Peugeot 408 & E-408 (2026) im Test: Das schönste „Ufo“ der Straße – Doch kann die Technik noch mithalten?

Wir schreiben das Jahr 2026. Neben dem brandneuen Peugeot 3008 sieht der Peugeot 408 fast schon wie ein Klassiker aus. Als er 2023 startete, war er eine Sensation: Eine Mischung aus Limousine, Coupé und SUV. Ein „Crossover-Fastback“. Er war der Hingucker an jeder Ampel. Aber 2026 ist die Welt eine andere. Peugeot hat mit dem neuen 3008 die STLA Medium-Plattform eingeführt (bis zu 700 km Reichweite!). Der schöne 408 steht aber noch auf der älteren EMP2-Plattform. Jetzt, wo der vollelektrische E-408 endlich breit verfügbar ist, stellt sich die Frage: Ist der 408 nur noch ein „Schönwetter-Auto“ für Ästheten, oder kann er technisch gegen die modernen Elektro-Monster (und den eigenen Bruder) bestehen? Ich habe die „Katze“ getestet.

Design: Immer noch der Chef im Ring

Man muss es sagen: Der 408 altert nicht. Auch drei Jahre nach dem Debüt drehen sich die Leute um. Er ist mit 1,48 Metern Höhe deutlich flacher als der neue 3008 oder ein VW ID.5. Er kauert auf der Straße. Die scharfen Kanten, der Kühlergrill in Wagenfarbe, die „Katzenohren“ am Heck (aerodynamische Abrisskanten oben an der Heckscheibe) – das ist Design-Mut. Im Vergleich zum pummeligen 3008 wirkt der 408 wie ein Sportwagen. Wer keine Lust auf die „Schrankwand-Optik“ eines SUV hat, aber nicht so tief sitzen will wie in einer Limousine (508), findet hier den goldenen Mittelweg.

Innenraum: Das „alte“ i-Cockpit vs. Moderne

Hier merkt man den Generationen-Unterschied zum 3008 (2026). Der neue 3008 hat das riesige, schwebende 21-Zoll-Display. Der 408 hat noch das „klassische“ i-Cockpit:

  • Kleines Lenkrad (tief sitzend).
  • Ein 10-Zoll-3D-Display darüber.
  • Ein 10-Zoll-Touchscreen in der Mitte + die konfigurierbaren „i-Toggles“ (Touch-Tasten) darunter. Ist das schlecht? Nein. Ich finde es sogar besser. Man fühlt sich im 408 mehr „eingebaut“. Das Cockpit umschließt den Fahrer. Die Verarbeitung im GT-Modell (grüne Ziernähte, Alcantara) ist immer noch exzellent. Platzangebot: Der Radstand ist lang (2,79 m). Die Kniefreiheit hinten ist limousinen-artig riesig. Aber: Ab 1,85 Meter Körpergröße wird es hinten am Kopf eng. Das Dach fällt gnadenlos ab. Der Kofferraum (471 Liter beim E-408) ist flach und tief. Gut nutzbar, aber nicht riesig.

Antriebs-Check: Das Problem mit der Reichweite

Hier wird es 2026 schmerzhaft. Der neue 3008 protzt mit 98 kWh Akku und 700 km Reichweite. Der E-408 muss mit der Technik der EMP2-Plattform leben.

1. E-408 (Elektro) – Reicht das noch?

  • Batterie: 58,2 kWh (netto).
  • Leistung: 157 kW (210 PS).
  • Reichweite (WLTP): ca. 450 km.
  • Realität (Autobahn): 280 – 320 km.
  • Laden: Max. 100 kW (ca. 30 Min von 20-80%). Das ist für 2026 eigentlich zu wenig für ein Auto dieser Größe und Preisklasse (ca. 48.000 €). Er fährt sich toll (leise, satt), aber auf der Langstrecke ist der Bruder 3008 ihm haushoch überlegen. Der E-408 ist der stylische Pendler, kein Kilometerfresser.

2. Hybrid 136 (Der Bestseller)

Die meisten Kunden greifen 2026 hierzu.

