Der Lexus RX, oft als stiller Pionier im Segment der luxuriösen SUVs bezeichnet, hat sich seit seiner Einführung in den späten 90er-Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Damals als exotische Idee abgetan, ist er heute ein ernstzunehmender Mitbewerber im umkämpften Premium-Segment. Mit der aktuellen, fünften Generation (Baureihe AL20/AL30) verfolgt Lexus eine klare Philosophie: maximalen Komfort, höchste Zuverlässigkeit und eine außergewöhnliche Gelassenheit zu bieten. Hier geht es nicht um die schnellste Rundenzeit auf der Nordschleife oder den aufdringlichsten Auftritt vor dem Nobelrestaurant. Der RX konzentriert sich auf das Wohlbefinden seiner Insassen – ein mobiles Refugium auf Rädern.
Wir haben das japanische Flaggschiff in zwei unterschiedlichen Konfigurationen ausgiebig gefahren: als den vernünftigen Plug-in-Hybrid RX 450h+ und als das sportlichere, neu konzipierte Topmodell RX 500h mit Turbo-Hybridantrieb. Hält dieser Außenseiter, was er verspricht, und kann er tatsächlich die etablierte deutsche Premium-Liga herausfordern?
Der RX im Detail: Zahlen, Fakten und erste Eindrücke
Bevor wir ins Fahrerlebnis eintauchen, analysieren wir die harten Fakten, die den Lexus RX definieren. Gerade bei einem Fahrzeug dieser Klasse sind die Abmessungen, Antriebsoptionen und Verbrauchsdaten entscheidend für die Alltagstauglichkeit und die laufenden Kosten.
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Datenpunkt
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Lexus RX 500h F SPORT
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Lexus RX 450h+ PHEV
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Motor & Antrieb
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2.4L R4-Turbo + eAxle (Direct4-Allrad)
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2.5L R4-Sauger + 2 E-Motoren (E-FOUR-Allrad)
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Systemleistung / Drehmoment
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371 PS / 550 Nm
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309 PS / 270 Nm (Verbrenner) + E-Motoren
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Getriebe
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6-Gang-Wandlerautomatik
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E-CVT (Planetengetriebe)
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Fahrwerk
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MacPherson vorn / Mehrlenker hinten (adaptiv AVS)
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MacPherson vorn / Mehrlenker hinten
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Batterie (Brutto)
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1,4 kWh NiMH (Puffer)
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18,1 kWh Lithium-Ionen
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E-Reichweite (WLTP)
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–
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ca. 65 km
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0-100 km/h
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6,2 s
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6,5 s
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Höchstgeschwindigkeit
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210 km/h
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200 km/h
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Testverbrauch (Mix)
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ca. 8,2 l/100 km
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Leer: 6,5 – 7,0 l/100 km (PHEV)
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Länge
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4890 mm
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4890 mm
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Breite (ohne Spiegel)
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1920 mm
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1920 mm
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Breite (mit Spiegel)
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2120 mm
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2120 mm
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Höhe
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1695 mm
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1695 mm
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Radstand
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2850 mm
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2850 mm
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Leergewicht (nach DIN)
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ca. 2100 kg
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ca. 2200 kg
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Kofferraumvolumen
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461 Liter
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461 Liter
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Tankvolumen
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65 Liter
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55 Liter
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Anhängelast (gebremst)
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2000 kg
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2000 kg
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Preis in Deutschland ab
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ca. 94.000 €
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ca. 75.000 €
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Leasing (Mtl. ab ca.)
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850 – 1200 €
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700 – 1000 €
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Das Duell der Ökonomie: PHEV gegen Turbo-Hybrid im TCO-Check
Die Wahl des Motors beim Lexus RX hat in Deutschland direkte Auswirkungen auf die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO), insbesondere für Geschäftskunden. Das Finanzamt unterscheidet rigoros zwischen Fahrzeugen mit und ohne Stecker.
