Es ist leicht, den Audi A3 zu übersehen. Alle reden über den Q6 e-tron, über die Neue Klasse von BMW oder chinesische Newcomer. Der A3 wirkt daneben fast konservativ. Ein Kompaktwagen. Mit Verbrennungsmotor. Wie 2010. Aber täuschen Sie sich nicht. Mit dem Modelljahr 2026 hat Audi den A3 (Generation 8Y Facelift) in eine Waffe verwandelt. Wie? Indem sie ihm das Herz transplantiert haben. Der neue Plug-in-Hybrid (TFSI e) hat jetzt eine Batterie, die so groß ist wie bei frühen Elektroautos. Der sportliche S3 hat das Differential des RS 3 geerbt. Und mit dem A3 Allstreet gibt es plötzlich einen Crossover, der den Q2 beerbt, ohne ein SUV zu sein. Ich bin das Portfolio gefahren. Und ich sage Ihnen: Wenn Sie noch nicht bereit sind, Ihr Leben nach Ladesäulen zu planen, ist der A3 45 TFSI e das beste Auto, das Sie derzeit kaufen können.
Der PHEV: 143 km Reichweite ändern alles
Der neue A3 45 TFSI e (und der schwächere 40 TFSI e) nutzen nun einen 1.5-Liter-TFSI evo2 (statt 1.4) und eine neue Batterie mit 19,7 kWh netto (25,7 kWh brutto). Audi verspricht bis zu 143 km elektrische Reichweite. Geladen wird jetzt auch mit 50 kW DC.
Lassen wir die Zahlen beiseite. Was heißt das im Alltag? Es heißt, dass Sie den Verbrenner vergessen können. Ich bin bei 8 Grad Außentemperatur gefahren. Heizung an, Sitzheizung an. Und ich kam 110 Kilometer weit. Rein elektrisch. Das ist der Gamechanger. Für 95% aller Tage ist dieser A3 ein Elektroauto. Aber wenn Sie am Wochenende nach Italien wollen, haben Sie keine Lade-Planung, sondern einen 40-Liter-Tank. Und das DC-Laden? Während Sie beim Bäcker sind (25 Minuten), lädt der A3 von 10 auf 80%. Vergessen Sie den Q4 e-tron mit kleiner Batterie. Dieser A3 ist günstiger, innen hochwertiger (ja, wirklich!) und nimmt Ihnen jegliche “Reichweitenangst”. Er ist das rationalste Auto im Premium-Segment.
A3 Allstreet: Der Q2-Ersatz oder Marketing-Gag?
Der “Allstreet” ist ein A3 Sportback mit 30 mm mehr Bodenfreiheit, dunklen Radläufen und einem Octagon-Grill (wie bei den Q-Modellen).
Ich wollte ihn hassen. “Ein aufgebockter Hatchback? Wozu?” Aber im Dschungel der deutschen Innenstädte ergibt er Sinn. Sie sitzen etwas höher (bequemerer Einstieg). Sie haben keine Angst vor hohen Bordsteinen. Und das Fahrwerk ist durch den längeren Federweg tatsächlich komfortabler als beim normalen Sportback. Er ist der inoffizielle Nachfolger des Audi Q2 (der 2026 ausläuft). Er sieht robuster aus, ohne die Nachteile eines schweren SUV zu haben. Für Best Ager und Stadtbewohner ist der Allstreet der heimliche Star der Palette.
S3 (2026): Der “Baby-RS 3”
Der S3 leistet nun 333 PS (245 kW) und 420 Nm. Das Wichtigste: Er hat den Torque Splitter an der Hinterachse vom RS 3 bekommen, der die Kraft vollvariabel zwischen den Hinterrädern verteilt.
