Mitsubishi ASX (2026) im Test: Das Facelift-Wunder – Endlich mehr als nur ein Renault-Klon?

Als der „neue“ Mitsubishi ASX im Jahr 2023 startete, war das Gelächter groß. Es war ein Renault Captur. Zu 100%. Man hatte nicht einmal das Blech der Motorhaube geändert, nur das Logo ausgetauscht. Doch Mitsubishi hat zugehört. Zum Modelljahr 2025/2026 gab es ein umfangreiches Facelift. Und siehe da: Er hat jetzt ein eigenes Gesicht! Die Front wurde komplett umgestaltet („Dynamic Shield“ Design), um sich vom französischen Bruder abzuheben. Unter dem Blech bleibt er ein Renault (was technisch gut ist). Aber im Innenraum zieht Google ein. Ist der ASX jetzt der bessere Captur? Vor allem mit der 5-Jahres-Garantie im Rücken? Ich habe das kompakte SUV getestet.

Design: Endlich ein eigenes Gesicht

Stellen Sie den 2023er ASX neben den 2026er ASX. Der Unterschied ist gewaltig. Die Frontpartie wirkt jetzt viel technischer, kantiger und robuster – typisch Mitsubishi eben. Die Motorhaube ist flacher, die Scheinwerfer schmaler. Er sieht nicht mehr aus wie ein „Captur mit Maske“, sondern wie ein eigenständiges Modell. Hinten bleibt die Ähnlichkeit bestehen (C-förmige Rückleuchten), aber das Gesamtbild ist stimmiger. Mit 4,23 Metern Länge ist er das ideale City-SUV. Er konkurriert mit VW T-Roc, Skoda Kamiq und natürlich dem Renault Captur.

Innenraum: „Hey Google, fahr mich heim!“

Ich steige ein. Das Cockpit hat einen Quantensprung gemacht (dank des Updates, das auch der Captur bekommen hat). Der zentrale 10,4-Zoll-Hochkant-Screen läuft jetzt mit Google built-in (Android Automotive 12). Das heißt:

  • Google Maps ist fest integriert (und berechnet beim Hybrid den Akku-Einsatz).
  • Google Assistant versteht natürliche Sprache („Mir ist kalt“, „Navigiere zu Aldi“).
  • Apps wie Spotify kommen direkt aus dem Play Store. Das System ist rasend schnell und den Systemen von VW oder Toyota grafisch überlegen. Das beste Feature (Die Rückbank): Wie beim Renault lässt sich die Rückbank um 16 cm verschieben. Brauchen Sie Beinfreiheit für Erwachsene? Schieben Sie sie nach hinten. Brauchen Sie Kofferraum? Schieben Sie sie nach vorne. Kofferraum:
  • Benziner/Mild-Hybrid: bis zu 536 Liter (Bank vorne) / 422 Liter (Bank hinten). Top!
  • Voll-Hybrid (Testwagen): 326 bis 440 Liter. Der Akku kostet Platz, aber es ist immer noch nutzbar.

Fahrbericht: Drei Herzen zur Wahl

Mitsubishi bietet drei Antriebe an (der Plug-in-Hybrid ist weitgehend gestrichen, da zu teuer/wenig gefragt).

1. Der Einstieg: 1.0 Turbo (91 PS) Ein 3-Zylinder Handschalter. Für die Stadt okay, auf der Autobahn zäh. Nur für Sparfüchse.

2. Der Allrounder: 1.3 DI-T Mild Hybrid (140 / 158 PS) Das ist der Motor, den Sie wollen. Ein 4-Zylinder (!) Turbo (entwickelt mit Mercedes). Als Handschalter (140 PS) oder mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (158 PS). Er zieht kräftig durch, läuft ruhig und verbraucht moderat (ca. 6,0 Liter). Er macht den ASX zum souveränen Reiseauto.

3. Der Sparmeister: 1.6 Hybrid (143 PS) Diesen Antrieb (aus meinem Testwagen) kennen wir aus dem Colt/Clio. Er fährt in der Stadt zu 80% elektrisch an. Das Multi-Mode-Getriebe sortiert die Gänge meist unauffällig.

  • Stadt: Ein Traum. Leise, spritzig, Verbrauch unter 4,5 Liter.
  • Autobahn: Ab 130 km/h wird er etwas laut, wenn man beschleunigt.
  • Verbrauch im Test: 5,0 Liter/100km.

