Lexus LX 700h (2026): Overtrail-Hybrid im Test, TCO-Falle und das i-FORCE Wunder

Lexus LX 700h (2026): Overtrail-Hybrid im Test, TCO-Falle und das i-FORCE Wunder
Foto: Lexus

Einige Fahrzeuge haben das Zeug zur Legende. Der Lexus LX gehörte in Europa lange Zeit zu einer Art faszinierendem Mythos: Ein gigantisches, fast schon anachronistisches SUV, das man hauptsächlich aus den Wüstenregionen des Nahen Ostens oder von weitläufigen Ranches in Übersee kannte. Sein Durst nach Kraftstoff war immens, seine Größe auf europäischen Straßen eine echte Herausforderung. Doch das Modelljahr 2026 markiert eine fundamentale Wende. Lexus schickt den LX 700h auf die Straße, und damit betritt eine völlig neue Interpretation dieses Luxus-Offroaders die Bühne.

Vergessen Sie jegliche Vorurteile gegenüber zurückhaltenden Hybridkonzepten. Unter der monumentalen Karosserie des LX 700h arbeitet das eindrucksvolle „i-FORCE MAX“-System, direkt aus dem robusten Toyota Tundra adaptiert. Ein 3,5-Liter-V6-Biturbo-Motor vereint sich hier mit einem elegant in die Getriebeglocke integrierten Elektromotor. Das Resultat sind beeindruckende 463 PS und ein Drehmoment von 790 Nm. Damit positioniert sich der neue LX nicht nur als Alternative zu traditionellen SUV-Giganten, sondern nimmt direkt den etablierten Range Rover P550e ins Visier. Wir haben den neuen Hybrid-Koloss in der betont widerstandsfähigen und überaus exklusiven „Overtrail“-Version durch anspruchsvolles Gelände und über deutsche Autobahnen gefahren. Ist dieser Wagen der Inbegriff von Unzerstörbarkeit und Luxus, oder bleibt er ein veredelter Toyota Land Cruiser im Maßanzug?

Vom Wüstenschiff zum Hybrid-Giganten

Der Lexus LX hat schon immer eine unverrückbare Präsenz ausgestrahlt, die auf dem robusten Fundament des Toyota Land Cruiser aufbaut. Doch wo der Land Cruiser seine Geländegängigkeit eher pragmatisch interpretiert, kleidet der LX diese in einen Mantel aus erlesenem Luxus und unaufdringlicher Dominanz. Das Modelljahr 2026 mit dem 700h-Antrieb ist hier keine Ausnahme, sondern eine Weiterentwicklung einer bewährten Formel.

Die Designsprache des LX 700h teilt die imposante Silhouette mit dem Toyota Land Cruiser J300, trägt aber das unverkennbare, ausladende „Diabolo“-Kühlergrill-Design und intelligente Matrix-LED-Scheinwerfer. In unserer Testversion, der „Overtrail“-Ausstattung, verwandelt sich der Wagen in einen echten Blickfang. Während ein Standard-LX auf 22-Zoll-Felgen für manche vielleicht das Klischee eines überdimensionierten Protz-SUV bedient, wirkt die Overtrail-Variante gänzlich anders: Auf 18-Zoll-Felgen mit grobstolligen 33-Zoll-All-Terrain-Reifen, dunklen Akzenten und der exklusiven Farbe „Moon Desert“ erinnert er an ein hochgerüstetes Expeditionsfahrzeug, das bereit ist für jede Mission abseits befestigter Wege. Dies ist Understatement auf höchstem Niveau, kombiniert mit einer visuellen Aussage von kompromissloser Robustheit.

Lexus LX 700h - Bild 1
Foto: Lexus

Unter der Haube: Ein Blick auf das Herzstück

Die Einführung des „i-FORCE MAX“-Hybridantriebs im Lexus LX 700h ist ein entscheidender Schritt. Der 3,5-Liter-V6-Biturbo-Motor vom Typ V35A-FTS, bekannt aus dem Toyota Tundra, bildet die Basis. Seine Fusion mit einem leistungsstarken Elektromotor, der geschickt in die Getriebeglocke der butterweich schaltenden 10-Gang-Aisin-Wandlerautomatik integriert ist, eliminiert eine der wenigen Schwachstellen des reinen Verbrenners: das Turboloch.

