Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich auf der deutschen Autobahn in meinen Rückspiegel blickte und im ersten Augenblick regelrecht zusammenzuckte. Im dichten Sprühregen schob sich eine gewaltige, kantige Front mit ihren markanten, vertikalen „Star-Map“-LED-Leisten unaufhaltsam näher. Mein erster Gedanke war unweigerlich: „Das muss der neue Elektro-SUV Kia EV9 sein“, und ich machte auf der linken Spur instinktiv respektvoll Platz.
Doch als dieser wuchtige Wagen schließlich an mir vorbeizog, vernahm ich nicht das leise, hochfrequente Summen eines Elektromotors, sondern das vertraute, beruhigende und kraftvolle Brummen eines klassischen Selbstzünders. Ich begrüße Sie zum neuen Kia Sorento des Modelljahrs 2026. Die Ingenieure bei Kia haben ihrem Flaggschiff unter den Verbrennern das umfassendste Facelift in der Unternehmensgeschichte zukommen lassen, sowohl optisch als auch technisch. Äußerlich präsentiert er sich nun mit der gleichen markanten Erscheinung wie das Elektro-Aushängeschild EV9, während im Innenraum das riesige, gebogene „Curved Display“ die Blicke auf sich zieht und ein Gefühl von Modernität, Digitalisierung und bemerkenswerter Klarheit vermittelt.
Was Kia jedoch klugerweise vermieden hat, ist ein Fehler, den ich bei vielen europäischen Herstellern derzeit beobachte: Sie haben den bewährten Dieselmotor nicht aufgegeben. Der 2.2 CRDi existiert weiterhin. In einer Ära, in der VW den Tiguan Allspace ersatzlos aus dem Programm nimmt und Hyundai den Konzernbruder Santa Fe in ein Design-Experiment verwandelt hat, das die Meinungen spaltet, erscheint der Sorento plötzlich als der letzte verlässliche Anker in der sich wandelnden Automobilwelt. Ich habe diesen „Diesel-EV9“ ausgiebig auf der Langstrecke erprobt, um herauszufinden, ob er lediglich ein Überbleibsel vergangener Zeiten darstellt oder tatsächlich das intelligenteste Fahrzeug für pragmatische Vielfahrer ist.
Technische Daten & Spezifikationen
| Kategorie | Kia Sorento 2.2 CRDi AWD (Modelljahr 2026) |
| Motor & Antrieb | 2.2L 4-Zylinder Turbodiesel, variabler Allradantrieb |
| Leistung / Drehmoment | 194 PS (142 kW) / 440 Nm |
| Getriebe | 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT, Nasskupplung) |
| 0-100 km/h / Vmax | 9,2 s / 201 km/h |
| Testverbrauch (Mix) | ca. 6,5 – 7,5 l/100 km (Diesel) |
| Anhängelast (gebremst) | 2.500 kg (Benchmark) |
| Kofferraumvolumen | 705 bis 2.011 Liter (als 5-Sitzer) |
| Basispreis (Schätzung DE) | ab ca. 55.000 € (Realpreis oft < 50.000 €) |
Meine Kostenanalyse: Unterhalt und Versicherung des Sorento 2026 im DACH-Raum
Wer sich in der Preisklasse um 50.000 Euro bewegt, kalkuliert erfahrungsgemäß sehr genau. Obwohl der Sorento 2.2 CRDi die übliche Kfz-Steuer nach sich zieht, beeindruckt er mich mit einem äußerst moderaten Realverbrauch, der das Budget für Kraftstoff auf langen Fahrten spürbar entlastet.
Das für mich überzeugendste finanzielle Argument dieses Fahrzeugs ist jedoch die 7-Jahre-Herstellergarantie (bis 150.000 km). Angesichts eines hochkomplexen modernen Dieselmotors, der mit einem SCR-Katalysator (inklusive eines 14-Liter-AdBlue-Tanks) und einem Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet ist, stellt diese Garantie einen erheblichen geldwerten Vorteil dar, der vor unvorhersehbaren Reparaturkosten bewahrt und den Wiederverkaufswert auf dem Gebrauchtwagenmarkt maßgeblich stabilisiert.
