Smart besinnt sich auf seine Ursprünge. Mit dem für 2027 angekündigten Smart #2 soll sich das Joint Venture von Mercedes-Benz und Geely erneut präzise auf das Segment fokussieren, das die Identität der Marke einst prägte: den konsequent kompakten, urbanen Zweisitzer. Nachdem die Modelle #1 und #3 das Portfolio in Richtung Kompakt-SUV erweitert haben, soll der #2 die unmittelbare Reaktion auf die Nachfrage nach einem authentischen Nachfolger für den ikonischen fortwo darstellen. Die von Smart kommunizierte Botschaft ist klar und ambitioniert: Ein angestrebter Einstiegspreis von unter 22.500 Euro, kombiniert mit einer geplanten WLTP-Reichweite von rund 300 Kilometern, soll neue Maßstäbe setzen.
Diese bemerkenswerte Kombination aus attraktivem Preis und alltagstauglicher Reichweite, die den letzten Smart EQ fortwo (mit einem Preis von circa 21.940 Euro und einer WLTP-Reichweite von lediglich 135 Kilometern) deutlich übertreffen würde, soll durch einen fundamentalen technologischen Wandel realisiert werden. Anstelle der bisher verwendeten NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Cobalt) soll der Smart #2 auf eine kostengünstigere und zugleich robustere LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit einer geplanten Kapazität von rund 35,7 kWh setzen. Dieser strategische Wechsel in der Batterietechnologie birgt weitreichende Implikationen, die nicht allein den Anschaffungspreis betreffen, sondern ebenso die erwartete Langlebigkeit des Fahrzeugs sowie dessen Leistungsfähigkeit unter variierenden klimatischen Bedingungen maßgeblich beeinflussen.
Obwohl die bislang kommunizierten Eckdaten auf den ersten Blick äußerst vielversprechend erscheinen, offenbaren sich bei einer detaillierteren Betrachtung einige kritische Aspekte, die für potenzielle Käufer von erheblicher Bedeutung sein dürften. Besonders die anhaltenden Spekulationen bezüglich eines drastisch reduzierten Kofferraumvolumens sowie das erwartete, unweigerlich steigende Leergewicht werfen ernsthafte Fragen hinsichtlich der uneingeschränkten Alltagstauglichkeit dieses neuen urbanen Mobilitätskonzepts auf. Die konzeptionelle Rückbesinnung auf die ursprüngliche Fahrzeuglänge von rund 2,70 Metern ist zwar aus Markensicht nachvollziehbar und strategisch sinnvoll, jedoch könnten die damit verbundenen technischen Kompromisse die praktische Nutzbarkeit des Fahrzeugs im täglichen Einsatz spürbar beeinträchtigen.
Technische Grundlage: ECA-Plattform und die LFP-Batterie
Als technische Grundlage für den Smart #2 dient die moderne Electric Compact Architecture (ECA), eine von Geely entwickelte Plattform, die speziell für die Anforderungen kleinerer Elektrofahrzeuge konzipiert wurde. Diese Architektur verspricht nicht nur eine hohe Packaging-Effizienz, welche die optimale Raumausnutzung im Fahrzeuginneren ermöglicht, sondern auch eine flexible Basis für verschiedene Karosserievarianten. Das zentrale Element des Antriebsstrangs ist jedoch die geplante Batterie. Der strategische Übergang von der NMC- zur LFP-Zellchemie erweist sich als entscheidender Faktor für die angestrebte wettbewerbsfähige Preisgestaltung. Indem auf die Verwendung teurer und mitunter ethisch umstrittener Rohstoffe wie Kobalt und Nickel verzichtet wird, lassen sich die Herstellungskosten der Batterie erheblich reduzieren. Für die Endverbraucher resultieren daraus konkrete Vorteile, die weit über den reinen Anschaffungspreis hinausreichen.
Die Umstellung auf LFP-Batterien bringt eine Reihe von signifikanten Vorteilen mit sich, die sowohl die Sicherheit als auch die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs betreffen:
- Erhöhte thermische Stabilität: LFP-Akkus gelten als weniger anfällig für einen sogenannten Thermal Runaway, also eine unkontrollierbare Überhitzung, was die Sicherheit im Betrieb maßgeblich verbessert.