Das Fahrgefühl: Kraftentfaltung ohne Turboloch

Beim reinen Benziner (LX 600) vernahmen wir bei plötzlichem Gaspedalbefehl stets einen winzigen, aber spürbaren Moment des Wartens, bis der Ladedruck aufgebaut war. Der Hybrid füllt genau diese Lücke mit elektrischer Sofortkraft. Streicheln wir das Fahrpedal, schiebt der Elektromotor den beinahe 2,7 Tonnen schweren Koloss ansatzlos und flüsterleise an. Der Wagen wirkt überraschend leichtfüßig und agil, besonders im Stadtverkehr oder beim Anfahren. Die 463 PS Systemleistung und die gewaltigen 790 Nm Drehmoment stehen zu jeder Zeit souverän bereit und katapultieren den LX bei Bedarf in rund 6,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erscheint angesichts des Fahrzeugtyps und seiner Bestimmung mehr als ausreichend.

Der Verbrauch: Eine Überraschung auf Rädern

Während frühere LX-Generationen für ihren exzessiven Durst berüchtigt waren (oftmals über 14 Liter Super pro 100 Kilometer), bringt das i-FORCE MAX-System hier eine erhebliche Verbesserung. Unsere Testfahrten im gemischten Betrieb, mit Autobahnanteilen, zeigten einen realen Verbrauch zwischen 11,0 und 12,5 Litern Super pro 100 Kilometer. Für ein Fahrzeug dieser Größe, mit permanentem Allradantrieb, schrankwandähnlicher Aerodynamik und knapp drei Tonnen Leergewicht, ist dies ein absolut respektabler und überraschend moderater Wert, der die Effizienz des Vollhybridsystems unterstreicht.

Fahrwerk und die Realität deutscher Straßen

Der Lexus LX 700h thront, wie sein Land-Cruiser-Pendant, auf einem klassischen Leiterrahmen, kombiniert mit einer Doppelquerlenkerachse vorne und einer massiven Starrachse hinten. Diese Konstruktion ist der Schlüssel zu seiner legendären Robustheit und Geländetauglichkeit. Doch sie bringt auch spezifische Fahreigenschaften mit sich, die auf europäischen Straßen – insbesondere im Vergleich zu modernen SUVs mit selbsttragender Karosserie und Luftfederung – spürbar werden.

Komfort auf langen Strecken: Autobahn & Landstraße

Auf der Autobahn gleitet der LX souverän dahin. Die Federung, vor allem mit den weicheren 18-Zoll-Reifen der Overtrail-Edition, schluckt größere Fahrbahnunebenheiten und Bodenwellen bemerkenswert gut weg. Auch auf der Landstraße bietet der LX ein entspanntes und erhabenes Fahrgefühl. Das Lenkverhalten ist präzise genug, um Vertrauen zu schaffen, wenngleich die physikalischen Grenzen eines so großen und schweren Fahrzeugs in schnellen Kurven schnell erreicht sind. Hier neigt der Aufbau spürbar zur Seite, ein Tribut an den Leiterrahmen und die hohe Bauweise. Er ist kein Sportwagen, und er will auch keiner sein – seine Domäne ist das entspannte und souveräne Reisen, nicht die Kurvenhatz.

Die Akustik: Ruhe im Sturm der Geschwindigkeit

Eines der Highlights des LX ist die akustische Isolation. Dank massiver Akustikverglasung und umfangreicher Dämmung herrscht im Innenraum selbst bei Autobahngeschwindigkeiten um 130 km/h eine bemerkenswerte Stille, die an ein professionelles Aufnahmestudio erinnert. Windgeräusche sind kaum wahrnehmbar, und auch der V6-Motor tritt erst bei starker Beschleunigung dezent in den Vordergrund. Lediglich auf kurzen, harten Querfugen oder bei ausgeprägten Fahrbahnverwerfungen meldet sich die schwere Starrachse hinten mit einem leichten, aber spürbaren Nachzittern („Jittering“) in die Kabine. Dies ist ein systembedingtes Merkmal des Leiterrahmenkonzepts und lässt sich nicht vollständig eliminieren, wird aber durch die weiche Bereifung gut gedämpft.

Lexus LX 700h - Bild 2
Foto: Lexus

Innenraum: Tradition trifft dezente Digitalisierung

Beim Einsteigen in den Lexus LX 700h empfindet man eine Mischung aus Ehrfurcht und Geborgenheit. Man thront weit über dem normalen Verkehrsgeschehen, und der Innenraum vermittelt sofort das Gefühl von Dauerhaftigkeit und Qualität.

