Mitsubishi Space Star (2026): 1.2 CVT Test, TCO und das analoge Museum

Mitsubishi Space Star (2026): 1.2 CVT Test, TCO und das analoge Museum
Foto: Mitsubishi

In einer automobilen Gegenwart, in der selbst Basis-Kleinwagen oftmals die 25.000-Euro-Marke durchbrechen und Kunden mit hochkomplexen, fehleranfälligen Touchscreens überfrachten, wirkt der Mitsubishi Space Star wie ein verirrter Zeitreisender. Er wurde 2012 auf den Markt gebracht – das sind in Entwicklungszyklen der Autoindustrie umgerechnet etwa hundert Jahre!

Er hat gefühlt zwei Dutzend Facelifts hinter sich. Er ist technologisch restlos veraltet, akustisch unverschämt laut und im Fond extrem klein. Aber dieser Japaner (der global als „Mirage“ firmiert) besitzt eine einzige, unschlagbare Waffe, die im Modelljahr 2026 jegliche Kritik verstummen lässt: das Preisschild.

Während der neue Markenbruder Mitsubishi Colt (ein umgelabelter Renault Clio) deutlich teurer und komplexer positioniert ist, hält der Space Star eisern die Stellung als der günstigste, ernstzunehmende Neuwagen Deutschlands. Ist er rollender Elektroschrott aus vergangenen Tagen oder der unwiderruflich letzte ehrliche Held für Menschen, die einfach nur trocken und mit Garantie von A nach B wollen? Wir haben die automobile Zeitkapsel intensiv getestet.

Technische Daten & Spezifikationen

DatenpunktMitsubishi Space Star 1.2 (Modelljahr 2026)
Motor & Antrieb1.2L R3-Saugmotor (3A92), Frontantrieb (FWD)
Leistung / Drehmoment71 PS (52 kW) / 102 Nm (Minimalismus pur)
GetriebeStufenloses CVT (Jatco INVECS-III)
FahrwerkMacPherson vorn / Verbundlenkerachse hinten
LichttechnikHalogen (Serie) / Bi-LED (Nur Top-Ausstattung)
0-100 km/h / Vmax15,8 s (Handschalter: 14,1 s) / 163 km/h
Testverbrauch (Mix)ca. 4,5 – 5,5 l/100 km (E10-tauglich!)
Länge / Breite (m. Spiegel)3.845 mm / ca. 1.950 mm (Baustellen-König!)
Listenpreis (Real DE)ab ca. 13.500 € (Testwagen CVT „Top“: 17.900 €)
Mitsubishi Space Star - Bild 1
Foto: Mitsubishi

Unterhalt, Dienstwagensteuer und der Last-Call-Tipp (TCO)

In der Total Cost of Ownership (TCO) ist dieser Kleinwagen ein zweischneidiges Schwert. Flottenmanager winken ab: Als reiner, profaner Verbrenner ohne jedes Mild-Hybrid-Feigenblatt fällt der Space Star in die unerbittliche 1,0%-Dienstwagenversteuerung.

Der TCO-Segen für Privatkäufer: Für Barzahler und Pflegedienste ist dieses Auto ein finanzielles Wunderwerk! Sie erhalten einen echten Neuwagen inklusive 5 Jahren Herstellergarantie zum Preis eines ausgelutschten, acht Jahre alten VW Golf. Das unkalkulierbare Reparaturrisiko geht gegen null. Die Versicherungsklassen sind lachhaft gering. Die Warnung der Marktrealität: Das Jahr 2026 markiert den definitiven „Last Call“ für dieses Fahrzeug in Europa. Die strengen EU-Vorschriften für Cybersicherheit (GSR2) und Abgasnormen machen eine weitere Anpassung dieser veralteten Plattform unrentabel. Wer diese uralte Zuverlässigkeit sucht, muss jetzt zuschlagen, bevor die Baureihe endgültig beerdigt wird.

Design, Abmessungen & die absolute Baustellen-Freiheit

Das Design ist ein kurioser Mix aus Epochen. Das letzte große Facelift drückte dem Space Star den massiven „Dynamic Shield“-Kühlergrill mit breiten Chromspangen aufs Gesicht. Von vorn wirkt er grimmig und fast modern. Doch spätestens in der Seitenansicht offenbaren die hohen Fensterlinien, die winzigen 14- oder 15-Zoll-Räder und der extrem schmale Aufbau die 90er-Jahre-Proportionen. Er wirkt, als könne man ihn umkippen, wenn man sich zu stark anlehnt. (Achtung: Die Basisversion wird mit trüben Halogen-Funzeln ausgeliefert; investieren Sie nachts zuliebe zwingend in die LED-Option!).

