Während der Markt weiterhin von Elektro-SUVs dominiert wird, wagt Kia mit dem EV4 einen bemerkenswerten Schritt. Ende 2025 schicken die Koreaner eine flache, provokante Limousine ins Rennen, die bewusst mit Konventionen bricht. In einer Zeit, in der selbst etablierte Marken über die Alltagstauglichkeit ihrer neuen Stromer nachdenken, positioniert Kia den EV4 als technologischen und geistigen Bruder des kompakten EV3. Doch der EV4 tauscht dessen SUV-typische Höhe konsequent gegen eine kompromisslose Aerodynamik und ein eigenständiges Design. Das Ziel ist klar formuliert: Er soll dem Tesla Model 3 Paroli bieten, aber mit einer eigenen, unverwechselbaren Identität. Wo das amerikanische „Highland“-Facelift oft durch sterilen Minimalismus glänzt, setzt der Kia EV4 auf das radikale „Opposites United“-Design und einen Innenraum, der eher an eine skandinavische Lounge als an ein Raumschiff erinnert.
Wir haben die verfügbaren Daten und die seriennahe Version des Modelljahres 2026 detailliert analysiert, um herauszufinden, ob dieser mutige Ansatz ausreicht, um sich in einem hart umkämpften Segment zu behaupten. Ist diese Limousine der ersehnte „Baby-Stinger“ für das Elektro-Zeitalter oder lediglich ein flachgedrückter EV3-Klon mit versteckten Schwächen? Unsere Redaktion hat die Fakten zusammengetragen und bewertet.
Design und erster Eindruck: Kante statt Rundung
Kia beweist mit dem EV4 außergewöhnlichen Gestaltungsmut. Die Frontpartie zitiert mit ihrer aggressiven, vertikalen „Tiger Face“-Lichtsignatur – intelligenten Star-Map-LEDs – Anleihen vom großen Flaggschiff EV9. Das Heck fällt wie bei einem Shooting Brake massiv ab, kulminiert aber in einem scharf gezeichneten, kantigen Spoiler-Bürzel. In einer Welt voller aerodynamisch optimierter, oft uniform wirkender Elektroautos, wie etwa dem Mercedes EQE, wirkt der EV4 erfrischend muskulös und eigenständig.
Abmessungen und ihre Bedeutung im Alltag
Die äußeren Abmessungen des Kia EV4 sind für den Alltag auf deutschen Straßen von Vorteil. Mit einer Breite von 1860 Millimetern bewegt sich die Limousine im Bereich vieler Kompaktwagen. Dies erleichtert das Manövrieren in engen Innenstädten und das Parken. Die Länge variiert je nach Karosserievariante: Der Fastback misst 4730 Millimeter, während der Hatchback mit 4450 Millimetern deutlich kompakter ausfällt. Die Radstandlänge von 2820 Millimetern verspricht dabei ein großzügiges Raumangebot im Innenraum.
Praktische Überlegungen beim Laden
Ein konstruktiver Knackpunkt findet sich jedoch an der Ladesäule: Die Ladeklappe sitzt, wie schon beim EV3, vorn rechts im Kotflügel. Beim Längsparken am urbanen AC-Lader mag das praktisch erscheinen. An Schnellladern mit ihren oft kurzen und dicken Kabeln kann diese Positionierung jedoch zur Herausforderung werden. Fahrer müssen hier oftmals umständlich vorwärts an die Säule manövrieren, um den Ladeport bequem zu erreichen. Dies erfordert zusätzliche Präzision und kann auf Reisen Nerven kosten.
Wohnzimmer statt Cockpit: Der Innenraum des EV4
Wir öffnen die Türen und tauchen ein in Kias „Cocoon“-Konzept. Während „Minimalismus“ bei einigen Konkurrenten oft radikale Kostenersparnis kaschiert, interpretiert Kia diesen Begriff im EV4 als einladendes Wohnzimmer. Die klassische Mittelkonsole weicht einem offenen Raumgefühl. Die verwendeten Materialien – Hanf, Bio-Baumwolle und recyceltes PET – fühlen sich nicht nur nachhaltig an, sondern vermitteln im Winter eine angenehme Wärme, während die erdigen Farben die Augen entspannen und zur Ruhe kommen.
