In Wolfsburg ist es kein Geheimnis: Der VW ID.5 tut sich schwer. Für das Modelljahr 2026 erhält das SUV-Coupé nun aber das volle Technik-Paket. Mit an Bord sind der kräftige APP550-Motor, die reaktionsschnelle Software 5.4 und endlich beleuchtete Touch-Slider. Bei einer exklusiven Ausfahrt mit einem seriennahen Prototyp auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessien konnte ich mir ein erstes Bild machen. Als ID.5 GTX mit 340 PS und Allradantrieb ist er jetzt das Auto, das er von Beginn an hätte sein müssen. Sein Problem: Im selben Showroom steht der modernere ID.7 Tourer. Mein Test verdeutlicht, warum der ID.5 zum Listenpreis von knapp 58.000 Euro rational kaum eine Chance hat, sich durch massive Rabatte aber zum echten Leasing-Geheimtipp entwickelt.
Technische Daten & Spezifikationen
| Kategorie | VW ID.5 GTX (Modelljahr 2026) |
| Motor & Antrieb | Dual-Motor (APP550 hinten), Allradantrieb (Dualmotor-AWD) |
| Leistung / Drehmoment | 340 PS (250 kW) / 545 Nm (Hinterachse) |
| Batteriekapazität (netto) | 77 kWh (Lithium-Ionen) |
| 0-100 km/h / Vmax | 5,4 s / 180 km/h |
| Reichweite (WLTP) | ca. 530 km |
| Max. Ladeleistung (DC) | 175 kW (ca. 28 Min. von 10 auf 80 %) |
| Fahrzeuglänge / -breite | 4.599 mm / 1.852 mm (ohne Spiegel) |
| Kofferraumvolumen | 549 bis 1.561 Liter |
| Basispreis (Schätzung DE) | ab ca. 58.000 € (GTX) |
Marktlage & Kosten: Die Macht des Leasings
Wer den ID.5 GTX bar kauft oder finanziert, begeht einen Fehler. Sein Bruttolistenpreis von fast 58.000 Euro positioniert ihn direkt gegen den technologisch überlegenen ID.7. Die Nachfrage nach dem ID.5 ist schwach. Gleichzeitig werden Gerüchte über ein baldiges Produktionsende lauter. Die Händler stehen also unter massivem Verkaufsdruck.
Die Rettung für den ID.5 heißt Leasing. Volkswagen und die Händler drücken das SUV-Coupé mit extrem aggressiven Raten in den Markt. Wer gut verhandelt oder einen sofort verfügbaren Lagerwagen wählt, fährt den 340-PS-GTX zu Konditionen, für die man anderswo kaum einen vollausgestatteten Golf bekommt. Für Dienstwagenfahrer wird er dank der 0,25-Prozent-Versteuerung (er bleibt auch mit Optionen unter der 70.000-Euro-Grenze) zu einem finanziell hochattraktiven Paket.
Design, Abmessungen & Alltagstauglichkeit
Das Coupé-Heck macht den ID.5 optisch nach wie vor zum dynamischsten Modell der ursprünglichen ID-Familie. Während Kombis oft als bieder gelten, bedient der ID.5 die Lifestyle-Nische. Sein entscheidender Vorteil im Alltag gegenüber dem ID.7 ist seine Kompaktheit. Mit exakt 4,60 Metern Länge lässt sich der ID.5 spürbar entspannter durch enge Parkhäuser und Innenstädte zirkeln als der fast fünf Meter lange ID.7.
Die abfallende Dachlinie kostet im Fond erstaunlich wenig Kopffreiheit. Selbst Personen bis 1,85 Meter Körpergröße finden hier noch bequem Platz. Der Kofferraum ist mit 549 Litern absolut familientauglich und nur unwesentlich kleiner als im klassischen ID.4. Ein klares Manko bleibt die Sicht nach schräg hinten. Die breiten C-Säulen und die flache Heckscheibe schränken das Sichtfeld empfindlich ein. Die 360-Grad-Kamera ist daher eine Pflicht-Option.
Innenraum: Endlich Power, endlich Licht!
Zwei Jahre lang haben Kunden und Fachpresse im Dunkeln getippt – und geflucht. Zum Modelljahr 2026 liefert Volkswagen endlich die Lösung. Die Touch-Slider unter dem 12,9-Zoll-Display sind jetzt beleuchtet. Ein kleines Detail, aber eine enorme Verbesserung für den Bedienkomfort bei Nacht.
Der zweite große Fortschritt ist die Software 5.4. Die quälend langsamen Menüs und ständigen Gedenksekunden sind Geschichte. Das System reagiert verzögerungsfrei auf jede Eingabe. Dank frei belegbarer Schnellwahltasten am oberen Bildschirmrand ist die Menüstruktur zudem deutlich logischer aufgebaut. Die Materialien im GTX-Cockpit mit roten Ziernähten, Alcantara-Einsätzen und Soft-Touch-Oberflächen sind solide verarbeitet, erreichen aber nicht die wohnliche Lounge-Atmosphäre des ID.7.
