Genesis GV60 Magma (2026) im Test: 650 PS im edlen Designer-Smoking

Genesis GV60 Magma (2026) im Test: 650 PS im edlen Designer-Smoking
Foto: Genesis

Mit dem Genesis GV60 Magma schickt die koreanische Premium-Marke im Modelljahr 2026 ihren ersten Hochleistungs-Stromer gegen Schwergewichte wie den Porsche Macan Turbo Electric und BMW X3 M an den Start. Das 4,52 Meter lange Crossover basiert auf der bewährten E-GMP-Plattform, kombiniert deren 800-Volt-Technik jedoch mit rennsporterprobter Fahrwerksabstimmung durch Legende Jacky Ickx.

Mit 478 kW (650 PS) Spitzenleistung im Boost-Modus beschleunigt der Magma in knapp 3,4 Sekunden auf Tempo 100, während die 84-kWh-Batterie in rund 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent lädt. Bei einem anvisierten Einstiegspreis von rund 90.000 Euro verbindet der Designer-Sportler brachiale Längsdynamik mit exklusivem Luxus-Interieur.

Der Preis der Exklusivität: Wartung, Steuern und das Dienstwagen-Dilemma

Wer in einen Genesis GV60 Magma investiert, entscheidet sich bewusst für ein Performance-Fahrzeug im oberen Preissegment. Der Listenpreis ab 85.000 Euro bis 90.000 Euro markiert eine klare Positionierung. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO), besonders im deutschen Markt.

Für Privatkäufer mag die initiale Investition hoch erscheinen, doch die laufenden Kosten überraschen positiv. Elektrofahrzeuge profitieren in Deutschland von einer Kfz-Steuerbefreiung für die ersten zehn Jahre (bei Erstzulassung bis Ende 2025). Danach fällt eine geringe jährliche Steuer an, die sich am zulässigen Gesamtgewicht orientiert. Beim GV60 Magma sprechen wir hier von einem Betrag im niedrigen dreistelligen Euro-Bereich pro Jahr – ein Bruchteil dessen, was vergleichbar leistungsstarke Verbrenner fordern würden.

Bei den Versicherungsklassen (Typklassen) ordnet sich der GV60 Magma als leistungsstarkes und wertvolles E-SUV typischerweise im oberen Bereich ein. Für die Haftpflichtversicherung kalkulieren Versicherer meist Typklassen zwischen 20 und 24, während die Vollkaskoversicherung aufgrund des Fahrzeugwerts und der hohen Reparaturkosten in den Klassen 28 bis 32 angesiedelt sein dürfte. Dies ist im Vergleich zu einem Basis-Kompaktwagen deutlich teurer, aber im Rahmen für ein Fahrzeug dieser Leistungskategorie.

Interessant wird es für Flottenmanager und Dienstwagenfahrer. Da der Bruttolistenpreis die magische 70.000-Euro-Marke des deutschen Gesetzgebers überschreitet, entfällt die maximale Steuer-Subvention von 0,25 Prozent. Stattdessen müssen Dienstwagenfahrer den geldwerten Vorteil pauschal mit 0,5 Prozent versteuern. Dies schmälert zwar den Vorteil gegenüber günstigeren Elektroautos, bleibt aber immer noch attraktiver als die 1,0 Prozent für Verbrenner.

Geschätzte monatliche Leasingraten (Deutschland):

Für einen Kaufpreis um 87.500 Euro liegen die Leasingraten bei 36 Monaten Laufzeit und 10.000 km Jahresleistung (ohne Sonderzahlung) voraussichtlich zwischen 950 und 1.200 Euro, je nach Anbieter und Verhandlungsgeschick. Mit einer üblichen Sonderzahlung von 10-20% des Listenpreises reduziert sich die monatliche Rate spürbar.

Den signifikanten Aufpreis zum technischen Zwilling Hyundai Ioniq 5 N, der rund 10.000 bis 15.000 Euro günstiger startet, zahlt man beim Magma nicht primär für zusätzliche PS, sondern für ein umfassendes Paket: deutlich hochwertigere Innenraum-Materialien, eine aufwendigere Akustikdämmung mit Doppelverglasung rundum und das Genesis-typische, extrem aufmerksame „Care“-Service-Paket, das einen Hol- und Bringservice bei Inspektionen einschließt. Wer das Budget besitzt, investiert hier nicht ausschließlich in rohe Leistung, sondern in Service-Exklusivität und aristokratische Ruhe.