Das Display-Setup mit den elegant verschmolzenen 12,3-Zoll-Screens integriert das flüssige ccNC-System (connected car Navigation Cockpit), das besonders durch seine brillante Ladeplanung überzeugt. Ein Lob verdient die ergonomische Gestaltung: Kia verweigert sich dem Diktat der reinen Touch-Bedienung. Physische Schnellauswahltasten und Drehregler für Temperatur und Lautstärke sind weiterhin vorhanden. Dies bedeutet, man muss während der Fahrt nicht blind auf einem Glasbildschirm wischen – ein deutlicher Gewinn für die Verkehrssicherheit und die Bedienfreundlichkeit. Ein cleveres Detail ist die längs verschiebbare Tisch-Konsole zwischen den Sitzen, die das Fahrzeug während der Ladepause in ein mobiles Büro verwandeln kann.
Antrieb und Reichweite: Pragmatismus über 800-Volt-Hype
Technik-Aficionados könnten angesichts der 400-Volt-Architektur (im Gegensatz zu 800 Volt im größeren EV6) zunächst die Stirn runzeln. Doch es lohnt sich, die Fakten nüchtern zu betrachten. Der EV4 nutzt die E-GMP-Small-Plattform mit 400 Volt. Dies senkt die Produktionskosten erheblich und ermöglicht erst den konkurrenzfähigen Einstiegspreis.
Motorisierungen und Fahrleistungen
Der Kia EV4 wird mit verschiedenen Antriebsoptionen angeboten:
- Frontantrieb (FWD): Ein Elektromotor an der Vorderachse leistet 150 kW (204 PS) und liefert 283 Nm Drehmoment. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei 7,4 bis 7,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 170 km/h begrenzt.
- Allradantrieb (AWD): Für die Ausstattungslinien Earth und GT-Line ist eine AWD-Version verfügbar, die eine kombinierte Leistung von 195 kW (265 PS) und 385 Nm Drehmoment bietet.
Batteriekapazitäten und Reichweiten
Kia bietet den EV4 mit zwei Batteriegrößen an:
- Standardbatterie: 58,3 kWh brutto (55 kWh netto), ermöglicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 440 km.
- Große Batterie: 81,4 kWh brutto (78 kWh netto), ermöglicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 630 km für die FWD-Variante. Die AWD-Versionen mit der großen Batterie erreichen bis zu 560 km (Earth AWD) bzw. 550 km (GT-Line AWD).
Ladeperformance
An der DC-Schnellladesäule lädt der EV4 mit maximal 128 kW (einige Quellen nennen 135 kW als Spitzenwert). Eine Ladung von 10 auf 80 Prozent ist in etwa 29 bis 31 Minuten möglich. Ein Hyundai Ioniq 6 mit seiner 800-Volt-Architektur erledigt dies in rund 18 Minuten. Doch der Tausch ist keineswegs schlecht: Dank der extrem flachen Silhouette und eines herausragenden cW-Wertes erreicht der EV4 eine Reichweite, die im realen Autobahnbetrieb Etappen von bis zu 450 Kilometern ermöglicht. Wer eine derart überlegene Effizienz und Reichweite bietet, muss schlichtweg seltener laden.
Fahrdynamik und Akustik
Fahrdynamisch überzeugt die Limousine durch ihre tiefe, sportliche Sitzposition, die den Fahrer perfekt ins Fahrzeug integriert. Der Schwerpunkt liegt dank des flachen Unterbodenakkus äußerst niedrig. Die aufwendige Mehrlenker-Hinterachse hält das Heck selbst in schnellen Autobahnkurven stabil in der Spur. Der Frontantrieb reißt zwar keine Bäume in Sachen Längsdynamik aus, doch die Agilität auf der Landstraße stellt seinen höheren SUV-Bruder EV3 deutlich in den Schatten. Die Akustikverglasung isoliert das Fahrzeug zudem bei Geschwindigkeiten von 150 km/h auf dem Niveau der oberen Mittelklasse. Wind- und Abrollgeräusche bleiben angenehm im Hintergrund, was Langstreckenfahrten deutlich entspannter gestaltet.
Raumangebot und Alltagstauglichkeit: Familien- oder Pendlerauto?