- Deutlich höhere Zyklenfestigkeit: Während NMC-Akkus in der Regel für 1.000 bis 2.000 volle Ladezyklen konzipiert sind, erreichen LFP-Zellen mühelos 3.000 bis über 5.000 Zyklen. Dies verspricht eine erheblich längere Lebensdauer für das teuerste Einzelbauteil eines Elektrofahrzeugs.
- Robustheit beim Laden auf 100 Prozent: Im Gegensatz zu NMC-Akkus, bei denen zur Schonung der Batterie im Alltag oft ein Ladefenster von 20 bis 80 Prozent empfohlen wird, können LFP-Akkus regelmäßig und ohne nennenswerte negative Auswirkungen auf volle 100 Prozent geladen werden. Dies ermöglicht es den Nutzern, die volle angegebene Reichweite im täglichen Gebrauch stets optimal auszuschöpfen, ohne sich Gedanken über eine vorzeitige Degradation machen zu müssen.
Dennoch weisen LFP-Batterien auch spezifische Nachteile auf, die insbesondere für Märkte mit kühleren Klimazonen, wie Deutschland, von Bedeutung sind. Ihre geringere Energiedichte und eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber niedrigen Temperaturen können unter 0° Celsius sowohl die Leistungsabgabe als auch die Ladeleistung spürbar beeinträchtigen, was unweigerlich zu einer Verringerung der Winterreichweite führt. Um diesen Effekt zu minimieren und die Alltagstauglichkeit auch bei Kälte zu gewährleisten, wird Smart eine hochentwickelte Batterievorkonditionierung implementieren müssen. Diese Technologie sorgt dafür, dass die Batterie vor dem Ladevorgang oder während der Fahrt auf eine optimale Betriebstemperatur gebracht wird, um die Effizienz und Leistung aufrechtzuerhalten. Die von Smart in Aussicht gestellte Ladezeit, die einen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in unter 20 Minuten ermöglichen soll, ist für ein Fahrzeug dieser Klasse bemerkenswert. Rechnerisch bedeutet dies eine durchschnittliche Ladeleistung von rund 75 kW an einem geeigneten DC-Schnelllader – ein Wert, der im Segment der urbanen Elektrofahrzeuge als wettbewerbsfähig gilt.
| Merkmal | Smart #2 (geplant für 2027, vorläufige Ziele) | Smart EQ fortwo (453, bis 2023) |
|---|---|---|
| Preis (Basis) | Zielpreis < 22.500 Euro | ca. 21.940 Euro |
| Plattform | ECA (Electric Compact Architecture) | Edison-Plattform (Koop. Renault) |
| Batteriekapazität (brutto) | ca. 35,7 kWh | 17,6 kWh |
| Batterie-Chemie | LFP (Lithium-Eisenphosphat) | NMC (Nickel-Mangan-Cobalt) |
| Reichweite (WLTP) | ca. 300 km (WLTP-Ziel) | 135 km |
| Ladeleistung (AC) | k.A. (erwartet 11 kW) | 4,6 kW (optional 22 kW) |
| Ladeleistung (DC) | ca. 75 kW (errechnet) | Nicht verfügbar |
| Ladezeit 10-80% (DC) | < 20 Minuten (Zielwert) | – |
| Länge | ca. 2,70 m | 2,69 m |
| Radstand | ca. 1,875 m | 1,873 m |
| Leergewicht (ca.) | > 1.200 kg (geschätzt) | 1.095 kg |
| Kofferraumvolumen | 80 Liter (spekulativ, kritisch) | 260 – 350 Liter |
| Motorleistung | k.A. | 60 kW (82 PS) |
Abmessungen, Gewicht und die entscheidende Frage des Kofferraumvolumens
Mit einer kolportierten Länge von rund 2,70 Metern und einem Radstand von circa 1,875 Metern soll der Smart #2 die kompakten Dimensionen bewahren, die den ursprünglichen fortwo so einzigartig machten. Diese außergewöhnliche Kompaktheit stellt den Markenkern und ein unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal im dicht besiedelten urbanen Umfeld dar. Allerdings verlangt die Integration einer nahezu doppelt so großen Batterie ihren Preis. Das Leergewicht, das beim direkten Vorgänger bei knapp 1.100 Kilogramm lag, wird voraussichtlich auf über 1.200 Kilogramm ansteigen. Diese Gewichtszunahme könnte die sprichwörtliche Agilität und das dynamische Fahrgefühl des Zweisitzers, das viele Smart-Fahrer schätzen, merklich beeinflussen. Ein höheres Fahrzeuggewicht führt nicht nur zu einem gesteigerten Energieverbrauch, sondern impliziert auch eine erhöhte Beanspruchung der Fahrwerkskomponenten sowie der Bremsanlage, was sich langfristig auf Wartung und Verschleiß auswirken kann.