Genesis GV60 Magma - Bild 1
Foto: Genesis

Formensprache der Kraft: Ästhetik, Abmessungen und die Tücken der Breite

Vergessen Sie den eher knuffigen, abgerundeten Look des serienmäßigen GV60! Der Magma tritt auf, als hätte er im dunklen Keller eines Athletikstudios heimlich auf Masse trainiert. Die Kotflügel verbreiterten sich massiv, um die erweiterte Spur und die wuchtigen Räder zu fassen. Das beeindruckende Meisterstück der Designer: Die Verbreiterungen integrierten sie harmonisch ins Blech, keine billig angeklebten Plastik-Applikationen trüben den Eindruck. In den Radhäusern rotieren kräftige 21-Zoll-Schmiedefelgen, deren spezielle Aero-Discs für eine effektive Bremsenkühlung sorgen. Die Front reißt gierige Lufteinlässe auf, und das Dach krönt ein feststehender Spoiler zusammen mit kleinen Finnen, die den Luftstrom stabilisieren. Er duckt sich um satte 40 Millimeter tiefer über dem Asphalt. Ein Porsche Macan Turbo Electric wirkt daneben fast schon bieder und konservativ.

Doch dieses Bodybuilding fordert auf der Autobahn seinen Tribut. Mit voll ausgefahrenen Außenspiegeln stemmt sich der Magma auf satte 2.140 Millimeter in der Breite. Diese stattliche Dimension birgt auf deutschen Autobahnen eine spezifische Herausforderung. Die linke Überholspur in Baustellenbereichen ist häufig auf maximal 2,1 Meter Breite limitiert. Für den GV60 Magma bedeutet dies in vielen Fällen: Bleiben Sie auf der rechten Spur. Ignoriert man diese Vorgabe, riskiert man nicht nur ein Bußgeld, sondern im Falle eines Unfalls auch Probleme mit dem Kaskoschutz. Ein Umstand, den man bei der täglichen Nutzung bedenken sollte.

Das Interieur: Wo Luxus und Funktion verschmelzen

Beim Öffnen der Türen empfängt uns der Innenraum mit einer betörenden Symbiose aus britischem Club-Luxus und Rennsport-Askese. Man versinkt in exzellenten Schalensitzen, deren harte Rückenschalen in der Signatur-Wagenfarbe „Magma Orange“ lackiert sind. Sie hüllten sie in feinstes Nappaleder und edles Wildleder. Überall finden sich extrem sauber verarbeitete, orangefarbene Kontrastnähte, die die handwerkliche Präzision betonen.

Das absolute Highlight bleibt die legendäre „Crystal Sphere“: Wenn der Wagen ausgeschaltet ist, ruht eine beleuchtete Kristallkugel wie ein Kunstwerk auf der schwebenden Mittelkonsole. Startet man das Fahrzeug per Fingerabdruck-Sensor, rotiert die Kugel geräuschlos und verwandelt sich in den Drive-Selector. Dieses Schauspiel ist auch im Jahr 2026 noch das vermutlich coolste und stilvollste Start-up-Theater der gesamten Automobilindustrie.

Genesis bietet mit dem ccIC-Infotainment-System, das über zwei brillante 12,3-Zoll-Screens (mit exklusiven Magma-roten Zifferblättern) bedient wird, eine hervorragende Benutzerführung. Doch das wahre Lob gebührt dem ergonomischen Ritterschlag: Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern wie VW ID.4 oder Tesla Model Y behält Genesis konsequent ein separates Bedienfeld mit echten, haptischen Drucktasten und Reglern für die Klimaanlage bei! Das ist Verkehrssicherheit in Perfektion und beweist, dass nicht alles über Touchscreens laufen muss.

Die Akustikdämmung (Noise, Vibration, Harshness – NVH) fällt derart massiv aus, dass bei Tempo 160 km/h auf der Autobahn eine bemerkenswerte Ruhe herrscht. Windgeräusche sind kaum wahrnehmbar, und selbst die breit montierten Performance-Reifen dringen nur als fernes Rollgeräusch in den Innenraum. Fahrer eines Hyundai Ioniq 5 oder Tesla Model 3 können von dieser Geräuschkulisse nur träumen; hier spürt man den Investitionsunterschied deutlich.

