Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) überwacht unter der Referenznummer 16790R einen sicherheitsrelevanten Rückruf von BMW: In Deutschland müssen 42.300 Fahrzeuge aus einem Produktionszeitraum von Juli 2020 bis Februar 2026 unplanmäßig in die Vertragswerkstatt. Betroffen sind 13 verschiedene Baureihen vom 2er Coupé über 3er, 5er und X-Modelle bis hin zum elektrischen i3.
Ursache ist mechanischer Abrieb im RWT-Starterrelais, der durch leitfähige Partikel zu erhöhtem Kontaktwiderstand, extremer Erhitzung und im schlimmsten Fall zum Fahrzeugbrand führen kann. Während BMW den Austausch des Starters samt 12V-Batterie im Wert von rund 850 Euro bis 1.400 Euro auf Kulanz kostenlos übernimmt, sollten Halter ihre Fahrzeuge nach dem Motorstart keinesfalls unbeaufsichtigt laufen lassen.
Die Mechanik des Versagens: Das RWT-Starterrelais und seine Tücken
Das RWT-Starterrelais stellt eine wichtige Komponente im elektrischen System eines Fahrzeugs dar, da seine Hauptaufgabe darin besteht, den hohen Stromfluss zum Anlasser zu regulieren. Es agiert im Wesentlichen als ein Schalter, der die 12-Volt-Batterie mit dem Anlasser verbindet, sobald der Zündschlüssel gedreht oder der Startknopf betätigt wird. Die nun festgestellte Fehlfunktion ist allerdings keine Folge eines plötzlichen Ausfalls, sondern vielmehr das Ergebnis eines allmählichen Prozesses, der durch Materialermüdung und die Ansammlung von Verunreinigungen gekennzeichnet ist.
Eine nähere Betrachtung des Defekts zeigt, dass sich während des Betriebs Abriebpartikel im Inneren des Relais ansammeln können. Diese winzigen Ablagerungen setzen sich auf den elektrischen Kontakten fest und behindern dadurch den ungehinderten Stromfluss. Daraus resultiert eine Erhöhung des ohmschen Widerstands, was gemäß dem Jouleschen Gesetz (P = I²R) zu einer stark ansteigenden Wärmeentwicklung führt. Eine solche lokale Überhitzung kann die Isolationsmaterialien des Relais zum Schmelzen bringen, angrenzende Kabel beschädigen und schließlich einen Kurzschluss verursachen, der die Brandgefahr erheblich steigert.
Für technisch versierte Fahrzeughalter und unabhängige Werkstätten wäre die genaue OEM-Teilenummer sowohl des fehlerhaften als auch des verbesserten Ersatz-RWT-Starterrelais von großem Nutzen. Bislang kommuniziert BMW jedoch hauptsächlich den Austausch des „Starters“ als komplette Baugruppe, was die Identifikation des spezifischen Relais erschwert. Die genaue Kenntnis der Teilenummer würde eine präzisere Diagnose und Beschaffung ermöglichen, selbst wenn der Austausch im Rahmen des Rückrufs kostenlos erfolgt. Eine solche Offenlegung würde nicht nur die Arbeit der Werkstätten erleichtern, sondern auch das Vertrauen in die Transparenz des Herstellers stärken und eine fundierte Diskussion über die Ursachen des Defekts ermöglichen.
Betroffene Modellreihen und der ungewöhnliche Fall des i3
Der aktuelle Rückruf erstreckt sich über eine sehr breite Palette von BMW-Modellen, was das Ausmaß des Problems deutlich macht. Von kompakten Sportwagen über luxuriöse SUVs bis hin zu einem Elektrofahrzeug sind zahlreiche Baureihen betroffen, die über einen Zeitraum von fast sechs Jahren produziert wurden. Dies lässt vermuten, dass das fehlerhafte RWT-Starterrelais in unterschiedlichen Fahrzeugplattformen und Antriebskonzepten zum Einsatz kam.
