Wer heute durch die glänzenden Ausstellungsräume von BMW streift, trifft auf eine neue Ära: Gebogene Großbildschirme dominieren, Touch-Bedienung ist allgegenwärtig und die Ladekabel werden länger. Der brandneue BMW X3 (G45) ist bereits da – modern, effizient und bis ins Detail digitalisiert.
Doch abseits dieses digitalen Rampenlichts hält sich noch ein anderer standhaft: Der aktuelle BMW X4 (G02 LCI). Er wirkt wie ein letzter Botschafter einer automobilen Ära, die sich spürbar ihrem Ende zuneigt. In der Automobilbranche tuschelt man, dass ein direkter Verbrenner-Nachfolger für dieses SUV-Coupé nicht mehr vorgesehen ist; die Zukunft gehört dem rein elektrischen iX4 auf der „Neuen Klasse“-Architektur.
Genau diese Aussicht macht den X4 (G02 LCI) zu einem begehrten Objekt für jene, die Wert auf traditionelle Fahrfreude legen. Er baut auf der bewährten CLAR-Architektur auf, verweigert sich dem exzessiven Touchscreen-Diktat und bietet etwas, das man bei seinem kleineren, frontgetriebenen Bruder BMW X2 schmerzlich vermisst: einen echten Heckantriebsfokus und seidenweiche Reihensechszylinder. Wir baten den X4 M40i und den Langstrecken-Spezialisten xDrive30d zum ausgiebigen Fahrbericht. Ist dieser Wagen ein Relikt vergangener Zeiten oder ein „Golden Oldie“, den man sich jetzt noch sichern muss?
Fahren und Fühlen: Das Vermächtnis des Sechszylinders
Unter der eleganten Karosserie beweist BMW seine unangefochtene Motorenkompetenz. Hier liegt der wesentliche Grund, warum viele den X4 einem neuen BMW X2 vorziehen würden: längs eingebaute Motoren und ein hecklastiger Allradantrieb, der die Fahrdynamik spürbar sportlicher macht.
Der M40i: Performance mit Charakter
Der X4 M40i trifft den Nerv der Baureihe. Unter der Motorhaube arbeitet der mittlerweile legendäre B58-Motor, ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Turbobenziner. Mit 360 PS und 500 Nm Drehmoment hängt dieses Aggregat derart gierig am Gas, dass es eine wahre Freude ist. Es dreht jubelnd hoch, klingt (trotz Ottopartikelfilter) sonor und metallisch. Gekoppelt an die seidenweich, aber bei Bedarf blitzschnell schaltende 8-Gang-Steptronic Sport von ZF, absolviert der M40i den Sprint von 0 auf 100 km/h in beeindruckenden 4,9 Sekunden. Wer entspannt fährt, drückt den Verbrauch auf rund 8,5 Liter Super Plus pro 100 Kilometer. Den extrem nervösen und knüppelharten X4 M Competition mit 510 PS braucht im Alltag kaum jemand – der M40i bietet hier die deutlich bessere Balance.
Der B58-Motor gilt als äußerst robust. Dennoch sollte man bei Kurzstreckenfahrten auf mögliche Verkokungen an den Einlassventilen achten, ein prinzipielles Thema bei Direkteinspritzern. Gelegentliche Langstreckenfahrten helfen, den Motor freizubrennen. Ein leichter Ölverbrauch ist bei diesen Hochleistungsmotoren, insbesondere im aktiven Fahrbetrieb, nicht ungewöhnlich und sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Der xDrive30d: Souverän und sparsam
Der xDrive30d ist der Kilometerfresser der Baureihe. Sein 3,0-Liter-Turbodiesel (B57) wuchtet beeindruckende 650 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle. Er drückt einen in den Sitz wie ein startendes Flugzeug, konsumiert auf der Langstrecke aber erstaunlich geringe 6,5 bis 7,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Mit diesem Motor sind mühelos über 1.000 Kilometer am Stück fahrbar. Die kleinen Vierzylinder-Varianten (20i/20d) erreichen diesen emotionalen Charakter des Fahrzeugs nicht und sind nur bedingt empfehlenswert, wenn man die wahren Qualitäten des X4 erleben möchte.