Wer den sportlichen RX 500h oder den Einstiegs-Vollhybrid RX 350h wählt, muss mit der vollen 1,0 % Dienstwagenbesteuerung rechnen. Eine jährliche Kfz-Steuer von etwa 300 bis 400 Euro ist hierbei realistisch, da sie sich am CO2-Ausstoß orientiert. Auch die Versicherungseinstufung liegt im mittleren bis oberen Bereich für Premium-SUVs: Typklassen um 20-22 für Haftpflicht, 24-26 für Teilkasko und 28-30 für Vollkasko sind typisch.
Der absolute „Smart Buy“ für kostenbewusste Käufer ist der RX 450h+ als Plug-in-Hybrid. Seine elektrische WLTP-Reichweite von rund 65 Kilometern qualifiziert ihn mühelos für die halbierte 0,5 % Besteuerung des geldwerten Vorteils. Zudem drückt der geringe offizielle CO2-Ausstoß die jährliche Kfz-Steuer auf lediglich 60 bis 100 Euro, ein erheblicher Vorteil.
Der wahre Clou des RX 450h+ offenbart sich jedoch erst bei leerem Akku auf Langstrecken. Während viele PHEV-Konkurrenten dann zu unbarmherzigen Säufern mutieren und leicht 9 bis 11 Liter Superbenzin konsumieren, schaltet der Lexus in seinen hocheffizienten Vollhybrid-Modus um. Wir haben im Test einen realen Verbrauch von 6,5 bis 7,0 Litern Superbenzin auf 100 Kilometern gemessen – ein beeindruckender Wert für ein über zwei Tonnen schweres SUV. Dies ist ein physikalisches Meisterwerk, das die Flotten-Tankkarten spürbar entlastet.
Auch in puncto Langzeitqualität punktet der RX. Lexus gilt seit Jahren als Benchmark für Zuverlässigkeit, was das Risiko teurer und unerwarteter Werkstattaufenthalte erheblich minimiert. Typische Probleme mit Verkokung bei Benzin-Direkteinspritzern (wie sie bei manchen TSI-Motoren auftreten können) oder anfällige AGR/DPF-Systeme bei Dieseln sind bei den robusten Hybridantrieben von Lexus äußerst selten.
Ästhetik und die Tücken der Breite im deutschen Alltag
Lexus hat mit seinem markanten, aggressiven „Diabolo“-Kühlergrill über Jahre die Meinungen gespalten. Bei der fünften Generation haben die Designer den Auftritt jedoch deutlich harmonisiert und verfeinert. Der Kühlergrill scheint nun organisch in die Karosserie „hineinzuschmelzen“ und geht im oberen Bereich fließend in die Wagenfarbe über, um sich nach unten hin elegant zu öffnen. In Kombination mit dem markentypischen „Floating Roof“, das die C-Säule optisch schweben lässt, wirkt der RX langgestreckt und äußerst elegant. Er ist das Auto für Führungskräfte, die stilvolle Zurückhaltung einem protzigen Auftritt vorziehen.
Diese gestreckte Eleganz hat in der deutschen Verkehrsrealität allerdings eine praktische Kehrseite. Die Grundbreite ohne Außenspiegel beträgt bereits stattliche 1,92 Meter. Mit voll ausgeklappten Spiegeln erreicht der Japaner jedoch wuchtige 2,12 Meter. Das bedeutet für Fahrer in Deutschland: In Autobahnbaustellen, deren linke Fahrspuren oft auf 2,00 oder 2,10 Meter Breite begrenzt sind, ist größte Vorsicht geboten. Wer dort am Lkw-Verkehr vorbeiziehen möchte, riskiert nicht nur unschöne Kratzer an den teuren Seiten, sondern im Falle eines Unfalls auch den Verlust des vollen Kaskoschutzes. Es erfordert hier eine bewusste Fahrweise und gegebenenfalls das freiwillige Ausweichen auf die rechte Spur, um Konfrontationen oder Beschädigungen zu vermeiden.