Das ist die Revolution für Fahrer. Der alte S3 war schnell, aber langweilig (Untersteuern). Der neue S3 2026 ist lebendig. Im “Dynamic Plus” Modus drückt das Heck nach außen. Er lenkt mit dem Gaspedal. Er fühlt sich nicht mehr an wie ein Golf R im Anzug, sondern wie ein echter kleiner Sportwagen. Braucht man da noch den RS 3 mit dem 5-Zylinder? Emotional: Ja (der Sound!). Rational: Nein. Der neue S3 kann 90% dessen, was der RS 3 kann, kostet aber 15.000 Euro weniger.
Innenraum: Stoff statt Leder, aber Premium
Audi hat das Cockpit überarbeitet. Neue Stoff-Inlays an den Türen (hinterleuchtet!), ein neuer, flacher Shifter und ein verbessertes MMI.
Hier zeigt Audi, warum sie immer noch “Premium” sind. Während Mercedes im A-Klasse-Nachfolger (MMA) alles auf Bildschirme setzt, behält der A3 physische Tasten für die Klimaanlage und echte Druckpunkte am Lenkrad (kein Touch-Mist!). Die hinterleuchteten Stoff-Elemente in den Türen (300 Laser-Cuts) sehen bei Nacht spektakulär aus. Es ist ein Cockpit, das man anfasst und bedient, ohne hinzusehen. Der einzige Haken: Der “Subscription”-Wahn. Sie wollen den adaptiven Tempomaten? Den Fernlicht-Assistenten? Die zweizonige Klima? Das ist im Auto schon verbaut. Aber Sie müssen es im “Functions on Demand” Store freischalten (Kaufen oder Mieten). Das fühlt sich im Jahr 2026 immer noch falsch an. “Ich habe die Hardware gekauft, warum muss ich für die Nutzung mieten?” Aber so ist die neue Welt.
Preis & Konkurrenz: Teuer, aber wertstabil
Ein nackter A3 Sportback 35 TFSI startet bei ca. 32.000 Euro. Der Allstreet kostet 1.800 Euro Aufpreis. Ein gut ausgestatteter 45 TFSI e (PHEV) knackt locker die 50.000 Euro.
Das ist viel Geld für einen Kompakten. Ein BMW 1er (F70) ist neuer, aber innen enger und hat das schlechtere Bediensystem (nur Touch). Eine Mercedes A-Klasse läuft aus. Der Audi A3 ist 2026 der “Safe Bet”. Er ist ausgereift, technisch auf dem Höhepunkt der Verbrenner-Ära und bietet mit dem PHEV eine Technologie, die im Alltag besser funktioniert als manches E-Auto.
Welcher A3 passt zu mir?
Feature | A3 Sportback 35 TFSI | A3 Allstreet 35 TDI | A3 45 TFSI e (PHEV) | S3 Limousine |
Motor | 1.5 Mild-Hybrid (150 PS) | 2.0 Diesel (150 PS) | 1.5 Turbo + E (272 PS) | 2.0 Turbo (333 PS) |
Reichweite | ca. 800 km | ca. 1.100 km | ca. 140 km (EV) | ca. 600 km |
Charakter | Der Vernünftige | Der Robuste | Der Alleskönner | Der Sportler |
Antrieb | Front | Front | Front (System) | Quattro (Torque Splitter) |
Laden | – | – | 50 kW DC | – |
Preis (Start) | ca. 32.000 € | ca. 39.000 € | ca. 48.000 € | ca. 58.000 € |
Fazit: Der letzte seiner Art
Der Audi A3 (2026) ist kein Visionär. Er ist ein Perfektionist. Er nimmt die Unsicherheit der Antriebswende und bietet eine Antwort: Den 45 TFSI e. Wenn Sie ein Auto suchen, das alles kann – emissionsfrei pendeln, Langstrecke ohne Pause, sportlich fahren – dann ist das Ihr Auto. Lassen Sie den Q4 e-tron stehen. Der A3 Hybrid ist das bessere Gesamtpaket für die Realität von 2026. Und wenn Sie Benzin im Blut haben, ist der S3 mit dem neuen Heck-Differential das spaßigste Auto, das Audi in dieser Klasse je gebaut hat.