Der B57-Dieselmotor ist ebenfalls für seine Langlebigkeit bekannt. Moderne Diesel erfordern jedoch regelmäßige längere Fahrten, um den Dieselpartikelfilter (DPF) und das Abgasrückführungssystem (AGR) sauber zu halten und vorzeitigen Verschleiß oder Verstopfungen zu vermeiden. Auch der AdBlue-Verbrauch ist ein Faktor, der bei der Langstreckennutzung beachtet werden muss.
Fahrdynamisch profitiert der X4 maßgeblich von der CLAR-Architektur. BMW stimmt das Coupé spürbar straffer ab als den baugleichen BMW X3. Der Schwerpunkt liegt niedriger, die Spur breiter. Das Fahrzeug lenkt extrem präzise ein, das Fahrwerk mit Doppelquerlenkerachse vorn kommuniziert direkt und verbindlich. Mit den optionalen 20- oder 21-Zoll-M-Leichtmetallrädern vermittelt das adaptive M Fahrwerk Unebenheiten zwar „ehrlich“ in den Innenraum, neigt aber niemals zum Poltern. Es fährt sich wie ein Sportwagen im SUV-Pelz. Der akustische Komfort ist dank exzellenter Aerodynamik bis etwa 180 km/h hervorragend. Erst darüber hinaus nehmen Wind- und Reifenabrollgeräusche auf den großen Rädern merklich zu, bleiben aber auf einem absolut angemessenen Niveau für diese Fahrzeugklasse.
Innenraum und Bedienkonzept: Ein Hafen der Haptik
Wir öffnen die Tür und steigen in ein Interieur, das viele als das ergonomisch gelungenste bezeichnen, was BMW im 21. Jahrhundert gebaut hat. Ja, das „Live Cockpit Professional“ mit Operating System 7 und seinen getrennten Bildschirmen für Tacho und Navigation mag im Jahr 2026 neben den riesigen „Curved Displays“ der neuen Modelle fast schon klassisch wirken. Doch in der Praxis erweist es sich als absoluter Segen.
Dieses Cockpit ist die letzte Bastion der sicheren und intuitiven Bedienung! Hier finden sich massive, physische Tasten für die Klimaautomatik. Man entdeckt die acht beliebten, frei programmierbaren Favoritentasten für Radiosender, Navigationsziele oder wichtige Kontakte. Und vor allem: Auf der Mittelkonsole thront der echte iDrive-Controller. Dieses Fahrzeug lässt sich selbst bei hohem Tempo völlig blind, sicher und fehlerfrei bedienen – ein Erlebnis, das in modernen, touch-basierten Cockpits unwiederbringlich verloren zu gehen droht.
Die Verarbeitungsqualität ist exzellent, teils wirkt sie sogar noch solider als in den komplett neu entwickelten Baureihen. Weiches Vernasca- oder Merino-Leder und kühles Aluminium dominieren das Ambiente. Die Sitzposition ist sportlich und angenehm tief in das Fahrzeug integriert.
Praktische Überlegungen im Alltag: Die Tücken der Eleganz
Hier fordert die elegante Coupé-Linie ihre gnadenlosen, pragmatischen Kompromisse. Vorne residiert man großzügig, doch im Fond beginnt die „Strafbank“. Wer über 1,85 Meter groß ist, muss den Kopf schief legen oder auf der Sitzbank nach vorne rutschen, da die Dachlinie extrem früh und steil abfällt.
Der Kofferraum fasst 525 Liter. Er ist zwar erfreulich tief, durch die stark abfallende Heckscheibe jedoch sehr flach. Sperrige Güter oder ein ausgewachsener Kühlschrank passen hier definitiv nicht hinein.
Die unverblümte Wahrheit im Alltag: Die Ladekante des X4 ist ziemlich hoch. Wer einen schweren Hund in den Kofferraum heben muss, benötigt entweder eine Einstiegsrampe oder ein regelmäßiges Fitness-Abo. Zudem gleicht die Sicht nach hinten durch den Innenspiegel einem schlechten Witz: Man blickt faktisch nur auf die Kopfstützen und einen winzigen Schlitz Himmel. Wer ohne die exzellenten Parkkameras rückwärts rangiert, spielt ein gefährliches Spiel mit dem Heckstoßfänger. Immerhin dürfen alle Sechszylinder-Modelle satte 2.400 Kilogramm ziehen – ein echter Pluspunkt für Gespannfahrer.
