Hyundai Palisade (2026) im Test: Der „Range Rover“ für Familienväter – Jetzt auch als Hybrid

Wenn Sie den neuen Hyundai Santa Fe schon kantig fanden, dann halten Sie sich fest. Der neue Hyundai Palisade (Generation 2) ist da. Und er macht keine Gefangenen. War der Vorgänger noch ein elegantes, aber etwas rundliches Flaggschiff, sieht der Neue aus, als hätte man einen Range Rover und einen Cadillac Escalade in einen Mixer geworfen. Er ist das Verbrenner-Gegenstück zum futuristischen Ioniq 9. Während der Ioniq 9 das Raumschiff ist, ist der Palisade die Burg. Die wichtigste Neuerung für 2026: Endlich gibt es einen potenten Hybrid-Antrieb, der den durstigen V6 ersetzt (oder ergänzt, je nach Markt). Ist er der ultimative Familien-Panzer, der den deutschen Premium-SUVs das Fürchten lehrt? Ich habe den Calligraphy getestet.

Design: Blockhaus auf Rädern

Hyundai hat derzeit wohl kein Kurven-Lineal mehr im Design-Studio. Der Palisade ist massiv. Die Front steht senkrecht im Wind. Der Grill ist riesig und rechteckig, flankiert von vertikalen LED-Einheiten, die noch breiter und technischer wirken als beim Vorgänger. Die Fensterlinie knickt vorne leicht ab (wie beim Range Rover). Das Heck ist schnörkellos, mit vertikalen Leuchten, die die Breite betonen. Mit knapp 5 Metern Länge ist er eine Erscheinung. In der „Calligraphy“-Version mit den 21-Zoll-Vielspeichen-Felgen und den in Wagenfarbe lackierten Radläufen wirkt er extrem teuer. Nachbarn werden Sie fragen, ob Sie im Lotto gewonnen haben.

Innenraum: Luxus ohne Logo-Aufschlag

Ich klettere hinein. Der Innenraum ist ein riesiger Schritt nach vorn. Das Curved Display (zwei 12,3-Zoll-Screens) kennen wir aus anderen Modellen, aber hier ist es in ein Armaturenbrett eingelassen, das mit Leder, Holz und Metall gespickt ist. Die „Calligraphy“-Details:

  • Dachhimmel aus Wildleder-Imitat.
  • Sitze aus Nappaleder mit Steppmuster (die „Ergo Motion“ Massage für den Fahrer ist himmlisch).
  • Eine Mittelkonsole, die schwebt und riesige Staufächer bietet. Platzangebot: Der Palisade ist ein echter 7- oder 8-Sitzer. Mein Testwagen hat die Captain’s Chairs in Reihe 2 (beheizt und belüftet!). Hier sitzt man wie ein CEO. Der Zugang zur dritten Reihe ist elektrisch („One-Touch“). Und das Wunder: In Reihe 3 können tatsächlich Erwachsene sitzen, ohne die Knie an den Ohren zu haben. Der Kofferraum schluckt selbst bei voller Bestuhlung noch Golfbags oder Wocheneinkäufe. Klappt man alles um, hat man einen Lieferwagen.

Fahrbericht: Der Hybrid rettet den Geldbeutel

Früher gab es den 3.8 V6. Ein toller Motor, aber er soff wie ein Loch (12-14 Liter). Der neue Star ist der 2.5 Liter Turbo-Hybrid. Systemleistung: ca. 206 kW (280 PS). Reicht das für 2,2 Tonnen? Ja. Der E-Motor sorgt für den sofortigen Antritt an der Ampel. Der Turbo übernimmt souverän. Er wirkt nicht ganz so seidig wie der alte V6 Sauger, aber er hat mehr „Punch“ im mittleren Drehzahlbereich. Die 6-Gang-Automatik schaltet unauffällig. Komfort: Das Fahrwerk ist auf US-Highway-Komfort getrimmt. Er schaukelt leicht, bügelt aber jede Fuge weg. Er ist leiser als ein BMW X5. Off-Road: Er hat Allrad (HTRAC) und diverse Modi (Sand, Snow, Mud). Für den Feldweg zum Reiterhof reicht es locker. Für den Rubicon Trail ist er zu lang und zu edel.

Verbrauch: Hier glänzt der Neue.

  • V6 (alt): ca. 12,5 Liter.
  • Hybrid (neu): ca. 7,5 – 8,5 Liter/100km. Bei einem Auto dieser Größe ist das sensationell. Die Reichweite steigt auf über 800 km.

