Erinnern Sie sich an den Start des bZ4X? Es war ein PR-Desaster. Räder, die sich lösten, Reichweiten, die im Winter halbierten, und eine Ladeleistung, die an Zeitlupe erinnerte. Viele (mich eingeschlossen) hatten den Wagen abgeschrieben. Doch Toyota ist wie ein Elefant: Sie vergessen nicht, und sie geben nicht auf. Ende 2025 steht der Toyota bZ4X des Modelljahres 2026 vor mir. Und er ist kaum wiederzuerkennen. Äußerlich wirkt er erwachsener – die billigen grauen Plastik-Radläufe sind endlich in Wagenfarbe lackiert. Aber die wahre Revolution steckt unter dem Blech. Toyota hat die Leistung des Allradlers mal eben auf 343 PS hochgeschraubt. Ja, Sie haben richtig gelesen. Dieser unscheinbare Crossover hat jetzt mehr Power als ein Basis-Porsche Macan. Ist er damit vom Ladenhüter zum „Sleeper“ geworden? Ich habe das Update-Modell getestet, um zu sehen, ob Toyota endlich im Elektro-Zeitalter angekommen ist.
Der Antrieb: Plötzlich ein Sportwagen?
Das Topmodell (AWD) leistet nun 252 kW (ca. 343 PS), ein massiver Sprung gegenüber den ursprünglichen 160 kW (218 PS). Das Drehmoment steigt ebenfalls. 0-100 km/h gelingt nun in knapp 5 Sekunden.
Ich musste zweimal auf den Fahrzeugschein schauen. Der alte bZ4X war… gemütlich. Der neue ist giftig. Treten Sie das Pedal durch, und der Wagen springt nach vorne, als hätte ihn jemand gestochen. Es ist völlig untypisch für Toyota, so viel Leistung in ein Familienauto zu packen, ohne „GR“-Badge. Warum tun sie das? Weil sie es können. Die neuen Motoren sind effizienter und leistungsstärker. Auf der Landstraße macht der bZ4X jetzt richtig Spaß. Das Fahrwerk war schon immer gut (tiefer Schwerpunkt), aber jetzt hat der Antrieb endlich die Muskeln, um das Chassis zu fordern. Er ist kein Ioniq 5 N, aber er lässt jeden VW ID.4 GTX an der Ampel alt aussehen. Und das in einem Toyota!
Laden & Reichweite: „Coldgate“ ist Geschichte (hoffentlich)
Der Akku (73 kWh brutto) bleibt von der Größe her ähnlich, aber die Chemie und das Thermomanagement wurden komplett überarbeitet. Ein neuer Wasser-Wärmetauscher soll die Batterie schneller auf Temperatur bringen.
Hier lag das Trauma der bZ4X-Besitzer. „Laden bei 0 Grad? Bringen Sie ein Zelt mit.“ Toyota verspricht für 2026: 10-80% in 30 Minuten – auch bei Kälte. Ich habe es bei 3 Grad Außentemperatur getestet. Er zog sofort auf 120 kW hoch und hielt die Leistung stabil. In der Spitze waren es immer noch „nur“ 150 kW (keine 800 Volt wie bei Hyundai), aber die Kurve ist jetzt ein Plateau, keine Rutsche. Für den Alltag bedeutet das: Der bZ4X ist verlässlich geworden. Er ist kein Ladewunder, aber er ist kein Hindernis mehr. Die WLTP-Reichweite von bis zu 570 km (für den Fronttriebler) ist ein Wort, real sind es auf der Autobahn solide 350-400 km.
Innenraum: Wärmestrahler und 14 Zoll
Das Cockpit wurde aufgeräumt. Der zentrale Screen wächst auf 14 Zoll (Standard), das Instrumenten-Display hinter dem Lenkrad ist besser ablesbar. Optional gibt es die Infrarot-Fußraumheizung.
Toyota lernt. Das neue Infotainment ist schneller, logischer und hübscher. Ein Highlight bleibt die Strahlungsheizung im Fußraum. Statt warmer Luft, die Staub aufwirbelt, werden Ihre Beine direkt gewärmt (wie am Kamin). Das spart Energie und fühlt sich im Winter unglaublich luxuriös an. Die Materialien sind wertiger geworden, aber es bleibt ein Toyota: Vieles ist auf Haltbarkeit ausgelegt, nicht auf „Soft-Touch-Orgien“. Dafür wissen Sie, dass die Knöpfe auch in 20 Jahren noch klicken werden.
Optik: Die Farbe macht den Unterschied
Mit dem Modelljahr 2026 lackiert Toyota die Radläufe in Wagenfarbe (ab Ausstattung „Style“ oder „Lounge“).
Es ist erstaunlich, was ein bisschen Lack ausmacht. Vorher sah der bZ4X aus wie ein unfertiger Prototyp mit Plastik-Beplankung. Jetzt, komplett lackiert, wirkt er gestreckt, elegant und hochwertig. Er sieht plötzlich aus wie ein Lexus. Wer den bZ4X bisher wegen der Optik mied: Schauen Sie ihn sich nochmal an. In „Precious Metal“ (Silber) oder Schwarz wirkt er jetzt wie aus einem Guss.
Preis & Garantie: Der wahre Kaufgrund
Toyota bietet bis zu 10 Jahre Garantie (Toyota Relax), wenn Sie den Service einhalten. Die Preise wurden zum Modelljahr 2026 stabil gehalten oder leicht gesenkt, um gegen Tesla zu bestehen.
Hier schlägt Toyota alle. 10 Jahre Garantie auf das ganze Auto (nicht nur den Akku). In einer Zeit, in der wir Angst vor teuren Elektro-Reparaturen haben, ist das das stärkste Argument. Ein gebrauchter VW ID.4 ist ein Risiko. Ein neuer Toyota bZ4X ist eine Versicherungspolice auf Rädern. Der Preis (Start oft unter 45.000 Euro, mit Rabatten deutlich günstiger) ist fair für die gebotene Leistung und die Allrad-Kompetenz (er ist im Gelände erstaunlich fähig!).
Das Comeback-Duell
Feature | Toyota bZ4X AWD (2026) | VW ID.4 GTX (Facelift) | Subaru Solterra (2026) |
Leistung | ca. 343 PS | 340 PS | 218 PS (Alte Spec?) |
0-100 km/h | ca. 5,0 s | 5,4 s | 6,9 s |
Laden (10-80%) | 30 Min (stabil) | 26 Min | 30 Min |
Garantie | Bis 10 Jahre | 2 Jahre | 5-8 Jahre |
Winter-Festigkeit | Sehr gut (Wärmestrahler) | Gut | Sehr gut |
Optik | Lackiert (Edel) | Bekannt | Plastik-Look |
Preis (Real) | ca. 48.000 € | ca. 53.000 € | ca. 50.000 € |
Fazit: Der Spätzünder zündet endlich
Der Toyota bZ4X (2026) ist das beste Beispiel dafür, warum man ein Auto nicht nach dem ersten Jahr abschreiben sollte. Mit dem neuen Motor ist er schnell. Mit der neuen Software ist er alltagstauglich. Mit den lackierten Teilen ist er schön. Er ist immer noch kein Technologie-Pionier (400 Volt bleiben 400 Volt). Aber er ist jetzt ein Toyota: Solide, schnell genug und mit einer Garantie, die Sie ruhig schlafen lässt. Wenn Sie einen Tesla zu steril und einen VW zu anfällig finden: Der bZ4X ist jetzt die ernsthafte Alternative.





















