Ein wichtiger Hinweis für alle Pendler: Mit voll ausgeklappten Außenspiegeln erreicht das SUV-Coupé eine Breite von 2.138 Millimetern. Dies bedeutet, dass die Nutzung der häufig auf exakt 2,10 Meter begrenzten linken Überholspur in deutschen Autobahnbaustellen eine rechtliche Grauzone darstellt und in vielen Fällen untersagt ist. Man muss sich dann zwingend auf der rechten Spur zwischen den Lkw einordnen, um rechtliche Konsequenzen und im schlimmsten Fall den Kaskoschutz nicht zu riskieren.
Kosten und Werterhalt: Eine Investition mit Weitblick
In der Betrachtung der Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) verlangt der X4 von Flottenkunden absolute kaufmännische Überzeugung. Da BMW bei dieser Baureihe konsequent auf großvolumige Motoren mit 48-Volt-Mild-Hybrid-Technik setzt und keinen Plug-in-Hybrid (PHEV) anbietet, entfallen jegliche steuerlichen Subventionen. Für Dienstwagenfahrer greift in Deutschland unerbittlich die volle 1,0%-Dienstwagenversteuerung auf den Bruttolistenpreis. Wer steuerlich sparen muss, ist gezwungen, beispielsweise auf den BMW X3 30e xDrive (PHEV) oder den elektrischen BMW iX2 zu wechseln.
Für Privatkäufer ist der X4 in der Anschaffung spürbar teurer als ein identisch motorisierter X3. Doch diese Investition zahlt sich beim Restwert aus: Da es der letzte Verbrenner seiner Art ist, prognostizieren Marktbeobachter eine extrem hohe Wertstabilität für gepflegte Sechszylinder-Modelle (speziell den M40i).
- Kfz-Steuer (jährlich):
- X4 M40i: Für einen 3,0-Liter-Benziner mit 200-210 g CO2/km (WLTP) können Sie mit etwa 300 – 350 Euro pro Jahr rechnen.
- X4 xDrive30d: Für einen 3,0-Liter-Diesel mit 170-180 g CO2/km (WLTP) beläuft sich die jährliche Steuer auf etwa 400 – 450 Euro.
- Versicherung (Typklassen):
- Haftpflicht: Meist in den Klassen 19-22.
- Teilkasko: Oft in den Klassen 23-26.
- Vollkasko: In den Klassen 25-29, wobei der M40i naturgemäß am oberen Ende dieser Spanne angesiedelt ist und Kaskoprämien auf Sportwagen-Niveau erreichen kann.
Die laufenden Kosten des xDrive30d sind dank seines phänomenal niedrigen Verbrauchs auf der Langstrecke überschaubar, während die Kaskoprämien für den M40i aufgrund seiner Leistung und des höheren Diebstahlrisikos (oft assoziiert mit Hochleistungsmodellen) entsprechend höher ausfallen.
Die Konkurrenz im Visier: Wer bietet mehr?
Das SUV-Coupé-Segment erlebt in dieser finalen Verbrenner-Phase einen intensiven Wettbewerb. Im direkten Vergleich mit seinen Hauptrivalen positioniert sich der X4 einzigartig:
Der Porsche Macan S (Verbrenner-Restbestände) bleibt fahrdynamisch das Maß der Dinge – fordert aber exorbitante Preise und hohe Wartungskosten. Rational betrachtet ist der neue elektrische Macan die Zukunft, doch für Traditionalisten ist der Verbrenner-Macan eine Legende. Das Mercedes GLC Coupé ist der absolute Langstreckengleiter: Es federt weicher als der BMW, enttäuscht aber bei sportlicher Fahrweise durch ausgeprägtes Wanken und kann mit seiner rein touch-basierten, stark ablenkenden Bedienung nerven.
Der BMW X4 gewinnt dieses Duell bei allen Traditionalisten: Er bietet den kultiviertesten Sechszylinder, die mit Abstand beste und sicherste Bedien-Ergonomie und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders für Fans der Sechszylinder.
