Buick Envista (2026) im Test: Der „Lamborghini Urus“ für den kleinen Mann – US-Import-Geheimtipp?

Buick? Gibt es die noch? In Deutschland denken wir bei Buick an riesige Limousinen aus den 50ern oder an umgelabelte Opel Insignias (Regal). Aber in den USA und China lebt die Marke. Und wie! Der Buick Envista ist dort der absolute Renner bei jungen Leuten. Warum? Schauen Sie ihn sich an. Er sieht aus wie ein Lamborghini Urus, der in der Wäsche eingelaufen ist. Oder wie ein BMW X4. Er kostet in den USA aber neu nur rund 25.000 bis 30.000 Dollar. Das ist „Champagner-Design zum Bier-Preis“. Aber wir schreiben das Jahr 2026. Importeure holen dieses SUV-Coupé vereinzelt nach Deutschland. Lohnt sich der Aufwand für einen kleinen Ami mit 3 Zylindern? Ich habe den Schönling getestet.

Design: Der Blender-König

Wenn Sie mit dem Envista vorfahren, schätzen die Nachbarn den Preis auf 50.000 Euro. Die Front ist extrem flach und spitz („Shark Nose“), inspiriert vom Wildcat Concept. Das Dach fällt elegant nach hinten ab (Coupé-Linie). In der Top-Ausstattung „Avenir“ (mein Testwagen) gibt es 19-Zoll-Alufelgen („Pearl Nickel“) und lackierte Radläufe. Er wirkt unglaublich sleek. Der Trick: Er basiert auf dem günstigen Chevrolet Trax. Aber man sieht es ihm außen nicht an. Buick hat hier Design-Magie betrieben. Mit 4,64 Metern Länge ist er länger als ein VW Tiguan, aber viel flacher (1,56 m).

Innenraum: Ruheoase mit Hartplastik-Mix

Ich steige ein. Buick wirbt mit „QuietTuning“. Und tatsächlich: Die Türen haben doppelte Dichtungen, das Glas ist dicker, es gibt Active Noise Cancellation. Er ist innen leiser als ein Golf. In dieser Preisklasse ist das beeindruckend. Das Cockpit: Ein 19-Zoll-Breitbildschirm (11 Zoll Touch + 8 Zoll Tacho) dominiert. Es sieht modern aus. Das Avenir-Logo ist in die Kopfstützen gestickt. Aber wenn man genauer hinsieht (und anfasst), merkt man den Rotstift. Das Armaturenbrett unten? Hartes Plastik. Die Mittelkonsole? Wackelt leicht. Man bekommt Luxus-Optik, aber keine Audi-Verarbeitung. Platzangebot: Überraschung: Trotz Coupé-Dach können hinten Erwachsene sitzen (bis 1,80 m). Der Radstand ist lang. Der Kofferraum (ca. 590 Liter US-Norm) ist flach, aber lang. Für den Wocheneinkauf reicht es, für den Umzug nicht.

Fahrbericht: 3 Zylinder gegen die Autobahn

Jetzt kommt der Realitäts-Check. Unter der langen Haube steckt ein 1.2 Liter Dreizylinder-Turbo. 100 kW (137 PS) und 220 Nm. Gekoppelt an eine 6-Gang-Wandlerautomatik. Kein Hybrid. Kein Allrad (FWD only). In der Stadt: Der kleine Motor ist spritzig. Das Drehmoment liegt früh an. Die 6-Gang-Automatik schaltet weich (viel angenehmer als die CVTs der Konkurrenz). Er fährt sich entspannt. Auf der Landstraße: Das Fahrwerk ist amerikanisch-komfortabel. In der Avenir-Version hat er hinten eine Watt-Link-Hinterachse (statt simpler Verbundlenkerachse). Das macht ihn stabil, aber er ist kein Kurvenräuber. Er wankt gerne. Auf der Autobahn: Hier wird es zäh. Bis 130 km/h ist alles okay (und sehr leise!). Aber Überholen ab 140 km/h? Geduld bitte. Die Spitze ist bei ca. 180 km/h erreicht. Es ist ein Cruiser, kein Racer. Wer „Sport“ im SUV-Coupé sucht, ist hier falsch.

Verbrauch: Der kleine Motor muss das 1,4-Tonnen-Auto ziehen.

  • Stadt: 8,0 – 8,5 Liter/100km.
  • Autobahn (130 km/h): 7,5 Liter/100km. Das ist für 137 PS im Jahr 2026 eigentlich zu viel. Ein VW Taigo oder Ford Puma ist sparsamer.

