Dacia Striker Hybrid 150 4×4 im Test: Allrad ohne Kardanwelle und der Trick bei leerem Akku

Dacia Striker Hybrid 150 4×4 im Test: Allrad ohne Kardanwelle und der Trick bei leerem Akku
Foto: Dacia

Der Dacia Striker Hybrid 150 4×4 tritt mit einer Systemleistung von 154 PS (113 kW) an. Dieses Modell kombiniert einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbomotor mit 140 PS (103 kW) an der Vorderachse mit einem 48V-Mild-Hybrid-System und einem 31 PS (23 kW) starken Elektromotor an der Hinterachse. Die Kraftübertragung des Benzinmotors erfolgt über ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, ergänzt durch Schaltwippen am Lenkrad. Der Striker Hybrid 150 4×4 ist ab 32.500 Euro erhältlich und positioniert sich im C-Segment der Kompakt-SUVs.

Die Besonderheit des Striker liegt in seiner Allrad-Architektur. Dacia verzichtet vollständig auf eine mechanische Kardanwelle. Dies spart Gewicht. Es schafft zudem mehr Platz im Innenraum, da kein Mitteltunnel für die Welle benötigt wird. Die Hinterachse verfügt über ein einzigartiges Zweiganggetriebe. Der erste Gang ist für Kriechfahrten und hohes Offroad-Drehmoment ausgelegt. Der zweite Gang ermöglicht Fahrten bis zu 140 km/h auf der Autobahn.

Im 2WD-Modus entkoppelt die Hinterachse vollständig. Dies verhindert Schleppverluste. Es senkt den Kraftstoffverbrauch. Die Energieversorgung des Elektromotors an der Hinterachse erfolgt über eine 48V-Lithium-Ionen-Batterie mit 0,84 kWh Kapazität. Diese wird primär durch Bremsrekuperation geladen. Die Anhängelast beträgt gebremst 1.500 kg.

Was passiert, wenn die 0,84 kWh Batterie leer ist? Eine zentrale Frage für Offroad-Enthusiasten. Der vordere Riemen-Starter-Generator speist im Offroad-Modus „Lock“ direkt elektrische Energie an den hinteren Elektromotor. Die 4×4-Fähigkeit bleibt somit dauerhaft gewährleistet. Auch bei langen, steilen Bergauffahrten.

Antriebsstrang-Integration und Effizienz

Die Integration des 48V-Mild-Hybrid-Systems an der Vorderachse unterstützt den Verbrennungsmotor. Es sorgt für sanftere Start-Stopp-Vorgänge. Es liefert zusätzliche Drehmomentunterstützung beim Beschleunigen. Der 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbomotor ist eine Weiterentwicklung bekannter Renault-Aggregate. Er ist auf Effizienz und Drehmoment im unteren Drehzahlbereich optimiert. Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet schnell und präzise. Die Schaltwippen bieten dem Fahrer manuelle Kontrolle. Dies ist besonders im Gelände oder bei sportlicher Fahrweise von Vorteil.

Die elektrische Hinterachse ist ein Novum in dieser Preisklasse. Sie ermöglicht eine präzise Drehmomentverteilung. Jedes Rad kann individuell angesteuert werden. Dies verbessert die Traktion erheblich. Besonders auf losem Untergrund. Oder bei unterschiedlichen Reibwerten. Das Zweiganggetriebe an der Hinterachse ist ein cleverer Schachzug. Der erste Gang bietet ein hohes Übersetzungsverhältnis. Ideal für extreme Steigungen. Oder das Überwinden von Hindernissen. Der zweite Gang sorgt für Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten. Die Entkopplung der Hinterachse im 2WD-Modus ist entscheidend für den Verbrauch. Sie reduziert unnötige Reibung.

Batteriemanagement und Notfallstrategien

Die 0,84 kWh Batteriekapazität mag auf den ersten Blick gering erscheinen. Sie ist jedoch ausreichend für die primäre Funktion. Nämlich die Unterstützung des Elektromotors bei Bedarf. Und die Rekuperation von Bremsenergie. Das System ist nicht darauf ausgelegt, lange rein elektrisch zu fahren. Es ist ein Hybrid. Der Fokus liegt auf der Effizienzsteigerung des Verbrenners. Und der Bereitstellung von Allradantrieb.

Die Notfallstrategie bei leerer Batterie ist bemerkenswert. Der Riemen-Starter-Generator an der Vorderachse kann direkt Strom an den hinteren Elektromotor liefern. Dies stellt sicher, dass der Allradantrieb auch unter extremen Bedingungen funktioniert. Zum Beispiel bei langen Bergauffahrten. Wo die Batterie durch kontinuierliche Leistungsabgabe entladen wird. Dieses Feature unterscheidet den Striker von vielen anderen Mild-Hybrid-Systemen. Dort ist die Allradfunktion oft an den Ladezustand der Batterie gekoppelt.

Offroad-Fähigkeiten und Alltagstauglichkeit

Die Kombination aus hohem Drehmoment des Verbrenners und der elektrischen Unterstützung an der Hinterachse macht den Striker überraschend geländegängig. Der „Lock“-Modus sorgt für maximale Traktion. Er verteilt die Kraft optimal auf alle vier Räder. Das Zweiganggetriebe an der Hinterachse ist ein echtes Plus. Es ermöglicht Kriechfahrten. Und präzises Manövrieren im schwierigen Gelände. Die Bodenfreiheit des Striker ist ebenfalls ausreichend für moderate Offroad-Einsätze.