Dank des großzügigen Radstands der reinen Elektroplattform herrscht im Fond eine opulente Beinfreiheit, die das Tesla Model 3 spürbar übertrifft. Die Kehrseite der Coupé-Linie zeigt sich bei der Kopffreiheit: Passagiere, die größer als 1,85 Meter sind, könnten mit dem Kopf den Dachhimmel berühren.
Kofferraum und Frunk
Der Kofferraum ist typisch limousinenhaft geschnitten. Der Fastback bietet mit 490 Litern ein großzügiges Volumen, während der Hatchback 435 Liter fasst.
Anhängelast
Für den gelegentlichen Baumarktbesuch oder das Ziehen eines kleinen Anhängers bietet der Fronttriebler eine gebremste Anhängelast von 1.000 Kilogramm. Das reicht für Fahrradträger oder leichte Anhänger aus.
Kosten im Blick: TCO, Kfz-Steuer und Versicherungs-Typklassen
In Bezug auf die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) ist der Kia EV4 äußerst attraktiv positioniert. Analysten erwarten einen Einstiegspreis von etwa 37.590 Euro für die Basisversion (Air FWD) und hochattraktive 43.420 Euro für die Long-Range-Variante (Earth FWD). Da diese Preise die magische Kappungsgrenze von 70.000 Euro für die Bemessung des geldwerten Vorteils von Dienstwagen weit unterschreiten, profitiert der EV4 maximal von der aktuell gültigen 0,25%-Dienstwagenversteuerung. Für Flottenmanager bedeutet dies einen echten Sweetspot, der sich positiv auf die monatlichen Kosten auswirkt.
Kfz-Steuer in Deutschland
Elektrofahrzeuge, die zwischen dem 17. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2025 erstmals zugelassen werden, sind für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Für den Kia EV4, dessen Produktion des Hatchbacks für Europa im August 2025 beginnt und der voraussichtlich Ende 2025/Anfang 2026 auf den Markt kommt, würde diese Steuerbefreiung gelten. Nach Ablauf dieser Frist wird die Steuer basierend auf dem zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs berechnet. Für ein Elektroauto in der Gewichtsklasse des EV4 (geschätzte 1,9 bis 2,0 Tonnen Leergewicht) wäre nach der Steuerbefreiung mit einer jährlichen Kfz-Steuer von etwa 50 bis 60 Euro zu rechnen.
Versicherungs-Typklassen
Obwohl die exakten Typklassen für den Kia EV4 Modelljahr 2026 noch nicht veröffentlicht sind, lässt sich aus Erfahrungswerten für ähnliche Modelle im Segment eine realistische Einschätzung ableiten. Für die Haftpflichtversicherung (HP) könnte der EV4 in die Typklasse 18-20 eingeordnet werden. Die Teilkaskoversicherung (TK) bewegt sich voraussichtlich in Klasse 22-24, während die Vollkaskoversicherung (VK) bei 23-26 liegen könnte. Diese Werte sind als moderat für ein Fahrzeug dieser Leistung und Preisklasse einzustufen und tragen zur Attraktivität der TCO bei.
Leasing-Konditionen
Angesichts der aggressiven Preispolitik und der Zielgruppe der Flottenkunden sind für den Kia EV4 attraktive Leasingraten zu erwarten. Erste Prognosen deuten auf monatliche Raten ab etwa 399 Euro (bei 36 Monaten Laufzeit, 10.000 km/Jahr, ohne Anzahlung) hin. Kia wird hier voraussichtlich starke Anreize schaffen, um Marktanteile zu gewinnen.
Der EV4 im Vergleich: Gegen wen tritt Kia an?
Der Kia EV4 tritt in einem heiß umkämpften Segment der Elektro-Limousinen und -Kompaktwagen an. Seine Hauptkonkurrenten sind das Tesla Model 3 und der ebenfalls koreanische Hyundai Ioniq 6. Aber auch Modelle wie der Polestar 2, BYD Seal, Peugeot e-408 oder der Renault Megane E-Tech sind direkte Wettbewerber. Für Kunden, die eine erhöhte Sitzposition suchen, aber auf eine SUV-Karosserie verzichten möchten, könnten auch kompakte Crossover wie ein VW T-Cross, Skoda Kamiq oder Skoda Elroq als Alternativen in Betracht gezogen werden. Der Kia EV4 positioniert sich geschickt zwischen diesen Polen.