Auf der deutschen Autobahn ernten Sie pure Entspannung: Mit voll ausgeklappten Außenspiegeln misst der Japaner winzige 1.950 Millimeter. Das juristische und physikalische Urteil: Ultimativer Baustellen-Sieg! Die Nutzung der auf oftmals 2,1 Meter limitierten linken Überholspur in Autobahnbaustellen ist nicht nur legal, sie ist ein Spaziergang. Sie zirkeln mit gigantischen 15 Zentimetern Toleranz durch jede Verengung.

Mitsubishi Space Star - Bild 2
Foto: Mitsubishi

Innenraum: Haptik-Glück, Plastik-Museum und der Zündschlüssel

Wir ziehen an den klassischen Türgriffen, steigen ein und atmen… den Geruch von frischem Klebstoff und solidem Hartplastik.

Der ergonomische Triumph: Was Tech-Nerds als „Plastik-Museum“ verspotten, ist in Wahrheit der Heilige Gral der Verkehrssicherheit! Keine versteckten Untermenüs, keine Touch-Slider, kein „Hey Mitsubishi“. Die Klimaanlage besitzt gigantische, satt einrastende physische Drehregler! Um den Motor zu starten, stecken Sie in der Basisversion einen echten Metallschlüssel in ein Schloss und drehen ihn! (Nur die Top-Version besitzt einen links platzierten Startknopf). Das nachgerüstet wirkende Infotainment-System (SDA) bietet kabelgebundenes Apple CarPlay und Android Auto – das reicht völlig aus. Es ist ehrlich, logisch und unzerstörbar.

Das Komfort-Problem: Die Vordersitze sind weich und völlig konturlos („Gartenstuhl-Feeling“). Im Fond ist das Raumangebot für Erwachsene eine absolute Strafe; die Beinfreiheit tendiert gegen null. Der Kofferraum fasst klaustrophobische 235 Liter (drei volle Einkaufstüten) und erfordert das Wuchten über eine altmodisch hohe Ladekante.

Antrieb und Fahrdynamik: CVT-Geheul und die Autobahn-Angst

Wir drehen den Schlüssel. Der kleine 1.2-Liter-Dreizylinder-Saugmotor (3A92) erwacht spürbar. Er vibriert im Leerlauf, und da Dämmmaterial konsequent als unnötiger Luxus eingespart wurde, ist er stets präsent. (Das Triebwerk verträgt übrigens klaglos den günstigen E10-Kraftstoff).

Szenario Stadt (Der König): Hier gehört der kleine Krieger hin! Mit seinem extrem geringen Leergewicht von rund 900 Kilogramm wirken die bescheidenen 71 PS bis Tempo 50 wunderbar spritzig. Der Wendekreis ist mit 9,2 Metern absurd klein; man wendet faktisch auf dem Bierdeckel. Unser Testwagen verfügt über die stufenlose CVT-Automatik (Jatco INVECS-III). Sie sorgt im städtischen Stop-and-Go für ruckfreies Mitschwimmen. Das einfache Fahrwerk (Starrachse hinten) ist weich, neigt sich in Kurven stark, schluckt urbane Schlaglöcher aber bravourös.

Szenario Autobahn (Die Tortur): Auffahrt A9. Kickdown. Der Motor brüllt panisch auf. Die Drehzahl schnalzt auf 5.000 U/min und bleibt dank des CVT-Getriebes („Gummiband-Effekt“) ohrenbetäubend heulend dort stehen, während die Tachonadel in quälender Zeitlupe klettert. 15,8 Sekunden auf Tempo 100! Ab 130 km/h wird es wild: Die Lenkung ist um die Mittellage teigig, der Seitenwind drückt massiv gegen die 900-Kilo-Karosserie, und das NVH-Niveau zwingt die Insassen zum Schreien. Die Höchstgeschwindigkeit von 163 km/h auszutesten, erfordert Todesverachtung.