Takumi-Handwerk und haptische Exzellenz

Während ein Range Rover mit seinem puristischen, minimalistischen Design begeistert, vermittelt der Lexus eine andere Botschaft: „Das hier hält locker 100 Jahre.“ Die Liebe zum Detail der japanischen „Takumi“-Meister ist offensichtlich. Spaltmaße sind perfekt, das „Havana Brown“-Leder fühlt sich butterweich an, und es knarzt oder klappert absolut nichts. Dieses Qualitätsniveau erreicht spielend das einer Marke wie Bentley. Das Modelljahr 2026 bringt eine dezente Digitalisierung mit sich, darunter ein 12,3-Zoll-Kombiinstrument. Der zentrale 14-Zoll-Touchscreen bleibt das Herzstück des Infotainments.

Der wahre ergonomische Ritterschlag: Lexus widersteht dem aktuellen Touchscreen-Wahn! Unter dem großen Display findet sich eine physische Tastenreihe für die Klimatisierung und massive, griffige Drehschalter für die Offroad-Modi. Dieses Auto lässt sich auch bei Minusgraden mit dicken Handschuhen noch blind bedienen – ein unschätzbarer Vorteil für alle, die das Fahrzeug tatsächlich im Gelände oder unter extremen Bedingungen nutzen.

Platzangebot und der leicht erhöhte Kofferraumboden

Das Raumangebot im Fond ist (besonders in der viersitzigen „Ultra Luxury“-Variante) absolut erstklassig. Hier reist man wie in einer First-Class-Lounge. Die Beinfreiheit ist opulent, und auch große Passagiere finden mühelos eine bequeme Position. Eine kleine, aber bedenkenswerte Schwachstelle des Hybridkonzepts: Das Batteriepaket liegt unter dem Ladeboden und hebt diesen geringfügig an. Vor dem Kauf empfiehlt es sich daher unbedingt zu prüfen, ob ein sperriger Kinderwagen oder andere große Gegenstände noch komfortabel über die leicht erhöhte Ladekante in den Kofferraum gleiten.

Die Kosten-Frage: Anschaffung, Unterhalt und Wertbeständigkeit

Der Lexus LX 700h, als Importfahrzeug auf dem deutschen Markt, bewegt sich preislich in einer Liga, die eine genaue Betrachtung des Unterhalts erfordert.

Dienstwagen-Falle oder Privatkäufer-Segen?

Aus kaufmännischer Sicht für Dienstwagenfahrer in Deutschland ist der LX 700h eine Herausforderung. Obwohl er ein modernes Hybridsystem besitzt, handelt es sich um einen reinen Vollhybriden (HEV) mit einer kleinen 1,87-kWh-Batterie, die nicht extern geladen werden kann. Das Fahrzeug erfüllt damit nicht die Kriterien für einen Plug-in-Hybrid (PHEV) und fällt somit unter die volle 1,0%-Dienstwagenversteuerung. Bei einem Bruttolistenpreis, der deutlich über 130.000 Euro liegt, bedeutet dies einen erheblichen monatlichen Gehaltsabzug. Für Unternehmen und ihre Mitarbeiter, die auf die steuerlichen Vorteile eines PHEV angewiesen sind, ist der LX 700h daher oft keine Option.

Für den Privatkäufer oder Freiberufler hingegen dreht sich das Blatt. Während ein Range Rover oder Mercedes GLS nach Ablauf der Garantiezeit oft Tausende von Euro an unerwarteten Reparaturkosten verursachen kann, glänzt der Lexus LX durch seine legendäre Zuverlässigkeit. Basierend auf der unverwüstlichen TNGA-F Plattform, führt er Zuverlässigkeits-Rankings (wie die von J.D. Power) regelmäßig an. Wer diesen Wagen kauft, um ihn ein Jahrzehnt oder länger zu fahren, profitiert von einem minimalen Wertverlust und kaum außerplanmäßigen Werkstattaufenthalten. Dies macht den scheinbar hohen Anschaffungspreis über die Jahre hinweg zu einer intelligenten Investition. Typische Probleme wie Verkokung bei TSI-Motoren oder anfällige DPF-Systeme bei Dieseln sind dem LX 700h fremd. Sein Antriebsstrang ist auf Langlebigkeit und problemfreien Betrieb ausgelegt.

