Es gibt Autos, die man anschaut und denkt: „Bitte, baut den!“ Der Mazda Iconic SP ist genau so ein Auto. Vorgestellt als Sensation auf der Mobility Show, steht er nun hier im Studio. Er ist der legitime, geistige Nachfolger des RX-7. Aber er ist (noch) nicht käuflich. In einer Zeit, in der Sportwagen aussterben (Audi TT ist tot, Jaguar F-Type ist tot), setzt Mazda ein Zeichen. Doch ist das nur eine hübsche Hülle für die Messe, oder steckt echte Serien-Technik darunter? Wir durften die Studie exklusiv unter die Lupe nehmen und mit den Ingenieuren über die Chancen für 2027/2028 sprechen.
Design: Roter wird’s nicht
Die Farbe hat einen eigenen Namen: „Viola Red“. Sie ist tiefer und dunkler als das bekannte Mazda-Rot. Sie betont die Schatten. Das Design ist pure Reduktion.
- Keine Sicken: Die Karosserie fließt wie Wasser.
- Die Größe: Mit 4,18 Metern ist er kompakt. Größer als ein MX-5, aber kleiner als ein Porsche 911. Genau die richtige Größe für die Landstraße.
- Das Gesicht: Die ultra-flache Haube ist nur möglich, weil darunter kein riesiger Motorblock sitzt, sondern ein kompakter Wankelmotor.
- Die Scheinwerfer: Ja, sie klappen auf! Zwar nur minimal (es sind schmale LED-Leisten), aber der „Schlafaugen-Blick“ des RX-7 ist zurück. Ein genialer Retro-Touch.
Die Technik: Wankel als Strom-Erzeuger
Unter der Haube steckt die eigentliche Revolution – und das Wagnis. Mazda nennt es „Two-Rotor Rotary-EV System“. Das Prinzip kennen wir vom MX-30 R-EV, aber hier ist es auf Performance getrimmt.
- Antrieb: Rein elektrisch. Ca. 370 PS sollen an die Hinterachse gehen.
- Energie: Eine Batterie (Größe unbekannt, vermutlich klein für weniger Gewicht) + der Wankelmotor.
- Der Clou: Der Verbrenner treibt die Räder nicht an. Er läuft als Generator, um Strom zu produzieren. Warum Wankel? Er baut extrem flach, vibriert nicht und – das ist Mazda wichtig – er kann mit Wasserstoff oder E-Fuels betrieben werden. Damit wäre der Sportwagen CO2-neutral, aber mit Verbrenner-Sound.
Innenraum: Minimalismus für Puristen
Ein Blick in den Innenraum der Studie zeigt: Das ist fast serienreif. Kein Science-Fiction-Lenkrad, sondern ein griffiges Sportvolant. Das Cockpit ist mit „Bio-Materialien“ ausgekleidet, die an japanisches Indigo-Papier erinnern. Es ist eng, es ist fokussiert. „Jinba Ittai“ – die Einheit von Fahrer und Fahrzeug – steht im Mittelpunkt. Es gibt keine riesigen Kino-Leinwände, nur digitale Instrumente für das Nötigste.
Die Chancen: Wird er gebaut?
Das ist die 100.000-Euro-Frage. Offiziell ist es eine „Vision“. Aber:
- Mazda hat im Februar 2024 offiziell eine „Rotary Engine Development Group“ neu gegründet. Wofür, wenn nicht für dieses Auto?
- Die Plattform könnte skalierbar sein (basierend auf dem kommenden MX-5 NE).
- Die Fans schreien danach. Das Problem: Die Kosten. Einen dedizierten Sportwagen zu entwickeln, ist teuer. Mazda ist ein kleiner Hersteller. Wenn er kommt, dann wohl frühestens 2027 oder 2028. Und der Preis? Vermutlich nicht unter 70.000 Euro.
Fazit: Alex Wind meint…
Der Mazda Iconic SP ist mehr als ein Concept Car. Er ist ein Versprechen. Ein Versprechen, dass das Auto nicht zum reinen Transportmittel verkommt. Er zeigt einen Weg, wie wir auch in Zukunft emotionale Motoren hören und spüren können, ohne das Klima zu killen (dank E-Fuels und Hybrid). Er ist wunderschön. Er ist technisch faszinierend. Mazda, bitte: Traut euch! Die Welt braucht keinen weiteren Elektro-SUV. Die Welt braucht diesen roten Traum.



