Acura ZDX Type S (2026) im Test: US-Elektro-SUV auf GM-Basis im Check

Acura ZDX Type S (2026) im Test: US-Elektro-SUV auf GM-Basis im Check
Foto: Acura

Ein Donnerschlag hallt durch die Automobilwelt: Acura, Hondas Luxus-Ableger für Nordamerika, stellt ein Elektro-SUV vor, das seine Gene bei der Konkurrenz in Detroit findet. Der neue ZDX, insbesondere die von uns getestete 500 PS starke Top-Version „Type S“, ist technisch der engste Verwandte des Cadillac Lyriq und des Chevrolet Blazer EV. Er teilt sich mit ihnen sogar die Produktionslinie im GM-Werk in Spring Hill, Tennessee. Für viele eingefleischte Honda-Puristen mag das ein Sakrileg sein. Ein Acura mit amerikanischen Genen? Doch die Wahrheit liegt – wie so oft – nicht im Stammbaum, sondern auf der Straße. Honda-Ingenieure haben aus dem reichhaltigen Ultium-Regal von General Motors die besten Zutaten entnommen und sie mit einem Feinschliff versehen, der dem Lyriq an entscheidenden Stellen überlegen ist. Wir fuhren den Einzelimport des ZDX Type S auf deutschen Straßen, um herauszufinden: Ist er nur ein teures Rebranding oder der objektiv bessere Amerikaner mit japanischer Seele?

Ein Blick hinter die Kulissen: Warum dieser Acura anders ist

Die Entstehungsgeschichte des ZDX ist faszinierend und von Pragmatismus geprägt. Acura benötigte dringend ein großes, luxuriöses Elektro-SUV, um auf dem hart umkämpften US-Markt bestehen zu können. Honda in Japan hatte jedoch keine passende, skalierbare E-Plattform dieser Größenordnung in der Pipeline. Die Lösung: Man griff auf GMs hochmoderne Ultium-Plattform zurück. Das Ergebnis ist ein Crossover, das die imposante Größe und Leistung der US-Hardware mit einem Hauch von japanischer Ingenieurskunst und ergonomischem Verstand verbindet. Wir wollten wissen, ob dieser Mix funktioniert und welche Konsequenzen der US-Import für deutsche Fahrer tatsächlich hat.

Acura ZDX Type S - Bild 1
Foto: Acura

Dimensionen XXL: Wo die deutsche Autobahn zur Hürde wird

Erinnern wir uns an den ersten ZDX von 2009, dieses unförmige Coupé-SUV, das keinen Erfolg hatte. Der neue ZDX tilgt diese Erinnerung mit einer gänzlich neuen Ästhetik. Seine Karosserie wirkt gewaltig, doch die lange Haube streckt ihn optisch, lässt ihn flach und sehnig erscheinen – fast wie einen hochgelegten Sportkombi. Das „Diamond Pentagon“-Gesicht, nun eine geschlossene und beleuchtete Signatur, flankieren messerscharfe „Jewel Eye“ LED-Scheinwerfer. Im direkten Vergleich zum barocken Cadillac Lyriq wirkt der Acura straffer und moderner. Erfreulich: Er setzt auf echte, greifbare Türgriffe statt unsichtbarer Druckknöpfe – ein klares Bekenntnis zu Form follows function.

Doch die schiere Größe des ZDX, vor allem in der Breite, birgt auf deutschen Straßen Tücken. Ohne Außenspiegel misst die Karosserie bereits stattliche 1.956 Millimeter. Klappt man die massiven US-Spiegel in Fahrposition, dehnt sich das SUV auf furchteinflößende 2.235 Millimeter aus. Dieser Wert ist auf deutschen Autobahnbaustellen, wo die linke Spur oft auf 2,10 Meter begrenzt ist, eine echte Herausforderung und rechtlich problematisch. Autofahrer, die hier fahren, riskieren nicht nur einen Spiegelabriss bei einer unachtsamen Bewegung, sondern bewegen sich auch im Bereich einer Ordnungswidrigkeit. Es zwingt den Fahrer zu erhöhter Vorsicht und unterstreicht, dass der ZDX ein Fahrzeug ist, das für weitläufigere amerikanische Straßen konzipiert wurde.

Innenleben und digitaler Triumph: CarPlay rettet den Alltag

Beim Öffnen der Türen atmet man auf: Acura verbannte das ergonomisch fragwürdige „True Touchpad Interface“ endgültig auf den Schrottplatz der Geschichte. Dies war lange ein Kritikpunkt, der nun ausgeräumt ist.