Die Liste der betroffenen Modelle umfasst:
- BMW 2er (Coupé, Cabrio, Gran Coupé)
- BMW 3er (Limousine, Touring)
- BMW 4er (Coupé, Cabrio, Gran Coupé)
- BMW 5er (Limousine, Touring)
- BMW 6er (Gran Turismo)
- BMW 7er (Limousine)
- BMW X3 (SUV)
- BMW X4 (SUV-Coupé)
- BMW X5 (SUV)
- BMW X6 (SUV-Coupé)
- BMW X7 (SUV)
- BMW Z4 (Roadster)
- BMW i3 (Elektrofahrzeug)
Besonders hervorzuheben ist die Einbeziehung des BMW i3 in diesen Rückruf. Als rein elektrisches Fahrzeug verfügt der i3 naturgemäß über keinen konventionellen Verbrennungsmotor und folglich auch über keinen Anlasser im traditionellen Sinne. Die Frage, welche spezifische Funktion ein „Starterrelais“ in einem Elektrofahrzeug überhaupt erfüllt und wie es dort eine Brandgefahr auslösen kann, ist für viele i3-Besitzer von großer Relevanz. Es liegt nahe, dass das betroffene Relais im 12-Volt-Bordnetz des i3 eine Rolle spielt, beispielsweise bei der Initialisierung des Hochvoltsystems, der Steuerung von Nebenaggregaten oder als Bestandteil des Pre-Charge-Kreises, der vor dem Zuschalten der Hauptbatterie die Kondensatoren im Antriebsstrang lädt. Eine detaillierte technische Aufklärung seitens BMW wäre hierbei sehr hilfreich, um die spezifischen Risiken für Elektrofahrzeuge klar und verständlich darzulegen. Die elektrischen Systeme moderner Elektrofahrzeuge sind hochkomplex, und selbst scheinbar kleine Komponenten können eine entscheidende Rolle für die Gesamtsicherheit spielen.
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Parameter
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Details zum BMW-Rückruf (KBA 16790R)
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KBA-Referenznummer
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16790R
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Betroffene Fahrzeuge (Deutschland)
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42.300
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Betroffene Fahrzeuge (Weltweit)
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Über 740.000
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Betroffene Modellreihen
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2er, 3er, 4er, 5er, 6er, 7er, X3, X4, X5, X6, X7, Z4, i3
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Produktionszeitraum
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31. Juli 2020 bis 26. Februar 2026
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Ursache des Defekts
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Abrieb im RWT-Starterrelais führt zu Ablagerungen, erhöhtem Kontaktwiderstand und Überhitzung; kann Kurzschluss und Brandgefahr verursachen.
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Reparaturmaßnahme
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Kostenloser Austausch des Starters, ggf. der Batterie.
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Geschätzte Reparaturdauer
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Bis zu 2 Stunden
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Bekannte Schäden (KBA)
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Bislang keine Sach- oder Personenschäden gemeldet.
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Empfehlung für Fahrzeughalter
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Fahrzeug nach dem Start nicht unbeaufsichtigt lassen.
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Reguläre Reparaturkosten ohne Rückruf
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ca. 650 Euro bis 1.450 Euro (beim BMW-Rückruf für Halter 0 Euro)
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Leistungsspektrum der betroffenen Motoren
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100 kW (136 PS) bis 460 kW (625 PS) bei Benzin- und Dieselmodellen
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Batteriekapazität BMW i3 REx
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33,2 kWh bis 42,2 kWh brutto (Zweizylinder-Range-Extender mit 28 kW / 38 PS)
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Diagnose und Vorzeichen: Was Fahrzeughalter wissen müssen
Die frühzeitige Erkennung möglicher Probleme ist für Fahrzeughalter von großer Bedeutung, besonders wenn es um Mängel geht, die die Sicherheit betreffen. Im Zusammenhang mit dem aktuellen BMW-Rückruf stellt sich daher die Frage nach konkreten Symptomen oder spezifischen OBD-II-Fehlercodes, die auf einen Defekt des RWT-Starterrelais hinweisen könnten. Bislang sind jedoch keine eindeutigen OBD-II-Codes bekannt, die direkt mit diesem Problem in Verbindung gebracht werden könnten. Dies macht eine frühzeitige Erkennung durch den Fahrer oder unabhängige Werkstätten leider schwieriger.
Dennoch gibt es allgemeine Anzeichen, die auf Probleme im Startsystem oder der Elektrik hindeuten können und bei denen erhöhte Wachsamkeit geboten ist:
- Verlängerte Startversuche: Wenn das Fahrzeug ungewöhnlich lange benötigt, um anzuspringen, oder mehrere Versuche erforderlich sind.