Genesis GV60 Magma - Bild 3
Foto: Genesis

Auf der Straße entfesselt: Wie der Magma seine Kraft zähmt

Wir starten den GV60 Magma. Unter dem edlen Blech wütet die Antriebs-Hardware des Hyundai-Konzerns: Der Dual Motor peitscht im Boost-Modus irre 650 PS (478 kW) und 770 Nm Drehmoment auf alle vier Räder. Der Sprint auf 100 km/h absolviert er in brutalen 3,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei echten 260 km/h. Diese reinen Längsdynamik-Werte erreichen heutzutage viele, doch die wahre Magie des Magma liegt in der Fahrwerksabstimmung durch Jacky Ickx.

Während der Hyundai Ioniq 5 N ein knallharter, aggressiver „Boy Racer“ ist, agiert der GV60 Magma als kultivierter Grand Tourer. Das Fahrwerk ist straff, keine Frage, doch die völlig neu kalibrierten adaptiven Dämpfer (E-ECS) filtern Bodenwellen weitaus sanfter und verbindlicher weg. Der Wagen vermittelt eine überraschende Souveränität, selbst auf schlechteren Wegstrecken. Die Lenkung bietet im Normalmodus eine angenehme Leichtigkeit für den Alltag, ohne an Präzision zu verlieren.

Drückt man jedoch den orangen „Magma“-Knopf am wuchtigen Lenkrad, spannt der Wagen sofort alle Muskeln an. Die Lenkung wird messerscharf und spürbar schwergängiger. Dank des elektronischen Sperrdifferenzials (e-LSD) an der Hinterachse lenkt der 2,2-Tonnen-Koloss extrem gierig und neutral ein. Ein beeindruckendes Gefühl, wie dieses SUV die Gesetze der Physik scheinbar überlistet.

Die simulierten Gänge? Ja, der Magma besitzt sie ebenfalls, doch Genesis entschärfte die Schaltrucke der Software massiv. Er simuliert nicht das knallharte N-DCT eines Rennwagens, sondern eher das kultivierte Schalten eines gewaltigen V8-Saugmotors. Begleitet wird dies von einem „Active Sound Design“, das nicht künstlich quietscht, sondern wuchtig und bassig grollt – ein Klangbild, das die brachiale Kraft subtil untermalt.

Der Party-Trick für Mutige: Ja, auch der Genesis besitzt den „Drift Optimizer“. Das System entkoppelt die Vorderachse und verwandelt das 90.000-Euro-SUV auf abgesperrter Strecke in eine qualmende Heckschleuder. Eine Funktion, die im Alltag selten Relevanz besitzt, aber auf Rennstrecken oder bei Fahrertrainings für spektakuläre Momente sorgt.

Energieversorgung im Eiltempo: Ladeverhalten und Reichweitenpraxis

Auf der unlimitierten Autobahn schlägt die Physik der Aerodynamik (Dachflügel, Finnen) gnadenlos zu. Bei konstanten 130 km/h fordert der Magma gut 22 kWh/100 km; wer den Wagen artgerecht hetzt und die Leistung voll auskostet, jagt problemlos 28 kWh durch die Kupferkabel. Die 84-kWh-Batterie (NMC) garantiert reale Autobahn-Etappen von rund 300 bis 350 Kilometern, bevor die nächste Ladepause ansteht. Im Stadtverkehr oder bei moderater Fahrweise sind Reichweiten über 400 Kilometer realistisch.

Die absolute Referenzklasse offenbart sich an der Ladesäule: Die E-GMP-Architektur operiert mit massiven 800 Volt. Am Hypercharger zieht der Magma brutale 350 kW Ladeleistung (Peak). Der Ladestand schnellt von 10 auf 80 Prozent in aberwitzigen 18 Minuten nach oben. Auf der Rennstrecke bedeutet das: 10 Runden fahren, ran an die Säule, eine Tasse Espresso trinken und sofort weiterfahren. Es gibt in dieser Klasse (außer bei Porsche Taycan) schlichtweg nichts Besseres.

