DS 3: Der französische Versuch. Schickes Leder, aber technisch nicht so ausgereift wie der Lexus-Hybrid.

Fazit: Alex Wind meint…

Der Lexus LBX (2026) ist das perfekte Auto für „Downsizer“. Für das wohlhabende Ehepaar, dessen Kinder aus dem Haus sind. Die früher RX oder E-Klasse gefahren sind, aber jetzt etwas Kleines für die Stadt wollen – ohne auf Leder, Mark Levinson Sound und Stille zu verzichten. Er ist kein Familienauto. Er ist ein Egoist. Aber ein verdammt guter. Meine Empfehlung: Verzichten Sie auf den Allrad (E-Four). Er kostet Kofferraum und bringt im Flachland wenig. Nehmen Sie den Fronttriebler in der Ausstattung „Relax“ oder „Cool“. Und wenn Sie wirklich Benzin im Blut haben: Suchen Sie den Morizo RR. Das ist der künftige Klassiker.

FAQ

1. Ist er nur ein teurer Yaris Cross? Technisch ja (Plattform GA-B). Aber Lexus hat den Radstand verlängert, die Spur verbreitert, ein Ausgleichswellen-Modul in den Motor gebaut (gegen Vibrationen) und tonnenweise Dämmung installiert. Er fährt sich völlig anders.

2. Was ist der Unterschied zwischen den „Atmospheres“? Lexus hat keine klassischen Ausstattungen mehr.

  • Emotion/Cool: Sportlich, Zweifarblackierung, Alcantara.
  • Elegant/Relax: Klassisch, einfarbig, Semi-Anilin-Leder. Technisch sind sie identisch, es ist reine Geschmackssache.

3. Wie ist die Garantie? Lexus bietet (bei jährlichem Service) bis zu 15 Jahre Garantie (Lexus Relax). Das ist auch 2026 noch ungeschlagen.

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    Author: Alex Wind
    Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.