Ford Ranger (2026) im Test: Der unangefochtene König – V6-Diesel oder Plug-in-Hybrid?

Wenn man an Pickups denkt, denkt man an den Ford Ranger. Er ist in Europa das, was der F-150 in den USA ist: Der Marktführer. Der Maßstab. Seit der Neuauflage (die er sich technisch mit dem VW Amarok teilt) hat er die Messlatte für Fahrkomfort und Technologie in dieser Klasse neu definiert. Im Jahr 2026 ist die Palette komplett. Es gibt den vernünftigen 2.0 Diesel, den begehrten 3.0 V6 Diesel, das Biest Raptor und – ganz neu – den Ranger PHEV (Plug-in-Hybrid). Ist der Ranger immer noch der „King of the Hill“, oder hat ihn der feinere VW-Bruder überholt? Und lohnt sich der Stecker im Pickup? Ich habe den Bestseller Wildtrak V6 getestet und einen Blick auf den PHEV geworfen.

Design: „Built Ford Tough“ ist nicht nur ein Spruch

Stellen Sie den Ranger neben den VW Amarok. Der VW versucht, elegant zu sein. Der Ranger sagt: „Gib mir Dreck.“ Die Front mit den C-förmigen LED-Tagfahrlichtern („C-Clamp“) und dem massiven Grill, der in die Scheinwerfer übergeht, sieht wuchtig aus. Er wirkt breiter als er ist. Der Wildtrak (mein Testwagen) ist der Sweetspot. Dunkelgraue Akzente, robuste Trittbretter, Dachreling. Er sieht nach Arbeit aus, aber teuer genug für den Yachtclub. Das Heck: In die Heckklappe ist „RANGER“ eingeprägt. Ein geniales Detail: Die integrierte Trittstufe hinter dem Hinterrad. So kommt man an die Ladefläche, ohne auf den schmutzigen Reifen klettern zu müssen. Warum hat das sonst niemand? (Der Amarok hat es nicht!).

Innenraum: Hochkant-Tablet und echte Knöpfe

Ich klettere hinein. Das Cockpit wird dominiert vom 12-Zoll-Hochkant-Touchscreen mit SYNC 4A. Es ist das derzeit beste System im Pickup-Segment. Riesige Karten-Darstellung, kabelloses Apple CarPlay, schnelle Reaktion. Darunter: Echte Drehregler für Lautstärke und Klima. Ford hat verstanden, dass man mit Arbeitshandschuhen keine Touch-Slider bedienen will. Vergleich zum Amarok: Der VW wirkt innen etwas feiner (mehr Leder, digitales Cockpit ist schicker integriert). Der Ford wirkt robuster, amerikanischer. Die Hartplastik-Anteile sind höher, aber sie wirken unzerstörbar. Platzangebot: In der Doppelkabine sitzen hinten auch große Männer gut. Die Rücklehne ist nicht ganz so steil wie früher. Unter der Sitzbank gibt es Staufächer.

Fahrbericht: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen

Ich fahre den 3.0 Liter V6 EcoBlue Diesel. 177 kW (240 PS) und 600 Nm. Das ist der Motor, den alle wollten. Er startet mit einem satten Grummeln. Kein 4-Zylinder-Nageln. Auf der Straße: In Kombination mit der 10-Gang-Automatik ist das ein Gedicht. Der Ranger zieht bärenstark an. Das Drehmoment ist immer da. Das Fahrwerk ist für einen Pickup (mit Starrachse und Blattfedern hinten!) sensationell. Er liegt ruhig. Er hoppelt kaum, selbst wenn die Ladefläche leer ist. Ford hat die Spur verbreitert und die Dämpfer nach außen gesetzt. Er fährt sich fast wie ein SUV. Off-Road: Der Wildtrak hat den permanenten Allradantrieb (4A). Man kann ihn einfach auf „4A“ stellen und vergessen. Er verteilt die Kraft automatisch. Das ist auf nasser Straße ein riesiger Sicherheitsgewinn gegenüber dem klassischen Zuschalt-Allrad (den die billigeren Versionen haben). Im Gelände helfen Hinterachs-Sperre und Untersetzung. Er wühlt sich überall durch. Anhängelast: 3.500 kg. Ehrensache.

Der neue Ranger PHEV (2026): Kurzer Eindruck: 2.3 Liter Benziner + E-Motor. Er hat noch mehr Drehmoment als der V6 (!). Er fährt ca. 45 km rein elektrisch. Der Clou ist Pro Power Onboard: Steckdosen auf der Ladefläche mit bis zu 6,9 kW Leistung (optional). Man kann die Kreissäge oder den Presslufthammer direkt am Auto betreiben. Für Handwerker ein Gamechanger. Aber: Wer nur Autobahn fährt, für den bleibt der Diesel besser.

