Es ist ein offenes Geheimnis, über das in Affalterbach niemand gerne spricht: Der W206 C 63, der erste AMG mit vier Zylindern und Stecker, ist vom Markt nicht so umarmt worden, wie erhofft. Die Gerüchteküche brodelt Ende 2025 gewaltig. Interne Memos deuten darauf hin, dass die Produktion dieses Modells bereits Mitte 2026 enden könnte. Ein beispielloser Schritt. Gleichzeitig rollt der neue AMG CLE 63 an den Start – und der hat (Gerüchten zufolge) wieder mehr Zylinder unter der Haube. Der C 63 wirkt daneben wie das ungeliebte Stiefkind. Aber für Sie, den smarten Käufer, ist das die Chance des Jahrzehnts. Denn die Preise für den C 63 S E Performance sind im freien Fall. Rabatte von 20% auf Neuwagen sind keine Seltenheit. Junge Gebrauchte stehen für unter 85.000 Euro auf den Höfen. Wir müssen also die Emotionen beiseite schieben und rechnen: Bekommt man hier für den Preis eines gut ausgestatteten C 300 Diesel die Fahrleistungen eines Hypercars? Ich bin das „Monster mit dem kleinen Herzen“ noch einmal gefahren, um zu sehen, ob er besser ist als sein Ruf.
Der Antrieb: 680 PS, die niemand wollte (aber jeder spürt)
Der Antriebsstrang kombiniert den stärksten Vierzylinder der Welt (M139l, 476 PS) mit einem 204 PS starken E-Motor an der Hinterachse (P3-Layout). Systemleistung: 500 kW (680 PS) und 1.020 Nm. 0-100 km/h: 3,4 Sekunden.
Lassen Sie den Sound weg. Ignorieren Sie, dass es ein 2.0-Liter ist. Treten Sie einfach drauf. Was dann passiert, ist physikalischer Terror. Der E-Motor schiebt sofort. Der elektrische Turbolader eliminiert jede Verzögerung des Verbrenners. Das Auto springt nicht nach vorne, es beamt sich. Bis 100 km/h lässt dieser C 63 einen BMW M3 Competition stehen. Das ist Fakt. Die Technik ist Formel 1 für die Straße. Das 2-Gang-Getriebe an der E-Achse, die 400-Volt-Batterie, die Rekuperation – das ist Ingenieurskunst auf höchstem Niveau. Das Problem? Das Gewicht. 2,1 Tonnen sind spürbar. In engen Kurven schiebt er mehr als der Vorgänger. Aber auf der Autobahn ist er eine Waffe, die ihresgleichen sucht.
Die CLE-Gefahr: Kommt der V8 zurück?
Während der C 63 (Limousine/T-Modell) beim Vierzylinder bleibt, verdichten sich die Hinweise, dass das neue CLE 63 Coupé einen V8 (oder zumindest R6) bekommt.
Das ist die Höchststrafe für den C 63 Käufer der ersten Stunde. Wenn Mercedes im CLE wirklich den V8 bringt, wird der C 63 sofort zum „Fehler der Geschichte“ erklärt. Der Wertverlust für Erstbesitzer ist brutal. Aber für Gebrauchtwagenkäufer ist das Gold. Der Markt hat den C 63 bereits abgeschrieben. Das drückt den Preis. Sie kaufen ein Auto, dessen Technik (so komplex sie ist) in 10 Jahren vielleicht als „mutigstes Experiment von AMG“ gefeiert wird. Oder als Kuriosität.
Innenraum: DigitalesKino und Plastik-Frust
Das Cockpit entspricht der normalen C-Klasse mit AMG-Grafiken. Große Screens, viel Bling-Bling.
Hier liegt mein Kritikpunkt. Für (ehemals) 115.000 Euro Listenpreis erwarte ich mehr als C-Klasse-Standard. Ja, die Sportsitze sind toll. Das Lenkrad mit den Drehreglern für die Fahrmodi ist cool. Aber die Türverkleidungen unten? Hartplastik. Die Mittelkonsole? Knarzempfindlich. In einem 60.000-Euro-Auto ist das okay. In einem „Flaggschiff“ nicht. Doch da Sie den Wagen 2026 ja nicht mehr zum Listenpreis kaufen, relativiert sich das. Für 75.000 Euro (Gebrauchtpreis) ist der Innenraum absolut konkurrenzfähig.
Preis-Check 2026: Der „Rabatt-König“
Ein neuer C 63 S E Performance kostet Liste ca. 115.000 Euro. Marktpreis für Lagerwagen: oft unter 90.000 Euro. Junge Gebrauchte (1 Jahr alt): ab 75.000 Euro.
Rechnen wir das durch. Ein BMW M3 Competition Touring (der beliebter ist) kostet gebraucht immer noch 95.000 Euro. Sie sparen beim AMG also 20.000 Euro. Dafür bekommen Sie 170 PS mehr Leistung und eine Hybrid-Technik, die (wenn man sie lädt) im Alltag 10 km elektrisch fahren kann und den Verbrauch senkt. Ist der M3 das emotionalere Auto? Ja. Ist der AMG das bessere Schnäppchen? Definitiv.
David gegen Goliath (intern)
Feature | AMG C 63 S E Performance (W206) | BMW M3 Competition xDrive | AMG CLE 53 (oder kommender 63) |
Motor | 2.0L R4 Hybrid | 3.0L R6 Biturbo | 3.0L R6 (oder V8?) |
Leistung | 680 PS | 530 PS | 449 PS+ |
Gewicht | ca. 2.165 kg | ca. 1.800 kg | ca. 2.000 kg |
0-100 km/h | 3,4 s | 3,5 s | 4,2 s |
Sound | Synthetisch / Lautsprecher | Echt / Klappe | Echt |
Image | „Der mit dem 4-Zylinder“ | „Der Echte“ | „Der Hoffnungsträger“ |
Preis (Markt) | ca. 80.000 € (Gebraucht) | ca. 95.000 € | ca. 90.000 € (Neu 53er) |
Fazit: Kaufen Sie ihn, aber leasen Sie ihn lieber
Der Mercedes-AMG C 63 S E Performance (2026) ist ein faszinierendes Missverständnis. Er ist das falsche Auto zur falschen Zeit für die falsche Zielgruppe. Aber technisch ist er brillant. Wenn Sie Technologie lieben, an der Ampel gewinnen wollen und Ihnen der V8-Sound egal ist (oder Sie ihn peinlich finden): Schlagen Sie jetzt zu. Die Leasingraten sind im Keller, weil die Autos vom Hof müssen. Aber kaufen (Barzahlung)? Nur, wenn Sie vorhaben, ihn ewig zu fahren. Der Wiederverkaufswert wird weiter leiden, sobald der CLE V8 da ist. Es ist das perfekte Auto für den „Anti-Zykliker“.






















