Subaru Impreza (2026): Der vergessene Held der linken Spur (bei Schnee)

Wenn Sie heute einen Subaru-Händler betreten, werden Sie wahrscheinlich über einen Crosstrek stolpern, dann an einem Forester vorbeigehen und schließlich hinten in der Ecke ein Auto entdecken, das aussieht wie ein Crosstrek, dem jemand die Luft aus dem Fahrwerk gelassen hat. Das ist der Subaru Impreza (Modelljahr 2026). In einer Welt, die nach Bodenfreiheit schreit, wirkt er wie ein Relikt. „Warum sollte ich den nehmen, wenn der Crosstrek nur 2.000 Euro mehr kostet?“, fragen Kunden. Ich sage Ihnen warum: Weil Physik nicht verhandelbar ist. Der Impreza liegt tiefer, wankt weniger und verbraucht (ein bisschen) weniger. Er ist das Auto für Menschen, die im Allgäu oder im Schwarzwald wohnen, Allrad brauchen, aber SUVs hassen. Ich bin den „Underdog“ gefahren und habe geprüft, ob der 2.0 e-Boxer im Jahr 2026 noch zeitgemäß ist oder ob man ihn nur aus Mitleid kauft.

Der Antrieb: 136 PS und die Geduld des Fahrers

In Deutschland gibt es keine Wahl. Es gibt den 2.0ie e-Boxer. Ein Mild-Hybrid mit 100 kW (136 PS) und einem kleinen E-Motor (12,3 kW), der im CVT-Getriebe (Lineartronic) steckt.

Hier müssen wir ehrlich sein: Dieser Antrieb ist für 2026 grenzwertig. 0 auf 100 km/h in über 10 Sekunden. Vmax unter 200 km/h. Wenn Sie auf der Autobahn beschleunigen, heult der Boxer auf (der CVT-Effekt ist besser geworden, aber nicht weg), und der Vortrieb ist… überschaubar. Ein VW Golf mit 150 PS fährt Kreise um den Impreza. Aber: Im Stadtverkehr und auf der Landstraße ist das System brillant. Der E-Motor bügelt das Anfahr-Ruckeln weg. Das Auto gleitet. Es ist entschleunigend. Wer Raser-Ambitionen hat, ist hier falsch. Wer entspannt ankommen will, wird die Ruhe des Boxers (wenn man ihn nicht tritt) schätzen.

Symmetrical AWD: Der Grund, warum Sie ihn kaufen

Das Alleinstellungsmerkmal ist der permanente Allradantrieb „Symmetrical AWD“.

Das ist kein „Hang-on“-System wie bei VW oder Audi, das erst zuschaltet, wenn die Vorderräder durchdrehen. Der Subaru treibt immer alle vier Räder an. Ich bin ihn auf einer nassen Wiese und einer verschneiten Passstraße gefahren. Wo ein Golf 4Motion kurz zögert, krallt sich der Impreza fest und zieht einfach los. Die Traktion ist absurd gut für einen Kompaktwagen. Und weil er keinen hohen Schwerpunkt hat (anders als der Crosstrek), macht das Kurvenfahren im Schnee richtig Laune. Er ist neutral, berechenbar und sicher. Das ist die Lebensversicherung, die Sie mit dem Kaufpreis bezahlen.

Innenraum: Analog trifft 11,6 Zoll

Das Cockpit wird vom hochkant stehenden 11,6-Zoll-Touchscreen dominiert. Aber Subaru hat echte Tasten für Temperatur und Lautstärke behalten.

Danke, Subaru. Das System ist nicht das hübscheste (die Grafiken wirken etwas altbacken), aber es ist robust. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos und füllen den riesigen Schirm gut aus. Die Sitze sind bequem, die Verarbeitung ist „japanisch solide“. Nichts klappert, aber es gibt auch kein Chichi. Viel Hartplastik, aber von der Sorte, die auch in 15 Jahren noch nicht klebrig wird. Das Platzangebot hinten ist überraschend gut, der Kofferraum (ca. 315 bis 1.314 Liter) ist allerdings durch das Allrad-Differential und die Hybrid-Batterie etwas flach. Für den Wocheneinkauf reicht es, für den Umzug wird es eng.

Impreza vs. Crosstrek: Das Bruder-Duell

Der Crosstrek (SUV) kostet ausstattungsbereinigt ca. 2.000 bis 2.500 Euro mehr. Er hat 22 cm Bodenfreiheit (Impreza: ca. 13 cm) und Plastik-Beplankung.

Hier ist die Entscheidungshilfe:

  • Kaufen Sie den Crosstrek, wenn Sie Jäger, Förster oder Rentner sind (hoher Einstieg!).
  • Kaufen Sie den Impreza, wenn Sie Pendler sind. Er verbraucht auf der Autobahn ca. 0,5 bis 1 Liter weniger, liegt ruhiger im Wind und wankt nicht in Kurven. Der Impreza ist das bessere Auto, der Crosstrek ist das bessere Werkzeug.

Preis & Wert: Ein teurer Spaß?

Der Impreza startet 2026 bei ca. 36.000 Euro (Liste), real oft für unter 33.000 Euro zu haben.

Für 33.000 Euro bekommen Sie:

  • Allrad (Serie).
  • Automatik (Serie).
  • Volle Hütte an Assistenzsystemen (EyeSight ist Serie und eines der besten Systeme am Markt). Verglichen mit einem VW Golf 4Motion (den es kaum noch gibt) oder einem Mazda 3 AWD ist der Subaru fair bepreist. Aber: Der Wiederverkaufswert ist in Deutschland „schwierig“. Sie müssen den einen Käufer finden, der Allrad im Flachland sucht.

Der Nischen-Vergleich

Feature
Subaru Impreza 2.0ie (2026)
Mazda 3 Skyactiv-X AWD
VW Golf 2.0 TDI 4Motion
Motor
2.0L Boxer Hybrid (136 PS)
2.0L Kompressor (186 PS)
2.0L Diesel (150 PS)
Antrieb
Permanent AWD
Zuschalt-AWD
Zuschalt-AWD
0-100 km/h
ca. 10,6 s
8,3 s
8,4 s
Getriebe
CVT (Stufenlos)
6-Gang Auto/Manuell
7-Gang DSG
Verbrauch
ca. 7,5 l (Benzin)
ca. 6,5 l (Benzin)
ca. 5,0 l (Diesel)
Charakter
Sicherheits-Bunker
Design-Ikone
Langstrecken-Profi
Preis (Real)
ca. 33.000 €
ca. 35.000 €
ca. 40.000 €

Fazit: Das Auto für den Kenner (oder den Ängstlichen)

Der Subaru Impreza (2026) ist kein Auto, das man aus Leidenschaft kauft (außer man ist Subaru-Fan). Man kauft ihn aus Sicherheitsbedürfnis. Wer einmal bei Blitzeis den Berg nicht hochkam, kauft danach einen Subaru. Und wer keine Lust auf die Wankbewegungen eines SUV hat, landet beim Impreza. Er ist langsam, er ist nicht besonders sparsam, aber er ist ein treuer Freund, der Sie niemals im Stich lässt. Ein Auto wie ein guter Bergschuh: Nicht modisch, aber unverzichtbar, wenn das Wetter schlecht wird.

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Author: Alex Wind
Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.


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