- Ungewöhnliche Gerüche: Ein Geruch nach verschmorter Elektrik, verbranntem Plastik oder Gummi im Fahrzeuginnenraum oder Motorraum ist ein ernstes Warnsignal.
- Sichtbarer Rauch: Rauch aus dem Motorraum oder dem Bereich des Starters ist ein unmittelbares Zeichen für einen akuten Defekt und erfordert sofortiges Handeln.
- Warnleuchten: Obwohl keine spezifischen OBD-II-Codes bekannt sind, könnten allgemeine Warnleuchten für die Batterie, das elektrische System oder den Motor auf indirekte Probleme hindeuten.
- Schwankende Bordspannung: Unregelmäßigkeiten in der Bordspannung, die sich beispielsweise durch flackernde Lichter oder Fehlfunktionen anderer elektrischer Komponenten äußern, könnten ebenfalls ein Indikator sein.
BMW selbst rät dringend dazu, das Fahrzeug nach dem Start nicht unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die mögliche Gefahr, die von einem überhitzten Relais ausgehen kann. Eine erste Auswertung deutscher Automobilforen wie Motor-Talk oder Bimmerpost zeigt, dass es zum aktuellen Rückruf (KBA 16790R, Juli 2026) noch keine umfassenden, detaillierten Nutzerdiskussionen oder Erfahrungsberichte gibt. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Kommunikation des Rückrufs noch relativ neu ist oder dass die auftretenden Symptome nicht immer eindeutig dem Relais zugeordnet werden können. Es empfiehlt sich jedoch, solche Foren aufmerksam zu verfolgen, da sie oft nützliche Einblicke in tatsächliche Probleme und die Abläufe in den Werkstätten bieten. Die kollektive Erfahrung der Fahrzeughalter in diesen Foren kann oft wertvolle Hinweise liefern, die über offizielle Mitteilungen hinausgehen, und so zur schnellen Identifizierung von Mustern beitragen.
Der Reparaturprozess: Kosten, Dauer und die Rolle der Werkstätten
Die Abwicklung eines Rückrufs dieser Größenordnung stellt für jeden Automobilhersteller eine große logistische Herausforderung dar. BMW hat jedoch zugesichert, dass der Austausch des fehlerhaften Starters und, falls notwendig, auch der Batterie für die Kunden kostenlos durchgeführt wird. Die geschätzte Reparaturdauer von bis zu zwei Stunden ist dabei ein bedeutender Faktor für die effiziente Planung der Werkstatttermine und die Minimierung der Ausfallzeiten für die betroffenen Fahrzeughalter.
Für viele Besitzer ist es jedoch auch interessant zu wissen, welche Kosten bei einem solchen Defekt außerhalb einer Rückrufaktion entstehen würden. Ein Anlasserwechsel in Deutschland liegt typischerweise bei Kosten zwischen 175 Euro und 470 Euro. Speziell für BMW-Fahrzeuge bewegen sich die Kosten für einen Anlasserwechsel im Durchschnitt zwischen 316 Euro und 386 Euro. Diese Spanne verdeutlicht den finanziellen Vorteil der kostenlosen Reparatur im Rahmen des Rückrufs und betont die Wichtigkeit solcher Aktionen für den Verbraucherschutz. Die Arbeitszeit für einen derartigen Eingriff wird üblicherweise mit etwa zwei Stunden veranschlagt, was die von BMW angegebene Dauer bestätigt.
Die BMW-Vertragswerkstätten werden in den kommenden Wochen und Monaten eine große Arbeitslast bewältigen müssen. Eine effiziente Terminvergabe sowie eine ausreichende Bevorratung mit Ersatzteilen sind dabei unerlässlich, um lange Wartezeiten für die Kunden zu verhindern und die Zufriedenheit der Fahrzeughalter sicherzustellen. Die Kommunikation seitens BMW an die betroffenen Kunden muss zudem klar und präzise erfolgen, um etwaige Verunsicherungen abzubauen und den Reparaturprozess so reibungslos wie möglich zu gestalten. Ein reibungsloser Ablauf der Reparaturen ist entscheidend, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten und den Ruf der Marke in dieser kritischen Phase zu schützen.