Interieur: Omotenashi, E-Latch und eine Klima-Kontrolle zum Vorbild nehmen
Beim Betreten des Cockpits spüren wir sofort das Konzept des „Omotenashi“ – die tief verwurzelte japanische Gastfreundschaft, die in allen Details auf den Gast vorausblickt. Und genau so präsentiert sich der Innenraum. Die Materialauswahl und Verarbeitungsqualität lassen keine Zweifel an der Premium-Ambition aufkommen: Seidenweiches Nappaleder, millimetergenaue Nähte und die vollständige Abwesenheit von störendem Hartplastik schaffen eine Atmosphäre des Wohlbefindens. Das optionale Mark Levinson Soundsystem mit 21 Lautsprechern liefert einen so kristallklaren, druckvollen Klang, dass man fast schon gerne im Stau steht.
Ein brillanter 14-Zoll-Touchscreen dominiert die Mittelkonsole und reagiert blitzschnell auf Eingaben. Doch der wahre Triumph in Sachen Ergonomie liegt im Detail: Lexus widersteht dem Trend, alle Funktionen in Touch-Menüs zu verstecken, insbesondere bei der Klimatisierung. Sie haben massive, angenehm rastende physische Drehregler für die Temperatur direkt in das untere Glas des Touchscreens integriert! Im Zentrum jedes Drehreglers sitzt ein kleines, gestochen scharfes Digitaldisplay. So gelingt die Symbiose aus Hightech und intuitiver, blinder Bedienung – ein haptisches Meisterwerk.
Auch die Sicherheit beim Aussteigen wurde neu gedacht: Die Türen öffnen von innen nicht über mechanische Griffe, sondern per Tastendruck („E-Latch“). Das System ist intelligent mit dem Totwinkelassistenten (Safe Exit Assist) gekoppelt. Nähert sich ein Radfahrer von hinten, blockiert die Türverriegelung elektronisch und verhindert so zuverlässig schwere „Dooring“-Unfälle. Im Euro NCAP Crashtest erzielt der RX Bestwerte und bietet serienmäßig alle wichtigen Sicherheitsfeatures wie den Spurhalteassistenten (Lane Assist) und die automatische Notbremse (AEB), die in ihrer Funktion auf dem Niveau der größeren Modelle agieren.
Antrieb und Fahrdynamik: Vom Gummiband-Effekt zur Sechsgang-Euphorie
Beim Antrieb beschreitet Lexus mit dem RX 500h neue Wege. Vergessen Sie alles, was Sie über aufheulende, stufenlose Getriebe (E-CVT) bei Lexus zu wissen glaubten, wenn Sie das sportliche Topmodell bestellen!
Der RX 500h nutzt erstmals eine Kombination aus einem durchzugsstarken 2,4-Liter-Vierzylinder-Turbomotor an der Vorderachse und einer kraftvollen E-Achse an der Hinterachse (Direct4-Allrad). Die technische Besonderheit: Lexus verbaut hier kein stufenloses CVT-Getriebe, sondern eine klassische 6-Gang-Wandlerautomatik, bei der der Drehmomentwandler durch eine nasse Anfahrkupplung ersetzt wurde. Das Resultat sind 371 PS und 550 Nm Systemleistung, die den SUV wuchtig und mit spürbaren, satten Schaltvorgängen in 6,2 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Der berüchtigte Gummiband-Effekt, den manche am E-CVT kritisieren, ist beim 500h gänzlich verschwunden. Er fühlt sich beim Beschleunigen eher an wie ein V6-Turbo mit großem Hubraum.