Fahrwerk: Der ASX ist französisch-komfortabel abgestimmt. Er bügelt Kopfsteinpflaster gut weg. Die Lenkung ist leichtgängig (aber etwas gefühllos). Er ist kein Sportler wie ein Ford Puma, aber ein sehr angenehmer Begleiter.

Technische Daten & Realitäts-Check

Datenpunkt
Mitsubishi ASX 1.6 Hybrid (2026)
Alex Wind Kommentar
Systemleistung
105 kW (143 PS)
Passt gut zum Auto.
0-100 km/h
9,9 Sekunden
Fühlt sich in der Stadt schneller an.
Antrieb
Frontantrieb
Kein Allrad verfügbar! (Nur der „alte“ Ur-ASX hatte AWD).
Verbrauch (Test)
5,0 l/100km
Sehr effizient.
Infotainment
10,4 Zoll mit Google
Eines der besten Systeme der Klasse.
Variabilität
Verschiebbare Rückbank
Das Killer-Feature für Familien.
Garantie
5 Jahre / 100.000 km
Der Hauptgrund, ihn zu kaufen.
Preis (Basis 1.0)
ca. 24.000 €
Fair.
Preis (Testwagen)
ca. 33.500 €
Hybrid „Top“ Ausstattung.

Pro & Contra

  • Garantie: 5 Jahre geben Sicherheit (Renault bietet nur 2).
  • Infotainment: Google built-in ist genial einfach und schnell.
  • Variabilität: Die verschiebbare Rückbank macht ihn flexibler als einen VW T-Roc.
  • Motor (1.3): Der 4-Zylinder Mild-Hybrid ist ein Sahnestück (wenn man ihn wählt).
  • Identität: Trotz Facelift merkt man im Innenraum: Es ist ein Renault.
  • Kein Allrad: Wer 4×4 braucht, ist beim ASX (jetzt) falsch (Toyota Yaris Cross bietet es).
  • Preis Hybrid: Der Vollhybrid ist teuer. Der Mild-Hybrid lohnt sich oft mehr.

Konkurrenz-Check

  • Renault Captur: Der Zwilling. Technisch identisch (hat auch das Facelift/Google). Oft günstiger im Leasing, aber schlechtere Garantie.
  • Toyota Yaris Cross: Der Sparsame. Verbraucht noch weniger, ist aber innen enger und lauter. Bietet optional Allrad.
  • Skoda Kamiq: Der Praktische. Bietet noch mehr Platz auf der Rückbank, wirkt aber nüchterner.
  • VW T-Roc: Der Platzhirsch. Fährt sich „deutscher“ (straffer), ist aber deutlich teurer und das Infotainment ist schlechter.

Fazit: Alex Wind meint…

Der Mitsubishi ASX (2026) ist durch das Facelift erwachsen geworden. Er ist nicht mehr nur der peinliche Klon. Er hat jetzt Charakter. Die Kombination aus französischem Komfort (Fahrwerk), Silicon-Valley-Tech (Google) und japanischem Garantieversprechen (5 Jahre) ist extrem attraktiv. Für Privatkäufer, die das Auto lange halten wollen, ist er der bessere Renault Captur. Meine Empfehlung: Sparen Sie sich den teuren Voll-Hybrid (außer Sie fahren nur Stadt). Nehmen Sie den 1.3 DI-T Mild Hybrid (140 PS) als Handschalter oder (158 PS) Automatik. Dieser Motor ist kräftig, kultiviert und macht auf der Landstraße richtig Laune.

FAQ

1. Wo wird er gebaut? Im Renault-Werk in Valladolid (Spanien). Er läuft vom gleichen Band wie der Captur.

2. Was ist mit dem Plug-in-Hybrid? Den gab es zum Start (2023), aber er wurde mit dem Facelift in vielen Märkten aus dem Programm genommen, da die Nachfrage gering war und der Preis zu hoch. Der Vollhybrid (ohne Stecker) ist die effizientere Lösung für die meisten.

3. Hat er Allrad? Nein. Der „alte“ ASX (gebaut bis 2022) hatte Allrad. Der „neue“ ASX steht auf der CMF-B Plattform, die nur Frontantrieb vorsieht. Wer Allrad im kleinen SUV will, muss zum Toyota Yaris Cross oder Suzuki Vitara greifen.

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Author: Alex Wind
Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.


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