Die Tragweite für den Gebrauchtwagenmarkt und die Markenreputation
Rückrufe dieser Art wirken sich naturgemäß auf den Gebrauchtwagenmarkt und das Ansehen einer Marke aus. Obwohl BMW proaktiv agiert und die Reparatur kostenlos anbietet, kann die bloße Tatsache eines Brandrisikos das Vertrauen potenzieller Käufer beeinträchtigen. Fahrzeuge, die von einem Rückruf betroffen waren, könnten im Wiederverkaufswert unter Druck geraten, selbst wenn die Reparatur ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Eine transparente Dokumentation der erfolgten Reparatur und die Bestätigung, dass das Problem behoben ist, sind daher für den Werterhalt von großer Bedeutung.
In der Vergangenheit gab es bereits ähnliche Rückrufaktionen wegen Brandgefahr bei anderen Herstellern, welche verdeutlichen, wie sensibel die Öffentlichkeit auf solche Mängel reagiert. Man erinnere sich an die Volvo Rückrufaktion 14972R wegen Brandgefahr durch Hochvolt-Akkus bei Recharge Plug-in Hybriden oder den VW Touareg PHEV Rückruf aufgrund fehlerhafter Batterie-Schweißnähte. Auch Audi musste bereits PHEV-Modelle wegen Brandgefahr zurückrufen. Solche Vorkommnisse belegen, dass selbst Premiumhersteller nicht vor schwerwiegenden Bauteilversagen geschützt sind und dass die zunehmende Komplexität moderner Fahrzeuge stets neue Herausforderungen für die Qualitätssicherung mit sich bringt.
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nimmt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle ein. Als überwachende Behörde gewährleistet es, dass Rückrufaktionen ordnungsgemäß durchgeführt werden und die Sicherheit der Fahrzeuge auf deutschen Straßen stets gewährleistet ist. Die Tatsache, dass dem KBA bislang keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit diesem spezifischen Rückruf bekannt sind, ist zwar ein positives Zeichen, sollte jedoch keinesfalls zu Nachlässigkeit verleiten. Die schnelle und umfassende Reaktion von BMW ist in dieser Situation von großer Bedeutung, um langfristige Reputationsschäden zu minimieren und das Vertrauen der Kunden in die Marke zu bewahren. Die Arbeit des KBA ist ein wichtiger Pfeiler des Verbraucherschutzes und sorgt dafür, dass Sicherheitsstandards in der Automobilindustrie eingehalten werden.
Technische Details und die Suche nach der exakten Komponente
Eine detaillierte technische Aufklärung bildet die Grundlage einer transparenten Rückrufaktion. Wie bereits erwähnt, würde die Veröffentlichung der exakten OEM-Teilenummer des betroffenen RWT-Starterrelais einen großen Mehrwert für die Fachwelt und technisch interessierte Endverbraucher darstellen. Die derzeitige Kommunikation, die sich auf den „Starter“ als komplette Einheit konzentriert, lässt die genaue Ursache jedoch unklar. Dies ist nicht nur für die Diagnose in freien Werkstätten von Bedeutung, sondern auch für die Nachvollziehbarkeit der Fehlerquelle innerhalb der Lieferkette und der Produktion.
Die Komplexität moderner Fahrzeugarchitekturen, insbesondere der elektrischen Systeme, macht es immer schwieriger, einzelne Fehlerquellen präzise zu identifizieren. Ein scheinbar kleines Relais kann weitreichende Auswirkungen auf die Sicherheit und die Funktionalität eines gesamten Fahrzeugs haben. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer robusten Komponentenprüfung und einer durchgängigen Qualitätssicherung über die gesamte Lebensdauer eines Bauteils.
Die Debatte um solche Rückrufe spiegelt auch die allgemeinen Herausforderungen in der Automobilindustrie wider. Obwohl Hersteller wie BMW stets an der Spitze der technologischen Entwicklung stehen, zeigen solche Vorfälle, dass die Beherrschung der Komplexität und die Sicherstellung der Langzeitqualität von Zulieferteilen eine kontinuierliche Aufgabe bleiben. Die Fähigkeit, derartige Probleme schnell zu erkennen, transparent zu kommunizieren und effektiv zu beheben, ist letztendlich von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Erfolg und das Ansehen einer Marke. Diese Herausforderungen erfordern eine ständige Weiterentwicklung der Testmethoden und eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Zulieferern, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten. Weitere Informationen zu allgemeinen Problemen bei BMW-Modellen finden sich beispielsweise in unserer Analyse zu typischen Schwachstellen der BMW 5er Generationen G30 & G60.