Trotz Hinterachslenkung und adaptivem Fahrwerk (AVS) mutiert aber auch der RX 500h nicht zum kompromisslosen Kurvenräuber. Seine Domäne bleibt das souveräne Dahingleiten. Das Fahrwerk filtert Querfugen und Fahrbahnunebenheiten mit majestätischer Gelassenheit weg. Dank doppelter Akustikverglasung und „Active Noise Control“ – einer Gegenschall-Technologie über die Lautsprecher – herrscht im Innenraum bei Tempo 160 km/h auf der Autobahn eine nahezu bibliothekarische Stille. Wind- und Abrollgeräusche sind selbst bei hohen Geschwindigkeiten exzellent gedämpft. Der RX lädt den Fahrer stets zu einer defensiven, völlig entspannten Fahrweise ein. Dieses Gefühl der Ruhe, kombiniert mit der unaufgeregten Kraftentfaltung, ist ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse.
Platzangebot und der knappe Kofferraum
Das Raumangebot für die Passagiere ist im Lexus RX königlich. Im Fond reisen selbst großgewachsene Erwachsene mit üppiger Bein- und Kopffreiheit. Die elektrisch verstellbaren Rücksitzlehnen vermitteln ein Gefühl von Business-Class-Komfort.
Der einzige nennenswerte Kompromiss im Alltag wartet hinter der elektrischen Heckklappe. Mit lediglich 461 Litern Kofferraumvolumen bis zur Laderaumabdeckung fällt der RX im Klassenvergleich eher bescheiden aus. Ein Mercedes-Benz GLE oder BMW X5 schluckt hier spürbar mehr Reisegepäck. Die schräg abfallende Heckscheibe und der relativ hohe Ladeboden begrenzen den Transport sperriger Gegenstände zusätzlich. Für den Wochenendtrip zu viert reicht der Platz, für den Umzug oder einen Großeinkauf im Möbelhaus ist er jedoch zu begrenzt.
Stimmen aus der Praxis: Was Besitzer wirklich berichten
Auf deutschen Foren wie Motor-Talk.de oder in Leserbriefen der Auto Bild zeichnet sich ein konsistentes Bild des Lexus RX ab:
- Positive Rückmeldungen: Viele Besitzer loben die hervorragende Verarbeitungsqualität und die nahezu makellose Langzeit-Zuverlässigkeit. Die Laufruhe des Antriebs (insbesondere des 450h+) wird oft hervorgehoben, ebenso wie der hohe Reisekomfort und die exzellente Geräuschdämmung, die auch auf langen Autobahnfahrten für entspannte Atmosphäre sorgt. Das Design findet nach der Entschärfung des Kühlergrills breitere Akzeptanz. Die physischen Klimaregler werden als Segen empfunden.
- Kritikpunkte: Trotz der insgesamt hohen Zufriedenheit gibt es wiederkehrende Anmerkungen. Einige empfinden die Fahrwerksabstimmung als straff, besonders auf schlechten Straßen oder mit größeren Rädern, was dem ansonsten weichen Charakter widerspricht. Auch wenn die Akustikdämmung insgesamt exzellent ist, berichten manche von leichten Abrollgeräuschen der Reifen, die bei bestimmten Geschwindigkeiten in den Innenraum dringen können. Gelegentlich werden Software-Glitches oder langsame Reaktionen des Infotainmentsystems nach dem Start bemängelt, die aber meist nach einem Neustart behoben sind. Auch das begrenzte Kofferraumvolumen ist ein häufiger Kritikpunkt, besonders für Familien.
Konkurrenz-Check: Wer punktet wo im Premium-Segment?
Im hart umkämpften Premium-SUV-Segment trifft der Lexus RX auf starke deutsche Rivalen. Während der RX seine Nische als „Anti-Stress-Gleiter“ gefunden hat, spielen seine Mitbewerber ihre eigenen Stärken aus.
Der BMW X5 (z.B. als xDrive50e) überzeugt mit seinem fahrdynamisch überlegenen Sechszylinder-Motor, einer teils gigantischen elektrischen Reichweite (bis zu 90 km) und der Fähigkeit, bis zu 2.700 kg zu ziehen. Dafür ist er in der Anschaffung, insbesondere mit gehobener Ausstattung, deutlich teurer und verbraucht bei leerem Akku spürbar mehr. Er ist der Sportler unter den Großen.