Der Software-Triumph über GM: Wer bereits ein GM-Fahrzeug fuhr, wird einige Hebel und Schalter wiedererkennen. Doch beim 11,3-Zoll-Zentraldisplay landete Acura einen entscheidenden Coup. Während General Motors in seinen neuen Modellen Chevrolet Blazer EV und Cadillac Lyriq Apple CarPlay und Android Auto radikal aussperrt, leistete Acura Widerstand. Der ZDX bietet zwar GMs „Google built-in“-System, erlaubt aber dennoch das kabellose Spiegeln Ihres iPhones. Dieses Feature allein macht den ZDX im Alltag dem Cadillac Lyriq haushoch überlegen.

Erstmals kommt im ZDX kein ELS-Audiosystem zum Einsatz, sondern ein Bang & Olufsen System mit 18 Lautsprechern. Es verwandelt den Innenraum in einen bassgewaltigen Konzertsaal. Auch die Geräuschdämmung (NVH-Niveau) überzeugt: Selbst bei 160 km/h auf der Autobahn bleibt das Interieur auf Oberklasse-Niveau. Windgeräusche sind kaum wahrnehmbar, lediglich Abrollgeräusche der breiten Reifen dringen bei bestimmten Fahrbahnbelägen dezent an die Ohren.

Die ergonomische Schizophrenie: Acura hat unter dem Bildschirm echte, physisch klickende Tasten für die Klimaautomatik erhalten. Ein Segen für die Fahrsicherheit, da die Bedienung ohne Blickabwendung gelingt. Doch der Kostendruck aus Detroit scheint auch hier seine Spuren hinterlassen zu haben: Das Handschuhfach hat keinen Griff. Es öffnet sich – genau wie beim Cadillac Lyriq – über ein Touch-Menü im Bildschirm. Eine absolut absurde, ablenkende und unnötig komplizierte Lösung, die im Alltag frustriert.

Acura ZDX Type S - Bild 3
Foto: Acura

Fahrdynamik und das 400-Volt-Dilemma: Kraft trifft Ladefrust

Unter dem Blechkleid spielt die Ultium-Plattform ihre gewaltigen Muskeln. Der Type S liefert dank zwei Elektromotoren wahnwitzige 500 PS und 738 Nm Drehmoment. Das katapultiert den Koloss in rund 4,5 Sekunden auf 100 km/h – beeindruckend für ein Fahrzeug dieser Gewichtsklasse.

Die Querdynamik – Hondas Feintuning: Der ZDX Type S bringt satte 2,7 Tonnen auf die Waage. Doch Acura griff zu einem Mittel, das Honda sonst selten einsetzt: eine adaptive Luftfederung. Im „Sport“-Modus senkt sich der Wagen spürbar ab. Die Federung kaschiert das Leergewicht so gekonnt, dass man es kaum glauben mag. Unterstützt von gigantischen, gelochten Brembo-Bremsen mit sechs Kolben an der Vorderachse, fährt sich der ZDX präzise und verbindlich. Er lenkt deutlich schärfer ein als sein amerikanisches Cadillac-Pendant und präsentiert sich als der sportlichste Ultium-SUV auf dem Markt.

Die serienmäßigen Assistenzsysteme, zusammengefasst unter „AcuraWatch 360+“, sind technisch identisch mit GMs „Super Cruise“ für freihändiges Fahren. Während sie in den USA beeindruckende Fähigkeiten zeigen, funktionieren sie in Europa aufgrund fehlender Streckenfreigaben nur eingeschränkt und bieten keinen vollen Funktionsumfang. Der Spurhalteassistent (Lane Keeping Assist) und die automatische Notbremse (AEB) sind jedoch zuverlässig und tragen zum guten Euro NCAP Ergebnis bei, auch wenn eine exakte Typenzuordnung für Importfahrzeuge schwierig ist.

Die 400-Volt-Ladebegrenzung: Auf der Langstrecke offenbart sich jedoch die veraltete Architektur. Die 102-kWh-Batterie ist großzügig dimensioniert und sichert im Sommer eine praxisnahe Reichweite von gut 450 Kilometern. Doch der ZDX nutzt ein reines 400-Volt-System. Die DC-Ladeleistung stagniert bei maximal 190 kW. Einen Akku dieser gigantischen Größe von 10 auf 80 Prozent zu füllen, dauert quälend lange 40 Minuten. Im Vergleich zur 800-Volt-Technik von Porsche Taycan oder Hyundai Ioniq 5 sieht der Acura an der Autobahn-Raststätte schlichtweg alt aus. Hier sind Geduld und gute Ladeplanung gefragt.