Fazit von Alex Wind: Warum dieser Rückruf für BMW-Fahrer kein Grund zur Panik ist
Als Kfz-Journalist sehe ich wöchentlich Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts, doch die Dimension dieses KBA-Verfahrens 16790R ist bemerkenswert: Über 740.000 Einheiten weltweit und 42.300 Autos in Deutschland zeigen, wie tief standardisierte Gleichteile in die gesamte Modellpalette hineinreichen. Dass ein banales Starterrelais für wenige Euro durch Kontaktabrieb zum Brandrisiko mutiert, offenbart empfindliche Toleranzen in modernen 12V-Bordnetzen mit bis zu 400 Ampere Startstromspitzen.
Dass selbst der BMW i3 im Rückruf auftaucht, verwundert nur auf den ersten Blick: Betroffen sind die seltenen REx-Modelle mit Range-Extender, die für das Zuschalten des 28 kW Hilfsverbrenners auf genau dieses Starterrelais angewiesen sind. Mein Rat für betroffene Besitzer: Vereinbaren Sie unverzüglich den zweistündigen Werkstatttermin bei Ihrem BMW-Partner. Bis zur Reparatur gilt die eiserne Regel, das Auto nach dem Starten bei 0 km/h keinesfalls im Stand unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Da BMW sämtliche Material- und Arbeitskosten in Höhe von durchschnittlich 850 Euro bis 1.450 Euro zu 100 % übernimmt, ist der Mangel schnell und ohne finanzielles Risiko behoben.
Der aktuelle Rückruf von BMW, ausgelöst durch das defekte RWT-Starterrelais, ist ein ernstzunehmendes Signal, dessen Bedeutung weit über die reine Anzahl der betroffenen Fahrzeuge hinausreicht. Es ist auffällig, wie ein scheinbar kleines Bauteil wie ein Relais eine solch gravierende Sicherheitslücke, die bis zur Brandgefahr führen kann, verursachen kann. Die weite Verbreitung über nahezu alle Modellreihen und der lange Produktionszeitraum von fast sechs Jahren deuten auf ein systemisches Problem in der Komponentenbeschaffung oder den Qualitätssicherungsprozessen hin, das BMW nun konsequent angehen muss.
Es ist besonders irritierend, dass die Transparenz bezüglich der exakten OEM-Teilenummer des fehlerhaften Relais fehlt. In einer Zeit, in der technische Informationen zunehmend zugänglich sein sollten, wäre es im Interesse der Kunden und unabhängigen Werkstätten, diese Details zu veröffentlichen. Auch die spezifische Erklärung für den BMW i3, ein Elektrofahrzeug, das definitionsgemäß keinen Verbrennungsmotor-Anlasser besitzt, bleibt unzureichend. Hier bedarf es einer präziseren technischen Aufklärung, um die Verunsicherung bei den Besitzern von Elektrofahrzeugen zu minimieren und das Vertrauen in die Sicherheit der Elektromobilität nicht unnötig zu gefährden.
Die schnelle und kostenlose Behebung des Mangels ist zwar positiv zu bewerten, doch die wahre Herausforderung liegt in der Prävention solcher Vorfälle. Die zunehmende Komplexität moderner Fahrzeuge, die Integration zahlreicher elektronischer Komponenten und die Abhängigkeit von Zulieferern erfordern eine noch strengere Qualitätskontrolle. Es zeigt sich einmal mehr, dass selbst bei Premiumherstellern wie BMW die Integration der Bauteile und die Robustheit der Komponenten im Fokus stehen müssen, um derartige potenziell gefährliche Ausfälle zu verhindern. Ein Relais, das durch Abrieb und Überhitzung zur Brandgefahr wird, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Materialauswahl und die Langzeitstabilität mancher Komponenten nicht immer den hohen Ansprüchen an die Marke gerecht werden. Dieser Fall verdeutlicht eindringlich, dass selbst bei etablierten Premiummarken die Sorgfalt bei der Auswahl und Prüfung jedes einzelnen Bauteils von größter Bedeutung ist.