Der Hyundai Ioniq 6 ist rational betrachtet das technologische Meisterwerk des Konzerns. Mit Heckantrieb und der fortschrittlichen 800-Volt-Architektur deklassiert er die Ladekurven der Konkurrenz, kostet aber ausstattungsbereinigt deutlich mehr. Das Tesla Model 3 bleibt ein Effizienz-König und lockt mit dem dichten Supercharger-Netzwerk. Für konservative Autofahrer disqualifiziert es sich jedoch durch den radikalen Verzicht auf Lenkstockhebel und physische Tasten. Der Kia EV4 hingegen überzeugt für pragmatisch denkende Käufer. Er bietet eine der besten Reichweiten pro Euro, ein wohnliches Interieur, haptische Bedienelemente und eine aggressive Preispolitik, die ihn zu einem Favoriten für Flottenmanager machen wird.
Sicherheit im Detail: Was Euro NCAP sagt
Der Kia EV4 wird, wie alle neuen Kia-Modelle, mit einer umfassenden Palette an Sicherheits- und Assistenzsystemen auf den Markt kommen, die den aktuellen Euro NCAP Standards entsprechen und oft sogar übertreffen. Kia legt traditionell großen Wert auf passive und aktive Sicherheit, was sich in hohen Euro NCAP Bewertungen der jüngeren Modelle widerspiegelt.
Euro NCAP Bewertung
Der Kia EV4 erreichte im Euro NCAP Crashtest für die meisten Versionen eine 5-Sterne-Bewertung. Die Basisversion „Air“ ohne den vollen Umfang an aktiven Sicherheitssystemen erhielt 4 Sterne. Dies unterstreicht die Bedeutung optionaler Sicherheitspakete.
- Schutz erwachsener Insassen: 84%
- Schutz von Kindern: 85%
- Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer: 77%
- Assistenzsysteme: 78%
Serienmäßige Sicherheitssysteme
Zu den serienmäßigen Systemen werden voraussichtlich gehören:
- Autonomer Notbremsassistent (AEB): Erkennt Fahrzeuge, Fußgänger, Radfahrer und Kreuzungen und leitet im Ernstfall eine Notbremsung ein.
- Aktiver Spurhalteassistent (LKA) und Spurfolgeassistent (LFA): Hält das Fahrzeug nicht nur in der Spur, sondern korrigiert aktiv die Lenkung.
- Intelligente Geschwindigkeitsregelanlage (SCC) mit Stop&Go-Funktion: Passt die Geschwindigkeit an den vorausfahrenden Verkehr an.
- Verkehrszeichenerkennung (ISLA): Warnt bei Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.
- Querverkehrswarner hinten (RCCA): Warnt beim Rückwärtsausparken vor herannahendem Verkehr.
- Sechs Airbags in Standardausstattung.
Im Vergleich zu älteren Modellen oder Fahrzeugen ohne spezielle Euro NCAP Optimierung bietet der EV4 damit ein sehr hohes Maß an aktiver Sicherheit. Diese Systeme sind oft in der Basisvariante schon vorhanden und können durch optionale Pakete, die beispielsweise einen Autobahnassistenten (HDA) oder einen Totwinkelassistenten (BCA) umfassen, weiter ausgebaut werden.
Stimmen aus der Praxis: Erste Eindrücke und Erwartungen
Da der Kia EV4 noch nicht auf dem Markt ist, stützen sich diese Meinungen auf die Erwartungen und Erfahrungen mit ähnlichen Kia-Modellen sowie die Reaktionen auf die Konzeptstudie und ersten Daten. Eine Analyse deutscher Automobilforen und Fachpublikationen zeigt ein differenziertes Bild der potenziellen Stärken und Schwächen.
Erwartete Stärken des Kia EV4
- Hohe Effizienz und Reichweite: Die prognostizierte hohe Reichweite, insbesondere mit der großen Batterie, wird als großer Vorteil für Langstreckenfahrer und Pendler gesehen. Die aerodynamische Form trägt maßgeblich dazu bei.
- Eigenständiges Design: Das mutige, kantige Design wird als erfrischend und eigenständig gelobt, da es sich von der Masse der oft uniform wirkenden Elektroautos abhebt.