Andere Mitbewerber wie der Audi Q5 Sportback bieten ebenfalls eine coupéhafte Linie, erreichen aber selten die fahrdynamische Schärfe oder die haptische Qualität des X4. Ein Ford Puma oder VW T-Roc spielt in einer völlig anderen Liga, während der Skoda Kamiq oder VW T-Cross eine pragmatischere, aber weniger emotionale Wahl darstellen.
Stimmen aus der Praxis: Was Besitzer wirklich sagen
Wir haben Meinungen aus deutschen Foren wie Motor-Talk.de und Auto Bild gesammelt, um ein authentisches Bild der Besitzererfahrungen mit dem BMW X4 G02 LCI zu zeichnen.
Positive Eindrücke
- Fahrdynamik: Viele Besitzer loben die sportliche Agilität und die präzise Lenkung. „Das adaptive M Fahrwerk ist ein Traum, wenn man es sportlich mag. Kurvenräuber par excellence!“
- Motorisierung: Die Sechszylinder-Motoren, insbesondere der B58 im M40i, werden als „Sahneschnitte“ und „Meisterwerk“ gefeiert, das stets genügend Leistungsreserven bereithält und einen wunderbaren Sound liefert. Der 30d wird für seine Durchzugskraft und Effizienz gelobt.
- Bedienkonzept: Der iDrive-Controller und die physischen Tasten für Klimaanlage und Radio finden einhelligen Beifall. „Endlich ein Auto, das sich bedienen lässt, ohne den Blick von der Straße zu nehmen!“
- Design: Die gereiften Proportionen des G02 LCI kommen gut an. „Sieht aus wie ein geschrumpfter X6, aber viel stimmiger. Ein echter Hingucker.“
- Verarbeitungsqualität: Materialanmutung und Spaltmaße werden oft als Premium und langlebig beschrieben.
Kritische Anmerkungen
- Platzangebot Fond: Die eingeschränkte Kopffreiheit im Fond ist ein häufiger Kritikpunkt. „Für Erwachsene über 1,80m wird es hinten eng am Kopf. Reine Kinderkutsche.“
- Sicht nach hinten: Die schlechte Rücksicht wird fast unisono bemängelt. „Ohne Parkkamera ein echtes Blind Date beim Einparken. Der Rückspiegel ist eher Deko.“
- Ladekante und Kofferraumzugang: Die hohe Ladekante und die flache Heckscheibe erschweren das Beladen. „Einen großen Einkauf muss man schon fast reinwerfen. Und der Hund springt da nicht freiwillig hoch.“
- Fahrwerkskomfort (M-Fahrwerk): Während die Sportlichkeit gelobt wird, empfinden manche das M-Fahrwerk auf langen Strecken oder schlechten Straßen als zu straff. „Man spürt jede Zigarettenkippe. Für die Stadt ist es mir fast zu hart.“
- Geräusche (Reifenabrollgeräusche): Insbesondere mit den großen optionalen Rädern und Sportreifen können die Reifenabrollgeräusche auf der Autobahn als störend empfunden werden, vor allem im Bereich der Radhäuser.
- Multimedia-Glitches: Obwohl das OS 7 stabil ist, berichten einige wenige Besitzer von gelegentlichen „Schildkröten-Modi“ des Infotainments oder Problemen mit der Smartphone-Integration nach Updates.
Sicherheit im Detail: Der X4 im Euro NCAP Kontext
Der BMW X4 (G02) teilt sich seine technische Basis mit dem BMW X3 (G01), der im Jahr 2017 einen Euro NCAP-Crashtest absolvierte und die Bestwertung von fünf Sternen erhielt. Das bedeutet ein hohes Sicherheitsniveau, das auch für den X4 G02 LCI gilt.
Zur Serienausstattung gehören in der Regel wichtige Sicherheitssysteme:
- Aktiver Spurhalteassistent (Lane Departure Warning): Warnt bei unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur.
- Notbremsassistent (Active Braking Guard / AEB): Erkennt drohende Kollisionen mit Fahrzeugen, Fußgängern und Radfahrern und leitet gegebenenfalls eine Notbremsung ein.
- Geschwindigkeitslimit-Anzeige: Erkennt Verkehrsschilder und zeigt die aktuell gültige Höchstgeschwindigkeit an.