Technische Daten & Realitäts-Check

Datenpunkt
Hyundai Palisade Calligraphy 2.5 Hybrid (2026)
Alex Wind Kommentar
Antrieb
2.5 Turbo-Benziner + E-Motor
Die Vernunft-Wahl.
Leistung
ca. 206 kW (280 PS)
Genug Kraft, weniger Durst.
0-100 km/h
ca. 8,2 Sekunden
Keine Rakete, aber flott genug.
Antrieb
AWD (Allrad)
Pflicht in dieser Klasse.
Sitze
7 (2+2+3) oder 8 (2+3+3)
Einer der geräumigsten seiner Art.
Länge
4.995 mm
Parkplatz-Challenge inklusive.
Verbrauch (Test)
8,2 l/100km
Halbierter Verbrauch im Vgl. zum V6 Stadtverkehr.
Kofferraum
509 – 2.447 Liter
Ein Lademeister.
Preis (Import/Basis)
ca. 60.000 €
Viel Auto fürs Geld (wenn verfügbar).
Preis (Testwagen)
ca. 75.000 €
Calligraphy mit allem.

Pro & Contra

  • Platzangebot: Einer der wenigen SUVs, in denen 7 Personen wirklich reisen können.
  • Interieur: Materialqualität und Tech-Features (Digital Key 2, UV-C Sterilisation) sind Oberklasse.
  • Hybrid-Antrieb: Macht den Riesen endlich effizient und alltagstauglich.
  • Design: Präsenz wie ein 120.000-Euro-Auto.
  • Größe: In deutschen Parkhäusern und engen Gassen fühlt er sich an wie ein Bus.
  • Fahrwerk: In schnellen Kurven wankt er spürbar („Schiff“-Gefühl).
  • Verfügbarkeit: In Europa oft nur über Importeure oder ausgewählte Märkte zu haben (checken Sie Ihren Händler!).

Konkurrenz-Check

  • Kia Telluride: Der Bruder. Technisch identisch, sieht aber etwas „rustikaler“ und weniger „luxuriös-kantig“ aus.
  • Toyota Grand Highlander: Der Hybrid-Gegner. Extrem effizient, aber innen oft plastischer und langweiligeres Design.
  • Ford Explorer (US-Version): Sportlicher abgestimmt, aber weniger Platz in Reihe 3 und Verarbeitung nicht auf Hyundai-Niveau.
  • BMW X7 / Mercedes GLS: Die Vorbilder. Bieten mehr Image und V8-Motoren, kosten aber doppelt so viel.

Fazit: Alex Wind meint…

Der Hyundai Palisade (2026) ist der Geheimtipp für Großfamilien, die keinen Van (Staria) wollen. Er bietet 90% des Luxus eines BMW X7 zum halben Preis. Der neue Hybrid-Antrieb eliminiert den größten Kritikpunkt des Vorgängers (den Verbrauch). Er sieht aus wie ein amerikanischer FBI-Dienstwagen und fühlt sich innen an wie eine Wellness-Oase. Wenn Sie einen Parkplatz haben, der groß genug ist: Kaufen Sie ihn. Meine Empfehlung: Suchen Sie nach der Calligraphy-Ausstattung. Der Aufpreis lohnt sich für den Nappa-Himmel und die Massagesitze. Ihre Kinder werden es Ihnen auf der Urlaubsfahrt danken.

FAQ

1. Gibt es den V6 noch? In den USA und im Nahen Osten: Ja. Dort wird oft ein aktualisierter 3.5 Turbo-V6 angeboten. In Europa (wenn importiert) und Korea liegt der Fokus klar auf dem 2.5 Hybrid.

2. Ist er baugleich mit dem Kia Telluride? Technisch (Plattform, Motoren, Elektronik): Ja. Optisch und bei der Abstimmung: Nein. Der Kia ist etwas straffer und „offroadiger“, der Hyundai ist weicher und auf Luxus getrimmt.

3. Passt er in die Garage? Er ist knapp 5 Meter lang und mit Spiegeln fast 2,20 Meter breit. Standard-Garagen aus den 70ern sind zu klein. Messen Sie unbedingt vorher nach!

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Author: Alex Wind
Alex Wind ist Gründer von HH-AUTO und Chefredakteur des Mediennetzwerks. Als studierter Fahrzeugtechniker (FH Esslingen) mit über 10 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie (u.a. Qualitätssicherung) und Mitglied im Verband der Automobiljournalisten (VDAJ), legt er den Fokus auf fundierte Testberichte, technische Analysen und Import-Checks.


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