Mein Hinweis für Dienstwagenfahrer: Der Sorento ist zwar auch als Plug-in-Hybrid (PHEV mit 253 PS) erhältlich, doch meine Erfahrungen zeigen, dass dieser für private Vielfahrer auf der Langstrecke äußerst ineffizient agiert. Finanziell rechnet er sich im Jahr 2026 ausschließlich für Flottenmanager und Dienstwagenfahrer, die von der pauschalen 0,5%-Versteuerung für Plug-in-Hybride in Deutschland profitieren möchten.
Mein Eindruck: Design, Abmessungen & Alltagstauglichkeit
Das Facelift hat dem Sorento jene optische Prägnanz verliehen, die ich bei der eher rundlicheren Vor-Facelift-Version noch vermisste. Mit seinen aufrecht stehenden Scheinwerfern und dem breiteren „Tiger Nose“-Kühlergrill strahlt er nun eine Anmutung aus, die ich eindeutig dem Premium-Segment zuordnen würde.
Doch diese majestätische Präsenz von 4,81 Metern Länge stößt im deutschen Verkehrsalltag, wie ich feststellen musste, an ihre physikalischen Grenzen. Ein besonders kritischer Aspekt für Pendler ist die Breite: Mit ausgeklappten Außenspiegeln erreicht der Sorento fast die 2,17-Meter-Marke. Das bedeutet für mich ganz klar: An Autobahnbaustellen, die mit dem gelben Warnschild „max. 2,1 m Breite“ gekennzeichnet sind, ist die linke Spur für mich und andere Sorento-Fahrer absolut tabu. Wer sich dennoch neben einen schwankenden Lkw zwängt, riskiert nicht nur einen gehörigen Schrecken, sondern im Falle einer Kollision auch den Verlust des Kaskoschutzes. Selbst in den beengten Parkhäusern aus den 80er Jahren, die ich oft nutze, füllt der Sorento die Parkbuchten bis auf den letzten Millimeter aus; ohne das hervorragende 360-Grad-Kamerasystem wäre ich dort schlichtweg verloren.
Mein Interieur-Check: Haptik und Infotainment-Performance
Das Cockpit wurde, wie ich es mir erhofft hatte, radikal entrümpelt und hat damit den Sprung in die echte Oberklasse vollzogen. Das gewölbte Panorama-Display, das aus zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen besteht und die brandneue „ccNC“-Softwarearchitektur nutzt, gehört nun zur Serienausstattung. Ich kann bestätigen, dass das System äußerst zügig reagiert, die Grafik brillant dargestellt wird und Wireless Apple CarPlay endlich ohne Probleme über die gesamte Bildschirmbreite funktioniert.
Die Verarbeitungsqualität empfinde ich als absolut makellos: Ich spüre geschäumte Kunststoffe, weiches Leder, und selbst auf Kopfsteinpflaster nehme ich keinerlei Knarzen wahr, was die exzellente NVH-Abstimmung unterstreicht. Die optionalen „Relaxation Seats“ lassen sich im Stand beinahe zu einer schwerelosen Liegefläche ausfahren – eine Funktion, die ich für kurze Pausen auf dem Rastplatz als äußerst angenehm empfinde.
Der ergonomische Sündenfall, den ich hier sehe: So hervorragend die Verarbeitung auch sein mag, so sehr kritisiere ich Kias Beharren auf der sogenannten „Multimode-Touchleiste“. Diese schmale Leiste, die sich direkt unter dem Navigationssystem befindet, wechselt per Knopfdruck zwischen der Klimasteuerung und den Navi-Shortcuts. Das führt im täglichen Gebrauch dazu, dass ich, wenn ich die Temperatur intuitiv anpassen möchte, stattdessen oft die Musik lauter drehe, weil die Leiste sich im falschen Modus befand. Diese Fehlbedienung lenkt mich während der Fahrt erheblich ab. Meine klare Forderung lautet daher: Gebt uns klassische, dedizierte Drehregler für die Klimaanlage zurück, so wie sie beispielsweise ein Skoda Kodiaq bietet!
Mein Fahrbericht: Antrieb und Fahrdynamik des 2.2 CRDi im Realitätscheck
Hier, auf dem harten Asphalt, offenbart sich für mich die wahre Realität. Der EV9 ist zweifellos ein beeindruckendes Fahrzeug, doch ich frage mich, wie entspannt man wohl mit einem Elektro-SUV im strömenden Regen von München nach Venedig reist – ich stelle mir die nervöse Suche nach einer Ladesäule alle 250 Kilometer eher wenig vergnüglich vor.