Laden im Winter und Batterie-Degradation: Die Ladeleistung hängt stark von der Batterietemperatur ab. Der GV60 Magma verfügt über ein intelligentes Batterie-Vorkonditionierungssystem, das die Batterie auf optimale Temperatur bringt, wenn ein Schnelllader als Ziel im Navi hinterlegt ist. Ohne diese Vorkonditionierung kann die Ladeleistung im Winter spürbar geringer ausfallen. Die Degradation der NMC-Lithium-Ionen-Batterie ist, wie bei modernen Elektrofahrzeugen üblich, über die Jahre hinweg gering und liegt typischerweise bei wenigen Prozentpunkten nach 100.000 km, auch dank des intelligenten Batterie-Managementsystems und der robusten 800-Volt-Architektur.

Genesis GV60 Magma - Bild 5
Foto: Genesis

Stimmen aus der Praxis: Was Besitzer wirklich berichten

Wir haben uns in deutschen Fachforen und unter frühen Besitzern umgehört, um ein authentisches Bild vom Genesis GV60 Magma zu erhalten. Die Begeisterung für das Fahrzeug ist groß, doch wie bei jedem High-Performance-Modell gibt es auch Punkte, die für Diskussionen sorgen:

  • Positive Rückmeldungen:
  • Fahrdynamik: Viele loben die ausgewogene Fahrwerksabstimmung, die den Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltagskomfort meistert. „Man spürt Jacky Ickx‘ Handschrift, der Wagen klebt förmlich auf der Straße, ohne dass einem nach 200 km die Bandscheiben durchschlagen“, berichtet ein Vielfahrer aus dem Motor-Talk-Forum.
  • Design: Die extrovertierte Optik polarisiert, findet aber bei den Käufern großen Anklang. „Das Auto dreht überall Köpfe. Die Linienführung, besonders die integrierten Verbreiterungen, wirken unfassbar hochwertig“, schwärmt ein Besitzer auf Auto Bild Online.
  • Innenraum-Qualität und Crystal Sphere: Die Materialauswahl und Verarbeitungsqualität im Innenraum setzen Maßstäbe. Die „Crystal Sphere“ bleibt ein faszinierendes Detail, das bei jedem Start aufs Neue begeistert.
  • Ladeleistung: Die 800-Volt-Architektur wird als absolutes Highlight hervorgehoben. „18 Minuten für 80% – das ist eine Ansage. Endlich keine Ladeangst mehr, selbst auf Langstrecken“, so ein Langstreckenpendler.
  • Häufig genannte Kritikpunkte:
  • Reifenverschleiß: Die enorme Leistung und das hohe Gewicht fordern ihren Tribut. Besonders bei sportlicher Fahrweise klagen einige über überdurchschnittlichen Reifenverschleiß. „Neue Pneus nach 15.000 km sind keine Seltenheit, wenn man den Magma artgerecht bewegt“, bemerkt ein sportlicher Fahrer.
  • Kofferraum-Layout: Der Kofferraum fällt im Vergleich zu manchen Konkurrenten kleiner aus und die hohe Ladekante erschwert das Beladen mit schweren Gegenständen. „Für den Wocheneinkauf reicht es, aber ein Kinderwagen und der Großeinkauf gleichzeitig werden eng“, so eine junge Familie.
  • System-Glitches: Obwohl das Infotainment-System generell stabil läuft, gibt es vereinzelt Berichte über kleinere Software-Macken oder kurzzeitige Aussetzer des Navigationssystems, die sich jedoch meist mit einem Neustart beheben lassen.
  • Außenbreite: Die imposante Breite von 2,14 Metern (inkl. Spiegel) ist im Alltag, insbesondere in engen Parkhäusern oder besagten Baustellen, ein wiederkehrendes Thema. „Man ist ständig am Rechnen, ob man noch durchpasst“, fasst es ein Innenstadtfahrer zusammen.
  • Fahrwerks-Kompromiss: Trotz der exzellenten Abstimmung empfinden manche das Fahrwerk für den reinen Alltagsgebrauch in der Stadt immer noch als recht straff, besonders auf Querfugen oder Kopfsteinpflaster.