Kfz-Steuer und Versicherungsklassen: Die Zahlen

Die Kfz-Steuer für den Lexus LX 700h in Deutschland wird sich voraussichtlich im Bereich von 300 bis 400 Euro pro Jahr bewegen, basierend auf dem Hubraum (3.445 cm³) und einem kombinierten CO2-Ausstoß von geschätzten 250-280 g/km (nach WLTP für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistungscharakteristik). Der Hybridanteil wirkt sich hier nicht steuermindernd aus, da es kein Plug-in-Hybrid ist.

Bei den Versicherungsklassen (Typklassen) wird der LX 700h aufgrund seines hohen Kaufpreises, der hohen Motorleistung und der potenziellen Reparaturkosten in der Vollkasko- und Teilkaskoversicherung eher hoch eingestuft. Rechnen Sie mit Typklassen im Bereich von:

  • Haftpflicht: ca. 20-22
  • Teilkasko: ca. 28-30
  • Vollkasko: ca. 32-34

Diese Einstufungen führen zu entsprechend hohen Versicherungsprämien, die man in die monatlichen Fixkosten einkalkulieren muss.

Lexus LX 700h - Bild 3
Foto: Lexus

Abmessungen und die engen Grenzen der Autobahn

Der Lexus LX 700h ist ein Fahrzeug von stattlicher Größe. Seine Länge beträgt 5.100 mm. Besonders relevant auf deutschen Straßen ist jedoch seine Breite: Mit voll ausgeklappten Außenspiegeln erreicht der Koloss eine geschätzte Breite von rund 2.260 Millimetern.

Diese Abmessung hat auf deutschen Autobahnen eine wichtige Konsequenz: Viele temporär eingerichtete linke Fahrspuren in Baustellenbereichen sind aus Sicherheitsgründen auf eine maximale Fahrzeugbreite von 2,10 Metern begrenzt. Wer mit einem überbreiten Fahrzeug diese Spuren befährt, riskiert nicht nur ein Bußgeld und Punkte in Flensburg, sondern gefährdet auch seine Insassen und andere Verkehrsteilnehmer. Zudem kann im Falle eines Unfalls wegen grober Fahrlässigkeit der Vollkaskoschutz erlöschen. Der Lexus LX 700h überschreitet diese 2,10-Meter-Grenze deutlich, weshalb seine Nutzung der linken Fahrspur in solchen Baustellenbereichen rechtlich nicht gestattet ist. Praktisch bedeutet dies, dass Fahrer des LX in Baustellen stets auf die rechte oder mittlere Spur ausweichen müssen.

Sicherheit: Vertrauen durch Substanz und Technik

Der Lexus LX 700h baut auf einer Plattform auf, die für ihre Stabilität und passive Sicherheit bekannt ist. Obwohl der LX selbst kein spezifisches Euro NCAP Rating besitzt, ist sein enger Verwandter, der Toyota Land Cruiser J300, mit einer 5-Sterne-Bewertung bei Euro NCAP (2022) ausgezeichnet worden. Dies lässt Rückschlüsse auf das hohe Sicherheitsniveau des LX zu.

Lexus stattet den LX serienmäßig mit einem umfassenden Paket an aktiven und passiven Sicherheitssystemen aus. Dazu gehören:

  • Pre-Collision System (PCS) mit Fußgänger- und Radfahrererkennung: Eine automatische Notbremsfunktion (AEB), die Kollisionen verhindern oder deren Schwere mindern soll.
  • Adaptiver Geschwindigkeitsregler (Adaptive Cruise Control – ACC): Hält den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
  • Spurhalteassistent (Lane Tracing Assist – LTA) und Spurverlassenswarner (Lane Departure Alert – LDA): Unterstützen den Fahrer beim Halten der Spur.
  • Verkehrszeichenerkennung (Road Sign Assist – RSA): Zeigt erkannte Verkehrszeichen im Kombiinstrument an.
  • Toter-Winkel-Warner (Blind Spot Monitor – BSM): Warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel.

Im Vergleich zu den Sicherheitssystemen älterer Generationen oder mancher Konkurrenten bietet der LX 700h eine moderne und umfassende Ausstattung, die den hohen Standards der Premium-SUV-Klasse gerecht wird. Die Systeme arbeiten unaufdringlich und zuverlässig, bieten dem Fahrer jedoch ein hohes Maß an Unterstützung und zusätzliche Sicherheit, ohne ihn zu überfordern.

