Der Wrangler ist die Ikone. Der Grand Cherokee ist der Boss. Und der Compass? Der Jeep Compass ist das Auto, das die Rechnungen bezahlt. Er ist das „Brot-und-Butter“-Modell von Jeep. Kompakt genug für die Stadt, groß genug für die kleine Familie. In der hart umkämpften „Tiguan-Klasse“ muss er sich gegen VW, Hyundai und Nissan behaupten. Im Modelljahr 2026 präsentiert er sich mit ausgereifter Technik und dem Anspruch, der einzige echte Geländewagen in diesem Segment zu sein. Wir haben den Compass 4xe (Plug-in-Hybrid) als Trailhawk und den günstigeren e-Hybrid getestet.
Das Design: Ein geschrumpfter Grand Cherokee
Jeep hat beim Design alles richtig gemacht. Der Compass sieht aus wie ein Grand Cherokee, der zu heiß gewaschen wurde. Und das ist ein Kompliment. Er wirkt hochwertiger und erwachsener als der knuffige Renegade. Die schmalen LED-Scheinwerfer, der markante 7-Slot-Grill und die trapezförmigen Radhäuser geben ihm Präsenz. Besonders in der „Trailhawk“-Version mit dem schwarzen Aufkleber auf der Haube (gegen Blendung), den roten Abschlepphaken und den hochbeinigen Stoßfängern sieht er nach Abenteuer aus – auch wenn er nur vor der Kita steht.
Die Antriebe: Strom oder bisschen Strom?
Diesel gibt es nicht mehr. Reine Benziner auch kaum noch. Jeep setzt alles auf Hybrid.
- Der Einstieg: 1.5 e-Hybrid Ein 1.5-Liter Turbobenziner (130 PS) mit einem kleinen E-Motor (20 PS) im Getriebe. Vorteil: Er spart Sprit in der Stadt und fährt sich harmonischer als ein normaler Start-Stopp-Motor. Nachteil: Er hat nur Frontantrieb. Für einen Jeep-Fan ist das ein No-Go. Und mit 130 PS reißt er keine Bäume aus.
- Der Profi: 4xe Plug-in-Hybrid Das ist der Antrieb, den man will. 1.3-Liter Turbo vorne + E-Motor hinten. Systemleistung: 240 PS (im Trailhawk/S). Dank der 11,4 kWh Batterie schafft er realistische 40 Kilometer rein elektrisch. Viel wichtiger: Er hat Allradantrieb. Und zwar einen sehr schlauen. Da die Hinterachse elektrisch angetrieben wird, lässt sich das Drehmoment dort viel präziser dosieren als mit einer mechanischen Kardanwelle. Der Nachteil: Ist der Akku leer, klingt der kleine 1.3er Motor unter Last angestrengt und der Verbrauch steigt auf 8 bis 9 Liter.
Im Gelände: Trailhawk rettet die Ehre
Stellen Sie einen VW Tiguan oder einen Nissan Qashqai in eine nasse, schlammige Steigung. Beide werden scheitern. Der Compass Trailhawk fährt einfach hoch. Er ist „Trail Rated“. Das bedeutet:
- Mehr Bodenfreiheit.
- Unterfahrschutz aus Stahl.
- Ein „Rock Mode“ im Selec-Terrain-System.
- Eine simulierte Geländeuntersetzung (Low Range) über den E-Motor und die Automatik. Es ist beeindruckend, wie gut sich dieses Kompakt-SUV durch den Matsch wühlt. Er ist vielleicht kein Wrangler, aber er kommt weiter als 99% seiner Konkurrenten.
Innenraum: Endlich modern
Früher waren Jeep-Innenräume… naja, amerikanisch (viel Hartplastik). Das hat sich geändert. Das Armaturenbrett ist unterschäumt, teilweise mit Leder bezogen. Der 10,1-Zoll-Touchscreen mit Uconnect 5 ist brillant. Er reagiert schnell, Updates kommen „Over-the-Air“, und Amazon Alexa ist integriert. Ein riesiger Pluspunkt: Jeep behält echte Knöpfe für die Klimaanlage und die Lautstärke. Keine Touch-Slider, kein Gefummel in Untermenüs. Einfach drehen, fertig. Das Platzangebot ist klassenüblich. Vorne sitzt man luftig. Hinten können zwei Erwachsene gut reisen. Der Kofferraum (438 Liter) ist okay, aber nicht riesig. Ein Tiguan schluckt mehr. Die hohe Ladekante stört beim Einladen von Wasserkisten.
Fahrverhalten: Amerikanisch komfortabel
Der Compass ist kein Kurvenräuber. Die Lenkung ist sehr leichtgängig (toll in der Stadt, etwas gefühllos auf der Autobahn). Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt und schluckt Schlaglöcher gut weg – besonders mit den dickeren Reifen des Trailhawk. Auf der Autobahn liegt er ruhig, aber ab 140 km/h werden die Windgeräusche an den großen Spiegeln deutlich hörbar. Er ist ein entspannter Cruiser, kein Sportler.
Fazit: Der Jeep für jeden Tag
Der Jeep Compass (2026) ist das vernünftigste Auto im Jeep-Showroom. Er passt in jede Parklücke, bietet genug Platz für den Alltag und sieht nach „Premium“ aus. Der 4xe-Antrieb macht ihn zum kompetenten Allradler, der auch im Winterurlaub oder auf dem Feldweg nicht stecken bleibt. Wer nur in der Stadt fährt, kann den e-Hybrid nehmen – verpasst aber das Beste am Compass: Das Gefühl, einen echten Jeep zu fahren.
Kaufen Sie ihn, wenn:
- Sie ein kompaktes SUV wollen, das nicht aussieht wie alle anderen.
- Sie hin und wieder wirklich Allradantrieb brauchen (Trailhawk).
- Sie echte Knöpfe im Cockpit schätzen.
Lassen Sie es, wenn:
- Sie einen riesigen Kofferraum für den Kinderwagen brauchen. Da gibt es bessere (z.B. Skoda Karoq).
- Sie sportlich fahren wollen. Der Compass mag es gemütlich.
- Sie viel Langstrecke mit leerem Akku fahren. Der Verbrauch ist dann zu hoch.





