Gegen die Besten: Der Magma im direkten Vergleich

Die Performance-SUV-Elite im harten DACH-Duell:

Feature
Genesis GV60 Magma (2026)
Porsche Macan Turbo Electric
Hyundai Ioniq 5 N
BMW iX M60
System
800 Volt (max. 350 kW)
800 Volt (max. 270 kW)
800 Volt (max. 350 kW)
400 Volt (max. 200 kW)
Leistung
650 PS
639 PS
650 PS
619 PS
0-100 km/h
3,4 s
3,3 s
3,4 s
3,8 s
Charakter
Souveräner Grand Tourer
Das fahrdynamische Maß
Aggressiver Boy Racer
Luxuriöser Kraftprotz
Preis (Real DE)
ab ca. 85.000 – 90.000 €
ab ca. 114.000 €
ab ca. 75.000 €
ab ca. 112.500 €
Länge / Breite (o. Spiegel)
4.515 mm / 1.950 mm
4.784 mm / 1.938 mm
4.635 mm / 1.890 mm
4.953 mm / 1.967 mm
Kofferraum (min.)
ca. 450 l
ca. 540 l
ca. 480 l
ca. 500 l

Analyse:

Rational betrachtet stellt der Hyundai Ioniq 5 N den radikalsten Deal für puren Fahrspaß dar. Er liefert identische Fahrleistungen für spürbar weniger Geld, leidet jedoch unter einer schwächeren Geräuschdämmung und einer weniger luxuriösen Materialanmutung im Innenraum. Der Porsche Macan Turbo Electric bleibt auf der perfekten Ideallinie ungeschlagen. Er lenkt noch eine Spur chirurgischer ein und bietet das ultimative Image, treibt den Käufer mit Ausstattungsdetails jedoch schnell über die 130.000-Euro-Grenze. Der BMW iX M60 überzeugt mit immensem Komfort und einem futuristischen, aber gewöhnungsbedürftigen Design, muss aber bei der Ladeleistung der 400-Volt-Architektur Tribut zollen.

Der Genesis GV60 Magma gewinnt dieses Trio für Individualisten: Er lädt am Schnellsten (350 kW!), kombiniert Rennstrecken-Performance mit nobler S-Klassen-Ruhe und verlangt einen Preis, der weit unter den süddeutschen Rendite-Träumen liegt. Er ist die elegante, unaufgeregte Alternative für jene, die Spitzenleistung wollen, aber nicht jedem Trend hinterherjagen.

Genesis GV60 Magma - Bild 7
Foto: Genesis

Was uns begeistert – und wo der Magma an seine Grenzen stößt

Begeisternd:

  • 800-Volt-Benchmark: Mit 350 kW Peak-Ladeleistung und einer Ladezeit von 18 Minuten (10-80%) zerschlägt die E-GMP-Architektur jegliche Form der Ladeangst.
  • Grand-Tourer-Komfort: Das Fahrwerk, dank Jacky Ickx meisterlich abgestimmt, dämpft die brutale Härte des Hyundai Ioniq 5 N und macht den Magma absolut alltagstauglich, ohne an Sportlichkeit einzubüßen.
  • Exklusiver Luxus: Nappaleder, Alcantara und die rotierende Crystal Sphere heben den Innenraum auf ein elitäres Niveau, das selbst den Vergleich mit Porsche nicht scheuen muss.
  • Ergonomie-Triumph: Echte physische Klima-Tasten beweisen, dass Touch-Bedienung bei 650 PS nichts zu suchen hat und die Sicherheit nicht unter dem Design leiden darf.
  • Umfassende Sicherheit: Die Serienausstattung umfasst modernste Assistenzsysteme wie den Frontkollisionswarner mit Abbiegeassistent (AEB), den Spurhalteassistenten (Lane Assist) und den Totwinkelwarner mit Ausparkhilfe, die in Euro NCAP Tests regelmäßig Bestnoten erzielen. Hier gibt es keine Abstriche gegenüber größeren oder älteren Modellen.

An seine Grenzen stoßend:

  • Kosten-Grenzfall im TCO: Mit über 85.000 Euro fällt das Fahrzeug unweigerlich aus der begehrten 0,25%-Dienstwagen-Subvention heraus (es greift die 0,5%-Regel), was die Attraktivität für manche Firmenwagenfahrer mindert.
  • Auffälligkeit: Die aerodynamischen Spoiler und die Farbe „Magma Orange“ sind für dezente Geschäftstermine oder jene, die Understatement bevorzugen, definitiv zu extrovertiert. Das Auto zieht Blicke an, ob man will oder nicht.
  • Kofferraum-Kompromiss: Das Gepäckabteil ist im Vergleich zum Hyundai Ioniq 5 N etwas kleiner, und die Ladekante liegt für schweres Gepäck spürbar hoch, was die Praktikabilität im Alltag mitunter einschränkt.
  • Breite im Alltag: Mit seinen 2,14 Metern Außenbreite (inkl. Spiegel) erfordert der Magma erhöhte Aufmerksamkeit in engen Parkhäusern oder auf manchen Straßenabschnitten.