Der Mercedes-Benz GLE (z.B. als GLE 400 e) ist der unbestrittene Lademeister seiner Klasse und bietet einen riesigen Kofferraum. Allerdings kämpft er mit einer teils überfrachteten, touch-lastigen Bedienung und einem hohen Leergewicht, was sich ebenfalls auf den Verbrauch bei leerem Akku auswirkt. Er steht für Status und Raum.
Der Lexus RX tritt als Alternative auf, die Vernunft, Komfort und Zuverlässigkeit in den Vordergrund stellt. Er ist in der Anschaffung oft günstiger als vergleichbar ausgestattete deutsche Modelle und brilliert beim Verbrauch des PHEV mit leerer Batterie, was im Alltag enorme Kosten sparen kann. Seine Langzeitqualität und die hohe Wertbeständigkeit sind ein Argument, das die deutschen Konkurrenten nur schwer kontern können.
Fazit von Alex Wind: Die entspannte Luxus-Oase unter den SUVs
Alex Wind meint: Der Lexus RX bleibt der Inbegriff des entspannten Reisens. Mit seiner exzellenten Geräuschdämmung und dem harmonischen Voll- und Plug-in-Hybridantrieb ist er die ideale Wahl für Vielfahrer, die Wert auf Ruhe und Langlebigkeit legen.
Der Lexus RX (Modelljahr 2026) ist kein Fahrzeug für Adrenalin-Junkies oder aggressive Kurvenräuber, die auf der linken Autobahnspur den Ton angeben wollen. Wer ein SUV sucht, das sich kompromisslos in jede Kurve beißt und bis 250 km/h beschleunigt, wird mit diesem Japaner nicht glücklich. Hier empfehle ich eher einen Blick auf den BMW X5 oder den Porsche Cayenne.
Doch wer das Automobil als Rückzugsort, als absolute Entschleunigungs-Kapsel begreift, findet im RX ein automobiles Meisterwerk. Er bietet nicht das oft polarisierende Prestige eines Mercedes-Sterns, dafür aber die absolute Gewissheit, dass dieses Fahrzeug – dank der legendären Lexus-Verarbeitungsqualität – vermutlich auch noch in 15 Jahren fehlerfrei seinen Dienst verrichten wird. Die Integration echter Tasten in einen Hightech-Screen ist ein Segen für die Verkehrssicherheit und beweist, dass moderne Bedienkonzepte auch ohne haptischen Verzicht funktionieren.
Für wen der RX ideal ist:
Dieser Wagen passt perfekt zu Individualisten, Flottenmanagern mit Sinn für TCO-Optimierung und Pendlern, die einen Plug-in-Hybrid suchen, der bei leerem Akku nicht in den finanziellen Ruin treibt. Mein konkreter Kauftipp: Sparen Sie sich das Geld für den teureren RX 500h (es sei denn, Sie verabscheuen CVT-Getriebe zutiefst) und bestellen Sie den RX 450h+. Er ist der schlauste Allrounder, sichert Ihnen die 0,5 % Besteuerung des geldwerten Vorteils und brilliert als echter Langstrecken-Knauser.
Wer sich eher anderswo umsehen sollte:
Großfamilien mit viel Sperrgepäck und ambitionierte Außendienstler, die häufig über 200 km/h fahren müssen. Auch für reine Stadtbewohner, die das Potenzial des Plug-in-Hybridantriebs nicht ausschöpfen können, mag es passendere, kleinere Alternativen geben (z.B. Skoda Kamiq oder Ford Puma im Kleinwagen-SUV-Segment oder den VW T-Roc im Kompaktsegment). Wer sich dem „Omotenashi“ hingegen hingibt, findet hier das entspannendste Premium-SUV des Kontinents.





















