Peugeot 3008 & E-3008 (2026) im Test: Der schönste Rücken der Klasse – Aber hat er auch Ausdauer?

Wir schreiben das Jahr 2026. Der „Fastback-SUV“-Trend ist auf dem Höhepunkt. Jeder will ein SUV, das aussieht wie ein Coupé. Der König dieser Disziplin kommt aus Frankreich: Der Peugeot 3008 (3. Generation). Seit gut zwei Jahren ist er auf dem Markt. Er hat Preise für sein Design abgeräumt. Aber jetzt, 2026, wird es ernst. Endlich ist die „Long Range“-Version des elektrischen E-3008 verfügbar. Mit einer gigantischen 98 kWh Batterie und versprochenen 700 km Reichweite. Das ist eine Ansage an Tesla und VW. Kann der schöne Franzose wirklich so weit fahren, oder ist er nur ein Blender im Designer-Anzug? Und was ist mit dem kleinen Hybrid-Benziner für die Laternen-Parker? Wir haben den französischen Löwen auf die deutsche Autobahn losgelassen.

Design: Science-Fiction für die Straße

Stellen Sie einen VW ID.5 oder einen Audi Q4 Sportback daneben. Die wirken fast langweilig. Der Peugeot 3008 sieht aus, als wäre er direkt aus einem Cyberpunk-Comic entsprungen.

  • Die Front: Der Grill verschmilzt mit der Karosserie. Die „Drei-Krallen“-Lichtsignatur ist aggressiv.
  • Die Silhouette: Er ist ein echter Fastback. Das Dach fällt steil ab.
  • Das Heck: Das Highlight. Das „schwebende“ Spoiler-Design („Katzenohren“) ist nicht nur Show, es spart Aerodynamik-Punkte (cw-Wert 0,28). In der Farbe „Obsession Blue“ (die je nach Licht grün oder blau schimmert) ist er einer der Hingucker des Jahres 2026. Er wirkt kompakt (4,54 Meter), steht aber bullig auf den optionalen 20-Zöllern.

Innenraum: Das „Panoramic i-Cockpit“

Ich steige ein. Wer Peugeot kennt, weiß: Das Lenkrad ist winzig und man schaut darüber auf den Tacho. Im neuen 3008 schwebt dort jetzt ein 21 Zoll großes, gebogenes Panorama-Display. Es sieht fantastisch aus. Als würde es schweben (es ist von hinten beleuchtet). Die Bedienung: Peugeot hat gelernt. Es gibt die „i-Toggles“. Das ist ein kleiner Touch-Screen in der Mitte, auf dem man sich 10 Favoriten (z.B. „Navi nach Hause“, „Mama anrufen“, „Temperatur 21 Grad“) selbst konfigurieren kann. Genial! Materialien: Statt Leder und Plastik gibt es viel grauen Stoff auf dem Armaturenbrett. Das wirkt wohnlich und modern. Die Verarbeitung im „GT“-Modell ist auf Premium-Niveau. Der Haken: Die Rückbank. Das Fastback-Design fordert Opfer. Bis 1,80 Meter Körpergröße ist alles okay. Wer größer ist, touchiert den Dachhimmel. Die Fenster hinten sind Schießscharten. Es ist dunkel (außer man hat das Panoramadach). Der Kofferraum (520 Liter) ist okay, aber die Ladekante ist hoch.

Antriebs-Check: Hybrid oder der große Elektro-Akku?

Hier entscheidet sich 2026 der Kauf.

1. Der Langstrecken-König: E-3008 Long Range (230 PS)

Das ist das Auto, auf das wir gewartet haben.

  • Batterie: 98 kWh (netto). Das ist riesig für diese Klasse (ein Tesla Model Y hat ca. 75-79 kWh).
  • Reichweite (WLTP): 700 km.
  • Realität (Autobahn 130 km/h): Wir kamen im Test bei 9 Grad und Regen auf ca. 480 – 520 km. Das ist ein Top-Wert! Man kann von Frankfurt nach München fahren, ohne zu laden.
  • Laden: 160 kW Peak. Das ist 2026 nur Durchschnitt. Aber da der Akku so groß ist, lädt man seltener. Die Ladekurve ist flach (hält lange hohe Leistung).
  • Fahren: Er ist schwer. Über 2,2 Tonnen. Man spürt das Gewicht in Kurven. Er ist kein Sportler, sondern ein „Gran Turismo“ auf Stelzen. Sehr leise, sehr komfortabel.