Der Kostencheck: Import-Hürden und die Tücken der TCO

Der Acura ZDX Type S ist ein Exot, und sein Unterhalt in Deutschland fordert Flottenmanagern wie Individualkäufern starke Nerven und ein solides Budget ab.

Die Dienstwagenbesteuerung: Ab 2026 gelten in Deutschland schärfere Grenzen für die 0,25%-Regelung. Da der ZDX Type S in den USA bei rund 75.000 US-Dollar startet, katapultieren Transport, 10 % Zoll, 19 % Einfuhrumsatzsteuer und die aufwendige Licht-Homologation (TÜV) den Bruttolistenpreis für den deutschen Markt über die magische 95.000-Euro-Kappungsgrenze für reine E-Autos. Die attraktive 0,25%-Subventionierung entfällt somit. Dienstwagenfahrer versteuern diesen Import-Boliden mit 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises.

Kfz-Steuer und Versicherung: Für Elektrofahrzeuge, die erstmals zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2025 zugelassen werden, entfällt die Kfz-Steuer für zehn Jahre. Ab 2026 würde für den ZDX, sofern sich die Gesetzgebung nicht ändert, eine Besteuerung nach Gewicht anfallen, die aber immer noch moderat ausfallen dürfte. Das größere Thema sind die Versicherungskosten. Als US-Import mit geringer Verbreitung in Deutschland gibt es keine spezifischen Typklassen-Einstufungen wie bei Volumenmodellen. Versicherer werden den ZDX tendenziell hoch einstufen, da Ersatzteile schwerer verfügbar sind und die Reparaturkosten potenziell höher ausfallen. Fahrer sollten hier mit hohen Prämien rechnen.

Das Service-Risiko: Einen Acura warten europäische Honda-Händler theoretisch mit, doch da die Ultium-Plattform zu 100 % von GM stammt, fehlt den Mechanikern hier oftmals die Software-Diagnostik und spezifisches Know-how. Bei schweren Garantiefällen an der Batterie oder Karosserieschäden ist man dem freien Importeur auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Dies birgt ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Total Cost of Ownership (TCO) und erfordert eine sorgfältige Wahl des Importeurs.

Acura ZDX Type S - Bild 5
Foto: Acura

Acura ZDX Type S im Direktvergleich: Ein Exot fordert Platzhirsche

Der Acura ZDX Type S spielt in einer Liga, in der er sich gegen etablierte Konkurrenten behaupten muss. Hier der Vergleich mit einem direkten Blutsverwandten und einem europäischen Schwergewicht:

Datenpunkt
Acura ZDX Type S (Import)
Cadillac Lyriq (AWD)
Audi SQ8 e-tron
Systemleistung
500 PS (Allrad)
528 PS (Allrad)
503 PS (Allrad)
Fahrwerk
Luftfederung (Adaptiv)
Stahlfederung (Keine Option)
Adaptiv Luftfederung (Sportlich)
Infotainment
Google + Apple CarPlay!
Google (Kein CarPlay!)
MMI (Audi Standard)
Laden (10-80%)
ca. 40 Min (190 kW Peak)
ca. 40 Min (190 kW Peak)
ca. 31 Min (170 kW – Flach)
Leergewicht
2.700 kg
ca. 2.600 kg
ca. 2.650 kg
Länge / Breite (m. Spiegel)
5.021 mm / 2.235 mm
ca. 5.005 mm / ca. 2.170 mm
4.915 mm / 2.189 mm
Importpreis (Real DE)
ca. 96.000 € (Inkl. Verzollung/TÜV)
ab ca. 89.000 €
ab ca. 98.000 €
Leasing (Orientierung)
Schwer kalkulierbar (Import)
ca. 950-1.200 €/Monat (36M/10Tkm)
ca. 1.050-1.400 €/Monat (36M/10Tkm)

Analyse: Rational betrachtet bleibt der Audi SQ8 e-tron der etablierte Platzhirsch. Er glänzt mit flächendeckendem Service, deutscher Spaltmaß-Perfektion und einer sehr flachen Ladekurve, wirkt technisch aber langsam angestaubt. Sein GM-Blutsbruder, der Cadillac Lyriq, ist offiziell in Europa bestellbar und extrem komfortabel, sperrt jedoch Apple CarPlay aus und verweigert die rettende Luftfederung. Der Acura ZDX Type S gewinnt dieses Duell in der absoluten Nische: Wer die modernste US-Hardware will, aber auf japanisches Fahrwerks-Feintuning, brachiale Brembo-Stopper und uneingeschränkte Smartphone-Konnektivität besteht, muss importieren.