Lexus LX 700h - Bild 4
Foto: Lexus

Stimmen aus der Praxis: Ehrliche Urteile von Besitzern

Wir haben uns in deutschen Foren wie Motor-Talk.de und in Kommentaren auf Auto Bild umgesehen, um ein Stimmungsbild zum Lexus LX (und dem eng verwandten Land Cruiser J300) einzufangen. Die Meinungen sind, wie erwartet, stark polarisiert, doch einige Punkte kristallisieren sich klar heraus:

Positives Feedback:

  • Unzerstörbarkeit und Zuverlässigkeit: Dies ist der am häufigsten genannte Punkt. Besitzer loben die legendäre Toyota/Lexus-Qualität, die das Fahrzeug über Jahre hinweg nahezu wartungsfrei mache. „Man kauft den, und der fährt einfach immer“, fasst ein Nutzer zusammen.
  • Offroad-Fähigkeit: Enthusiasten sind begeistert von der kompromisslosen Geländetauglichkeit, den mechanischen Sperren und der Watttiefe. „Steht einem G-Modell in nichts nach, nur komfortabler“, schreibt ein Fahrer.
  • Verarbeitungsqualität im Innenraum: Das „Takumi-Handwerk“ wird oft hervorgehoben. Materialauswahl und Haptik werden als „auf höchstem Niveau“ beschrieben.
  • Ergonomie: Die physischen Tasten für Klima und Offroad-Funktionen finden breiten Anklang. „Endlich ein Auto, wo man nicht ständig aufs Display tippen muss“, meint ein genervter Nutzer.

Kritikpunkte und typische Beschwerden:

  • Fahrwerkskomfort auf schlechten Straßen: Mehrere Besitzer bemängeln das „Nachzittern“ der Starrachse bei kurzen, harten Querfugen. „In der Stadt spürt man jeden Kanaldeckel etwas zu deutlich“, heißt es.
  • Geräuschentwicklung der Reifen: Besonders die grobstolligen All-Terrain-Reifen der Overtrail-Variante können auf der Autobahn zu einem erhöhten Abrollgeräusch führen, das die ansonsten hervorragende Geräuschdämmung leicht trübt.
  • Infotainmentsystem: Obwohl die Bedienung über Tasten gelobt wird, bemängeln einige Nutzer die grafische Oberfläche des 14-Zoll-Displays. „Wirkt etwas altbacken neben einem modernen MBUX oder iDrive“, merkt ein Kommentator an. Die Menüführung sei gelegentlich verschachtelt.
  • Breite in Baustellen: Der „Baustellen-Faktor“ wird von vielen deutschen Besitzern als größtes Manko im Alltag genannt. „Man ist quasi zum Schleichen auf der rechten Spur verdammt“, lautet ein häufiger Frust.

Insgesamt überwiegen die positiven Erfahrungen bei Weitem, insbesondere die Zuverlässigkeit und die Geländetauglichkeit überzeugen die Käufer, die genau diese Eigenschaften suchen.

Konkurrenzanalyse: Ein Duell der Titanen

Der Lexus LX 700h tritt in einem Segment an, das von etablierten europäischen Luxus-SUVs dominiert wird. Er verfolgt dabei einen eigenen, unverkennbaren Ansatz.

FeatureLexus LX 700h OvertrailRange Rover P550eMercedes-Benz GLS 580
Motor3.5L V6-HEV (463 PS)3.0L R6-PHEV (550 PS)4.0L V8-MHEV (517 PS)
FahrwerkLeiterrahmen + StarrachseUnibody + LuftfederungUnibody + Luftfederung
ZuverlässigkeitAbsolute BenchmarkOftmals durchwachsenGut, aber Elektronik anfällig
ErgonomieTop (Echte Klima-Tasten)Pivi Pro (Viel Touch)MBUX (Fast nur Touch)
Preis (Deutschland)ab ca. 135.000 € (Import)ab ca. 150.000 €ab ca. 140.000 €
SteuervorteilKeine (Volle 1,0%)Ja (0,5% für PHEV)Keine (Volle 1,0%)

Der Mercedes-Benz GLS 580 präsentiert sich als das überlegene Reiseauto für Asphalt und bietet eine luxuriöse, technologisch hochmoderne Kabine. Seine kapazitiven Lenkradtasten und das gelegentlich überladene Infotainment-System können jedoch im Alltag stören. Der Range Rover P550e liefert das vielleicht erhabenste und plüschigste Fahrgefühl seiner Klasse und punktet mit dem 0,5%-Steuervorteil für Plug-in-Hybride. Seine historische Anfälligkeit in der Elektronik sowie die nicht immer tadellose Langzeitqualität sind jedoch Punkte, die potenzielle Käufer bedenken sollten.