Der Sorento 2.2 CRDi hingegen bewältigt genau diese Distanz, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, mit lediglich einem Tankstopp. Der Motor, der 194 PS und 440 Nm Drehmoment liefert, präsentiert sich nicht als aggressives Rennaggregat, sondern vielmehr als ein stoisches, souveränes Arbeitstier. Dank eines umfassenden Software-Updates schaltet das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) im Facelift spürbar sanfter, und die frühere Anfahrschwäche an der Ampel ist, so meine Beobachtung, nahezu vollständig eliminiert worden. Mit einem von mir gemessenen Realverbrauch von 6,5 bis 7,5 Litern erweist er sich für ein aerodynamisch wuchtiges 2-Tonnen-SUV als bemerkenswert effizient. Dies ist exakt jene grenzenlose Reichweiten-Freiheit, die ich heutzutage auf dem Markt oft vergeblich suche.
Meine Hybrid-Warnung: Ich rate zur Vorsicht beim PHEV. Sobald der kleine Akku nach etwa 50 Kilometern erschöpft ist, muss der 1.6-Liter-Benziner das 2,2 Tonnen schwere Fahrzeug alleine bewegen. Meine Messungen zeigen, dass er auf der Autobahn dann gnadenlos zweistellige Verbrauchswerte erreicht. Wer keinen Diesel bevorzugt, sollte meiner Meinung nach zum klassischen Vollhybrid (HEV ohne Stecker) tendieren – dieser überzeugt in der Stadt mit einem Verbrauch von rund 6 Litern, hat jedoch auf der Autobahn keine Chance gegen das überlegene Drehmoment des CRDi.
Mein Raumwunder: Platzangebot für Familien und Freizeit
Für mich ist der Sorento als Familien-Transporter eine Kategorie für sich. Das Raumangebot empfinde ich als schlichtweg enorm. Als optionaler 7-Sitzer gehört er zu den wenigen SUVs auf dem Markt, in denen ich tatsächlich noch Jugendliche in der dritten Reihe unterbringen kann, ohne dass diese zuvor eine Ausbildung zum Yoga-Lehrer absolvieren mussten.
Der Kofferraum fasst als 5-Sitzer beeindruckende 705 Liter. Wenn ich die zweite Reihe, die sich übrigens längs verschieben lässt, per Knopfdruck vom Kofferraum aus umklappe, entsteht eine vollkommen ebene Ladefläche mit einem Volumen von über 2.000 Litern – eine wahre Höhle für Gepäck. Isofix-Halterungen sind sowohl in der zweiten als auch in der dritten Sitzreihe vorhanden, was ich als ideal für große Familien empfinde.
Meine Praxiserfahrung: Anhängelast, Getriebe und Wintertauglichkeit
Für Wohnwagen-Besitzer, Reiter und Bootsführer ist der Sorento Diesel meiner Einschätzung nach ein absoluter Glücksgriff. Er darf souveräne 2.500 Kilogramm (gebremst) an den Haken nehmen, was ich als bemerkenswert empfinde – der Plug-in-Hybrid zieht hier übrigens deutlich weniger!
Der technische Kniff, der mich hier besonders überzeugt: Das verbaute 8-Gang-DCT ist mit im Ölbad laufenden Nasskupplungen ausgestattet. Im Gegensatz zu trockenlaufenden Systemen, wie ich sie aus älteren VW-Modellen kenne, überhitzt dieses Getriebe selbst dann nicht, wenn ich mit einem schweren 2-Tonnen-Anhänger minutenlang auf einem steilen Campingplatz manövriere. Im Winter entfaltet der intelligente, variable Allradantrieb (AWD) seine volle Leistungsfähigkeit. Über den „Terrain Mode“-Drehregler in der Mittelkonsole kann ich das System präzise auf Schnee, Matsch oder Sand einstellen – der Sorento arbeitet sich dann zuverlässig durch nahezu jedes Wetter-Chaos, das ich ihm vorsetze.