Im Alltag überzeugt der Striker durch seine Effizienz. Die Hybrid-Technologie senkt den Kraftstoffverbrauch. Besonders im Stadtverkehr. Die fehlende Kardanwelle schafft einen ebenen Fahrzeugboden im Fond. Dies erhöht den Komfort für die Passagiere. Das Kofferraumvolumen bleibt unbeeinträchtigt. Die Anhängelast von 1.500 kg ist für viele Anwendungen ausreichend. Wohnwagen. Oder kleinere Bootsanhänger.

Wartung und Langlebigkeit

Die Komplexität des Systems wirft Fragen zur Wartung auf. Dacia hat jedoch Erfahrung mit Hybrid-Technologien. Die Komponenten sind robust ausgelegt. Der Verzicht auf eine mechanische Kardanwelle reduziert die Anzahl der beweglichen Teile. Dies kann potenziell die Wartungskosten senken. Die 48V-Batterie ist wartungsfrei. Ihre Lebensdauer ist auf die Fahrzeuglebensdauer ausgelegt. Die Elektromotoren sind ebenfalls auf Langlebigkeit konzipiert. Regelmäßige Software-Updates sind jedoch zu erwarten. Sie optimieren die Systemintegration. Und die Effizienz.

Die Ersatzteilversorgung sollte durch das Renault-Netzwerk gesichert sein. Dacia profitiert hier von der Konzernzugehörigkeit. Die Technologie ist zwar neu für Dacia. Aber sie basiert auf bewährten Prinzipien. Und Komponenten aus dem Renault-Regal. (Gott sei Dank hat Dacia echte Tasten behalten, was die Bedienung im Alltag erleichtert und von überladenen Touchscreen-Konzepten abhebt.)

Technische Spezifikationen: Dacia Striker Hybrid 150 4×4

MerkmalSpezifikation
Systemleistung154 PS (113 kW)
Verbrennungsmotor1.2L 3-Zylinder Turbo, 140 PS (103 kW)
Vorderachse48V Mild-Hybrid-System
HinterachseElektromotor, 31 PS (23 kW)
Getriebe (Verbrenner)6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT)
Getriebe (Hinterachse)2-Gang-Getriebe (1. Gang: Crawling, 2. Gang: bis 140 km/h)
Allrad-SystemElektrisch, ohne Kardanwelle
Batterie48V Lithium-Ion, 0.84 kWh
BatterieladungBremsrekuperation
Notfall-StromversorgungRiemen-Starter-Generator speist Heckmotor direkt (im „Lock“-Modus)
Entkopplung HinterachseJa, im 2WD-Modus (reduziert Schleppverluste)
Anhängelast (gebremst)1.500 kg
Preis (ab)ca. 32.500 Euro
FahrzeugsegmentKompakt-SUV (C-Segment)

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Alex Wind meint: Eine mutige und pragmatische Lösung

Ich sehe im Dacia Striker Hybrid 150 4×4 eine bemerkenswerte Ingenieursleistung. Dacia hat hier nicht versucht, das Rad neu zu erfinden, sondern eine bestehende Herausforderung – den Allradantrieb in einem kostengünstigen Paket – auf eine intelligente, unkonventionelle Weise gelöst. Der Verzicht auf die Kardanwelle ist kein Gimmick. Es ist eine konsequente Entscheidung, die Gewicht spart, Bauraum freigibt und die Komplexität mechanischer Komponenten reduziert. Das Zweiganggetriebe an der Hinterachse ist genial. Es bietet die nötige Untersetzung für echtes Gelände, ohne die Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten zu opfern.

Die Sorge um die 0,84 kWh Batteriekapazität ist berechtigt, aber die Lösung mit dem Riemen-Starter-Generator, der im „Lock“-Modus direkt Strom an die Hinterachse liefert, ist der entscheidende Punkt. Das bedeutet, der Allradantrieb ist nicht nur eine Schönwetter-Funktion. Er ist auch dann verfügbar, wenn es wirklich darauf ankommt, etwa bei langen, steilen Anstiegen im Winter oder auf anspruchsvollen Offroad-Passagen. Das ist ein klares Statement gegen „Soft-SUVs“, die nur optisch nach Geländewagen aussehen.

Ich warne jedoch davor, den Striker mit einem Hardcore-Offroader zu verwechseln. Es ist ein Kompakt-SUV mit sehr guten Allrad-Fähigkeiten für seine Klasse. Die 1.500 kg Anhängelast sind solide. Die Effizienz im Alltag wird durch das Hybrid-System spürbar sein. Für den Preis bietet Dacia hier ein Paket, das in dieser Form einzigartig ist. Es ist ein pragmatischer Ansatz, der zeigt, dass Innovation nicht immer teuer sein muss. Wer einen echten Allrounder sucht, der auch abseits befestigter Wege eine gute Figur macht und dabei den Geldbeutel schont, sollte den Striker Hybrid 150 4×4 definitiv in Betracht ziehen. Das ist kein Marketing-Gerede. Das ist solide Ingenieurskunst.


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