2. Der Vernünftige: Hybrid 136 e-DCS6

Wer nicht laden kann, greift hier zu.

  • Technik: 1.2 Liter Dreizylinder (neue Generation mit Kette, nicht mehr der Problemmotor mit Zahnriemen im Öl!) + 21 kW E-Motor im Doppelkupplungsgetriebe.
  • Fahren: Er fährt oft elektrisch an und segelt viel.
  • Verbrauch: ca. 6,0 – 6,5 Liter/100km.
  • Nachteil: 136 PS sind für den schweren 3008 etwas wenig. Am Berg muss der Motor kämpfen.

Technische Daten (E-3008 Long Range)

Datenpunkt
Peugeot E-3008 Long Range (2026)
Alex Wind Kommentar
Plattform
STLA Medium
Brandneue Stellantis-Basis.
Batterie
98 kWh (netto)
Der absolute Hammer in dieser Klasse.
Leistung
170 kW (230 PS) / 343 Nm
Frontantrieb. Ausreichend, nicht rasant.
0-100 km/h
8,9 Sekunden
Eher gemütlich. Gewicht bremst.
Reichweite
ca. 700 km (WLTP)
Real ca. 500 km Autobahn.
Laden
160 kW DC
Könnte 2026 schneller sein.
Kofferraum
520 – 1.480 Liter
Gut nutzbar, trotz schräger Klappe.
Preis (Start)
ca. 52.000 € (Long Range)
Viel Akku fürs Geld.

Pro & Contra

  • Design: Er stiehlt jedem Tesla die Show. Innen wie außen ein Kunstwerk.
  • Reichweite (Long Range): Echte 500 km Autobahn sind ein Argument für Vielfahrer.
  • Cockpit: Das 21-Zoll-Display und die konfigurierbaren Tasten sind ergonomisch top (wenn man das kleine Lenkrad mag).
  • Wendekreis: Überraschend klein (10,6 m), super für die Stadt.
  • Gewicht: Der E-3008 ist extrem schwer. Das merkt man an der Dynamik und am Reifenverschleiß.
  • Platz hinten: Wer oft Erwachsene transportiert, sollte den (klobigeren) Peugeot 5008 nehmen.
  • Übersicht: Nach hinten sieht man durch das winzige Fenster gar nichts. Kameras sind Pflicht.
  • Ladespeed: 160 kW sind bei einem 98-kWh-Akku etwas zäh (ca. 30 Min von 20-80%).

Konkurrenz-Check

  • Tesla Model Y (Juniper Facelift): Effizienter, schneller, mehr Platz, besseres Ladenetz. Aber innen steriler und weniger Reichweite (außer man lädt öfter).
  • Renault Rafale: Der Erzfeind aus Frankreich. Nur als Hybrid (oder PHEV) verfügbar, fährt sich sportlicher (Allradlenkung), aber nicht vollelektrisch.
  • VW ID.5: Bietet mehr Platz hinten, Software ist 2026 endlich stabil, aber optisch langweiliger.
  • BMW iX2: Enger, sportlicher, teurer.

Fazit: Alex Wind meint…

Der Peugeot 3008 (2026) ist das Auto für Ästheten. Er beweist, dass ein Familien-Auto nicht aussehen muss wie ein Kühlschrank. Das Panoramic i-Cockpit ist eines der besten Interieurs, die man aktuell für unter 60.000 Euro kaufen kann. Meine Empfehlung: Lassen Sie den Standard-Akku (73 kWh) liegen. Wenn schon elektrisch, dann den Long Range (98 kWh). Der Aufpreis lohnt sich für das Gefühl der Freiheit, nicht an jeder Säule halten zu müssen. Wenn Sie noch nicht bereit für Elektro sind: Der Hybrid 136 ist solide, aber eigentlich ist dieses Auto für den elektrischen Antrieb gebaut (leise, gleitend). Der E-3008 ist nicht der Sportlichste und nicht der Raum-Riese. Aber er ist der Stilvollste.

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Author: Alex Wind
Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.


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