Opel Combo Life (2026) im Test: Der Anti-SUV – Warum dieser Kastenwagen der wahre Familien-Held ist

Wir schreiben das Jahr 2026. SUVs dominieren die Welt. Der Opel Grandland ist riesig geworden. Aber wenn Sie wirklich Platz brauchen? Wenn die Kinder die Türen gegen das Nachbarauto knallen? Wenn der Hund in den Kofferraum springen muss, ohne eine 80cm hohe Ladekante zu überwinden? Dann schlägt die Stunde des Opel Combo Life. Er ist ein Hochdachkombi. Ein Nutzfahrzeug im Smoking. Nachdem Stellantis vor ein paar Jahren versuchte, Familien zwangsweise in die Elektro-Version zu drängen, gab es ein Umdenken. 2026 gibt es ihn wieder: Den Combo mit Verbrenner (jetzt als Hybrid) und als Diesel. Ist dieser „praktische Würfel“ besser als jeder moderne SUV? Wir machen den Härtetest: Elektro vs. Diesel im Familien-Alltag.

Design: Der Vizor macht den Unterschied

Früher sahen diese Autos aus wie Lieferwagen mit Fenstern. Seit dem großen Facelift (2024) trägt der Combo das Opel Vizor-Gesicht. Die schwarze Maske an der Front, die schicken LED-Matrix-Scheinwerfer (Intelli-Lux, eine Seltenheit in dieser Klasse!) – das macht was her. In der Farbe „Karki Green“ oder „Voltaic Blue“ sieht er nicht aus wie das Handwerker-Auto von nebenan, sondern wie ein robustes Lifestyle-Tool. Aber seien wir ehrlich: Die Form folgt der Funktion. Er ist ein Kasten. Und das ist gut so.

Innenraum: Plastik-Landschaft mit Raum-Wunder

Ich steige ein. Das Cockpit: Es ist digitaler geworden. Ein 10-Zoll-Tacho und ein 10-Zoll-Touchscreen sind jetzt Standard. Das Infotainment (Snapdragon-Basis) läuft 2026 flüssig, die Sprachbedienung „Hey Opel“ versteht endlich, was man will. Aber: Das Material ist Hartplastik. Überall. Ist das schlimm? Nein. Wenn das Kind mit dem matschigen Schuh gegen die Tür tritt, wischen Sie es einfach ab. In einem BMW X1 würden Sie weinen. Hier lachen Sie. Der Platz: Hier deklassiert der Combo jeden SUV.

  • Die Schiebetüren: Das Killer-Feature. In engen Parklücken steigen die Kinder aus, ohne Blechschäden zu verursachen.
  • Reihe 2: Drei Einzelsitze (optional). Drei Isofix-Punkte nebeneinander! Versuchen Sie das mal im Opel Astra.
  • Kofferraum: 597 Liter bis zur Fensterkante (in der Kurzversion L1). Wenn man dachhoch lädt: Unendlich.
  • Das Dach: Das Panoramadach mit dem „Schwebebalken“ (Ablagefach mit Licht) ist immer noch genial für Kleinkram.

Antriebs-Check: Elektro oder Diesel?

Das ist die Gretchenfrage im Jahr 2026.

1. Der Opel Combo Electric (Der Saubere)

  • Technik: 100 kW (136 PS), 50 kWh Batterie (manchmal 54 kWh in neueren Updates).
  • Reichweite: WLTP sagt ca. 345 km.
  • Realität 2026: Mit Kindern, Gepäck und Autobahn (120 km/h) sind es 220 – 250 km.
  • Urteil: Perfekt als „Mutter-Taxi“ oder für Pendler mit Wallbox. Aber für die Fahrt in den Urlaub nach Italien? Der Horror. Alle 2 Stunden laden mit quengelnden Kindern? Nein danke.

