Wenn Sie in Deutschland einen Toyota Highlander kaufen wollten, bekamen Sie bisher ein solides, aber enges Auto. Die dritte Sitzreihe? Nur für Kinder ohne Beine. Der Kofferraum? Ein Witz, wenn alle Sitze oben waren. Toyota hat das Problem gelöst. Aber nicht für uns. In den USA fährt der Toyota Grand Highlander (Modelljahr 2026). Er ist länger, kantiger und vor allem: Er ist riesig. Während Toyota Europe uns mit dem RAV4 und dem kleineren Highlander abspeist (der langsam aus dem Programm fliegt), holen freie Importeure den „Grand“ jetzt rüber. Das Versprechen: Platz wie in einem VW Bus, Luxus wie in einem Lexus und Technik, die auch den dritten Weltkrieg überlebt. Und das alles mit einem 366 PS starken Hybrid-Antrieb, der den Diesel ersetzen soll. Ich bin den „Hybrid MAX Platinum“ gefahren. Ist das die beste Familien-Kutsche, die man offiziell nicht kaufen kann?
Der „Hybrid MAX“: Ein Antrieb für Erwachsene
Das Topmodell nutzt den 2.4-Liter-Turbo-Hybrid (Hybrid MAX). Ein E-Motor vorne, einer hinten (eAxle), 6-Gang-Automatik (kein CVT!). Systemleistung: 269 kW (366 PS) und 542 Nm.
Vergessen Sie den sparsamen 2.5-Liter-Hybrid aus dem RAV4 (den es im Grand Highlander auch gibt, aber der ist langweilig). Der Hybrid MAX ist das Ding. Er schiebt diesen 2,7-Tonnen-Schrank in 6,3 Sekunden auf 100 km/h. Das fühlt sich nicht nach „Öko“ an, das fühlt sich nach „Souveränität“ an. Dank der echten 6-Gang-Automatik gibt es kein Gummiband-Geheul. Er fährt sich wie ein gut motorisierter deutscher SUV. Der Haken? Der Verbrauch. Rechnen Sie nicht mit den 6 Litern eines RAV4. Der Hybrid MAX genehmigt sich real 9 bis 10 Liter Super. Auf der Autobahn bei 150 km/h auch mal 12. Ist das schlimm? Ein BMW X7 40i braucht das auch. Ein GLS 450 auch. Nur der Diesel ist sparsamer. Aber den Diesel gibt es bei Toyota nicht mehr. Dafür haben Sie hier keine AdBlue-Sorgen und keine Angst vor Fahrverboten.
Platzangebot: Endlich sitzen wie Menschen
Der Grand Highlander ist 5,11 Meter lang. Das ist X7-Niveau. Aber er ist kastig.
Hier demütigt der Toyota die deutsche Konkurrenz. In der dritten Reihe eines BMW X7 sitzen Sie als Erwachsener wie ein Klappmesser. Im Grand Highlander sitzen Sie… bequem. Ich (1,85 m) habe es getestet. Knie haben Platz, Kopf hat Platz. Es ist der einzige SUV (außer vielleicht dem Cadillac Escalade), der den Namen „7-Sitzer für Erwachsene“ verdient. Und selbst wenn alle Sitze oben sind, passen noch 580 Liter Gepäck dahinter (dachhoch). Beim „normalen“ Highlander passten da zwei Aktentaschen rein. Das hier ist ein Gamechanger für Großfamilien, die keinen VW Multivan fahren wollen.
Innenraum: Solide, aber kein Bentley
Das 2026er Modell kommt mit dem neuen 12,3-Zoll-Toyota-Audio-Multimedia-System und digitalen Instrumenten. Im „Platinum“ gibt es Leder und bronzefarbene Akzente.
Erwarten Sie keinen BMW-Luxus. Das Leder ist robust, nicht streichelzart. Die Kunststoffe sind solide, aber hier und da hart (untenrum). Es ist „American Premium“. Alles ist groß, breit und auf Haltbarkeit ausgelegt. Es gibt 13 Becherhalter und 7 USB-C-Ports. Das Infotainment ist okay (Cloud-Navi, Wireless CarPlay), aber grafisch nicht auf dem Niveau eines Mercedes Hyperscreen. Aber mal ehrlich: Wenn Ihre Kinder hinten Schokolade verschmieren, sind Sie froh über das robuste Toyota-Leder und nicht über empfindliches Nappa.
Preis & Import: Der X7 zum halben Preis?
Ein importierter Toyota Grand Highlander Hybrid MAX Platinum (Vollausstattung) kostet in Deutschland zulassungsfertig ca. 95.000 bis 105.000 Euro (je nach Importeur und Kurs). Der „normale“ Hybrid XLE startet importiert bei ca. 75.000 Euro.
Vergleich: Ein BMW X7 xDrive40i startet nackt bei 103.000 Euro. Mit Ausstattung sind Sie bei 130.000 Euro. Ein Mercedes GLS 450 kostet noch mehr. Sie sparen also rund 30.000 Euro gegenüber den Deutschen. Dafür fahren Sie ein Auto, das exklusiver ist (Import!) und wahrscheinlich doppelt so lange hält ohne teure Reparaturen. Das Risiko: Garantie läuft über den Importeur (meist 2 Jahre), und Ersatzteile dauern etwas länger. Aber die Technik (Motor) ist in den USA Massenware.
Der Familien-Riese im Vergleich
Feature | Toyota Grand Highlander Hybrid MAX (Import) | BMW X7 xDrive40i | VW T7 Multivan (Lang) |
Motor | 2.4L Turbo Hybrid (366 PS) | 3.0L R6 Turbo (381 PS) | 2.0L Benziner (204 PS) |
0-100 km/h | 6,3 s | 5,8 s | 9,4 s |
Reihe 3 | Erwachsenentauglich | Kinder/Notsitze | Vollwertig (Einzelsitze) |
Kofferraum (Max) | 2.761 Liter | 2.120 Liter | 4.053 Liter |
Verbrauch | ca. 9,5 l/100km | ca. 10,5 l/100km | ca. 9,0 l/100km |
Image | Unzerstörbarer Praktiker | Status-Symbol | Bus-Fahrer |
Preis (Real) | ca. 98.000 € | ca. 125.000 € | ca. 85.000 € |
Fazit: Das vernünftigste Unvernunfts-Auto
Der Toyota Grand Highlander (2026) ist ein Auto für Menschen, die Platz brauchen, aber keinen Bus wollen. Er ist groß, er ist durstig (für europäische Verhältnisse), aber er ist genial praktisch. Der Hybrid MAX Antrieb macht ihn souverän genug für die linke Spur. Wenn Sie 100.000 Euro für ein Familienauto ausgeben können und keine Lust auf die Arroganz der deutschen Premium-Marken haben: Importieren Sie ihn. Ihre Kinder werden die USB-Ports lieben, und Sie werden die Ruhe lieben, ein Auto zu fahren, das einfach funktioniert.


















