Totgesagte leben länger. 2021 hat Mitsubishi den Pajero (in anderen Märkten „Montero“ oder „Shogun“) offiziell beerdigt. Die Fabrik in Sakahogi wurde geschlossen. Die Fans weinten. Der Toyota Land Cruiser hatte den Krieg gewonnen. Aber 2026 ist das Jahr der Wunder. Mitsubishi, gestärkt durch die Allianz mit Renault und Nissan, hat die Legende wiederbelebt. Der neue Mitsubishi Pajero (Generation V100) steht vor uns. Er ist kantig. Er ist riesig. Und – Schock für die Puristen – er hat einen Stecker. Offiziell gibt es ihn in Deutschland (noch) nicht bei jedem Händler, aber die ersten Importeure holen ihn herüber. Ist das der „Land Cruiser Killer“, auf den wir gewartet haben, oder nur ein weichgespülter Outlander im Rambo-Kostüm?
Das Design: Der „Dynamic Shield“ wird zum Rammbock
Der neue Pajero macht keine Gefangenen. Er teilt sich die Leiterrahmen-Plattform mit dem neuen Mitsubishi Triton (L200), aber er tauscht die Blattfedern hinten gegen komfortable Schraubenfedern. Optisch ist er eine Festung. Die Front („Dynamic Shield“) ist so hoch und breit, dass Kleinwagen im Rückspiegel flüchten. Die Fensterlinie hat den charakteristischen Knick der alten Modelle. Das Reserverad an der Hecktür? Ist (optional) wieder da! Er sieht aus, als könnte er durch eine Wand fahren, ohne dass der Lack verkratzt. Im Vergleich zum retro-futuristischen Toyota Land Cruiser 250 (Prado) wirkt der Pajero technokratischer, moderner, aggressiver.
Der Antrieb: PHEV auf Steroiden
Hier wird es kontrovers. Den alten 3.2 Liter Diesel gibt es nicht mehr. Stattdessen setzt Mitsubishi auf das, was sie am besten können: Plug-in Hybrid. Aber nicht den „kleinen“ aus dem Outlander. Der Pajero nutzt einen 3.0-Liter V6 Benziner kombiniert mit drei Elektromotoren (einer vorne, zwei hinten). Systemleistung: über 400 PS und 750 Nm Drehmoment. Das klingt fantastisch. Und es fährt sich auch so. Im Gelände ist das elektrische Drehmoment eine Waffe. Man muss keine Motordrehzahl aufbauen. Man tippt das Pedal an, und der Pajero klettert über Felsen, als wären es Kieselsteine. Auf der Straße schiebt er gewaltig an. 0 auf 100 in unter 6 Sekunden. Für einen 2,6-Tonnen-Klotz ist das beängstigend schnell. Die rein elektrische Reichweite liegt bei rund 80 Kilometern. Genug, um lautlos durch den Forst zu schleichen (Jäger werden es lieben). Der Haken? Wenn der Akku leer ist und Sie mit 160 km/h über die Autobahn donnern, säuft der V6 Benziner. 12 bis 14 Liter sind dann realistisch. Ein Diesel wäre auf der Langstrecke sparsamer.
Offroad: Super-Select II rettet die Ehre
Ein Pajero ist kein Pajero ohne Super-Select 4WD-II. Gott sei Dank hat Mitsubishi das System behalten. Es ist immer noch eines der besten Allradsysteme der Welt. Warum? Weil Sie (anders als bei vielen Pickups) auch auf trockener Straße mit permanentem Allrad fahren dürfen (4H-Modus mit offenem Mitteldifferential). Das bringt Sicherheit bei Regen. Im Gelände sperren Sie das Mitteldifferential (4HLc), schalten die Untersetzung ein (4LLc) und aktivieren die hintere Quersperre. Dazu kommt jetzt das „AYC“ (Active Yaw Control) aus dem Lancer Evolution. Die E-Motoren hinten können das Drehmoment aktiv zwischen links und rechts verteilen („Torque Vectoring“). Das Ergebnis: Der Pajero ist im Gelände wendiger als er aussieht. Er dreht sich förmlich um den Baumstamm.
Innenraum: Robustheit trifft auf Bildschirme
Innen merkt man die Verwandtschaft zum Triton/L200, aber alles ist eine Stufe edler. Die Materialien sind abwaschbar, aber hochwertig geschäumt. Es gibt echte, große Tasten für die Klimaanlage und die Allrad-Modi. Man kann sie mit Handschuhen bedienen. Danke, Mitsubishi! Das Infotainment-Display ist riesig, die Software (Nissan-basiert) endlich schnell. Das Platzangebot ist fürstlich. Es gibt ihn als 5- oder 7-Sitzer. Die dritte Reihe verschwindet flach im Boden (was früher beim Akku-Pack schwierig war, aber dank neuer Feststoff-Akku-Technik im 2026er Modell klappt das besser). Der Kofferraum ist gigantisch, leidet aber etwas unter der hohen Ladekante (wegen des Leiterrahmens und der Batterien).
Der Import-Faktor: Ein teurer Spaß
Da Mitsubishi Deutschland zögert, den V6-PHEV offiziell ins Programm zu nehmen (Flottenverbrauch!), kommen die meisten Fahrzeuge über freie Importeure. Preis: 75.000 bis 90.000 Euro. Das ist viel Geld. Aber ein vergleichbarer Land Rover Defender 110 kostet schnell über 100.000 Euro und ist anfälliger. Ein Toyota Land Cruiser 300 (Import) kostet noch mehr. Der Pajero besetzt eine Nische: High-Tech-Offroad für Leute, die japanische Zuverlässigkeit wollen, aber mehr Power brauchen, als der europäische Vierzylinder-Land-Cruiser bietet.
Fazit: Die Legende lebt (und summt)
Der Mitsubishi Pajero (2026) ist eine Machtdemonstration. Er beweist, dass ein echter Geländewagen auch im Elektro-Zeitalter überleben kann. Die Kombination aus robustem Leiterrahmen, genialem Super-Select-Allrad und massivem Elektro-Drehmoment macht ihn im Gelände fast unschlagbar. Für den deutschen Vertreter, der Kilometer frisst, ist der Benziner-Hybrid die falsche Wahl (zu durstig). Aber für den Unternehmer, der am Wochenende den Pferdeanhänger zieht (3,5 Tonnen Anhängelast!) oder ins Jagdrevier fährt, ist er perfekt. Er ist der „King of the Dirt“, der gelernt hat, sich in der Stadt zu benehmen.
Kaufen Sie ihn (Import), wenn:
- Sie das Super-Select Allradsystem schätzen (Sicherheit auf Asphalt + Kompetenz im Matsch).
- Sie elektrisch zur Arbeit pendeln, aber am Wochenende schweres Gerät ziehen.
- Sie den Toyota Land Cruiser zu schwachbrüstig finden (der Pajero hat fast doppelt so viel Leistung).
Lassen Sie es, wenn:
- Sie reiner Langstreckenfahrer sind. Ein Diesel ist auf der Autobahn effizienter.
- Sie Angst vor komplexer Technik haben. V6 + 3 E-Motoren + Turbo = Viele Teile, die kaputt gehen können.
- Sie ein Schnäppchen suchen. Der Import-Preis ist saftig.


