Die wohl größte Besorgnis und der potenziell gravierendste funktionale Mangel konzentrieren sich jedoch auf das Kofferraumvolumen. Während der letzte fortwo mit einem Ladevolumen von 260 bis 350 Litern einen für seine Fahrzeugklasse erstaunlich alltagstauglichen Stauraum bot, der problemlos für zwei Getränkekisten oder den durchschnittlichen Wocheneinkauf ausreichte, kursieren für den Smart #2 derzeit alarmierende Spekulationen. Verschiedene Quellen berichten von einem Volumen von lediglich 80 Litern. Sollte sich dieser Wert bestätigen, würde dies eine massive funktionale Einschränkung darstellen, die die Praktikabilität des Fahrzeugs erheblich mindert. Die Ursache für diese drastische Reduzierung könnte in der optimierten Anordnung der Antriebskomponenten liegen. Es wird vermutet, dass der Inverter, welcher den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom für den Heckmotor umwandelt, aus raumökonomischen Gründen direkt über dem Motor positioniert werden muss – exakt an jener Stelle, wo sich zuvor der tiefere Bereich des Kofferraums befand. Ein Kofferraum von nur 80 Litern wäre in seiner Kapazität kaum mehr als ein erweitertes Handschuhfach und würde die Eignung des Fahrzeugs als primären Erstwagen für einen Single-Haushalt oder als vielseitigen Begleiter im urbanen Alltag stark infrage stellen. Diese erhebliche Unsicherheit stellt einen zentralen Aspekt dar, den Smart vor der offiziellen Markteinführung unbedingt transparent kommunizieren und klären sollte.
Sicherheitskonzept: Die Tridion-Zelle und NVH-Optimierung
Ein fundamentaler Bestandteil der Smart-Identität und ein Garant für die passive Sicherheit ist seit jeher die Tridion-Sicherheitszelle. Auch der Smart #2 soll auf eine weiterentwickelte Ausführung dieser hochfesten Fahrgastzelle vertrauen, die im Falle eines Aufpralls einen maximalen Schutz für die Insassen gewährleisten soll. Smart unterstreicht, dass das Fahrzeug ein umfassendes globales Testprogramm durchläuft, dessen Standards weit über die gesetzlich vorgeschriebenen regulatorischen Anforderungen hinausgehen. Ein weiterer Schwerpunkt in der Entwicklung liegt auf der konsequenten Minimierung von Geräuschen, Vibrationen und Rauheit (NVH – Noise, Vibration, Harshness). Dies ist entscheidend, um trotz der kompakten Abmessungen ein Fahrgefühl zu realisieren, das dem eines größeren Fahrzeugs in puncto Komfort und Laufruhe ebenbürtig ist. Die synergetische Kombination aus der extrem steifen Tridion-Zelle und der tief im Fahrzeugboden integrierten, schweren Batterie führt voraussichtlich zu einem außergewöhnlich niedrigen Schwerpunkt. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Fahrstabilität, die Kurvenlage und den Überschlagschutz aus. Die transparente Kommunikation eines detaillierten Produktionsplans seitens Smart steht im erfreulichen Kontrast zu den jüngsten Unsicherheiten, die bei einigen anderen Herstellern zu beobachten waren; so gab es beispielsweise wiederholt Gerüchte über Produktionsstopps bei etablierten Modellen der Konkurrenz.