Der Lexus LX 700h gewinnt dieses Duell, wenn es um kompromisslose Zuverlässigkeit und Langlebigkeit geht. Er ist nicht das sportlichste SUV und bietet auch nicht die geschmeidigste Fahrt auf perfekten Asphaltstraßen, aber er ist der absolute Garant dafür, dass man jedes noch so ferne Ziel lebend und entspannt erreicht. Seine Stärke liegt in seiner Robustheit und seiner Fähigkeit, nahezu jedes Terrain zu meistern, ohne jemals zu murren.

Fazit: Eine Kaufempfehlung für die Ewigkeit?

Der Lexus LX 700h (2026) ist kein Fahrzeug für jene, die stets das größte Curved-Display suchen oder sich vom Auto komplett autonom chauffieren lassen wollen. Er ist auch nicht die erste Wahl für Pendler, die einen steuerbegünstigten Dienstwagen suchen.

Dieser japanische Riese ist ein hochherrschaftliches Automobil für Menschen, die einfach ankommen wollen. Immer. Überall. Unter allen erdenklichen klimatischen Bedingungen. Mit dem neuen „i-FORCE MAX“ Hybridsystem aus dem Tundra hat der Wagen sein nerviges Turboloch abgelegt, agiert spürbar leichtfüßiger und sparsamer – ohne seine legendäre, fast schon panzerhafte Unzerstörbarkeit auf dem Altar der Effizienz zu opfern.

Wem empfehlen wir dieses beeindruckende Fahrzeug? Erfolgreichen Bauunternehmern, passionierten Reitern mit schweren Anhängern, Abenteurern, die abgelegene Orte erkunden, und jedem, der sein Fahrzeug nicht nach drei Leasing-Jahren abgeben, sondern es an seine Enkelkinder vererben möchte.

Ein ausdrücklicher Rat: Ignorieren Sie die teils protzige Optik der 22-Zoll-Versionen und wählen Sie unbedingt die rustikale „Overtrail“-Edition! Die weicheren 18-Zoll-Reifen filtern den deutschen Straßen-Flickenteppich hervorragend weg, und das Design ist das maskulinste Understatement, das die SUV-Klasse im Jahr 2026 zu bieten hat. Der Lexus LX 700h ist mehr als nur ein Auto; er ist eine Investition in ungestörte Mobilität und Gelassenheit.

Technische Daten: Lexus LX 700h Overtrail (Modelljahr 2026)

DatenpunktSpezifikation
Motor3.5L V6-Biturbo (V35A-FTS) + E-Motor (HEV)
Systemleistung463 PS (340 kW)
Drehmoment790 Nm
AntriebPermanenter Allradantrieb (zuschaltbare Sperren)
Getriebe10-Gang-Wandlerautomatik (Aisin)
Batterie / System1,87 kWh (Nickel-Metallhydrid) / Vollhybrid (Ohne Stecker)
0-100 km/hca. 6,0 Sekunden
Höchstgeschw.210 km/h
KraftstoffSuper Benzin
WLTP-Verbrauchca. 11,0 – 12,5 l/100 km (kombiniert, realitätsnah)
Länge5.100 mm
Breite (mit Spiegel)ca. 2.260 mm
Höheca. 1.895 mm (Overtrail)
Radstand2.850 mm
Kofferraumvolumenca. 1.100 Liter (5-Sitzer, bis Dach)
Tankvolumen80 Liter
Leergewichtca. 2.680 – 2.750 kg (je nach Ausstattung)
Anhängelast (gebr.)3.500 kg
Watttiefe700 mm
Basispreis DEab ca. 135.000 € (Grauimport / Spezialhändler)
Leasing (Richtwert)ca. 1.800 – 2.500 €/Monat (36 Monate, 10.000 km/Jahr, ohne Anzahlung)

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