Verglichen mit den neuesten Generationen von BMW-Modellen oder Wettbewerbern mag der X4 G02 LCI nicht über die allerneuesten und umfassendsten Level-2- oder Level-2+-Autonomie-Funktionen verfügen (wie beispielsweise vollumfängliche Autobahnassistenten mit automatischem Spurwechsel). Die Basissysteme sind jedoch solide und tragen maßgeblich zur Sicherheit bei, auch wenn einige der fortschrittlichsten Assistenzpakete optional waren.
Technische Daten und Fakten
Datenpunkt | BMW X4 xDrive30d (MHEV) | BMW X4 M40i (MHEV) |
Motor & Antrieb | 3.0L R6 Turbodiesel (B57) + 48V-System, AWD | 3.0L R6 Turbobenziner (B58) + 48V-System, AWD |
Leistung / Drehmoment | 286 PS (210 kW) / 650 Nm | 360 PS (265 kW) / 500 Nm |
Getriebe | 8-Gang-Steptronic Sport (ZF 8HP) | 8-Gang-Steptronic Sport (ZF 8HP) |
Fahrwerk | Adaptives M Fahrwerk (Doppelquerlenker/Mehrlenker) | Adaptives M Fahrwerk (Doppelquerlenker/Mehrlenker) |
0-100 km/h / Vmax | 5,7 s / 245 km/h | 4,9 s / 250 km/h (abgeregelt) |
Verbrauch WLTP (Mix) | ca. 6,3 – 6,9 l/100 km (Diesel) | ca. 8,2 – 8,9 l/100 km (Super Plus) |
Tankvolumen | 68 Liter | 65 Liter |
Anhängelast (gebremst) | 2.400 kg | 2.400 kg |
Länge | 4.751 mm | 4.751 mm |
Breite (ohne Spiegel) | 1.918 mm | 1.938 mm |
Breite (mit Spiegel) | 2.138 mm | 2.138 mm |
Höhe | 1.621 mm | 1.621 mm |
Radstand | 2.864 mm | 2.864 mm |
Leergewicht (EU) | ca. 1.965 kg | ca. 2.012 kg |
Kofferraumvolumen | 525 – 1.430 Liter | 525 – 1.430 Liter |
Preis DE (Neuwagen ab) | ab ca. 70.600 € | ab ca. 83.000 € |
Leasing DE (Monat ab) | ca. 750 – 950 € | ca. 850 – 1.050 € |
Fazit: Der Abschied eines Charismatikers
Der BMW X4 (G02 LCI) ist ein Auslaufmodell im bestmöglichen Sinne. Er ist technologisch ausgereift, leidet nicht mehr unter nervigen Software-Macken und bietet jene klassischen bayerischen Tugenden – einen seidigen Reihensechszylinder, einen heckbetonten Antrieb und eine perfekte Haptik –, die in der neuen, hyperdigitalisierten Welt rücksichtslos wegrationalisiert werden.
Selbstverständlich ist dieses Auto zutiefst unpraktisch, bietet eine schlechtere Übersicht als ein Leopard-Panzer und ist teurer als der wesentlich vernünftigere X3. Doch der X4 besitzt eine automobile Seele, die sich nicht auf einem Datenblatt messen lässt.
Wem empfehle ich dieses Fahrzeug? Jedem Genussfahrer, Traditionalisten und Individualisten, der den grandiosen Reihensechszylinder (B58) erleben will und physische Tasten im Cockpit fordert. Sichern Sie sich den M40i oder den 30d, solange das noch möglich ist!
Wem rate ich jedoch strikt ab? Familien mit großgewachsenen Teenagern, Hundebesitzern, die große Tiere transportieren, und Flottenmanagern auf der Suche nach 0,5%-Steuergeschenken. Wenn Sie nur ein praktisches SUV suchen, greifen Sie zum BMW X3. Wenn Sie jedoch eines der fahraktivsten SUV-Coupés der Verbrenner-Historie besitzen wollen, ist der G02 LCI jetzt Ihr absoluter „Golden Oldie“. In zehn Jahren werden wir genau diesen Autos nachtrauern.




