Interieur-Konzept: Digitaler Minimalismus und seine Herausforderungen
Das Interieur des Smart #2 wird voraussichtlich dem aktuellen Designtrend folgen, der von einem radikalen Minimalismus geprägt ist und von einem großen, zentral positionierten Touchscreen dominiert wird. Obwohl dieses Konzept zweifellos eine aufgeräumte und moderne Ästhetik vermittelt, birgt es gleichzeitig bekannte ergonomische Herausforderungen, die die Bedienung im Alltag beeinträchtigen können:
- Ablenkung durch Menüführung: Die Verlagerung essenzieller Funktionen wie Klimasteuerung, Sitzheizung oder sogar der Spiegelverstellung in tiefere Untermenüs eines Touchscreens erfordert eine visuelle Konzentration, die vom Verkehrsgeschehen ablenken kann.
- Fehlende haptische Rückmeldung: Physische Tasten bieten eine intuitive Bedienung ohne Blickkontakt. Der Verzicht darauf bedeutet, dass der Fahrer zur Kontrolle der Eingabe auf den Bildschirm schauen muss, was die Sicherheit mindert.
- Eingeschränkte Bediensicherheit: Insbesondere in einem agilen Stadtauto, das schnelle Reaktionen und eine hohe Aufmerksamkeit erfordert, stellt der Verzicht auf physische Tasten für Kernfunktionen einen potenziellen Rückschritt in der Bediensicherheit dar.
Es bleibt abzuwarten, ob Smart hier eine durchdachte Lösung implementiert, beispielsweise in Form einer Leiste mit den wichtigsten Direktwahltasten oder einer exzellent funktionierenden Sprachsteuerung, die eine intuitive Interaktion ermöglicht. Die Auswahl der Materialien wird zudem entscheidend dafür sein, ob der Innenraum trotz des angestrebten günstigen Preises einen hochwertigen und ansprechenden Eindruck hinterlässt oder ob die Sparmaßnahmen zu offensichtlich werden. Das Segment der kompakten, aber dennoch qualitativ anspruchsvollen Fahrzeuge wird in den kommenden Jahren ohnehin intensiver umkämpft sein, wie ein Blick auf den geplanten Nächster Audi Q3 (2027?) verdeutlicht, auch wenn dieser in einer völlig anderen Fahrzeugklasse positioniert ist.
Preisstrategie und die exklusive Kostenanalyse
Der angestrebte Basispreis von unter 22.500 Euro positioniert den Smart #2 äußerst wettbewerbsfähig im dynamisch wachsenden Segment der elektrischen Kleinstwagen. Er liegt zwar nur geringfügig über dem erwarteten Preis des kommenden elektrischen Renault Twingo Legend (der voraussichtlich unter 20.000 Euro kosten wird, jedoch mit einer geringeren Reichweite), bietet aber im Gegenzug eine voraussichtlich deutlich höhere WLTP-Reichweite und die wichtige DC-Schnellladefähigkeit. Im direkten Vergleich zum aktuellen Dacia Spring, der zwar preiswerter ist, jedoch hinsichtlich Leistung, Reichweite und Ladeperformance in einem anderen Segment angesiedelt ist, präsentiert sich der Smart #2 als ein wesentlich umfassenderes und leistungsfähigeres Gesamtpaket. Die Wettbewerber sind jedoch ebenfalls aktiv: Für die Zukunft ist beispielsweise ein Dacia Hipster 2027 im Gespräch, der das Preisgefüge weiter beeinflussen könnte. Auch der kommende Dacia Spring 2027 wird technologisch signifikante Fortschritte machen.
Ein Aspekt, der in der Betrachtung durch die Wettbewerber bisher oft unterschätzt wird, sind die laufenden Betriebskosten, insbesondere die Versicherungsprämien. An dieser Stelle kann hh-autos.com eine exklusive Einschätzung abgeben: Der direkte Vorgänger, der Smart EQ fortwo der Baureihe 453, zeichnete sich durch eine äußerst günstige Einstufung in den Typklassen aus, konkret mit 12 (Haftpflicht), 11 (Teilkasko) und 11 (Vollkasko). Diese Werte repräsentieren das unterste Ende der Skala und sind ein Indikator für geringe Risikoeinschätzung. Da reine Elektroautos vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) grundsätzlich vorteilhaft bewertet werden und der Smart #2 als klassisches Stadtauto mit einer erwartbar geringen Jahresfahrleistung konzipiert ist, erscheint eine vergleichbar niedrige Einstufung als sehr wahrscheinlich. Diese potenziell äußerst günstigen Versicherungskosten stellen ein gewichtiges Argument dar, das die Gesamtkostenrechnung (Total Cost of Ownership, TCO) für den Smart #2 erheblich optimiert und ihn somit für preisbewusste Privatkäufer sowie für Flottenbetreiber noch attraktiver gestaltet.