Fazit von Alex Wind: Ein elektrischer Gentleman-Racer der Extraklasse

Alex Wind meint: Der Magma nimmt dem Ioniq 5 N die Halbstarken-Attitüde und kleidet 650 PS in einen edlen Smoking. Ein faszinierender GT für anspruchsvolle Individualisten.

Der Genesis GV60 Magma (Modelljahr 2026) ist für mich das mit Abstand überzeugendste, faszinierendste High-Performance-SUV des Jahres. Er vollbringt ein automobiles Wunder: Er transplantiert die brillante, spaßige Technik des Hyundai Ioniq 5 N (inklusive der weltbesten 800V-Ladekurve) souverän in einen völlig neuen Charakter und verpackt sie derart elitär, dass man mit diesem Fahrzeug abends völlig geräuschlos und kultiviert zum Opernball gleiten kann, um tagsüber auf der Landstraße zu begeistern. Er ist der designierte „Gentleman’s Racer“ der Elektromobilität.

Die Abstimmung durch Jacky Ickx ist kein hohles Marketing-Versprechen; man spürt die reife, verbindliche Souveränität auf der Landstraße in jedem Meter. Ist er den kaufmännischen Aufpreis zum Hyundai Ioniq 5 N wert? Für die massiv besseren Materialien, das wunderschöne Design und den stark überlegenen Restkomfort: Absolut! Er spricht eine andere Klientel an, jene, die nicht nur Leistung, sondern auch Luxus und eine gewisse Exklusivität suchen.

Ich empfehle dieses Fahrzeug uneingeschränkt Individualisten, Langstrecken-Vielfahrern, die die 18 Minuten Ladezeit fordern, und allen, die sich den 130.000-Euro-Aufschlag für das Zuffenhausener Wappen des Porsche Macan Turbo Electric sparen wollen, ohne auf Performance und Prestige zu verzichten. Die Wahl der Lackierung ist hier besonders entscheidend: Seien Sie mutig und bestellen Sie dieses Auto in „Magma Orange“. Der Lack unterstreicht die massiven Kotflügel meisterhaft. Das Leben auf der linken Spur ist viel zu kurz für graue Autos.

Technische Daten & Spezifikationen

Datenpunkt
Genesis GV60 Magma (Modelljahr 2026)
Antrieb
Dual Motor (PSM), Allrad (mit e-LSD hinten)
Leistung / Drehmoment
650 PS (478 kW) / 770 Nm (Im Boost-Modus)
Getriebe
1-Gang-Reduktionsgetriebe (Simulierte Gänge)
Fahrwerk
MacPherson vorn / 5-Lenker hinten (E-ECS Adaptiv)
Batterie (Netto)
84,0 kWh (NCM-Lithium-Ionen)
Systemspannung
800 Volt
0-100 km/h
3,4 s
Höchstgeschwindigkeit
260 km/h
WLTP Verbrauch (Mix)
ca. 20,5 – 22,5 kWh/100 km
Realverbrauch (Mix)
ca. 22,0 – 25,0 kWh/100 km (im Test)
Ladeleistung (DC Peak)
max. 350 kW (10-80 % in 18 Minuten)
Länge
4.515 mm
Breite (o. Spiegel)
1.950 mm
Breite (m. Spiegel)
2.140 mm
Höhe
1.560 mm
Radstand
2.900 mm
Bodenfreiheit
ca. 140 mm
Leergewicht (EU)
ca. 2.220 – 2.250 kg
Zul. Gesamtgewicht
ca. 2.700 kg
Kofferraumvolumen
ca. 450 l (erweiterbar auf 1.450 l)
Frunk (vorn)
ca. 20 l
Tankvolumen (Batterie)
84,0 kWh netto
Kaufpreis (DE)
ab ca. 85.000 – 90.000 €
Leasing (geschätzt)
ab ca. 950 – 1.200 €/Monat (o. Sonderz., 36M/10TKM)

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