  • Motor: 1.2 Liter Dreizylinder (Steuerkette!) mit 48V-System.
  • Verbrauch: ca. 5,8 Liter/100km.
  • Fahren: Der E-Motor bügelt das Turboloch weg. Er wirkt spritziger als die 136 PS vermuten lassen. Für den Alltag völlig ausreichend und deutlich günstiger als der Elektro.

Hinweis: Die alten Plug-in Hybride (180/225 PS) gibt es noch, aber sie verlieren durch den Wegfall der Förderung an Attraktivität.

Fahrbericht: Der agilere Bruder

Hier schlägt der 408 zurück. Der neue 3008 ist schwer und hoch. Der 408 liegt satt auf der Straße. Er lenkt dank des kleinen Lenkrads zackig ein. Er wankt kaum. Er ist der fahraktivere Peugeot. Auf der Landstraße macht er richtig Spaß. Die Abstimmung ist straff, aber nicht hart. Ein perfekter Kompromiss. Die Windgeräusche sind dank der flachen Form und dickerem Glas (im GT) sehr gering. Einzig die Sicht nach hinten ist katastrophal (Schießscharte). Die 360-Grad-Kamera ist Pflicht!

Technische Daten (Vergleich)

Datenpunkt
Peugeot E-408 GT (2026)
Peugeot 408 Hybrid 136
Leistung
157 kW (210 PS) / 345 Nm
100 kW (136 PS) / 230 Nm
0-100 km/h
ca. 7,6 Sekunden
ca. 10,2 Sekunden
Vmax
160 km/h
210 km/h
Batterie
58,2 kWh (netto)
0,9 kWh (Puffer-Akku)
Reichweite
ca. 450 km (WLTP)
ca. 900 km (Tank)
Verbrauch
ca. 17 kWh/100km
ca. 5,8 l/100km
Preis (Start)
ca. 47.500 €
ca. 36.000 €

Pro & Contra

  • Design: Auch 2026 noch eines der aufregendsten Autos auf dem Markt.
  • Beinfreiheit: Hinten sitzt man wie in der Business-Class (wenn man nicht zu groß ist).
  • Fahrverhalten: Deutlich agiler und sportlicher als der 3008.
  • i-Cockpit: Die 3D-Instrumente und i-Toggles sind immer noch ein Highlight.
  • Elektro-Technik: Der E-408 hinkt bei Reichweite und Ladespeed der Konkurrenz (und dem eigenen Stall) hinterher.
  • Kopffreiheit: Hinten für Menschen über 1,85m kritisch.
  • Übersicht: Ohne Kameras ist man beim Parken verloren.

Konkurrenz-Check

  • Polestar 2: Ähnliches Konzept (hohe Limousine). Schneller, besseres Infotainment, aber hinten enger.
  • Renault Arkana: Die günstige Alternative. Wirkt innen billiger, fährt sich hölzerner.
  • Citroën C5 X: Der komfortable Bruder. Gleiche Technik, aber schwebt wie auf Wolken (dafür unsportlich).
  • Peugeot 3008 (Neu): Der interne Gegner. Hat die bessere Technik (Akku), aber die langweiligere SUV-Form.

Fazit: Alex Wind meint…

Der Peugeot 408 (2026) ist eine Herz-Entscheidung. Rein rational gewinnt der neue 3008 (mehr Kofferraum, viel mehr Reichweite als Elektro). Aber der 408 ist cooler. Er fährt sich besser. Er sieht teurer aus. Meine Empfehlung: Wenn Sie Elektro fahren wollen und Langstrecke brauchen: Nehmen Sie den 3008 Long Range. Der E-408 hat dafür einen zu kleinen Akku. Aber wenn Sie einen Benziner/Hybrid suchen oder im Alltag meist unter 200 km fahren: Nehmen Sie den 408. Er ist das letzte Aufbäumen gegen den SUV-Einheitsbrei. Der Hybrid 136 in „Obsession Blue“ ist der Preis-Leistungs-Sieger und sieht nach 60.000 Euro aus, kostet aber fast die Hälfte.

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    Author: Alex Wind
    Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.