Marktpositionierung: Rückbesinnung auf die urbane Kernkompetenz
Mit der geplanten Einführung des #2 vollzieht Smart eine strategisch bedeutsame Rückbesinnung auf seine ursprüngliche Kernkompetenz. Nachdem die Marke mit den Modellen #1 und #3 erfolgreich in das wettbewerbsintensive Segment der Kompakt-SUVs expandiert ist, präzisiert der neue Zweisitzer nun erneut das unverwechselbare Markenprofil. Die primäre Zielgruppe ist präzise umrissen: Sie umfasst urbane Pendler, junge Paare, Lieferdienste und Carsharing-Anbieter, für die Aspekte wie maximale Parkplatztauglichkeit und geringe Betriebskosten eine höhere Priorität besitzen als die Langstreckentauglichkeit oder ein maximales Ladevolumen. Der Smart #2 soll sich nicht als universelles Fahrzeug verstehen, sondern als hochspezialisierte Lösung, die optimal auf die Anforderungen der verdichteten Stadt zugeschnitten ist. Diese klare Fokussierung differenziert Smart von anderen Herstellern, die bei ihren Elektromodellen eher auf Performance und ein sportliches Image setzen, wie es beispielsweise ein Konzept wie der Toyota GR GT exemplarisch zeigt. Der Smart #2 repräsentiert das genaue Gegenteil: Er ist ein durchdachtes Werkzeug für die urbane Mobilität, das konsequent auf Effizienz und intelligente Raumnutzung optimiert wurde – unter der entscheidenden Voraussetzung, dass das Kofferraumvolumen nicht zu einem unüberwindbaren Hindernis in der Alltagstauglichkeit avanciert.
Alex Wind kommentiert:
Die Wiederbelebung des ursprünglichen fortwo-Gedankens ist aus meiner Sicht eine überaus positive Entwicklung. Der Smart #2 besitzt mit seinem angestrebten Preis von unter 22.500 Euro, der in Aussicht gestellten WLTP-Reichweite von 300 Kilometern und der integrierten Schnellladefähigkeit das Potenzial, das Segment der elektrischen Stadtautos maßgeblich neu zu gestalten. Der strategische Einsatz der LFP-Batterietechnologie ist eine kluge Entscheidung, die ein Gesamtpaket ermöglicht, das auf dem Papier überzeugt und den direkten Vorgänger in vielen Aspekten übertrifft. Die prognostizierten, äußerst niedrigen Versicherungskosten stellen zudem einen weiteren, gewichtigen Vorteil dar, der die Attraktivität des Fahrzeugs zusätzlich steigert.
Dennoch hängt die uneingeschränkte Alltagstauglichkeit des Smart #2 maßgeblich von einem einzigen, entscheidenden Faktor ab: dem Kofferraumvolumen. Sollten sich die kursierenden Gerüchte über ein Volumen von lediglich 80 Litern bewahrheiten, wäre dies aus meiner Sicht ein gravierender Konstruktionsmangel, der den praktischen Nutzen des Fahrzeugs erheblich einschränken und es für eine Vielzahl potenzieller Käufer unattraktiv machen würde. Ein Fahrzeug, das nicht einmal einen durchschnittlichen Wocheneinkauf aufnehmen kann, verfehlt seinen primären Zweck als urbaner Alltagsbegleiter. Smart ist hier dringend gefordert, vor der Markteinführung für transparente Aufklärung zu sorgen. Aus ergonomischer Perspektive betrachte ich den vorherrschenden Trend zum alleinigen Zentraldisplay mit erheblicher Skepsis. Die vollständige Verlagerung physischer Tasten für grundlegende Funktionen wie Klimatisierung und Lautstärkeregelung stellt nach wie vor ein potenzielles Sicherheitsrisiko dar und erweist sich im täglichen Gebrauch oft als Ärgernis. Der Smart #2 ist konzeptionell ein vielversprechendes Projekt, doch sein letztendlicher Erfolg oder Misserfolg wird sich an der Praxistauglichkeit und den durchdachten Details im Alltag messen lassen müssen.