Konkurrenz-Check
| Feature | Kia Sorento 2.2 CRDi (2026) | Kia EV9 (Basis RWD) | Skoda Kodiaq TDI (Neu) |
| Antrieb | 2.2L Diesel (194 PS) | E-Motor (204 PS) | 2.0L Diesel (193 PS) |
| Drehmoment | 440 Nm | 350 Nm | 400 Nm |
| Reichweite | ca. 950 km (Tank) | ca. 450 km (Real) | ca. 1.000 km |
| Bedienung | Curved Display / Touch-Bar | Curved / Touch-Bar | Smart Dials (Genial!) |
| Anhängelast | 2.500 kg | 900 kg | 2.500 kg |
| Realpreis (ca.) | ab ca. 47.000 € | ab ca. 68.000 € | ab ca. 49.000 € |
Meine Analyse: Der interne Wettbewerb gegen den Kia EV9 ist für mich eher philosophischer Natur. Der EV9 richtet sich an Early Adopter und Technik-Enthusiasten, die über eigene Lademöglichkeiten verfügen. Der Sorento hingegen spricht pragmatische Realisten an und ist zudem rund 20.000 Euro günstiger. Als härtesten Konkurrenten sehe ich den neuen Skoda Kodiaq TDI. Der tschechische Mitbewerber bietet mit seinen „Smart Dials“, also echten Drehreglern mit integriertem Display, eine deutlich überlegenere Ergonomie, doch im Innenraum wirkt er bei der Materialauswahl, insbesondere durch den Einsatz von Hartplastik, nicht mehr ganz so hochwertig und „premium“ wie der von mir als sehr edel empfundene Kia.
Meine Einschätzung: Pro & Contra
- ✅ Pro: Das beeindruckende Design-Facelift verleiht ihm, wie ich finde, eine echte Oberklasse-Präsenz, die an den EV9 erinnert.
- ✅ Pro: Der 2.2 CRDi erweist sich für mich als äußerst effizienter und robuster Langstrecken-König, der auf der Autobahn seine Stärken voll ausspielt.
- ✅ Pro: Das einzigartige Garantie-Paket von 7 Jahren oder 150.000 km schützt, wie ich es schätze, vor unerwartet hohen Reparaturkosten.
- ✅ Pro: Das enorme Platzangebot für bis zu 7 Personen und die beachtliche Anhängelast von 2.500 kg, unterstützt durch das Nasskupplungs-DCT, überzeugen mich.
- ❌ Contra: Die „Multimode-Touchleiste“ empfinde ich als stark ablenkend; klassische Klimaregler wären hier meiner Meinung nach die bessere Wahl.
- ❌ Contra: Die Breite inklusive Spiegeln von über 2,1 m macht die linke Spur in Autobahnbaustellen für mich unbefahrbar.
- ❌ Contra: Der PHEV verbraucht auf der Langstrecke bei leerem Akku unverhältnismäßig viel und darf zudem deutlich weniger ziehen.
Mein Fazit als Alex Wind:
Der Kia Sorento 2.2 CRDi des Modelljahrs 2026 ist, das muss ich klar sagen, kein Fahrzeug, das auf den Titelseiten grüner Lifestyle-Magazine glänzen wird. Doch für mich ist er ein Auto, das dem ungeschminkten, realen Leben in jeder Hinsicht gerecht wird.
Durch das umfassende Facelift hat er optisch genau jene technologische Prägnanz und Premium-Anmutung erhalten, die ich bei seinem Vorgänger noch vermisste. Ich empfinde ihn als flüsterleise, er schluckt Gepäck in Hülle und Fülle und ist dank seines äußerst ausgereiften Diesels ein wahrer, kompromissloser Langstrecken-König, der mich ohne jegliche Reichweiten-Angst zuverlässig ans Ziel bringt.
Mein klarer Ratschlag an Sie lautet: Wenn Sie die Optik des EV9 schätzen, ihn aber als zu kostspielig, zu groß oder im Ladealltag als zu unpraktisch empfinden, dann sollten Sie genau diesen Sorento in Betracht ziehen. Ich würde den Plug-in-Hybrid ignorieren – es sei denn, die 0,5%-Dienstwagen-Steuer ist für Sie ausschlaggebend – und stattdessen bedenkenlos zum Diesel greifen. Für mich ist er das automobile Schweizer Taschenmesser im edlen Smoking. Und ich bin überzeugt, dass er sehr wahrscheinlich der allerletzte große Diesel-SUV dieser Art ist, den man heute noch brandneu mit einer konkurrenzlosen 7-Jahres-Garantie erwerben kann.