Import-Check: Lohnt sich das?

In den USA kostet der Envista Avenir ca. 29.000 Dollar. Ein Schnäppchen. Wenn Sie ihn 2026 nach Deutschland importieren (Zoll, Steuer, Fracht, Umrüstung Licht), landen Sie bei ca. 40.000 Euro. Dafür bekommen Sie hier auch einen Cupra Formentor (gebraucht) oder einen Renault Arkana. Der Buick lohnt sich nur, wenn Sie Exklusivität wollen. Sie fahren ein Auto, das hier niemand kennt, das aber aussieht wie ein Designer-Stück.

Technische Daten

Datenpunkt
Buick Envista Avenir (US-Spec 2026)
Alex Wind Kommentar
Motor
1.2 Liter 3-Zylinder Turbo
GM E-Turbo. Klein, aber tapfer.
Leistung
100 kW (137 PS) / 220 Nm
City-Power. Autobahn-Geduld.
Antrieb
Frontantrieb (FWD)
Kein Allrad lieferbar!
Getriebe
6-Gang-Automatik
Altbewährt und ruckfrei.
Länge
4.638 mm
Stattliche Größe.
Verbrauch
ca. 7,8 l/100km (Mix)
Geht so.
Besonderheit
QuietTuning
Extrem leise im Innenraum.
Preis (US)
ca. $29.000 (Top-Modell)
Der Preishammer drüben.
Preis (Import)
ca. 38.000 – 42.000 €
In DE verliert er den Preisvorteil.

Pro & Contra

  • Design: Sieht aus wie 80.000 Euro, kostet die Hälfte. Ein echter Head-Turner.
  • Komfort: Sehr leise, sehr weich gefedert.
  • Platz: Überraschend viel Beinfreiheit im Fond.
  • Infotainment: Große Screens, logische Bedienung (Google-basiert in neueren Modellen).
  • Motor: 137 PS sind für ein Auto dieser Optik etwas peinlich.
  • Antrieb: Kein Allrad (AWD). Im Winter in den Alpen unbrauchbar.
  • Getriebe: 6 Gänge sind 2026 technisch veraltet (aber haltbar).
  • Sicht: Nach hinten sieht man durch den Schlitz fast nichts.

Konkurrenz-Check (Europa)

  • Renault Arkana: Das gleiche Konzept (SUV-Coupé für wenig Geld). Fährt sich ähnlich, gibt es aber als Hybrid (sparsamer).
  • Citroën C4 X: Auch komfortabel, auch schräg, aber technologisch moderner (E-Version).
  • Cupra Formentor: Der Sportler. Fährt Kreise um den Buick, ist aber härter und teurer.
  • Peugeot 408: Das Design-Stück. Innen hochwertiger, als Hybrid verfügbar.

Fazit: Alex Wind meint…

Der Buick Envista (2026) ist ein Schauspieler. Er spielt die Rolle des Luxus-SUV-Coupés perfekt – solange er steht oder langsam durch die City rollt. Er ist das perfekte Auto für Leute, denen Style wichtiger ist als PS. Wenn Sie cruisen wollen und ein Auto suchen, nach dem sich die Leute umdrehen („Ist das der neue Polestar?“), dann ist er cool. Aber als Import ist er eigentlich zu teuer für das, was er technisch bietet (einfache Plattform, kleiner Motor). Meine Empfehlung: Kaufen Sie ihn nur, wenn Sie sich in die Form verliebt haben. Und nehmen Sie die Avenir-Version. Ohne die großen Felgen und die lackierten Teile wirkt das Design nicht.

FAQ

1. Ist Buick nicht Opel? Nicht mehr. Früher teilten sie sich Modelle (Insignia/Regal, Mokka/Encore). Der Envista ist aber eine reine GM-Entwicklung (zusammen mit Chevrolet) und hat nichts mehr mit Opel zu tun. Er wird in Südkorea bei GM Korea gebaut.

2. Kann man ihn auf LPG umrüsten? Der 1.2 Turbo ist ein Direkteinspritzer. LPG-Anlagen sind möglich, aber teuer und aufwendig. Da er keinen riesigen Hubraum hat, lohnt sich das kaum.

3. Wo kriege ich Teile? Verschleißteile (Bremsen, Filter) passen oft vom Chevrolet Trax (der auch in Europa teilweise über Importeure oder als Ersatzteilspender bekannt ist). Karosserieteile müssen aus den USA bestellt werden. Rechnen Sie mit Wartezeiten!

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    Author: Alex Wind
    Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.