- Ergonomische Bedienung: Die Beibehaltung physischer Tasten für wichtige Funktionen wird als klarer Vorteil gegenüber der reinen Touch-Bedienung bei Wettbewerbern wahrgenommen und trägt zur Sicherheit bei.
- Geräumiger Innenraum: Trotz der flachen Silhouette wird der Innenraum, insbesondere die Beinfreiheit im Fond, als sehr großzügig und komfortabel beschrieben.
- Qualitätseindruck: Die verwendeten Materialien im Innenraum, insbesondere die natürlichen Stoffe, erzeugen einen hochwertigen und angenehmen Eindruck.
Potenzielle Schwächen und Kritikpunkte
- Ladeklappenposition: Die Positionierung vorne rechts wird als unpraktisch an vielen Schnellladern kritisiert, da sie unter Umständen Rangieren erfordert.
- Kopffreiheit hinten: Die abfallende Dachlinie könnte für großgewachsene Passagiere im Fond zu wenig Kopffreiheit bieten.
- 400-Volt-Architektur: Obwohl die Vorteile (Kosten, Reichweite) klar sind, könnten einige die schnellere Ladezeit eines 800-Volt-Systems vermissen, insbesondere bei sehr langen Fahrten mit mehreren Ladestopps.
- Kofferraumöffnung: Als Limousine ist die Ladeluke bauartbedingt kleiner als bei einem SUV oder Kombi, was das Beladen mit sperrigen Gegenständen erschweren könnte.
- Software-Eigenheiten: Bei neuen Modellen kommt es manchmal zu Kinderkrankheiten der Infotainmentsysteme, auch wenn das ccNC-System grundsätzlich gelobt wird.
- Fahrdynamik: Einige Stimmen befürchten, dass das Fahrverhalten zwar komfortabel und stabil, aber nicht übermäßig sportlich oder „engagiert“ sein könnte, was für Enthusiasten ein Manko darstellen könnte.
Fazit von Alex Wind
Der Kia EV4 (2026) ist meiner Meinung nach eines der intelligentesten und kaufmännisch aggressivsten Automobile, die Kia in diesem Jahrzehnt auf die Straße bringen wird. Er setzt bewusst darauf, dass es noch Menschen gibt, die keine Lust auf windanfällige und schwerfällige SUVs haben. Stattdessen fordern sie Fahrdynamik, Effizienz und ein stimmiges Gesamtkonzept.
Lassen Sie sich von den Diskussionen in Technik-Foren über die 400-Volt-Architektur nicht verunsichern! Wer dank der grandiosen Aerodynamik und des massiven 81-kWh-Akkus reale 450 Kilometer Autobahn am Stück zurücklegen kann, wird die rund 10 Minuten längere Standzeit an der Kaffeemaschine mit einem Lächeln quittieren. Wenn Sie das Tesla Model 3 im Innenraum als zu kalt und steril empfinden und der Hyundai Ioniq 6 Ihnen optisch zu „rundgelutscht“ erscheint, dann ist dieser flache Koreaner eine ernstzunehmende Alternative.
Ich sehe dieses Fahrzeug als eine hervorragende Wahl für Dienstwagenfahrer, Pendler, Langstrecken-Veteranen und jeden, der die Sitzheizung blind bedienen möchte, ohne sich durch das Menü eines Tablets zu wühlen. Mein Rat für den Kauf: Warten Sie die ersten gewerblichen Leasing-Angebote Anfang 2026 ab! Kia wird diesen Wagen mit attraktiven Konditionen in den Markt drücken, um Marktanteile zu gewinnen. Ich empfehle, die Long-Range-Version in Betracht zu ziehen – sie bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Mittelklasse.