Technische Daten & Realitäts-Check

Datenpunkt
Ford Ranger Wildtrak 3.0 V6 (2026)
Alex Wind Kommentar
Motor
3.0 V6 Turbodiesel
Der Souveräne. Laufruhig & stark.
Leistung
177 kW (240 PS) / 600 Nm
Kraft im Überfluss.
Getriebe
10-Gang-Automatik
Schaltet manchmal viel, aber weich.
Antrieb
e-4WD (Permanent-Modus 4A)
Perfekt für wechselnde Bedingungen.
0-100 km/h
8,7 Sekunden
Flott für 2,4 Tonnen.
Verbrauch (Test)
10,5 l/100km
Angemessen für V6 und Aerodynamik wie eine Wand.
Anhängelast
3.500 kg
Zieht alles weg.
Zuladung
ca. 1.000 kg
Passt eine Europalette drauf (1.224 mm Breite zw. Radkästen).
Preis (Basis XL)
ca. 45.000 €
Das Arbeitstier.
Preis (Testwagen)
ca. 68.500 €
Wildtrak V6 mit Paketen.

Pro & Contra

  • Motor: Der V6 Diesel ist der beste Antrieb in dieser Klasse.
  • Fahrwerk: Bester Kompromiss aus Komfort und Zuladung.
  • Bedienung: SYNC 4A ist riesig, aber logisch. Echte Tasten bleiben erhalten.
  • Trittstufe: Das „Box Step“ Feature am Heck ist genial simpel.
  • PHEV-Option: Mit Pro Power Onboard einzigartig im Segment.
  • Verbrauch: Der V6 nimmt sich seine 10-11 Liter.
  • Größe: Mit 5,37 Metern in der Stadt oft ein Problem.
  • Material: Innenraum wirkt etwas rustikaler als beim Zwilling VW Amarok.

Konkurrenz-Check

  • VW Amarok: Der Zwilling. Technisch identisch (Motor/Getriebe), aber edleres Design, etwas feinerer Innenraum, aber oft teurer und ohne die praktische Heck-Trittstufe.
  • Toyota Hilux (GR Sport): Der Unzerstörbare. Hält wahrscheinlich länger als die Pyramiden, ist aber technisch (Infotainment, Getriebe) eine Generation zurück und fährt sich ruppiger.
  • Isuzu D-Max: Der Preiswerte. Robust, ehrlich, aber laut und hart. Wer sparen muss, kauft hier.
  • Kia Tasman: Der Neue. Bietet 7 Jahre Garantie und cooles Design, aber keinen V6-Diesel.

Fazit: Alex Wind meint…

Der Ford Ranger (2026) ist zu Recht der Marktführer. Er bietet das rundeste Gesamtpaket. Er ist nicht so weichgespült wie manche SUVs, aber komfortabel genug für den Alltag. Der V6 Diesel ist ein Traum von einem Motor. Wenn Sie das Budget haben, nehmen Sie ihn. Der 4-Zylinder (205 PS) ist okay, aber der V6 ist Souveränität pur. Meine Empfehlung: Für Privatnutzer & Offroad-Fans: Wildtrak V6. Er sieht am besten aus und hat alles drin. Für Luxus-Sucher: Platinum V6 (mehr Chrom, edleres Leder). Für Handwerker mit eigenem Strombedarf: Der neue PHEV. Die Steckdose auf der Pritsche spart den Generator. Für Verrückte: Raptor. (Aber das ist eine andere Geschichte).

FAQ

1. Wildtrak oder Wildtrak X? Der Wildtrak X ist eine Sonderedition. Er hat ein spezielles Offroad-Fahrwerk (Bilstein-Dämpfer), ist breiter und höher und hat den 2.0 Biturbo-Diesel (205 PS). Er ist besser im Gelände als der normale Wildtrak, aber hat keinen V6. Wer V6 will, muss den normalen Wildtrak nehmen.

2. Amarok oder Ranger? Kaufen Sie den Amarok, wenn Sie das Auto als SUV-Ersatz nutzen und Image wichtig ist. Kaufen Sie den Ranger, wenn Sie ihn wirklich nutzen (Trittstufe!) und das SYNC-System von Ford mögen (das ich für besser halte als das VW-Menü).

3. Passt er in die Garage? Messen Sie nach! Er ist 5,37 Meter lang. Viele Norm-Garagen sind 5,50m, aber mit Regalen an der Wand wird es eng. Mit Spiegeln ist er über 2,20m breit.

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    Author: Alex Wind
    Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.