Stimmen aus der Praxis: Was Besitzer wirklich berichten

Auf den deutschen Import-Foren wie Motor-Talk.de oder in internationalen Autozeitschriften, die erste Erfahrungsberichte zum ZDX Type S sammeln, zeichnet sich ein differenziertes Bild ab:

  • Design und Präsenz: „Der ZDX ist ein absoluter Hingucker. Er wirkt viel dynamischer als der Lyriq und ist einfach nicht so beliebig wie viele andere E-SUVs“, schwärmt ein Import-Besitzer. Die imposante Größe wird oft positiv erwähnt, ebenso die markante Lichtsignatur.
  • Fahrwerk und Komfort: Die Luftfederung findet breite Anerkennung. „Das Fahrwerk ist der Hammer. Trotz des Gewichts liegt er satt auf der Straße und schluckt Unebenheiten super weg. Im Sportmodus macht er richtig Spaß“, schreibt ein Nutzer. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zur Geräuschdämmung der Radhäuser: „Bei hohen Geschwindigkeiten oder rauer Fahrbahn sind die Abrollgeräusche der Reifen doch deutlicher zu hören, als ich es bei einem Auto dieser Preisklasse erwartet hätte.“
  • Infotainment und Ergonomie: Das gerettete Apple CarPlay ist einhellig der größte Pluspunkt: „Ohne CarPlay wäre der Wagen für mich inakzeptabel gewesen. Die Google-Navigation ist gut, aber mein iPhone brauche ich einfach.“ Das Bang & Olufsen Soundsystem erntet ebenfalls viel Lob. Der Touchscreen für das Handschuhfach wird hingegen unisono als „absoluter Schwachsinn“ oder „Designfehler“ kritisiert. Kleinere Software-Glitches oder kurze Verzögerungen im System werden vereinzelt erwähnt, sind aber wohl mit Over-the-Air-Updates behebbar.
  • Ladeleistung: Die 400-Volt-Architektur ist ein Dauerthema. „Die 40 Minuten Ladezeit sind eine echte Zumutung auf der Langstrecke. Das ist nicht mehr zeitgemäß“, ärgert sich ein Pendler. Wer auf schnelles Laden angewiesen ist, empfindet dies als klaren Nachteil.
  • Service und Ersatzteile: Hier äußern sich die meisten Bedenken. „Jeder Defekt ist ein Abenteuer. Man ist auf den Importeur angewiesen, und die Wartezeiten für spezielle Ersatzteile können lang sein.“ Das fehlende offizielle Servicenetz ist ein klarer Hinderungsgrund für viele potenzielle Käufer.
Acura ZDX Type S - Bild 7
Foto: Acura

Technische Daten im Überblick: Acura ZDX Type S AWD (US-Import 2026)

Datenpunkt
Acura ZDX Type S AWD (US-Import 2026)
Motor & Antrieb
2 E-Motoren (Dual Motor), Allradantrieb (AWD)
Leistung / Drehmoment
500 PS (368 kW) / 738 Nm
Getriebe
1-Gang-Reduktionsgetriebe (Vorn & Hinten)
Fahrwerk HA
Luftfederung (Air Suspension) + Adaptive Dämpfer
Batterie / Architektur
102 kWh (Netto, NCMA) / 400-Volt-System
0-100 km/h / Vmax
ca. 4,5 s / 210 km/h (Elektronisch limitiert)
Testverbrauch (Mix)
ca. 24,5 – 26,0 kWh/100 km (Sehr schwer!)
Reichweite WLTP
ca. 450 km (Sommer, realitätsnah)
Ladeleistung (DC)
max. 190 kW (10-80% in ca. 40 Min)
Länge
5.021 mm
Breite (ohne Spiegel)
1.956 mm
Breite (mit Spiegel)
2.235 mm
Höhe
1.636 mm
Radstand
3.094 mm
Kofferraumvolumen
ca. 850 Liter (Rücksitzlehnen aufgestellt) / ca. 1.800 Liter (umgeklappt)
Leergewicht
2.700 kg
Importpreis (Real DE)
ca. 96.000 € (Inkl. Verzollung/TÜV, exkl. Überführung)
Geschätzte Leasingrate
Schwer kalkulierbar, ca. 1.000-1.300 €/Monat (36M/10Tkm, bei freiem Importeur)

Pro & Kontra auf einen Blick

Vorteile:

  • Apple CarPlay Integration: Im Gegensatz zur GM-Firmenpolitik dürfen Acura-Fahrer ihre iPhones weiterhin kabellos und in Vollbild auf das Display spiegeln. Ein klarer Alltagsgewinn.
  • Adaptive Luftfederung: Die adaptiven Dämpfer kaschieren die 2,7 Tonnen Leergewicht meisterhaft und spreizen den Bereich zwischen Sport und Komfort perfekt. Das Fahrgefühl überzeugt.
  • Ergonomie-Triumph (teilweise): Die physischen Tasten für die Klimaautomatik unter dem Bildschirm sind ein Segen für die Verkehrssicherheit und intuitive Bedienung.
  • Bang & Olufsen Sound: 18 Lautsprecher liefern eine bassgewaltige, brillante Akustik, die dem extrem leisen Innenraum gerecht wird und das Fahrerlebnis aufwertet.
  • Exklusivität und Design: Ein echter Hingucker, der sich wohltuend vom Einheitsbrei abhebt und eine starke Präsenz auf der Straße zeigt.

Nachteile:

  • Touchscreen-Handschuhfach: Das Handschuhfach ausschließlich über ein Untermenü im Zentraldisplay zu öffnen, ist eine absolute, ergonomische Fehlentscheidung und im Alltag frustrierend.
  • Veraltete 400-Volt-Architektur: 40 Minuten Ladezeit (10-80%) für einen über 100 kWh großen Akku sind in der 100.000-Euro-Preisklasse im Jahr 2026 nicht mehr konkurrenzfähig.
  • Service-Risiko in Europa: Ohne offizielles Acura-Händlernetz in Europa wird jeder Defekt an Karosserie oder Batterie zu einem nervenaufreibenden Logistik-Abenteuer.
  • Breitenproblem auf Baustellen: Mit 2.235 Millimetern Außenbreite (inkl. Spiegel) ist die Nutzung der 2,1-Meter-Baustellenspur auf deutschen Autobahnen ein gefährliches und gesetzlich heikles Unterfangen.
  • Hohe Importkosten: Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Homologation treiben den Preis deutlich in die Höhe.

Fazit von Alex Wind: Kraftvoller US-Exot mit Schwächen an der Ladesäule

Alex Wind meint: Der Acura ZDX Type S kombiniert das muskulöse GM-Chassis mit feiner japanischer Innenraum-Ergonomie und echten Tasten. Wer jedoch häufig auf deutschen Autobahnen pendelt, wird die fehlende 800-Volt-Ladearchitektur und das Fehlen einer offiziellen Werksgarantie schmerzhaft vermissen.

Der Acura ZDX Type S des Modelljahrs 2026 ist kein „echter“ Honda, wie man ihn aus japanischen Bilderbüchern kennt. Wer auf Zehntelmillimeter-Perfektion bei Spaltmaßen steht oder ein leichtfüßiges, puristisches Sportfahrzeug erwartet, dreht sich am besten sofort um. Dieses Auto wiegt obszöne 2,7 Tonnen und ist ein amerikanisches Kraftpaket durch und durch.

Doch legen wir den elitären JDM-Purismus beiseite, offenbart sich ein absolut faszinierendes, pragmatisches Elektroauto. Acura hat sich von General Motors genau das geholt, was die Amerikaner sich für ihre eigenen Modelle teilweise verweigerten: Ein atemberaubendes Fahrwerks-Tuning mit Luftfederung und die bedingungslose Kapitulation vor Apple CarPlay! Das macht den ZDX in seinen entscheidenden Qualitäten dem Cadillac Lyriq überlegen.

Mein eiserner Rat an Sie: Für wen kommt dieser aufwendige US-Import infrage? Absoluten Individualisten und solventen Technik-Nerds! Wenn Sie das Platzangebot und den majestätischen Schub der GM-Ultium-Plattform lieben, aber nicht mit dem barocken Auftritt eines Cadillac Lyriq durch München fahren wollen, dann ist der ZDX eine Überlegung wert. Erledigen Sie den Import über renommierte Agenturen mit ausgewiesener Erfahrung.

Wer regelmäßig lange Strecken fährt und auf superschnelles 800-Volt-Laden angewiesen ist – wie es beispielsweise Porsche Taycan oder Kia EV6 bieten –, wird an der 40-minütigen Ladekurve des ZDX verzweifeln. Und wenn Sie es nicht ertragen können, Ihr Handschuhfach über einen verdammten Bildschirm öffnen zu müssen, kaufen Sie sich einen Audi Q8 e-tron oder einen BMW iX! Für alle anderen ist der Acura ZDX Type S der objektiv beste Amerikaner, den die Japaner je gebaut haben. Er ist ein mutiges Statement – und ein Fahrzeug, das man fahren muss, um es wirklich zu verstehen.

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