Technische Daten im Überblick
| Datenpunkt | Kia EV4 Air FWD (Standardbatterie) | Kia EV4 Earth FWD (Große Batterie) | Kia EV4 Earth AWD (Große Batterie) | Kia EV4 GT-Line AWD (Große Batterie) |
| Karosserievarianten | Fastback, Hatchback | Fastback, Hatchback | Fastback, Hatchback | Fastback, Hatchback |
| Motor & Antrieb | E-Motor vorn, FWD | E-Motor vorn, FWD | 2 E-Motoren, AWD | 2 E-Motoren, AWD |
| Leistung | 150 kW (204 PS) | 150 kW (204 PS) | 195 kW (265 PS) | 195 kW (265 PS) |
| Drehmoment | 283 Nm | 283 Nm | 385 Nm | 385 Nm |
| Getriebe | 1-Gang-Reduktionsgetriebe | 1-Gang-Reduktionsgetriebe | 1-Gang-Reduktionsgetriebe | 1-Gang-Reduktionsgetriebe |
| Fahrwerk | MacPherson vorn / Mehrlenkerachse hinten | MacPherson vorn / Mehrlenkerachse hinten | MacPherson vorn / Mehrlenkerachse hinten | MacPherson vorn / Mehrlenkerachse hinten |
| Batterie (Netto/Brutto) | 55 kWh / 58,3 kWh (NCM-Lithium-Ionen) | 78 kWh / 81,4 kWh (NCM-Lithium-Ionen) | 78 kWh / 81,4 kWh (NCM-Lithium-Ionen) | 78 kWh / 81,4 kWh (NCM-Lithium-Ionen) |
| 0-100 km/h | ca. 7,4 – 7,7 s | ca. 7,4 – 7,7 s | k.A. (schneller als FWD) | k.A. (schneller als FWD) |
| Vmax | 170 km/h (elektronisch limitiert) | 170 km/h (elektronisch limitiert) | 170 km/h (elektronisch limitiert) | 170 km/h (elektronisch limitiert) |
| WLTP-Reichweite | bis zu 440 km | bis zu 630 km | bis zu 560 km | bis zu 550 km |
| Realverbrauch (WLTP Mix) | ca. 14,0 – 16,0 kWh/100 km | ca. 14,0 – 16,0 kWh/100 km | ca. 16,0 – 18,0 kWh/100 km | ca. 16,0 – 18,0 kWh/100 km |
| Ladeleistung (DC) | max. 128 kW (10-80 % in ca. 29-31 Min.) | max. 128 kW (10-80 % in ca. 29-31 Min.) | max. 128 kW (10-80 % in ca. 29-31 Min.) | max. 128 kW (10-80 % in ca. 29-31 Min.) |
| Länge (Fastback/Hatchback) | 4730 mm / 4450 mm | 4730 mm / 4450 mm | 4730 mm / 4450 mm | 4730 mm / 4450 mm |
| Breite | 1860 mm | 1860 mm | 1860 mm | 1860 mm |
| Höhe (Fastback/Hatchback) | 1480 mm / 1485 mm | 1480 mm / 1485 mm | 1480 mm / 1485 mm | 1480 mm / 1485 mm |
| Radstand | 2820 mm | 2820 mm | 2820 mm | 2820 mm |
| Leergewicht | 1900 – 2041 kg | 1900 – 2041 kg | 1900 – 2041 kg | 1900 – 2041 kg |
| Kofferraumvolumen (Fastback/Hatchback) | 490 L / 435 L | 490 L / 435 L | 490 L / 435 L | 490 L / 435 L |
| Anhängelast gebremst | 1.000 kg | 1.000 kg | 1.000 kg | 1.000 kg |
| Einstiegspreis Deutschland | ab 37.590 € | ab 43.420 € | ab 48.730 € | ab 51.940 € |
| Monatliche Leasingrate (Prognose) | ab ca. 399 € (36 Mon., 10.000 km/Jahr, ohne Anzahlung) | ab ca. 450 € (36 Mon., 10.000 km/Jahr, ohne Anzahlung) | ab ca. 500 € (36 Mon., 10.000 km/Jahr, ohne Anzahlung) | ab ca. 550 € (36 Mon., 10.000 km/Jahr, ohne Anzahlung) |
| Kfz-Steuer Deutschland | 10 Jahre befreit ab EZ, danach ca. 50-60 €/Jahr | 10 Jahre befreit ab EZ, danach ca. 50-60 €/Jahr | 10 Jahre befreit ab EZ, danach ca. 50-60 €/Jahr | 10 Jahre befreit ab EZ, danach ca. 50-60 €/Jahr |
| Versicherungs-Typklassen (Prognose) | HP 18-20, TK 22-24, VK 23-26 | HP 18-20, TK 22-24, VK 23-26 | HP 19-21, TK 23-25, VK 24-27 | HP 19-21, TK 23-25, VK 24-27 |





