Mitsubishi Space Star - Bild 3
Foto: Mitsubishi

Konkurrenz-Check

Das Segment der „Unter-15.000-Euro-Klasse“ im DACH-Duell:

FeatureMitsubishi Space Star 1.2Dacia Sandero (SCe 65)Hyundai i10 (1.0)
Motor1.2L R3-Sauger (71 PS)1.0L R3-Sauger (65 PS)1.0L R3-Sauger (67 PS)
GetriebeCVT (Oder 5-Gang-MT)5-Gang-Manuell5-Gang-Manuell (Oder ASG)
Gewichtca. 900 kg (Federleicht)ca. 1.050 kgca. 970 kg
ErgonomieTop (Volle Analog-Tasten)Gut (Klassisch)Sehr Gut
FahrgefühlAntik / LautErwachsen (Golf-Klasse!)Solide / Hochwertig
Preis (Real)ab ca. 13.500 €ab ca. 11.500 €ab ca. 16.000 €

Analyse: Rational betrachtet ist der Dacia Sandero der absolute Endgegner und das objektiv massiv überlegene Auto! Er kostet ähnlich wenig, baut aber auf der modernen Clio-Plattform auf, bietet Platz für vier Erwachsene, fährt sich wesentlich erwachsener und ist sicherer. Der Hyundai i10 ist der unangefochtene Qualitäts-Primus bei den Kleinstwagen, wirkt innen extrem hochwertig, kostet aber spürbar mehr. Der Mitsubishi Space Star gewinnt dieses Duell ausschließlich über seine 5-Jahres-Garantie, die optionale Wandler-Alternative (CVT) für die Stadt und seine grenzenlose, fehlerfreie Simplizität.

Mitsubishi Space Star - Bild 4
Foto: Mitsubishi

Pro & Contra

  • ✅ 5-Jahre-Garantie: Das stärkste Kaufargument! Echte Neuwagen-Sicherheit zum Preis eines abgenutzten Gebrauchtwagens.
  • ✅ Ergonomie-Triumph: Gigantische physische Drehregler, analoge Uhren und ein echter Zündschlüssel garantieren blinde Bedienung.
  • ✅ Wirtschaftlichkeit: Niedrige Versicherungsprämien und reale 5 Liter Verbrauch machen ihn zum Liebling der Haushaltskasse.
  • ✅ Baustellen-Sieg: Mit winzigen 1,95 Metern Außenbreite (inkl. Spiegel) ist die linke Autobahn-Spur absolut legal und stressfrei nutzbar.
  • ❌ Fahrdynamik (Autobahn): Schwammiges Fahrwerk, extreme Seitenwindempfindlichkeit und ohrenbetäubender Lärm ab 120 km/h.
  • ❌ CVT-Gummiband-Effekt: Die stufenlose Jatco-Automatik zwingt den lauten Dreizylinder unter Last in nervtötende Dauerdrehzahlen.
  • ❌ Sicherheits-Niveau: Die grundlegende Crash-Struktur ist über zehn Jahre alt, moderne aktive Lenk-Assistenten fehlen völlig.
  • ❌ 1,0%-TCO-Falle: Als reiner, alter Saug-Verbrenner greift für Dienstwagenfahrer gnadenlos die teuerste Steuerklasse.

Alex Wind meint:

Der Mitsubishi Space Star (2026) ist objektiv betrachtet, nach den strengen Standards der heutigen Automobilindustrie, schlichtweg kein gutes Auto mehr. Er ist veraltet, er ist bei Lastwechseln laut wie ein Rasenmäher, und seine Dämpfer haben die Präzision eines Wasserbetts.

Aber: Dieser Wagen hat eine unerschütterliche Daseinsberechtigung! Er ist gebaut für den Pizzaboten. Für den städtischen Pflegedienst. Für die Rentnerin, die nur 2.000 Kilometer im Jahr unfallfrei zum Supermarkt pendeln möchte. Wem Image, Rundenzeiten und „Soft-Touch-Materialien“ völlig egal sind, der kauft hier für extrem kleines Geld absolute mechanische Ruhe. Was nicht verbaut ist (wie adaptive Luftfederungen oder komplexe Touch-Units), kann auch nicht nach Ablauf der Garantie für 3.000 Euro kaputtgehen!

Mein eiserner Rat an Sie: Ignorieren Sie zwingend die heulende CVT-Automatik und die völlig überteuerten Top-Ausstattungen für 18.000 Euro! Greifen Sie exakt jetzt beim „Last Call“ zur absoluten Basis-Version mit der knackigeren 5-Gang-Handschaltung (sie rettet immerhin zwei Sekunden beim Sprint auf 100 km/h). Sie erhalten ein anspruchsloses, wendiges Werkzeug, das Sie dank der fünfjährigen Garantie bis in das Jahr 2031 vor jeglichen Werkstatt-Albträumen bewahrt.

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