Antrieb und Fahrdynamik: Der APP550 macht den Unterschied
Die entscheidende Verbesserung arbeitet an der Hinterachse. Der neue E-Motor mit der internen Kennung APP550 verleiht dem Auto eine völlig neue Souveränität. Wirkte der alte GTX mit 299 PS jenseits der 100 km/h oft angestrengt, hat der neue GTX mit 340 PS und gewaltigen 545 Nm Drehmoment an der Hinterachse richtig Biss. Er wuchtet seine 2,2 Tonnen Leergewicht in 5,4 Sekunden auf Tempo 100. Der Schub ist linear, druckvoll und wird vom Allradantrieb sauber auf die Straße gebracht.
Das Fahrwerk, insbesondere mit der optionalen Adaptivdämpfung DCC, meistert einen beeindruckenden Spagat. Es federt spürbar verbindlicher als ein Tesla Model Y, lässt sich auf der Landstraße aber überraschend agil und präzise durch Kurven steuern.
Laden und Reichweite: Gefangen in der 400-Volt-Welt
Die Batteriekapazität bleibt bei 77 kWh netto. Dank der höheren Effizienz des neuen Motors steigt die WLTP-Reichweite auf praxistaugliche 530 Kilometer. Im realen Autobahnbetrieb bei Richtgeschwindigkeit pendelt sich der Verbrauch um 20 kWh/100 km ein, was sichere Etappen von rund 350 Kilometern ermöglicht.
An der Ladesäule wird das Alter der MEB-Plattform sichtbar. Die maximale DC-Ladeleistung ist auf 175 kW begrenzt. Das ist ein solider Wert, aber im Jahr 2026 kein Spitzenwert mehr. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert unter optimalen Bedingungen knapp 28 Minuten.
Ein entscheidendes Update hat jedoch das Thermomanagement erhalten. Die Software 5.4 konditioniert den Akku nun zuverlässig vor, sobald ein Schnelllader im Navigationssystem als Ziel hinterlegt ist. Alternativ lässt sich die Vorkonditionierung auch manuell starten. Das gefürchtete „Coldgate“, also das extrem langsame Laden bei Kälte, gehört damit der Vergangenheit an. Die größte Schwäche des ID.5 bleibt aber bestehen: Die Plattform bietet konstruktionsbedingt keinen Platz für die neue, größere 86-kWh-Batterie aus dem ID.7.
Konkurrenz-Check
- VW ID.7 Tourer Pro: Der Feind aus dem eigenen Haus. Der ID.7 ist moderner, lädt schneller, fährt komfortabler und hat mehr Reichweite. Bei ähnlichem Listenpreis ist er das rational bessere Auto, fordert aber beim Parken deutlich mehr Platz.
- Skoda Enyaq Coupé RS: Der tschechische Zwilling. Er nutzt die identische 340-PS-Technik, setzt aber mit dem „Crystal Face“ und cleveren Details wie dem Regenschirm in der Tür eigene Akzente. Technisch absolut ebenbürtig, optisch oft auffälliger.
- Tesla Model Y Long Range: Der Effizienz-Meister. Das Model Y bietet mehr Raum, das überlegene Supercharger-Netzwerk und ist oft günstiger. Im Gegenzug müssen Käufer ein spürbar strafferes Fahrwerk und den Verzicht auf ein klassisches Fahrerdisplay akzeptieren.
Pro & Contra
- ✅ Pro: Kraftvoller 340-PS-Allradantrieb mit souveränem Durchzug.
- ✅ Pro: Schnelle Software 5.4 mit manueller Batterie-Vorkonditionierung.
- ✅ Pro: Größter Ergonomie-Fehler dank beleuchteter Touch-Slider behoben.
- ✅ Pro: Mit 4,60 Metern Länge deutlich handlicher als der große ID.7.
- ❌ Contra: Größere 86-kWh-Batterie aus dem ID.7 konstruktiv nicht möglich.
- ❌ Contra: Listenpreis im direkten Vergleich zum moderneren ID.7 zu hoch.
- ❌ Contra: Schlechte Rundumsicht durch die breiten C-Säulen.
Alex Wind meint:
Der VW ID.5 GTX des Jahrgangs 2026 ist das Auto, das er von Anfang an hätte sein sollen. Mit der 340-PS-Maschine macht er auf der Landstraße richtig Spaß, die Software läuft endlich flüssig und die beleuchteten Slider retten die Bedienung im Alltag. Technisch ist er nun ein ausgereiftes, stimmiges Elektroauto. Trotzdem steht er zwischen den Stühlen. Wer bar bezahlt, sollte zwingend zum moderneren ID.7 Tourer greifen. Doch genau diese Schieflage auf dem Papier ist Ihre Chance in der Praxis: Halten Sie Ausschau nach stark subventionierten Leasing-Angeboten und Lagerfahrzeugen. Wenn der Preis künstlich gedrückt wird, ist der ID.5 GTX eines der besten sportlichen Alltags-SUVs auf dem Markt.

