2. Der 1.5 Diesel / 1.2 Hybrid (Die Vernünftigen) Zum Glück gibt es sie wieder breit verfügbar.

  • 1.5 Diesel (130 PS): Das Arbeitstier. 8-Gang-Automatik. Drehmoment satt. Verbrauch: 5,5 Liter. Reichweite: 900 km.
  • 1.2 Hybrid 136 (48V): Neu seit 2024/25. Ein Benziner mit E-Unterstützung. Spritziger als der Diesel in der Stadt, aber auf der Autobahn durstiger (ca. 7 Liter).
  • Urteil: Wenn der Combo Ihr einziges Auto ist: Nehmen Sie den Verbrenner!

Fahrbericht: Gemütlicher Riese

Der Combo fährt sich nicht wie ein Transporter von früher. Er basiert auf der PKW-Plattform (EMP2). Er federt komfortabel, schluckt Schlaglöcher gut weg (langer Radstand). In Kurven neigt er sich spürbar („Wanken“), aber er bleibt sicher. Die Lenkung ist leichtgängig – perfekt zum Rangieren vor der Schule. Was nervt? Die Windgeräusche. Ab 130 km/h rauscht es an den großen Spiegeln und der steilen A-Säule. Er ist eine Schrankwand im Wind.

Technische Daten (Vergleich)

Datenpunkt
Combo Electric (2026)
Combo 1.5 Diesel (2026)
Leistung
100 kW (136 PS)
96 kW (131 PS)
Drehmoment
260 Nm (sofort)
300 Nm
0-100 km/h
11,2 Sek
10,6 Sek
Vmax
135 km/h (abgeregelt)
184 km/h
Reichweite
ca. 340 km (WLTP)
ca. 900 km
Laden/Tanken
100 kW DC (30 Min)
2 Min Zapfsäule
Kofferraum
597 – 2.126 Liter
597 – 2.126 Liter
Preis (Start)
ca. 41.000 €
ca. 33.000 €

Pro & Contra

  • Platz: Unschlagbar auf 4,40 Meter Länge.
  • Schiebetüren: Wer sie einmal hatte, will nie wieder ohne.
  • Variabilität: Beifahrersitz umklappbar -> 2,70m Ladelänge (für das Surfbrett oder Billy-Regal).
  • Licht: Matrix-LED (Intelli-Lux) ist ein Sicherheitsgewinn im Dunkeln.
  • Reichweite (Electric): Für ein Familien-Reiseauto ist der Akku zu klein.
  • Material: Viel Hartplastik, kratzempfindlich im Kofferraum.
  • Image: Man wird oft gefragt, ob man Pakete ausfährt.
  • Infotainment: Die Software ist okay, aber oft verschachtelt (Klimabedienung im Touchscreen beim E-Modell).

Konkurrenz-Check

  • VW Caddy: Der „Premium“-Konkurrent. Fährt sich noch mehr wie ein Golf, hat aber hinten eine starre Achse (poltert mehr) und ist deutlich teurer.
  • Renault Kangoo / Mercedes T-Klasse: Sehr komfortabel, tolle Verarbeitung, aber schwerer.
  • Citroën Berlingo / Peugeot Rifter: Die eineiigen Zwillinge. Technisch identisch zum Opel. Der Peugeot hat das kleine Lenkrad (i-Cockpit), der Citroën ist komfortabler gefedert. Der Opel ist der „Deutsche“ (straffer, konservatives Design).

Fazit: Alex Wind meint…

Der Opel Combo Life (2026) ist das ehrlichste Auto, das Sie kaufen können. Er gaukelt Ihnen keine Sportlichkeit vor. Er ist ein Diener für den Alltag. Er schluckt den Kinderwagen, ohne ihn zusammenzuklappen. Er erträgt den schlammigen Hund. Meine Empfehlung für Deutschland: Lassen Sie den Elektro stehen, es sei denn, Sie nutzen ihn nur als Zweitwagen in der Stadt. Kaufen Sie den 1.5 Diesel mit 130 PS und Automatik oder den neuen Hybrid 136. Sparen Sie sich das Geld für teure Felgen (gehen eh am Bordstein kaputt) und investieren Sie in das Intelli-Lux Licht und die drei Einzelsitze hinten. Der Combo ist der Held, den Familien brauchen, aber den sie oft nicht wollen (weil er uncool ist). Seien Sie schlau: Seien Sie uncool.

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    Author: Alex Wind
    Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.